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            <title type="main">Freitag, der 10. März 1972</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band10_1972-03-10_01">Freitag, 10. März 1972<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band10_1972-03-10_02">Bei der Eröffnung der neuen Halle von I.T.T. Austria in Strebers<lb break="no"/>dorf sagt mit Gen.Direktor <rs type="person" ref="#per__125803">Mayer</rs>, dass Strebersdorf besser als<lb/>
das Industriezentrum Liesing ist. In Strebersdorf dominiert er<lb/>
mit 1.250 Beschäftigten, weil die anderen höchstens einige hundert<lb/>
Beschäftigte haben. Betriebe gehören den verschiedensten Branchen<lb/>
an und deshalb wirbt ein Unternehmer dem anderen nicht die Arbeits<lb break="no"/>kräfte ab. In Liesing sind ähnliche Branchen konzentriert und es<lb/>
kommt zu einem ständigen Reibung zwischen den einzelnen Betrieben.<lb/>
Ich glaube, das wichtigste ist aber, dass in Strebersdorf durch<lb/>
die S-Bahn-Verbindung die Arbeitskräfte günstig zur neuen Betriebs<lb break="no"/>stätte kommen können. <rs type="person" ref="#per__125803">Mayer</rs> ist sehr stolz darauf, dass obwohl er<lb/>
zu 80 % Frauen beschäftigt, diese fast hundertprozentig als der<lb/>
Betrieb von der Dresdner Strasse nach Strebersdorf verlagert wurde,<lb/>
mitgekommen sind. Hier müsste man noch Untersuchungen anstellen,<lb/>
um in zukünftigen Industrieparks nicht Fehler zu machen, die<lb/>
man in den vergangenen Industrieparks beobachten kann. Unsere<lb/>
Investorenwerbung hätte hier ein gutes Betätigungsfeld. Ich<lb/>
bin auch noch nicht restlos überzeugt, dass eine einzige grosse<lb/>
Halle, wie das bei ITT der Fall ist, mit den ganzen Stanzmaschinen<lb/>
bis zur Endmontage eine wirklich gute Lösung ist. Die Lärmentwick<lb break="no"/>lung könnte wahrscheinlich in den Stanzabteilung bei einer entsprechen<lb break="no"/>den Trennung der Maschinen von den anderen Abteilungen doch sehr einge<lb break="no"/>dämmt werden. Vielleicht wäre es ganz zielführend, einen Negativen-<lb/>
Katalog aufzustellen, was man alles nicht machen sollte auf Grund<lb/>
der Erfahrungen, die man jetzt schon in den Industrieparks gewonnen<lb/>
hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band10_1972-03-10_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte prüfe, ob unsere Investorenwerbung mit<lb/>
den Firmen und vor allem einmal z.B. mit der Wiener Betriebsansied<lb break="no"/>lungsgesellschaft einen solchen Katalog erstellen sollte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band10_1972-03-10_04">Bei der Fraktion der Fremdenverkehrsverantwortlichen für die ein<lb break="no"/>zelnen Länder wird die Tagesordnung des Fremdenverkehrskuratoriums<lb/>
besprochen. Interessant ist, dass wir keine in der Nähe Wiens<lb/>
gelegene Fremdenverkehrsstadt finden, die eine soz. Führung hat.<lb/>
Wo wir den Fremdenverkehrstag abhalten könnten. Es geht uns dabei so<lb/>
ähnlich wie mit der Nachfolge von <rs type="person" ref="#per__97684">Langer-Hansel</rs>, wo auch kein von<lb/>
den Ländern anerkannter Fachmann gestellt werden kann, der uns,<lb/>
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wir jetzt schon einen solchen Mann dringendst haben, um ihn aufzu<lb break="no"/>bauen. Ich glaube, die wichtigste und einzige Tätigkeit dieses Aus<lb break="no"/>schusses besteht darin, dass man Kontakt mit den Ländern hält und<lb/>
die Länder dann das Gefühl haben, sie können in Fremdenverkehrssachen<lb/>
mitreden. Wenn diese fraktionelle Besprechung nicht wäre, hätte<lb/>
glaube ich auch ich grosse Schwierigkeiten mit den einzelnen Ländern.<lb/>
Interessant ist die Beschwerde von einzelnen, dass die Komfortzimmer-<lb/>
Aktion sehr gut läuft und vor allem uns propagandistisch aber sehr wenig<lb/>
bringen wird. Die Handelskammer hat es verstanden, durch Ausgabe der<lb/>
Formulare den Eindruck zu erwecken, als ob es eine Aktion von ihr sei.<lb/>
Im Burgenland z.B. hat sie früher die Formulare gehabt als unsere<lb/>
Landesregierungsgenossen, was bedeutet, dass wahrscheinlich die Han<lb break="no"/>delskammer eben schneller diese Formulare verschickt hat. Ob hier eine<lb/>
Absicht dahintersteckt, kann ich von vornherein nicht sagen, auf alle<lb/>
Fälle ist es peinlich, wenn die Handelskammer schneller arbeitet als<lb/>
unser Ministerium.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band10_1972-03-10_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: Bitte, den Fall untersuchen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band10_1972-03-10_06">Wenn wir wirklich im Einzelnen Abteilungen eine richtige Sabotage<lb/>
merken sollten, dann kann man trotz des guten Beamtenschutzgesetzes<lb/>
doch etwas gegen Abteilungsleiter unternehmen. Wir mir versierte<lb/>
Beamte von anderen Ministerien versicherten, kann in einem solchen<lb/>
Fall eine zweimaliger schriftlicher Verweis dann zu einem Abziehen<lb/>
dieses leitenden Abteilungsleiters durchgesetzt werden. Ich weiss nicht,<lb/>
ob es möglich ist, eine wirklich solche scharfe Gangart einzuschlagen,<lb/>
vor allem bin ich mir nicht ganz sicher, ob es zielführend ist, in<lb/>
unserem Haus so etwas zu machen. Wahrscheinlich würde dann die<lb/>
Solidarität der ganzen CV-Clique und vor allem auch aller anderen<lb/>
ÖAAB-ler sich gegen mich richten. Trotzdem glaube ich, müsste man ein<lb break="no"/>mal ein Exempel statuieren. Gegen eine solche Absicht spricht aber mei<lb break="no"/>ne Grundeinstellung, dass ich niemanden unrecht tun will. Eine objekti<lb break="no"/>ve Untersuchung, wieweit aber hier Verschulden vorliegt und wieweit<lb/>
vielleicht nur Schlamperei vorliegt, wird aber kaum ein so eindeutiges<lb/>
Urteil ergeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band10_1972-03-10_07">Der Dienststellenausschuss hat auf Grund meines Antwortschreibens<lb/>
vorgesprochen und wollte bei der Vorsprache mit ganz grossen Ge<lb break="no"/>schützen auffahren. Er behauptet nicht mehr und nicht weniger, dass<lb/>
es ein halbes Dutzend von Fällen gäbe, wo er glatt übergangen wurde.<lb/>
In Wirklichkeit stellte sich dann heraus, dass ein einziger Fall und<lb/>
zwar die Bestellung <rs type="person" ref="#per__97584">Jagodas</rs> noch immer von ihnen nicht akzeptiert<lb/>
wird. Meine Tagesbuchaufzeichnungen haben für <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> eine gute Grund<lb break="no"/>lage gegeben, dass zumindestens mit <rs type="person" ref="#per__112946">Schleifer</rs> über dieses Problem<lb/>
gesprochen wurde. Da ich auch den beiden Kandidaten der Personalver<lb break="no"/>tretung, nämlich Min.Rat <rs type="person" ref="#per__97524">Hauffe</rs> und <rs type="person" ref="#per__111722">Kinscher</rs>, Gelegenheit gegeben<lb/>
habe, vorher mit mir zu Sprechen, und aber auch nachher, als es zur<lb/>
Entscheidung gekommen ist, mit ihnen gesprochen habe, war die Posi<lb break="no"/>tion für sie nicht allzu leicht. Die anderen Fälle wie Z.b. die Er<lb break="no"/>richtung der Grundsatzgruppe, Schaffung der Branchenreferate wurden<lb/>
ebenfalls als in ihren Augen betrachtet, als Verstoss gegen die ein<lb break="no"/>vernehmliche Personalpolitik aufgefasst. Sie sind scheinbar der Mei<lb break="no"/>nung, dass ich auf Grund meiner Zusage, mit ihnen engstens zu kooperieren,<lb/>
in Hinkunft aber vor allem auch in der Vergangenheit die Aufgabe ge<lb break="no"/>habt hätte, in jedem einzelnen Fall für organisatorische Massnahmen<lb/>
ebenfalls das Einvernehmen herzustellen. Zum Glück haben in keinem<lb/>
einzigen Fall bei mir wirklich protestiert. Da ich zumindestens einen<lb/>
dieser Leute, es waren vier: <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs>, <rs type="person" ref="#per__114560">Tschach</rs><add>[evtl. Falschidentifikation]</add>, Dr. <rs type="person" ref="#per__113369">Wüstrich</rs> und<lb/>
Kanzleidirektor <rs type="person" ref="#per__139727">Schubert</rs> anwesend, einmal im Monat treffe und sie<lb/>
immer frage, ob es etwas Neues gibt, Beschweren, Wünsche oder An<lb break="no"/>regungen, so konnte ich mit Recht sagen, dass bei dieser Gelegenheit<lb/>
sie sich hätten doch bei mir entsprechend beschweren können. Hier<lb/>
bewährt sich, dass ich nicht sehr formell bin, denn sonst hätten sie<lb/>
jetzt mir Recht sagen können, das hätte doch für sie keine Möglich<lb break="no"/>keit gegeben, sich tatsächlich bei mir zu beschweren. So hatten sie als<lb/>
einzige Ausrede die Möglichkeit zu sagen, dass ja doch nur als Kollektiv-<lb/>
Organ tätig wären und vorher alle Probleme im einzelnen durchdiskutie<lb break="no"/>ren müssten, um sich die Linie der Vorsprache zu erarbeiten. In diesem<lb/>
Fall liegt allerdings der Ball jetzt klar und deutlich bei ihnen, denn<lb/>
es liegt ja nur an ihrem System, wenn sie eben nicht die entsprechenden<lb/>
Beschwerden bei mir vorbringen.<lb/>
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gegen einen Einspruch der Personalvertretung absichern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band10_1972-03-10_09">Bei den wieder aufgenommenen Diskussionen im AEZ zeigt sich, dass der<lb/>
Freitag vielleicht doch nicht so günstig ist. Einige Arbeiter, die den<lb/>
Lohn bekommen haben, sind oft stark alkoholisiert und es entsteht dann<lb/>
der Eindruck, als ob dort nur Besoffene diskutieren würden. Ein Zuhörer,<lb/>
dem dies zu dumm wurde, hat sogar jemandem 20.- S gegeben, damit er sich<lb/>
ein paar Viertel Wein wieder kaufen kann. Die Diskussion wurde anfangs<lb/>
auch sehr hart geführt, es waren einige Zwischenrufer dort, die schein<lb break="no"/>bar KP-ler waren, wenn sie nicht sogar von der KP geschickt wurden,<lb/>
die nichts anderes machten, als erklärten, so eine Schweinerei, wieviel<lb/>
ein Minister verdient und vor allem einmal wie es möglich war, dass<lb/>
der Gen.Direktor <rs type="person" ref="#per__97470">Geist</rs>, der eine Niete ist, so viel bezahlt bekommt<lb/>
und so weiter. In die Diskussion selbst haben sie allerdings nicht einge<lb break="no"/>griffen, d.h. einer hat klar und deutlich, als ihm sein Nachbar sagte,<lb/>
er möge doch ins Mikrophon reden, ah, ihm fällt gar nicht ein, mit mir<lb/>
zu diskutieren. Das Endergebnis hiess dann, dass sich sofort Gruppen<lb/>
bilden, die eine Zwischendiskussion führen. Trotz allem glaube ich,<lb/>
dass diese Aussprachen von grösster Bedeutung sind. Für die Vorübergehenden<lb/>
wäre es aber sicher sehr zielführend, wenn rückwärts deutlich lesbar eine<lb/>
Tafel wäre, woraus ersichtlich ist, dass <rs type="person" ref="#per__97985">Staribacher</rs> hier diskutiert.<lb/>
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anbringen.<lb/>
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Von mir wollte er telefonisch nur die Importpreis-Verteuerung der<lb/>
letzten Jahre haben. Zielführend, meinte ich, wäre doch auch, wenn man<lb/>
einzelne Preise besonders untersuchen würde. Ich habe hier z.B. an die<lb/>
Autoimportpreise aus dem wir einen Durchschnitt bilden sollten, gedacht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band10_1972-03-10_13">Bei dieser Gelegenheit erzählte mir <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, dass er doch sehr richtig<lb/>
gehandelt hat, dass er den Zuckerpreis abgelehnt hat. Nach der jetzigen<lb/>
Reaktion in der Öffentlichkeit werden jetzt die Rübenbauern und die<lb/>
Zuckerindustrie und damit die einzelnen Landwirtschafts- und Handels<lb break="no"/>kammern als die Preisdränger hingestellt. Mein Einwand, dass er doch<lb/>
früher oder später den Zuckerpreis wird genehmigen müssen, meint er, dass<lb/>
dies in einem späteren Zeitpunkt mit 10 Groschen der Fall sein würde,<lb/>
was man jetzt aber natürlich noch nicht sagen könnte. Damit würde er sich<lb/>
vielleicht aus der Schlinge befreien. Ob aber nicht dann doch diese<lb/>
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nächste Mal einen entsprechenden Bericht über diese Aussprache und über<lb/>
das Arbeitsprogramm geben sollte. <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> hat vollkommen recht, dass<lb/>
jetzt die wichtigste Frage ist, wer in unserem Haus kann und soll<lb/>
eine solche Enquete betreuen und vor allem einmal die weitere Arbeit<lb/>
dann führen. Sicherlich wäre dies eine Aufgabe des Branchenreferates.<lb/>
Da ich die Enquete persönlich leiten werde, müssten wir uns weniger<lb/>
jetzt um den Vorsitzenden als um den wirklichen Mann oder<lb/>
die Frau kümmern, die die Arbeit durchführt. Ich habe deshalb jetzt<lb/>
ausdrücklich die Frau gesagt, weil ich glaube, dass wenn wir nie<lb break="no"/>manden besseren finden, die Frau Dr. <rs type="person" ref="#per__108321">Rameder</rs> von der Abteilung<lb/>
<rs type="person" ref="#per__110035">Thun-Hohenstein</rs> dazu geeignet wäre. Sie ist immerhin imstande, die<lb/>
entsprechenden Staatspreise, wie das schöne Buch, die Industrieform<lb break="no"/>gebung usw. zu organisieren.<lb/>
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Konsumentenpolitik heranziehen sollten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band10_1972-03-10_15">Bei solchen Messe-Eröffnungen oder Feiern ist gelegentlich der ehemalige<lb/>
Handelsminister <rs type="person" ref="#per__97749">Mitterer</rs> in seiner Funktion als Präsident der Wiener<lb/>
Handelskammer dabei. Ihm bereitet es sichtlich körperliches Unbehagen,<lb/>
denn ich kenne niemanden, der so demonstrativ<add>[hs. korrigiert, Anm.]</add> verbissen weg<lb break="no"/>schaut wie er. Das Gegenteil davon ist der Präsident der Bundes<lb break="no"/>handelskammer <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>, der meistens sehr aufgeschlossen und über<lb/>
meine Bemerkungen lachend hinweggeht. Ich greife ja überhaupt nieman<lb break="no"/>den an, weshalb auch <rs type="person" ref="#per__97749">Mitterer</rs> kaum Gelegenheit hat, sich über mich<lb/>
zu beschweren. Ich bin überzeugt, er würde, wenn ich wirklich Attacken<lb/>
gegen irgendjemanden reiten würde, dann sofort in der Handelskammer<lb/>
entsprechende Stimmung gegen mich machen. In seinem Organ könnte<lb/>
er dann sogar von einem Missbrauch einer Eröffnung reden. Wenn man<lb/>
die beiden Extreme betrachtet, dann kann man wahrscheinlich auch<lb/>
die Einteilung des zuhörenden Publikums vornehmen. Die einen, die<lb/>
einem wohlgesinnt sind, sind über die Art meiner Darstellung glaube<lb/>
ich ganz begeistert, zumindestens wird das mir von ihnen immer wieder<lb/>
versichert. Die anderen aber, die so verschlossen oder<lb/>
gar verbittert sind wie <rs type="person" ref="#per__97749">Mitterer</rs>, sich sicherlich empört, dass ein<lb/>
Minister bei einer so wichtigen Angelegenheit nicht mehr sagt, als<lb/>
den einen oder anderen Gag anbringt. Was ich dringend brauchen würde,<lb/>
ist aber der objektive Kritiker, der mir wirklich sagt, was in dem<lb/>
einen oder anderen Fall ist hätte machen sollen, und der mir Hinweise<lb/>
gibt, wie ich es in Hinkunft besser machen könnte. Dabei ist es<lb/>
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in Wirklichkeit ja nicht bereit bin, mein System und vor allem einmal<lb/>
meine Art auch nur grundlegend zu ändern. Ich glaube, das Wichtigste<lb/>
ist, dass man sich mit seiner Idee und mit seinen Aussagen so identi<lb break="no"/>fiziert, dass man allein aus der Gestik und der Mimik schon erkennen<lb/>
kann, dass man hier wirklich mitgeht und nicht irgendetwas, womöglich<lb/>
von einem Zettel herunterliest, was einen kaum berührt. Ausländer, die<lb/>
kaum die deutsche Sprache beherrschen, ich kann dies dann feststellen,<lb/>
weil sie dann mit mir unbedingt Englisch reden wollen, haben mir<lb/>
bestätigt, dass das Mitgehen ihnen ermöglicht hat, doch einen Eindruck<lb/>
von meiner Rede zu bekommen. Diesen Gesichtspunkt hatte ich in den vergan<lb break="no"/>genen Jahren überhaupt niemals beachtet. Ideal wäre es, wenn man nun,<lb/>
so wie dies bei der Möbeleröffnungsmesse der Fall war, eine neue Idee<lb/>
immer propagieren könnte. Andererseits aber muss man bei der Propaganda<lb/>
von neuen Ideen äusserst vorsichtig sein, denn es muss dann die daraus<lb/>
sich ergebende praktische Arbeit auch tatsächlich bewerkstelligt<lb/>
werden können. Wenn wir jetzt auf Grund der Ankündigung, eine solche<lb/>
Enquete zu machen, nicht wirklich eine ganz grosse Sache daraus wird,<lb/>
dann heisst es nach kürzester Zeit, der Minister redet nur viel, ver<lb break="no"/>spricht etwas und heraus kommt gar nichts. Die wichtigste Arbeit wird<lb/>
jetzt sein, ob wir Frau Dr. <rs type="person" ref="#per__108321">Rameder</rs> für diese Arbeit gewinnen können<lb/>
oder ob wir eine bessere Kraft vielleicht noch bekommen können. Auf<lb/>
alle Fälle hat mir Dr. <rs type="person" ref="#per__108321">Rameder</rs> versprochen, sie wird jetzt einmal eine<lb/>
Liste aufstellen, wen wir alle zu dieser Enquete einladen sollen.<lb/>
Ausgelöst wurde dies, da eine Arbeitsgruppe von ihnen, Architekten<lb/>
besteht. Der Leiter dieser Arbeitsgruppe, der auch entsprechend von uns<lb/>
ausgezeichnet wurde, hat eine Broschüre veröffentlicht, die wir subven<lb break="no"/>tioniert haben. Damit steht er uns mit seiner Arbeitsgruppe für die<lb/>
Enquete gerne zur Verfügung. Das Hauptproblem liegt darin, dass Dr.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__108321">Rameder</rs> der Sektion II angehört, während wahrscheinlich die Sektion III<lb/>
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endgültig dann übertragen.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Mitterer, Otto</persName>
               <persName><surname>Mitterer</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>Handelsminister, ÖVP, Präs. HK Wien</occupation>
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               <persName type="label">Rameder, Maria</persName>
               <persName><surname>Rameder</surname><forename>Maria</forename></persName>
               <occupation>MR HM</occupation>
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               <persName type="label">Koppe, Fritz</persName>
               <persName><surname>Koppe</surname><forename>Fritz</forename></persName>
               <occupation>Sekr. JS, ab 1973 GF VKI</occupation>
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               <persName type="label">Jagoda, Karl</persName>
               <persName><surname>Jagoda</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation>Leiter Sekt. III HM</occupation>
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               <persName type="label">Wanke, Otto</persName>
               <persName><surname>Wanke</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>SChef HM</occupation>
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               <persName type="label">Engelmayer, Günther</persName>
               <persName><surname>Engelmayer</surname><forename>Günther</forename></persName>
               <occupation>Beamter/Personalvertreter HM, Christgewerkschafter,
                  ÖVP-Politiker</occupation>
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               <persName type="label">Schleifer, Kurt</persName>
               <persName><surname>Schleifer</surname><forename>Kurt</forename></persName>
               <occupation>MR HM</occupation>
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               <persName type="label">Tschach, Josef</persName>
               <persName><surname>Tschach</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>Sekt.R HM</occupation>
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               <persName type="label">Langer-Hansel, Harald</persName>
               <persName><surname>Langer-Hansel</surname><forename>Harald</forename></persName>
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               <persName type="label">Schubert, A</persName>
               <persName><surname>Schubert</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>Beamter HM [1972 Diskussion über Personalfragen]; evtl. ident mit Walter
                  Schubert</occupation>
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               <persName type="label">Thun-Hohenstein, Leopold</persName>
               <persName><surname>Thun-Hohenstein</surname><forename>Leopold</forename></persName>
               <occupation>Ministerialrat Handelsministerium</occupation>
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               <persName type="label">Geist, Franz</persName>
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               <persName type="label">Wüstrich, Rudolf</persName>
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               <persName type="label">Mayer, Fritz (Industrieller)</persName>
               <persName><surname>Mayer</surname><forename>Fritz
                  (Industrieller)</forename></persName>
               <occupation>ITT Austria GmbH, Präs. IV</occupation>
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               <persName type="label">Heindl, Kurt</persName>
               <persName><surname>Heindl</surname><forename>Kurt</forename></persName>
               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
                  SPÖ-Landstraße</occupation>
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               <persName type="label">Kreisky, Bruno</persName>
               <persName><surname>Kreisky</surname><forename>Bruno</forename></persName>
               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
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