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            <title type="main">Montag, der 28. August 1972</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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               <licence>CC BY-NC 4.0</licence>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band12_1972-08-28</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band12_1972-08-28_01">Montag, 28. August 1972<lb/>
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Motorenfabrik aufziehen. Zu diesem Zweck hat sie um 120 Mio. S ERP-<lb/>
Kredit angesucht. Darüber hinaus will er aber für sein Werk in<lb/>
Rottenmann 60 Mio. S für eine Holzfabrikationsausweitung ERP-Kredit<lb/>
bekommen. Bauknecht erzeugt nämlich nicht nur Maschinen, sondern<lb/>
hat sich jetzt für eine komplette Küche mit Haushaltsmaschinen und<lb/>
gleichzeitigen Verbau der Küchen eingerichtet. Direktor <rs type="person" ref="#per__140132">Hesele</rs> hat<lb/>
mich ersucht ich möge doch auch im ERP-Kredit-Büro eine rasche Ab<lb break="no"/>wicklung seines Ansuchens eintreten. MR <rs type="person" ref="#per__140134">Müller</rs> vom ERP-Büro teilt<lb/>
mir nun mit, daß die Firma bis jetzt unterlassen hat, die notwendigen<lb/>
Sicherstellungen zu bringen. Auch das Land außer den ERP-Krediten<lb/>
50 Mio. S Kredite geben soll und Landesrat <rs type="person" ref="#per__117875">Peltzmann</rs> auf alle Fälle auf<lb/>
die Erweiterung der Sicherung durch Mitgarantie des Stammhauses in<lb/>
Deutschland besteht, gibt auch für diesen Kredit die Sicherung große<lb/>
Schwierigkeiten. Dir. <rs type="person" ref="#per__140132">Hesele</rs> den ich von dieser Tatsache verständige<lb/>
meinte, er ist gerade mit Herrn <rs type="person" ref="#per__140131">Bauknecht</rs> in Verhandlungen, damit ev.<lb/>
die Schweizer Bauknechtfirma als Bürge und Zahler eintritt. Ebenso ver<lb break="no"/>langt er die Bilanz 1971 von <rs type="person" ref="#per__140131">Bauknecht</rs>, wird in den nächsten Tagen<lb/>
geliefert. MR <rs type="person" ref="#per__140134">Müller</rs> hat mir versprochen, daß <choice><choice><sic>sein</sic><corr>ein?</corr></choice></choice> separater Prüfungs<lb break="no"/>ausschuß sofort eingesetzt wird und daß dann das Kohlenkomitee, welches<lb/>
für die Genehmigung des Kredites in Spielfeld zuständig wäre, unverzüg<lb break="no"/>lich beschließen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band12_1972-08-28_03">Beim Pressefrühstück war beabsichtigt, über die Ostverträge und den<lb/>
Ausdehnungen des gewünschten Ostaußenhandels zu referieren. <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> hat<lb/>
sich vorgestellt, daß eine allgemeine Tour d'Horizon gemacht wird<lb/>
und es nicht zielführend wäre, den Redakteuren einen Waschzettel zur<lb/>
Verfügung zu stellen. Zum Glück haben wir dann doch im letzten Moment<lb/>
zumindestens einige Ziffern abgezogen, <choice><choice><sic>um</sic><corr>und</corr></choice></choice> den Redakteuren zur Verfügung<lb/>
gestellt. <choice><choice><sic>Den</sic><corr>Nach den</corr></choice></choice> Ausführungen von <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs>, <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> und mir hat es nämlich<lb/>
nur eine zähflüssige und ganz kurze Diskussion gegeben. Wir müssen<lb/>
alle Pressegespräche unbedingt mit einem Waschzettel ausstatten, da<lb break="no"/>mit die Redakteure vielleicht doch dann größtenteils auf diese Unter<lb break="no"/>lagen zurückgreifen können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band12_1972-08-28_04">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__97646">KOPPE</rs>:<lb/>
Bitte für nächste Woche Montag Fremdenverkehrsprobleme, Ziffern<lb break="no"/>material, welches bereits von mir bestellt wurde, zeitgerecht abver<lb break="no"/>langen Unbedingt Waschzettel vorbereiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band12_1972-08-28_05">Botschafter <rs type="person" ref="#per__135642">Leitner</rs> ist derzeit auf Urlaub in Österreich und hat<lb/>
sich gemeldet, ob er mit mir Besprechungen führen kann. In Brüssel<lb/>
laufen die Übersetzungsarbeiten so zügig, daß wir das Material zeitge<lb break="no"/>recht bekommen haben und jetzt sogar von der Staatsdruckerei die ge<lb break="no"/>druckten Regierungsvorlagen zeitgerecht für das Interimsabkommen be<lb break="no"/>kommen werden. Über den zeitlichen Parlamentsablauf, der Integrations<lb break="no"/>verhandlungen und Genehmigungsverträge nicht informiert und war daher<lb/>
ganz erstaunt als ich ihm mitteilte, daß er selbstverständlich für<lb/>
die parlamentarischen Interimsverhandlungen in Wien sein müsse.<lb/>
Genau für diesen Zeitpunkt hat er seinen Urlaub als beendet festge<lb break="no"/>legt, und wäre nach Brüssel zurückgefahren. <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> und ich diskutierten<lb/>
mit ihm die Notwendigkeit, ein Kommentar zu den EG-Verträgen zu verfassen.<lb/>
Er stimmte vollkommen mit uns überein, daß dies eine der dringendsten<lb/>
Aufgaben sei, die in nächster Zeit erfüllt werden müssen, damit nicht<lb/>
irgendein Verlag nicht ein EG-Kommentar von einem Universitätsassistent<lb/>
oder sonstigen Aussenstehenden verfassen läßt. Meine Frage, ob er bereit<lb/>
wäre, ein solches Kommentar zu verfassen, stimmte er sofort begeistert<lb/>
zu und ich mußte dann ersuchen, er möge doch erst in 8 Tagen eine<lb/>
endgültige Stellungnahme und Zustimmung abgeben. Bis zu diesem Zeit<lb break="no"/>punkt soll er sich die Arbeit nochmals genau überlegen. Ich selbst<lb/>
könne und wolle ihm dazu keinen Dienstauftrag geben. Nur wenn er<lb/>
freiwillig bereit ist, diese Arbeit zu übernehmen, würde ich versuchen<lb/>
ihm die entsprechenden Voraussetzungen für diese Arbeit zu verschaffen.<lb/>
Insbesondere meldete er sofort an, daß er dies nicht allein machen könne,<lb/>
sondern daß über die Details eigentlich nur die einzelnen Herren, sei<lb/>
es vom Ministerium oder sogar teilweise vom Aussenamt und Landwirt<lb break="no"/>schaftsministerium, Finanzministerium dafür zuständig sein könnten.<lb/>
In Mitarbeit dieser Herren wird er sich dann entsprechend sichern<lb/>
müssen. Wenn <rs type="person" ref="#per__135642">Leitner</rs> endgültig zustimmt, wäre dies eine bedeutende Auf<lb break="no"/>gabe, die er übernimmt und seine Tätigkeit für die nächsten Monate<lb/>
reichlich ausgelastet wäre. Damit könnte er auch die Besetzung Mission<lb/>
in Brüssel vielleicht leichter ihm auch akzeptiert werden, da er<lb/>
<pb n="12-1016" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band12/12_1972-08-28_1016.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>wahrscheinlich für die Abfassung des Kommentars viel mehr in Wien<lb/>
sein müßte, um mit den Mitarbeitern ständigen Kontakt zu haben und<lb/>
darüber hinaus vor allem die notwendigen Unterlagen doch am ehesten<lb/>
gleich mit den Referenten der einzelnen Ministerien hier ihm zur<lb/>
Verfügung stehen müßten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band12_1972-08-28_06"><rs type="person" ref="#per__135642">Leitner</rs> fragte mit Recht, ob er bereits eine Entscheidung getroffen<lb/>
wurde wie und in welchem Umfang die Leistungen der Missionsangehörigen<lb/>
in Brüssel honoriert werden. Ich selbst habe zwar nichts versprochen,<lb/>
aber angedeutet, daß ich mich dafür einsetzen werde. Ich habe in unserem<lb/>
Haus für die Abzieharbeiten, die Verträge verursachten, entsprechende<lb/>
Prämien bezahlt haben, erscheint es mir nur recht und billig, daß man<lb/>
auch den Leuten, die in Brüssel wirklich ganz hart in den letzten<lb/>
Monaten arbeiten mußten, eine entsprechende Prämie geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band12_1972-08-28_07">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>:<lb/>
Bitte die endgültige Festlegung der Höhe unverzüglich mit dem Prä<lb break="no"/>sidium abstimmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band12_1972-08-28_08">Beim Mittagessen im Institut nahmen zwei Genossen vom Klub SPÖ,<lb/>
die sicn bereits vor längerer Zeit bei mir erkundet haben, ob sie<lb/>
diesen Kontakt haben könnten. Wir haben dadurch endlich wieder eine<lb/>
Auffrischung unserer Runde erhalten. Derzeit ist ja Urlaub und des<lb break="no"/>halb war vielleicht in der letzten Woche wirklich nur eine äußerst<lb/>
schwache Besetzung des Institutes festzustellen. Die ursprüngliche<lb/>
Überlegung, uns über Wunsch, daß wir im Institut mit den entsprechenden<lb/>
Büros der einzelnen Minister, die für Wirtschaftsfragen irgendwie<lb/>
zuständig sind oder etwas damit zu tun haben und Kontakt halten,<lb/>
hat sich leider nicht erfüllt. Der einzig wirklich zweckmäßige und<lb/>
auch sehr wichtige Kontakt steht zwischen Arbeiterkammer, Gewerkschafts<lb break="no"/>bund und uns. <choice><choice><sic>Die</sic><corr>Durch die</corr></choice></choice> beiden neuen Genossen haben wir wenigstens jetzt<lb/>
noch zum Klub einen besseren Kontakt. Der eine wohnt sogar im Domes-<lb/>
Heim von der Arbeiterkammer und schon allein dadurch ergibt sich<lb/>
ein gutes Verhältnis zum SPÖ-Klub. Mit dem Institutsessen und Treffen<lb/>
hat sich eine ganz andere Entwicklung gezeigt, als wir eigentlich be<lb break="no"/>absichtigt haben. Hier muß ich auch eine große Illusion begraben.<lb/>
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