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            <title type="main">Montag, der 12. Juni 1972</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
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                  <idno type="signature">Band11_1972-06-12</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band11_1972-06-12_01">Montag, 12. Juni 1972<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band11_1972-06-12_02">Der Bundespräsident hat angerufen und mir mitgeteilt, dass am<lb/>
Samstag ein Bild von <rs type="person" ref="#per__97749">Mitterer</rs> im Wiener Kurier mit der Unterschrift<lb/>
war, dass er den Kommerzialratstitel verliehen hat. <rs type="person" ref="#per__97607">Jonas</rs> stellt<lb/>
fest, dass lt. Verfassung dieses Recht ausschliesslich ihm zusteht<lb/>
und ich dies zu vollziehen habe. Auf meinen Einwand, dass schon jahr<lb break="no"/>zehntelang die Bundeskammer die Übergabe dieses Titels durchführt,<lb/>
lässt er nicht gelten. Er erklärt, er hätte die Aufgabe die Verfassung<lb/>
zu hüten, ohne allerdings mir eine entsprechende Weisung oder auch<lb/>
nur dringliche Forderung, dies abzustellen, zu geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band11_1972-06-12_03">In der Besprechung mit <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> stelle ich an die Spitze<lb/>
die Beanstandung des Herrn Bundespräsidenten, deponiere, dass ich<lb/>
einen diesbezüglichen Abänderungsvorschlag der Vorgangsweise von der<lb/>
Handelskammer erwarte. Ich bin überzeugt, dass die Bundeskammer gar<lb/>
nichts unternehmen wird, ausser <rs type="person" ref="#per__97749">Mitterer</rs> wegen dieser Vorgangsweise<lb/>
sicherlich zu rügen <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> hofft sicher, dass die ganze Angelegenheit<lb/>
einschlafen wird. Ich werde aber in Zeitabständen immer wieder auf<lb/>
diesen Vorfall zurückkommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band11_1972-06-12_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: Bitte vormerken und gleichzeitig überlegen, ob<lb/>
eine neue Taktik einzuschlagen ist, besonders wenn es Schwierigkeiten<lb/>
mit Auszeichnungen geben sollte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band11_1972-06-12_05"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> teilt mit, dass die Industriellenvereinigung die seinerzeitigen<lb/>
Berechnungen der Bundeshandelskammer aufgegriffen hat, die 3 % Aufschlag<lb/>
nicht die 6,6 Mia. S ausmachen, wie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> der Exportindu<lb break="no"/>strie zugesagt haben. Auch nach Erhöhung dieses Satzes auf 5 %, die die<lb/>
FPÖ durchgesetzt hat, wird maximal ein Betrag von 2,5 Mia. von Seiten<lb/>
des Staates verzichtet werden müssen. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> meint, dass zugesagte Be<lb break="no"/>träge auf alle Fälle von der Regierung eingehalten werden müssen und<lb/>
deshalb ein weiteres Verlangen auf Erhöhung des Entlastungssatzes für<lb/>
die Exportindustrie auf 6,6 Mia. S. Ich bin überzeugt, dass <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs><lb/>
dieser Forderung keinesfalls entsprechen wird und ziehe daraus nur<lb/>
die Lehre, dass – wie ich allerdings immer selbst handhabe – mit<lb/>
Ziffern sehr vorsichtig vorgehen muss.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band11_1972-06-12_06">Die Forderung von der Handelskammer, die Bürges-Aktion jetzt durch<lb/>
Änderung der Geschäftsordnung und Richtlinien zu ändern, erkläre ich,<lb/>
müsste erst eingehendst geprüft werden. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> fragt, ob er mit<lb/>
Min.Rat <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> vom Finanzministerium sprechen soll, da er vermutet, dass<lb/>
dort der grösste Widerstand zur Änderung liegt. Ich sage weder ja noch<lb/>
nein, sondern erkläre nur, dass ich die Möglichkeit geschaffen habe, hier<lb/>
für Fremdenverkehr Fälle in der Hausaktion zu übernehmen. Darüber hinaus<lb/>
könnte man noch Bürges-Fälle in die Gewerbestruktur überstellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band11_1972-06-12_07">Ich setze <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> auseinander, dass in der Vorsteuerabzugskomitee<lb/>
Schwierigkeiten zu erwarten seien. Ich war von allem Anfang an der Mei<lb break="no"/>nung, dass es in diesem Komitee nicht um eine rein mathematische Durch<lb break="no"/>rechnung gehen kann, sondern dass auch preispolitische Gesichtspunkte<lb/>
berücksichtigt werden müssen. Bei den Verhandlungen über die Verkehrs<lb break="no"/>leistungen hätte sich nun ergeben, dass die Investitionsanteile im<lb/>
Preis vollkommen unberücksichtigt bleiben sollten. In diesem Fall würde<lb/>
bei der Elektrizitätswirtschaft und auch bei anderen anlageintensiven<lb/>
Unternehmungen und Branchen eine wesentliche Verteuerung sich durch<lb/>
die Nicht-Vorentlastung ergeben. In nächster Zeit könnte dann von<lb/>
Arbeitnehmerseite gewisse Vorsteuerentlastung verlangt werden, obwohl<lb/>
der Verschmutzungseffekt durch eine Investitionsentlastung sondern<lb/>
ganz im Gegenteil durch eine gewisse Investitionssteuer aufrecht erhalten<lb/>
bleibt. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> meint, dass sich eventuell vorstellen könne, dass man<lb/>
gewisse Branchen, er denkt hier sicherlich nur an die Stromerzeugung von<lb/>
der allgemeinen mathematischen Berechnung ausnehmen könnte oder müsste.<lb/>
Dies lehne ich kategorisch ab und erkläre, hier müsste eine generelle<lb/>
Lösung gefunden werden. Da sich <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> nicht genau auskennt und keine In<lb break="no"/>formation hat, ruft er mich nach einiger Zeit an und teilt mir mit,<lb/>
dass er mit <rs type="person" ref="#per__137215">Hecke</rs> gesprochen hätte und dieser meint, es läuft alles in<lb/>
Ordnung und ganz normal. Nach eingehender Diskussion mit seinen Beamten<lb/>
lehnt er einen Vorsteuerabzug für Investitionen ganz entschieden ab.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band11_1972-06-12_08">Beim Mittagessen von der Bundeshandelskammer für die chinesische Handels<lb break="no"/>delegation kann ich wieder feststellen, wie <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> sich bemüht, mit mir<lb/>
gut auszukommen. Er erwähnt bei der Tischrede ununterbrochen das gute<lb/>
Verhältnis und empfiehlt mich, nachdem er ja schon zweimal in China war,<lb/>
der Delegation in sehr launiger Weise. Hier kann ich schon einen grossen<lb/>
Unterschied zu <rs type="person" ref="#per__97749">Mitterer</rs> feststellen, wobei allerdings ein gewisser<lb/>
Gegensatz zwischen den beiden ja offenkundig ist. Ich höre auch durch<lb/>
reinen Zufall, wie <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> <rs type="person" ref="#per__97733">Mayer-Gunthof</rs> sagt, er hätte einen Riesen<lb break="no"/><pb n="11-0723" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band11/11_1972-06-12_0723.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>krach mit <rs type="person" ref="#per__97641">Kohlmaier</rs> gehabt, wegen des Linksüberholens im Parteirat<lb/>
im Burgenland. Neben mir sitzt ein bedeutender Mann der Delegation und<lb/>
da ich nicht immer nur vom Wetter und Essen reden will, frage ich ihn,<lb/>
ob dies Praxis wonach in den Kommunen Eisen und Stahl erzeugt wird, auf<lb break="no"/>recht ist, da sie ja die VÖEST jetzt besichtigt haben. Der Übersetzer<lb/>
der sicherlich ganz exakt und meine Frage ihm mitgeteilt hat, antwortet<lb/>
mir zu meiner grössten Überraschung, dass der Vorsitzende <rs type="person" ref="#per__127108">Mao</rs> gesagt hat,<lb/>
wird die Landwirtschaft, das Gewerbe und die Industrie gleichmässig be<lb break="no"/>trieben. selbst hätte überhaupt keine konkrete Antwort – wie er<lb/>
mir sagte – erwartet. Sehr konkret war diese Antwort allerdings auch nicht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band11_1972-06-12_09">Der Präsident der nationalchinesischen Handelskammer und der ehemalige<lb/>
Handelsdelegierte Dr. <rs type="person" ref="#per__140068">Grossmann</rs>, der jetzt als Konsulent für die National<lb break="no"/>chinesen arbeitet, wollte von mir eine Zusage haben, dass wir eine Gemischte<lb/>
Kommission errichten. Ich lehnte dies sehr höflich aber bestimmt ab und<lb/>
erklärte, dass jedes offene Problem von Seiten des Vertreters National<lb break="no"/>chinas, die ihren Sitzt jetzt nur in Rotterdam haben, nachdem sie bei<lb/>
der Atombehörde ausgeschieden sind, an uns herangebracht werden, und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> resp. <rs type="person" ref="#per__113619">Pschorn</rs> seine Wünsche bearbeiten werden. Bezüglich der<lb/>
Zollfreistellung von Handicraft-Waren gibt er uns auf mein Drängen<lb/>
eine Aufstellung von 2 Dutzend Produkten, die sie auf die Zollfrei<lb/>
liste für handwerkliche Erzeugnisse wünschten. Ein offenes Problem ist,<lb/>
wie <rs type="person" ref="#per__140068">Grossmann</rs> feststellt, ob man bei diesen Produkten ein gewisser An<lb break="no"/>teil von Industrieprodukten sein darf. Z.B. bemalen sie Plastikpuppen.<lb/>
Entscheiden muss dies das Finanzministerium, ich persönlich glaube aber<lb/>
nicht, dass es von dem Gewichtsanteil sondern sicherlich von dem wert<lb break="no"/>mässigen Abteil der Handmalerei ausgehen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band11_1972-06-12_10">Der Bundeskanzler hat den LH-Stv. von Salzburg <rs type="person" ref="#per__97994">Steinocher</rs> und den Bürger<lb break="no"/>meister der Stadt <rs type="person" ref="#per__125829">Salfenauer</rs> zu einer Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs>, <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs><lb/>
und mir – der Finanzminister ist im Finanzausschuss festgehalten – für<lb/>
die Salzburger Gemeinderatswahlen im Herbst Unterstützung zugesagt. Salz<lb break="no"/>burg will zwei Ausstellungshallen zweimal 4.000 m² zu je 20 Mill. bauen.<lb/>
Die Handelskammer wird sich mit 5 Mill. beteiligen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sagt ihnen<lb/>
5 Mill. zu, wenn gleichzeitig auch das Land diese 5 Mill. zuschiesst.<lb/>
Ebenso sollen im Mönchsberg eine Parkgarage entstehen und die derzeitige<lb/>
Planungsgesellschaft in eine Parkgesellschaft mit Bundesbeteiligung wo<lb break="no"/>möglich umgewandelt werden. Vom Bund erwarten sie 20 Mill. im Laufe<lb/>
von drei Jahren. Der Finanzminister, der von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> telefonisch um seine<lb/>
<pb n="11-0724" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band11/11_1972-06-12_0724.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Zustimmung gebeten wird, akzeptiert die Verschläge. Bezüglich der<lb/>
Ausstellungshallen komme ich mit <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> und <rs type="person" ref="#per__125829">Salfenauer</rs> überein,<lb/>
dass wir diese als nicht Förderung vom Handelsminister sondern als<lb/>
Kulturförderung ähnlich der Bruckner-Halle und dem Bregenzer Festspiel<lb break="no"/>haus machen wollen. Die Ausstellungshallen werden auch von der Kongress<lb break="no"/>hausgesellschaft betrieben werden und es ist besser, in dem Fall die<lb/>
Kongresshausgesellschaft zu unterstützen. Eine Förderung durch das<lb/>
Handelsministerium könnte ein gefährliches Präjudiz für alle Ausstel<lb break="no"/>lungen, Volksfeste usw. ergeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band11_1972-06-12_11"><rs type="person" ref="#per__125829">Salfenauer</rs> fragt mich, ob ich ihn nicht unterstützen kann, dass das<lb/>
Hotel Winkler auch alle Fälle als Hotel weiterbestehen bleibt. Er meint,<lb/>
es könnte gegebenenfalls <rs type="person" ref="#per__134288">Millwisch</rs> mit dem Verkehrsbüro den Betrieb<lb/>
übernehmen. <rs type="person" ref="#per__97994">Steinocher</rs> dagegen erklärt, dass die Landesregierung jetzt<lb/>
sich überlegt, ob sie nicht eine Fremdenverkehrsschule unterbringen<lb/>
soll. In den Sommermonaten könnte dann als Ergänzung ein Hotelbetrieb<lb/>
geführt werden. Bei dieser Gelegenheit kommt die Staffelung der Ferien<lb/>
wieder zur Diskussion und ich ersuche <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs>, eine diesbezügliche<lb/>
Lösung in seinem Ministerium zu versuchen. Er erklärt, dass er dies<lb/>
bereits einmal versucht hätte, nochmals tun werde, aber die Lehrer<lb/>
einen ungeheuren Widerstand leisten. <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> wird mich auf alle Fälle<lb/>
über den Verhandlungsverlauf immer informieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band11_1972-06-12_12">Dr. <rs type="person" ref="#per__139952">Daum</rs> vom Finanzministerium teilt Dkfm. <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> mit, dass eine Be<lb break="no"/>sprechung zwischen der Erdölindustrie und dem Finanzminister über den<lb/>
Benzinpreis stattgefunden hat. Alle Teile seien übereingekommen, in Hin<lb break="no"/>kunft nicht mehr über die Höhe zu polemisieren. Man ersucht das Handels<lb break="no"/>ministerium als das sachlich dafür zuständige, ebenfalls in die Polemik<lb/>
nicht durch Verlautbarungen einzugreifen. Ich habe dies sowieso nicht<lb/>
beabsichtigt, sondern ganz im Gegenteil. Min.Rat <rs type="person" ref="#per__112946">Schleifer</rs> angewiesen,<lb/>
dass er unter gar keinen Umständen Auskünfte und Verlautbarungen hinaus<lb break="no"/>gehen dürfte. Trotzdem wird es jetzt notwendig sein, die propagandi<lb break="no"/>stische Arbeit vorzubereiten, dass nicht dann bei einer Benzinpreis<lb break="no"/>erhöhung es heisst, das Handelsministerium hat es wesentlicher verteuert,<lb/>
als es das Finanzministerium beabsichtigte. Wahrscheinlich ist bei der<lb/>
heutigen Aussprache von Seiten des Finanzministeriums doch nicht der<lb/>
Nachweis gelungen, dass nur 30 Groschen notwendig seien. An dieser<lb/>
Ziffern wird sich allerdings die Öffentlichkeit jetzt für die nächsten<lb/>
Monate orientieren und es wird äusserst schwierig sein, taktisch dabei<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band11_1972-06-12_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97646">KOPPE</rs>: Bitte entsprechende propagandistische Massnahmen<lb/>
vorbereiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band11_1972-06-12_14">Die Besprechung mit Dr. <rs type="person" ref="#per__123314">Lorenz</rs> vom Patentamt und am Abend mit <rs type="person" ref="#per__123314">Lorenz</rs>,<lb/>
Präs. <rs type="person" ref="#per__98012">Thaler</rs>, <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> und mir ergab, dass doch eine Möglichkeit besteht,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__123314">Lorenz</rs> zu einer Mitarbeit für das Dokumentationszentrum zu gewinnen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98012">Thaler</rs> hat in einer Zwischenfrage allerdings sofort erklärt, eine Be<lb break="no"/>stellung zum Vizepräsidenten von <rs type="person" ref="#per__123314">Lorenz</rs> käme nicht in Frage. Diesen<lb/>
Wunsch habe ich allerdings <rs type="person" ref="#per__123314">Lorenz</rs> bereits bei unserer Aussprache ab<lb break="no"/>gelehnt. <rs type="person" ref="#per__98012">Thaler</rs> möchte vorerst eine Karenzierung von <rs type="person" ref="#per__123314">Lorenz</rs> erreichen.<lb/>
Hier dürfte es sehr grosse Spannungen geben und deshalb glaube ich,<lb/>
wäre er froh, wenn er <rs type="person" ref="#per__123314">Lorenz</rs> los wäre. Andererseits aber will in den<lb/>
verbleibenden eineinhalb Jahren er<add>[sich]</add> weder mit mir noch sich mit <rs type="person" ref="#per__123314">Lorenz</rs> an<lb break="no"/>legen und war letzten Endes doch einverstanden, da es im Interesse de<lb/>
Patentamtes ist, mit der Patentverwertung ein gutes Verhältnis zu haben,<lb/>
und dass <rs type="person" ref="#per__123314">Lorenz</rs> einen gewissen Zeitaufwand für diese Tätigkeit von<lb/>
ihm freigestellt bekommt. Voraussetzung dafür ist, dass es <rs type="person" ref="#per__97915">Schipper</rs><lb/>
gelingt, einen rechtlich einwandfreien Vertrag, der in den Dienst<lb break="no"/>ordnungen gedeckt ist, zu formulieren. Prinzipiell soll <rs type="person" ref="#per__123314">Lorenz</rs> ca.<lb/>
ein Drittel seiner Arbeitszeit für die Patentdokumentation verwenden.<lb/>
dürfen. Ich hoffe, dass wir damit das leidige Problem <rs type="person" ref="#per__123314">Lorenz</rs> auch<lb/>
gelöst haben. Sicher hat <rs type="person" ref="#per__123314">Lorenz</rs> sich für die Erstellung des Dokumenta<lb break="no"/>tionszentrums verdient gemacht. Andererseits aber wieder wäre er<lb/>
vollkommen unmöglich als Geschäftsführer gewesen, da er viel zu wenig<lb/>
Entschlusskraft besitzt. <rs type="person" ref="#per__123314">Lorenz</rs> erklärte zwar seine Mitarbeit, meinte<lb/>
allerdings, dass es ihm vom persönlichen Standpunkt aus lieber wäre,<lb/>
wenn er nur Aufsichtsratsmitglied der Patentdokumentation werden könnte.<lb/>
Ich habe ihm eine solche Zusage niemals gemacht, scheinbar hat <rs type="person" ref="#per__133082">Auracher</rs><lb/>
bei seinen Besprechungen diese Möglichkeit auch erwähnt. Ich bin sehr<lb/>
froh, dass <rs type="person" ref="#per__123314">Lorenz</rs> sich nun für die engere Mitarbeit, die ihm auch finan<lb break="no"/>ziell wesentlich mehr bringt, entschlossen hat. Wenn <rs type="person" ref="#per__97915">Schipper</rs> eine Kon<lb break="no"/>struktion findet, die im Dienstrecht möglich ist – und ich zweifle<lb/>
nicht dass es so etwas gibt – können wir dann <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs>, der sich auch<lb/>
mit Patentfragen sehr intensiv beschäftigt hat, in den Aufsichtsrat ent<lb break="no"/>senden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band11_1972-06-12_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: Bitte <rs type="person" ref="#per__97915">Schipper</rs> zu einer schnellen aktenmässigen<lb/>
Erledigung drängen.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Moser, Josef</persName>
               <persName><surname>Moser</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>Bautenminister</occupation>
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               <persName type="label">Steinocher, Karl</persName>
               <persName><surname>Steinocher</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation>LH-Stv. Sbg., SPÖ</occupation>
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               <persName type="label">Mao, Tse-tung</persName>
               <persName><surname>Mao</surname><forename>Tse-tung</forename></persName>
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               <persName type="label">Androsch, Hannes</persName>
               <persName><surname>Androsch</surname><forename>Hannes</forename></persName>
               <occupation>Finanzminister</occupation>
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               <persName type="label">Koppe, Fritz</persName>
               <persName><surname>Koppe</surname><forename>Fritz</forename></persName>
               <occupation>Sekr. JS, ab 1973 GF VKI</occupation>
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               <persName type="label">Salfenauer, Heinrich</persName>
               <persName><surname>Salfenauer</surname><forename>Heinrich</forename></persName>
               <occupation>Bgm. Sbg.</occupation>
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               <persName type="label">Sinowatz, Fred</persName>
               <persName><surname>Sinowatz</surname><forename>Fred</forename></persName>
               <occupation>Unterrichtsminister</occupation>
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               <persName type="label">Auracher, Otto</persName>
               <persName><surname>Auracher</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>erst AK, dann GF INPADOC</occupation>
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               <persName type="label">Wanke, Otto</persName>
               <persName><surname>Wanke</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>SChef HM</occupation>
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               <persName type="label">Schleifer, Kurt</persName>
               <persName><surname>Schleifer</surname><forename>Kurt</forename></persName>
               <occupation>MR HM</occupation>
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               <persName type="label">Mussil, Arthur</persName>
               <persName><surname>Mussil</surname><forename>Arthur</forename></persName>
               <occupation>Gen.Sekr. HK, ÖVP-NR-Abg., später AR-Präs. Verbund</occupation>
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               <persName type="label">Kreisky, Bruno</persName>
               <persName><surname>Kreisky</surname><forename>Bruno</forename></persName>
               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
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               <persName type="label">Jonas, Franz</persName>
               <persName><surname>Jonas</surname><forename>Franz</forename></persName>
               <occupation>Bundespräsident bis 1974</occupation>
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               <persName type="label">Kohlmaier, Herbert</persName>
               <persName><surname>Kohlmaier</surname><forename>Herbert</forename></persName>
               <occupation>ÖVP-NR-Abg., ÖVP-GS</occupation>
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               <persName type="label">Thaler, Gottfried</persName>
               <persName><surname>Thaler</surname><forename>Gottfried</forename></persName>
               <occupation>(ehem.) Präs. Patentamt</occupation>
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               <persName><surname>Marsch</surname><forename>Gerhard</forename></persName>
               <occupation>Beamter HM</occupation>
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               <persName type="label">Meisl, Josef</persName>
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               <occupation>Ministerialrat, Leiter Grundsatzabteilung</occupation>
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               <persName type="label">Millwisch, Leopold</persName>
               <persName><surname>Millwisch</surname><forename>Leopold</forename></persName>
               <occupation>Generaldir. Österr. Verkehrsbüro [?]</occupation>
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               <persName type="label">Hecke, Klaus</persName>
               <persName><surname>Hecke</surname><forename>Klaus</forename></persName>
               <occupation>Leiter wirtschaftspolit. Abt. HK [1971 zuerst in einer Enquete; im Juni
                  1971 als Referent und Verantwortlicher f. Statistik und Wirtsch.pol. nach Klose
                  bez.]</occupation>
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               <persName type="label">Heindl, Kurt</persName>
               <persName><surname>Heindl</surname><forename>Kurt</forename></persName>
               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
                  SPÖ-Landstraße</occupation>
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               <persName type="label">Lorenz, Thomas</persName>
               <persName><surname>Lorenz</surname><forename>Thomas</forename></persName>
               <occupation>Hofrat Patentamt; evtl. Falschidentifikation</occupation>
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               <persName type="label">Schipper, Hans</persName>
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               <persName type="label">Pschorn, Alfred</persName>
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