<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="staribacher__19720525.xml" prev="https://staribacher.acdh.oeaw.ac.at/staribacher__19720524.xml" next="https://staribacher.acdh.oeaw.ac.at/staribacher__19720526.xml" xml:base="https://staribacher.acdh.oeaw.ac.at">
   <teiHeader>
      <fileDesc>
         <titleStmt>
            <title type="main">Donnerstag, der 25. Mai 1972</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
            <respStmt>
               <resp>Conversion to TEI</resp>
               <persName>Gustav Graf</persName>
            </respStmt>
            <respStmt>
               <resp>Digitisation, OCR correction and named entities tagging</resp>
               <persName>Thomas Tretzmüller</persName>
            </respStmt>
         </titleStmt>
         <publicationStmt>
            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
            <availability>
               <licence>CC BY-NC 4.0</licence>
            </availability>
         </publicationStmt>
         <sourceDesc>
            <msDesc>
               <msIdentifier>
                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band11_1972-05-25</idno>
               </msIdentifier>
            </msDesc>
         </sourceDesc>
      </fileDesc>
      <profileDesc>
         <creation>
            <date when="1972-05-25">Donnerstag, 25. Mai 1972</date>
         </creation>
      </profileDesc>
      <revisionDesc>
         <change type="creation" when="2018-10-10">exported as basic TEI from corrected tesseract output.</change>
         <change type="update" when="2020-06-25" who="acdh:ds">cleaned automatic tesseract-export by cleanExport.xsl script</change>
         <change type="update" when="2020-06-25" who="acdh:ds">moved first pb element out of attachment divs by cleanExport-patch2.xsl</change>
         <change type="update" when="2016-08-11" who="acdh:ds">find and note personalAgenda as a subtype cleanExport-patch.xsl</change>
         <change type="update" when="2016-08-19" who="acdh:ds">whitespace in paragraphs, lb and pb fixes by cleanExport-patch3.xsl</change>
      </revisionDesc>
   </teiHeader>
   <text>
      <body>
         <pb n="11-0648" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band11/11_1972-05-25_0648.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
         <div type="entry">
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band11_1972-05-25_01">Donnerstag, 25. Mai 1972<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band11_1972-05-25_02">Die Alpine mit der VÖEST haben Austro-Mineral gegründet. Diese<lb/>
Gesellschaft soll die Mineralvorkommen Gesellschaft erschliessen<lb/>
und vor allem aber mit ausländischen Firmen gemeinsam oder sogar<lb/>
allein in aussereuropäischen Ländern entsprechende Mineralvorkomm<lb break="no"/>nisse für Österreich sichern. Dr. <rs type="person" ref="#per__97782">Neubauer</rs>, der Geschäftsführer<lb/>
dieser Gesellschaft, mit <rs type="person" ref="#per__97423">Fabricius</rs> von der Alpine wollten mich<lb/>
davon überzeugen, dass es notwendig wäre, im Bergbauförderungsge<lb break="no"/>setz eine diesbezügliche Klausel aufzunehmen, wonach die Tätigkeit<lb/>
dieser Gesellschaft ebenfalls gefördert werden kann. Die Austro-<lb/>
Mineral hat nun verstanden, vom Forschungsförderungsfonds 1 Mill. S<lb/>
und von der ÖIAG 400.000 S für ein Projekt nämlich Untersuchung<lb/>
über die Mineralvorkommnisse sowie über die Abbauwürdigkeit bis<lb/>
zum Jahre 2000 eine Studie anzufertigen, erhalten. Ich habe sie<lb/>
beglückwünscht, denn ich habe mir eigentlich nicht vorgestellt,<lb/>
dass so leicht und eigentlich vielleicht sogar ziellos Geld zu<lb/>
bekommen ist. <rs type="person" ref="#per__97782">Neubauer</rs> wollte mir einreden, dass es eine Jahrtau<lb break="no"/>sende alte Tradition des Bergwesens gibt, dass die österr. Minerale<lb/>
früher oder später erschöpft sein werden und dass man deshalb über<lb/>
Austro-Mineral vorsorgen müsste, dass diese Tradition erhalten<lb/>
bleiben kann. Ihm schwebt vor, dass Österreich sich auf der Welt<lb/>
die Rohstoffe jetzt schon sichert und gemeinsam mit anderen Ge<lb break="no"/>sellschaften einen Abbau vornimmt. <rs type="person" ref="#per__97423">Fabricius</rs> kam insbesondere<lb/>
auf die Studie der Massachusetts Institute of Technology zu<lb/>
sprechen, die bekanntlich jetzt errechnet hat, dass in kürzester<lb/>
Zeit die Bevölkerung durch Bevölkerungszuwachs, Umweltknappheit,<lb/>
Rohstoffmangel nicht in ihrer Entwicklung gehemmt sondern wahrschein<lb break="no"/>lich selbst sich zugrunde richtet. Ich will den Aussagen dieses<lb/>
Instituts, die ich ihm einzelnen noch nicht kenne, nicht eine ge<lb break="no"/>wisse Beweiskraft absprechen, doch im Prinzip hat <rs type="person" ref="#per__139962">Malthus</rs> bereits im<lb/>
vorigen Jahrhundert festgestellt, dass die europäische und die<lb/>
gesamte Weltbevölkerung durch das <rs type="person" ref="#per__139962">Malthus</rs>'sche Gesetz mehr oder minder<lb/>
zugrunde gehen muß. Die tatsächliche Entwicklung hat ihm nicht<lb/>
Recht gegeben.<lb/>
</p>
            <pb n="11-0649" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band11/11_1972-05-25_0649.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band11_1972-05-25_03">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs><lb/>
Bitte diese Studie oder zumindestens eine Kurzfassung in Deutsch<lb/>
beschaffen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band11_1972-05-25_04">Ich zerstörte vielleicht die Illusionen den Vorsprechenden,<lb/>
habe aber keinen Zweifel gelassen, daß ich keine Chance sehe,<lb/>
im neuen Bergbauförderungsgesetz ihre Wünsche unterbringen zu<lb/>
können. Das neue Bergbauförderungsgesetz wird sicherlich auch<lb/>
befristet sein und in den nächsten 5 Jahren werden wir unsere<lb/>
ganze finanzielle Kraft aufwenden müssen, um die unrentablen<lb/>
Betriebe stillzulegen und die schon bekannten Mineralvorkommnisse<lb/>
zu erschließen. Die Gründer von Austromineral haben sich doch<lb/>
sicherlich entsprechende Vorstellungen über die Finanzierung<lb/>
der Gesellschaft gemacht, ohne daß sie an eine Staatssubvention<lb/>
gedacht haben.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band11_1972-05-25_05">Die Stillegung von Fohnsdorf wird jetzt von der Muttergesellschaft<lb/>
der Alpine selbst als dringendst bezeichnet. Das Sozialministerium<lb/>
hat Umschulungskurse angesetzt und es haben sich jetzt einmal 40<lb/>
Bergarbeiter gemeldet. Damit zeigt sich, daß in Hinkunft in kürzester<lb/>
Zeit die Schlüsselpositionen nicht mehr besetzt werden können.<lb/>
resp. Schlüsselpositionen von Bergarbeitern erlassen werden. Die<lb/>
Umgeschulten werden garantiert nach Zeltweg zur Alpine oder zu<lb/>
einem anderen Betrieb abwandern. Die Betriebsleitung hat verhin<lb break="no"/>dert, daß die 40 Mann jetzt bereits zur Umschulung gehen können,<lb/>
weil sie ansonsten schon den Urlaubsbetrieb gar nicht mehr auf<lb break="no"/>recht erhalten könnten. Wenn erst die ersten Häuser resp. Hallen<lb/>
in dem Gebiet gebaut werden, ist meiner Meinung nach die Schließung<lb/>
nicht mehr aufzuhalten. Die Alpine hat damit ihr Arbeitskraftre<lb break="no"/>servoir, das sie meiner Meinung jahrzehntelang still gehortet hat,<lb/>
verloren.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band11_1972-05-25_06">Vor dem Parteivorstand hat <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> noch mit anderen Gewerkschaftern<lb/>
über die Streiklage bei Wiener Holzbetrieben gesprochen. Die Be<lb break="no"/>triebsräte einiger Firmen haben erklärt, daß sie mit dem getätigten<lb/>
Abschluß nicht einverstanden sind und verlangen, daß nicht die<lb/>
Istlohnerhöhung Prozente auf die Löhne aufgeschlagen werden, sondern<lb/>
daß auch die Istlöhne die Kollektivvertragslohnprozente bezahlt<lb/>
<pb n="11-0650" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band11/11_1972-05-25_0650.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>werden müssen. Die gesamte Gewerkschaftsspitze Bau-Holz ist<lb/>
derzeit in Düsseldorf und die anwesenden Sekretäre waren nicht<lb/>
im Stande, oder wollten sich nicht gegen die Betriebsräte und<lb/>
gegen die Belegschaft stellen. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> meinte, wenn dies Schule<lb/>
macht, daß entsprechende Abschlüsse von den Betrieben nicht mehr<lb/>
akzeptiert werden, dann muß es zu einer Entwicklung wie in England<lb/>
kommen. Er hat sehr hart gesprochen, daß dadurch die Regierungs<lb break="no"/>politik und damit die nächsten Wahlen werden und die Niederlage<lb/>
bereits für ihn feststehen würde.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band11_1972-05-25_07">Im Parteivorstand berichtete <rs type="person" ref="#per__97727">Marsch</rs>, das erweiterte Präsidium wird<lb/>
aus <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> und <rs type="person" ref="#per__98066">Weisz</rs> für die Gewerkschaften, <rs type="person" ref="#per__137885">Demuth</rs> für die Frauen,<lb/>
den Zentralsekretär <rs type="person" ref="#per__97727">Marsch</rs>, den geschäftsführenden Klubobmann<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> und den Kassier <rs type="person" ref="#per__114604">Hillinger</rs> ergänzt. Im Aufsichtsrat von<lb/>
Schoeller-Bleckmann wird anstelle <rs type="person" ref="#per__139964">Löffler</rs> <rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs> nominiert.<lb/>
Für die Schiffswerft Linz und für die DDSG wird <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ermächtigt<lb/>
im Einvernehmen mit den Landesobleuten von Wien und Niederösterreich<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> eine entsprechende nominelle Änderung durchzuführen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97384">Czernetz</rs> berichtet über die Soz. Internationale. Das Büro hat<lb/>
wieder einmal in England getagt. Dem Büro gehören derzeit an<lb/>
Österreich, Belgien, GB, Kanada, Niederlande, Frankreich,<lb/>
die SPD, Israel, zwei italienische Parteien, Japan, Australien<lb/>
und Neuseeland abwechselnd. Da sie weit entfernt sind und kaum<lb/>
an den Sitzungen teilnehmen ebenso Singapur. Die Dänen, Finnland<lb/>
und Schweden, Polen ist mit einem Exilvertreter, Irland hat zwei<lb/>
Gruppen – 1 katholische und eine protestantische. Chile wird nicht<lb/>
durch die Partei <rs type="person" ref="#per__114478">Allendes</rs> vertreten, sondern eine kleine radikal-<lb/>
sozialistische. Venezuela hat einen Beobachter so wie die zwei<lb/>
indischen Parteien. Unbedeutende soz. Partei der USA hat sich<lb/>
mit einer zweiten soz.-demokratischen Föderation zusammenge<lb break="no"/>schlossen. Beide sind allerdings jetzt eine verschwindende Gruppe<lb/>
und deshalb wurden sie von den anderen Mitgliedern suspendiert,<lb/>
obwohl dies unlogisch ist, da zuerst eine noch kleinere Partei<lb/>
nämlich die Sozialistische Partei USA sogar Mitglied war. Diesem<lb/>
Bericht von <rs type="person" ref="#per__97384">Czernetz</rs> konnte ich entnehmen, daß natürlich alle<lb/>
interessiert sind, in die Vorstände vorzurücken, damit sie Ge<lb break="no"/>legenheit haben, wahrscheinlich an den Sitzungen und Tagungen<lb/>
teilzunehmen. Das Hauptproblem nämlich eine mächtige Internationale<lb/>
<pb n="11-0651" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band11/11_1972-05-25_0651.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>aufzubauen, wird dadurch nicht gelöst, sondern nur Reisemöglich<lb break="no"/>keiten geschaffen. Dieses Problem kenne ich ja von der Internationale<lb/>
der Lebensmittelarbeiter.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band11_1972-05-25_08"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> berichtet über den <rs type="person" ref="#per__127591">Nixon</rs>-Besuch, den er als liberalen<lb/>
bezeichnet und insbesondere über den <rs type="person" ref="#per__114110">Brandt</rs>-Besuch. Die deutsche<lb/>
Regierung wird ohne Budget weiterregieren, da sie Neuwahlen als<lb/>
Regierung bestreiten will. Die DDR wird, wie mit <rs type="person" ref="#per__114110">Brandt</rs> besprochen,<lb/>
anerkannt, wenn die UNO beide deutschen Staaten aufnimmt. Dies<lb/>
wird wahrscheinlich im Herbst oder Winter der Fall sein. Aner<lb break="no"/>kennung der DDR ist für Österreich bedeutend wichtiger, da 30.000<lb/>
Österreicher dort wohnen, als z. B. Vietnam. Die Schweiz hat<lb/>
Nordvietnam anerkannt und bis jetzt nicht einmal eine Antwort<lb/>
erhalten. Richtschnur Österreichs wird nach wie vor sein, wenn<lb/>
jemand UNO-Mitglied ist, ist dies Völkerrechtssubjekt und damit<lb/>
automatisch von uns anzuerkennen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band11_1972-05-25_09">Salzburger Erzeugnisse haben natürlich einen Großteil der Diskussion<lb/>
und auch des Referates von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ausgemacht. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat aller<lb break="no"/>dings erklärt, daß in einer sozialistischen Partei jeder seine<lb/>
eigene Meinung kundtun könne und solange nicht ein Beschluß gefaßt<lb/>
wäre, herrsche volle Freiheit für jeden Einzelnen. Sicher hat ins<lb break="no"/>besondere er sich in der Diskussion, alle die die Resolution unter<lb break="no"/>schrieben haben, hart attackiert wurden, insbesondere von den westl.<lb/>
Bundesländervertretern, die kameradschaftliche Lösung des Partei<lb break="no"/>vorsitzenden hingewiesen. Die Salzburger haben nur im Oktober Ge<lb break="no"/>meinderatswahlen und sind deshalb überempfindlich und fürchten durch<lb/>
die Ausschreitungen auf einen entsprechenden Rückschlag. Ich habe<lb/>
das Gefühl, daß sie sich hier mehr um eine Alibibehauptung handelt,<lb/>
als wenn sie irgendwie verlieren, dann sagen können, schuld seien<lb/>
die entsprechenden Demonstrationen und die Genossen, die die<lb/>
Vietnampolitik bekämpfen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band11_1972-05-25_10">Betreffend der EWG-Verhandlungen meinte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, es würde an den<lb/>
Abschluß kommen. Der Osten keinerlei Schwierigkeiten machen, aber<lb/>
insbesondere die Erpressung der österreichischen Bauern <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> jetzt unterstützen, auf eine Erstattungsregelung von<lb/>
<pb n="11-0652" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band11/11_1972-05-25_0652.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>uns ganz entschieden zurückgewiesen werden müssen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band11_1972-05-25_11"><rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> sei für eine temporäre Preisregelung und deshalb hätte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
ihm einen Brief geschrieben, wo er eine Besprechung über diese<lb/>
legislativen Maßnahmen mit ihm anregt. Bis jetzt hat <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> noch<lb/>
nicht geantwortet.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band11_1972-05-25_12">In der Verstaatlichten-Frage hat Prof. <rs type="person" ref="#per__114939">Kastner</rs> gebeten, einen<lb/>
neuen Entwurf auszuarbeiten. Seinerzeit hat <rs type="person" ref="#per__114939">Kastner</rs>, wie er sagt,<lb/>
auf Wunsch des Eigentümers <rs type="person" ref="#per__97634">Klaus</rs> einen diesbezüglichen Gesellschafts<lb break="no"/>vertrag resp. Gesetzentwurf konstruiert. Jetzt wird er einen Novelle<lb/>
vorbereiten, daß die Hauptversammlung vom Eigentümer auch einberufen<lb/>
werden kann. Derzeit geht es nämlich nur, wenn der Aufsichtsrat<lb/>
dies beschließt. Die Zusammenarbeit zwischen ÖMV und ÖSW funktioniert<lb/>
und die Tochter hat eine 25 %-ige Umsatzsteigerung. Auch das Pro<lb break="no"/>blem der Werftenzusammenlegung Linz und Korneuburg wird funktionieren.<lb/>
Schwierigkeiten macht nur noch die große Lösung auf dem Stahl– und<lb/>
Eisensektor und hier besteht nur noch zwei Jahre Zeit.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band11_1972-05-25_13">Die Mehrwertsteuerfrage wurde im erweiterten Präsidium beschlossen,<lb/>
soll so wie aus der parlamentarischen Verhandlungen herauskommt,<lb/>
auch dann die Unterstützung der Partei haben. 1970 wurden Budget<lb break="no"/>absprachen mit der FPÖ geführt und dort wurde bereits vereinbart,<lb/>
daß die Mehrwertsteuer mit 1.1.1973 eingeführt werden soll. Es<lb/>
werden deshalb mit der FPÖ Besprechungen aufgenommen, wobei man<lb/>
annimmt, daß sie bei einigen Zugeständnissen, Einzelheiten wurden<lb/>
nicht mehr mitgeteilt, doch der Mehrwertsteuer zustimmen werden.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band11_1972-05-25_14"><rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> ergänzte, daß nur einige Probleme offen sind, die aber<lb/>
auch jetzt in der letzten Zeit gelöst werden konnten. 1. Mieten:<lb/>
Eine unechte Befreiung wird abgelehnt, ansonsten bei Bauten und<lb/>
Reparaturen keinen Vorsteuerabzug<add>[?]</add> mehr verrechnen könnten und<lb/>
damit die Mieten stark belastet werden. Es wurde deshalb um die<lb/>
Altmieten bezüglich Zinsstock des § 7, gibt es ja ein 1/2 Dtzd.<lb/>
Formen, allzu sehr belastet werden, wird ein halber Steuersatz<lb/>
eingeführt.<lb/>
</p>
            <pb n="11-0653" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band11/11_1972-05-25_0653.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band11_1972-05-25_15">2. Die Weinbauern, die im Entwurf 16 % vorgesehen bekommen haben,<lb/>
werden bis zu einem Einheitswert, wo alle Selbstvermarkter darunter<lb/>
fallen, mit 8 % verrechnet. Aus der seinerzeitigen Wein<lb break="no"/>steuerstatistik weiß man, daß ungefähr 1/3 nicht zu erfassen ist.<lb/>
Die Weinpreise seien seit 1968, wo sie 3,50 – 4.20 gekostet haben<lb/>
und derzeit auf 6,80 – 8,–– Liter Fasswein erhöht wurden. Damals<lb/>
und heute nur sehr schwer steuerlich erfaßt. Wird ca. 7 Milliarden<lb/>
Schilling Entlastung bekommen. Derzeit haben sie 1 1/2 % Überkompen<lb break="no"/>sation und zwar durch die pauschalierte Exportvergütung. In 1 1/2<lb/>
Milliarden Überkompensation sind ca. 25 % der gesamten Exportrück<lb break="no"/>vergütung. Durch eine Formel<add>[?]</add>, wo der Exportumsatz zum Gesamtum<lb break="no"/>satz unter Entlastungskoeffizient für die Altumsatzsteuer entsprechend<lb/>
reguliert werden, wird der Industrie eine Erleichterung gegeben.<lb/>
Die Investitionssteuer soll von 12 auf 6 % und im 2. Jahr von 9<lb/>
auf 6 % verringert werden für Betriebe, die stark exportorientiert<lb/>
sind<add>Punkt 3. fehlt, Anm.</add>.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band11_1972-05-25_16">4. Treibstoffe. Hier appelliert er für die volle Anrechnung des 16 %-igen<lb/>
Steuersatzes auf die Treibstoffpreise inkl. der Mineralölsteuer.<lb/>
Jede andere Lösung würde 6 - 800 Mio. Einnahme bedeuten, die zw.<lb/>
Bund und Länder geteilt werden müßte. 1971 waren 194 Neuzulassungen<lb/>
und man hat angenommen, daß es sich hier um einen Nachholbedarf<lb/>
nach Wegfall der 10 %-igen Sondersteuer handelt. 1972 im 1. Quartal<lb/>
wurde genau dieselbe Zulassung festgestellt. Für die Arbeiter kommt<lb/>
es zur Entlastung durch Erhöhung des Kraftfahrzeugpauschales. Die<lb/>
Höhe konnte er aber noch nicht mitteilen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band11_1972-05-25_17">5. Die Gebrauchtwagen werden mit dem vollen Steuersatz belastet,<lb/>
da hier nur einzelne Firmeninteressen eine entsprechende Reduktion<lb/>
verlangen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band11_1972-05-25_18">6. Eine Straßenbenützungsgebühr soll eingeführt werden. Derzeit ist<lb/>
die Beförderungssteuerelement aber auch eine Fernverkehrssteuer<lb/>
ordnungspolitisches Element beinhaltet. Würde dies wegfallen, dann<lb/>
würde die ÖBB mit mindestens 400 Mio. Umsatz Verlust zu<lb/>
rechnen. Da die Beförderungssteuer in die Mehrwertsteuer eingebaut<lb/>
wird, müßte eine andere Gebühr eingeführt werden, da ansonsten Frächter,<lb/>
die in 3. Ländern fahren, dort die Steuer bezahlen müßten, weil keine<lb/>
Retorsionsmaßnahmen<add>[?]</add> mehr bestehen würden. Derzeit ist es so, wenn<lb/>
österreichische Firmen woanders von der Beförderungssteuer befreit<lb/>
sind auch diese Länder dann in Österreich eben die Steuerbefreiung<lb/>
<pb n="11-0654" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band11/11_1972-05-25_0654.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>zugestanden bekommen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band11_1972-05-25_19"><rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> wies in der Diskussion darauf hin, daß man dieses Problem<lb/>
durchstehen müsse. Es wären insgesamt 84 Ausnahmewünsche ange<lb break="no"/>meldet worden und man kann daher keinem einzlenen Rechnung tragen.<lb/>
Der Vorsitzende des Unterausschusses <rs type="person" ref="#per__126223">Tull</rs> war auch dafür, daß<lb/>
man Härte aufbringen müßte, auch dann wenn die entsprechenden<lb/>
Autofahrer aufschreien werden. <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> für den ARBÖ hat bereits<lb/>
kapituliert. <rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs> meldete doch Bedenken an und schlug<lb/>
vor, ob man nicht die Mehrwertsteuer auf einen Teil des Mineral<lb break="no"/>ölpreises, ohne der Mineralölsteuer erlassen könnte.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band11_1972-05-25_20">Zu dem Gespräch mit Redakteur <rs type="person" ref="#per__139965">Dryer</rs> mußte ich in das Ministerium<lb/>
fahren, konnte ich die entsprechenden Schlußworte resp. die Be<lb break="no"/>schlüsse nicht mehr miterleben.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band11_1972-05-25_21">Anmerkung fürs BÜRO<lb/>
In Hinkunft nach dem Parteivorstand nur sehr spät, wenn überhaupt<lb/>
noch, Besprechungen ansetzen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band11_1972-05-25_22">Konferenz der soz. Gewerkschafter, wo ich anwesend war, obwohl<lb/>
ein soz. politisches Thema zur Debatte stand, <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> referierte<lb/>
die 29. ASVG-Novelle, war ich sehr interessiert, die Reaktion<lb/>
der wiener Vertrauenspersonen zu hören. Er wartete, daß dort zu<lb break="no"/>mindestens unter dem Punkt allfälligen oder sogar schon beim<lb/>
Referat entsprechende Angriffe auf unsere Wirtschaftspolitik<lb/>
insbesondere die Preissteigerung erfolgen würde. Auch die 29.<lb/>
ASVG-Novelle gewisse Belastungen durch Erhöhung der Höchstbei<lb break="no"/>tragsgrenze von 4.800 sowie durch die Erhöhung des Perzentsatzes<lb/>
des Gattenversicherungsbeitrages entstehen würden, glaubte ich,<lb/>
daß in diesem Punkt härter attackiert werden wird. Zu meiner<lb/>
größten Verwunderung war kaum eine Kritik zu hören. Ich stehe<lb/>
vor einem Phänomen. Die Arbeiterschaft oder zumindestens die<lb/>
Funktionäre sind so diszipliniert, daß sie selbst Belastungen,<lb/>
die in nächster Zeit neuerdings zu erwarten sind, mit der Ge<lb break="no"/>lassenheit ertragen. Entweder sie haben bereits kapituliert<lb/>
und sagen es ist sowieso dagegen nichts zu machen, oder sie<lb/>
<pb n="11-0655" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band11/11_1972-05-25_0655.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>wollen sich mit der Parteiführung oder Gewerkschaftsführung<lb/>
nicht zerstreiten. oder sie wollen ihre Ruhe haben und so schnell<lb/>
wie möglich nach Hause kommen. Letzteren Fall könnte ich noch<lb/>
verstehen, da einige während der Konferenz verschwinden, was<lb/>
sie auch getan haben, aber die anderen, die geblieben sind und<lb/>
insbesondere die die Kritik üben wollten, hätten hier wirklich<lb/>
ein reichliches Betätigungsfeld gehabt. Scheinbar stimmt auch<lb/>
die von mir vertretene Theorie, daß, wenn es der Arbeiterschaft<lb/>
und der gesamten Bevölkerung durch einen Wirtschaftsaufschwung<lb/>
besser geht, ist sie bereit unangenehme Erscheinungen, wie eben<lb/>
z. B. Preis- u. Tarifsteigerungen und Abgabenerhöhungen zu<lb/>
akzeptieren. Sicherlich wird sie schimpfen, sicherlich wird sie<lb/>
irgendwie ihrem Unmut Platz machen, aber doch nicht in einer<lb/>
Form oder einem Ausmaß, das beängstigend wäre. Hier paßt nun<lb/>
ein Zitat, welches<add>[ich mit]</add> meinen spärlichen Lateinkenntnissen noch<lb/>
immer weiß. "<choice><choice><sic>Kosqetanten</sic><corr>Quo usque tandem?</corr></choice></choice>", und ich sehr überrascht, daß wir dieses<lb/>
<choice><choice><sic>Lieb</sic><corr>?</corr></choice></choice> über die Runden brachten.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band11_1972-05-25_23"/>
         </div>
      <div type="back"><pb n="11_0647_01" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band11/11_1972-05-25_0647-01.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
         <div type="attachment" subtype="cabinetAgenda">
            <head>Tagesprogramm, 25.5.1972</head>
         </div>
      </div></body>
      <back><listPerson><person xml:id="per__137885">
               <persName type="label">Demuth, Anna</persName>
               <persName><surname>Demuth</surname><forename>Anna</forename></persName>
               <occupation>SPÖ-BR-Abg., Bundesfrauensekretärin der SPÖ</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97461">
               <persName type="label">Frühbauer, Erwin</persName>
               <persName><surname>Frühbauer</surname><forename>Erwin</forename></persName>
               <occupation>Verkehrsminister, LH-Stv. Ktn.</occupation>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/12053536X</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__127591">
               <persName type="label">Nixon, Richard</persName>
               <persName><surname>Nixon</surname><forename>Richard</forename></persName>
               <occupation/>
               </person>
            <person xml:id="per__97893">
               <persName type="label">Sallinger, Rudolf</persName>
               <persName><surname>Sallinger</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
               <occupation>Handelskammer-Präsident</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__114478">
               <persName type="label">Allende, Salvador</persName>
               <persName><surname>Allende</surname><forename>Salvador</forename></persName>
               <occupation>Präs. Chile</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97563">
               <persName type="label">Hofstetter, Erich</persName>
               <persName><surname>Hofstetter</surname><forename>Erich</forename></persName>
               <occupation>Leitender Sekretär ÖGB, SPÖ-NR-Abg.</occupation>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/136895662</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__97311">
               <persName type="label">Androsch, Hannes</persName>
               <persName><surname>Androsch</surname><forename>Hannes</forename></persName>
               <occupation>Finanzminister</occupation>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/118503049</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__114110">
               <persName type="label">Brandt, Willy</persName>
               <persName><surname>Brandt</surname><forename>Willy</forename></persName>
               <occupation/>
               </person>
            <person xml:id="per__97498">
               <persName type="label">Grünwald, Oskar</persName>
               <persName><surname>Grünwald</surname><forename>Oskar</forename></persName>
               <occupation>Büro Staribacher; ÖIAG</occupation>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/1053195672</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__111325">
               <persName type="label">Mock, Alois</persName>
               <persName><surname>Mock</surname><forename>Alois</forename></persName>
               <occupation>Abg. z. NR, Klubobmann, ÖVP</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97525">
               <persName type="label">Häuser, Rudolf</persName>
               <persName><surname>Häuser</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
               <occupation>Vizekanzler, Sozialminister</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__114939">
               <persName type="label">Kastner, Walther</persName>
               <persName><surname>Kastner</surname><forename>Walther</forename></persName>
               <occupation>Prof. Uni Wien, Experte f. Gesellschaftsrecht</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__98053">
               <persName type="label">Wanke, Otto</persName>
               <persName><surname>Wanke</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>SChef HM</occupation>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/12195126X</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__97372">
               <persName type="label">Broda, Christian</persName>
               <persName><surname>Broda</surname><forename>Christian</forename></persName>
               <occupation>Justizminister</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97346">
               <persName type="label">Benya, Anton</persName>
               <persName><surname>Benya</surname><forename>Anton</forename></persName>
               <occupation>ÖGB-Präs., NR-Präs.</occupation>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/119083906</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__97769">
               <persName type="label">Mussil, Arthur</persName>
               <persName><surname>Mussil</surname><forename>Arthur</forename></persName>
               <occupation>Gen.Sekr. HK, ÖVP-NR-Abg., später AR-Präs. Verbund</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97384">
               <persName type="label">Czernetz, Karl</persName>
               <persName><surname>Czernetz</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation/>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/105218588</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__97727">
               <persName type="label">Marsch, Fritz</persName>
               <persName><surname>Marsch</surname><forename>Fritz</forename></persName>
               <occupation>SPÖ-Zentralsekr.</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97782">
               <persName type="label">Neubauer, Walter H.</persName>
               <persName><surname>Neubauer</surname><forename>Walter H.</forename></persName>
               <occupation>Austromineral</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__98066">
               <persName type="label">Weisz, Robert</persName>
               <persName><surname>Weisz</surname><forename>Robert</forename></persName>
               <occupation>FSG-Vors., SPÖ-Klubobmann, Volksanwalt</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__114604">
               <persName type="label">Hillinger, Franz</persName>
               <persName><surname>Hillinger</surname><forename>Franz</forename></persName>
               <occupation>Linzer Bgm.</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97634">
               <persName type="label">Klaus, Josef</persName>
               <persName><surname>Klaus</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>BK 1966-70, ÖVP</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__126223">
               <persName type="label">Tull, Stephan</persName>
               <persName><surname>Tull</surname><forename>Stephan</forename></persName>
               <occupation>erst SPÖ-, dann "wilder" NR-Abg.</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97488">
               <persName type="label">Gratz, Leopold</persName>
               <persName><surname>Gratz</surname><forename>Leopold</forename></persName>
               <occupation>Unterrichtsminister, Bgm. Wien</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97423">
               <persName type="label">Fabricius, Otto(kar)</persName>
               <persName><surname>Fabricius</surname><forename>Otto(kar)</forename></persName>
               <occupation>GD Alpine, GD-Stv. VÖEST, Bergrat</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97668">
               <persName type="label">Kreisky, Bruno</persName>
               <persName><surname>Kreisky</surname><forename>Bruno</forename></persName>
               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/118566512</idno>
               </person>
            </listPerson></back></text>
</TEI>