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            <title type="main">Montag, der 28. Februar 1972</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band09_1972-02-28</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band09_1972-02-28_02">Jour fixe mit <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> allein. Wirtschaftsbund hat gehofft, 1969<lb/>
mit der Handelskammernovelle endgültig das Problem der Werbe-<lb/>
Zugehörigkeit von den graph. und Baugewerbe endgültig geregelt<lb/>
zu haben. § 35 spricht aber von Betriebsform, nicht aber von<lb/>
Betriebsgrößen und deshalb hat <rs type="person" ref="#per__126878">Tomandl</rs> und <rs type="person" ref="#per__139468">Mayer-Maly</rs> ein Fach<lb break="no"/>gutachten gegeben, das ihnen die Möglichkeit gibt, jetzt von<lb/>
der Handelskammer jetzt die Einführung einer eigenen Industrie<lb break="no"/>gruppe für das Baugewerbe zu verlangen. Die 16 Industriebetriebe<lb/>
nicht zu einer einzigen Industriegruppe zusammenfassen zu können,<lb/>
wollen sie nun die Größenordnung bis zu 200 Beschäftigte für<lb/>
das Gewerbe und darüber hinaus sollten Industriebetriebe sein.<lb/>
Dies würde bedeuten, daß wieder 500 in der Industriegruppe zu<lb break="no"/>sammengefaßt wären und damit wieder nicht die 16 wirklichen<lb/>
Industriebetriebe eine Fachgruppe bilden würden. Zwei weitere<lb/>
ähnlich gelagerte Probleme, das graph. Gewerbe besteht eben<lb break="no"/>falls aus großen Industriebetrieben und die Sägeproduktion hat<lb/>
nur Industrie. Auch wenn das Unternehmen nur ein oder zwei<lb/>
Beschäftigte hat. Ich sagte <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>,<lb/>
daß wir, wenn ein Antrag von der Handelskammer auf Errichtung<lb/>
eines Fachverbandes für Bauindustrie ablehnen werden, gibt<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> auf. Wir einigen uns, daß <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> eine Besprechung über<lb/>
dieses Problem ansetzt und einmal grundsätzlich über die Frage<lb/>
diskutiert wird. Ironie des Schicksals. Die Handelskammer hat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__126878">Tomandl</rs> als ihren Konsulenten mit 80–100.000,-- Jahresein<lb break="no"/>kommen engagiert und der macht jetzt die Gutachten für den FIBÖ<add>[?]</add>,<lb/>
Dir. <rs type="person" ref="#per__139469">Meissner</rs>, gegen die Interessen resp. Wünsche der Kammerleitung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band09_1972-02-28_03">Bezüglich des EWG-Erstattungswunsches weist <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> auf seinen<lb/>
Brief an mich hin, wo er verlangt, daß die drei Minister zu<lb break="no"/>sammentreten, um eine Lösung zu suchen. Da er aber um 10.30<lb/>
eine Besprechung beim Finanzminister hat, gehe ich auf diese<lb/>
Forderung nicht konkret ein, sondern stelle nur fest, daß eine<lb/>
innerösterreichische Angelegenheit bis 8. März nicht entschieden<lb/>
sein muß. Betreffend der Abschöpfung werde ich versuchen, eine<lb/>
Lösung bis zu diesem Zeitpunkt mit den Interessensvertretungen<lb/>
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Bundeskanzler bereits entsprechende Zusagen vor seiner Reise ge<lb break="no"/>habt hat. Er denkt dabei an das Treffen der soz. Minister und<lb/>
Bundeskanzlers in Tirol, um jetzt nur spektakulär seine Bestätigung<lb/>
bei der Rundreise erreichen will. Da <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> die Besprechungen<lb/>
unter vier Augen führte, hat überhaupt niemand eine Möglichkeit<lb/>
zu erfahren, was er wirklich ausgemacht hat, resp. wie er wirklich<lb/>
mit seinen Wünschen auf Änderung des Vertragsentwurfes angekommen<lb/>
ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band09_1972-02-28_05"><rs type="person" ref="#per__97354">Pauli Blau</rs> ist wegen seiner Anstellung bei der AK nach Wien zurück<lb break="no"/>gekommen und als Pressereferent der an der franz. Botschaft weiß<lb/>
er auch keine Details. Er hat nur den Eindruck, daß <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> zwar<lb/>
aber geschickt versucht hat den österr. Standpunkt <rs type="person" ref="#per__139470">Chaban-Delmas</rs><lb/>
vorzutragen, doch hat er sicherlich keinerlei konkrete Zusagen<lb/>
erhalten. Da <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> der erste Bundeskanzler ist, der von einem<lb/>
neutralen Staat mit den Ministerpräsidenten verhandelt und für<lb/>
den Standpunkt Österreichs wirbt, ergibt sich erstens einmal die<lb/>
Einmaligkeit dieser und Erstmaligkeit dieser Aktion und zweitens<lb/>
natürlich sicherlich auch eine Verwendungszusage alle dieser<lb/>
Ministerpräsidenten. In der Regierungsbesprechung berichtete<lb/>
auch <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> zu diesem Punkt, daß in allen Ministerpräsidenten<lb/>
versichert haben, daß sie mit ihren Fachministern sprechen werden<lb/>
und für Österreich eine gute Stimmung erreicht werden konnte.<lb/>
Die ÖVP, <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, denkt, daß hier ein ganz großer Plan von Seiten<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> seit eh und je bestanden hat. Ferner sieht er nicht,<lb/>
daß das Ergebnis unbefriedigt im Parlament die Diskussion dahin<lb break="no"/>gehend führen wird, daß <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> auch nichts erreicht hat, wird<lb/>
sie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> kaum angreifen können. Da sich <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> klar ist, daß<lb/>
er den Vertrag, wie immer er aussieht, akzeptieren muß, wird er<lb/>
in eine schwierige Oppositions<add>[-rolle?]</add> gedrängt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band09_1972-02-28_06">Verkehrsministerium hat der Ausschuß, der sich mit dem Gelegenheits<lb break="no"/>verkehrsgesetz beschäftigt, getagt, bringt aber, wie <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> be<lb break="no"/>hauptet, nichts weiter. Ich verweise darauf, wenn das große<lb/>
Kompetenzgesetz in den nächsten Monaten aktuell wird, dann das<lb/>
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die Verkehrsleute auf dem Standpunkt stehen, daß sie dort besser<lb/>
vertreten sein werden. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> muß deshalb solange zuwarten und<lb/>
gibt zu, daß seine Leute fest damit rechnen, daß sie im Verkehrs<lb break="no"/>ministerium dann eine bessere Ausgangsposition für ihre Wünsche<lb/>
haben werden. Ich erkläre, daß <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> und ich dann sehr <choice><choice><sic>gdagenen</sic><corr>dagegen</corr></choice></choice><lb/>
wehren müssen, damit nicht die Verkehrsleute unter sich eine<lb/>
Lösung anstreben, die dann gegen die Interessen der Industrie<lb/>
als solche gerichtet sind. Als nicht ausgesprochenes Beispiel<lb/>
gilt hier die Konzessionierung des Werksverkehrs.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band09_1972-02-28_07"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> will neuerlich, daß ich die Genehmigung gebe, daß <rs type="person" ref="#per__139471">Swoboda</rs><lb/>
der Leiter für die thailändische Fachschule, angestellt wird,<lb/>
obwohl er höchste Bedenken dagegen hat, diesen Posten so hoch zu<lb/>
dotieren. Ich verweise auf mein Antwortschreiben, wo ich ihm<lb/>
vorschlage, er sollte doch Ausschreibung für diesen Posten vor<lb break="no"/>nehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band09_1972-02-28_08">Für die Starthilfeaktion hat die Handelskammer bis jetzt 30 Mio<lb/>
und der ERP-Fonds ähnliche Beträge aufgewendet. Firmen sollen<lb/>
für die Entwicklungsländer einen 5 %igen Kredit bekommen. Die<lb/>
Österreichische Kontrollbank hat die politische und wirtschaftliche<lb/>
Risikoabwicklung dieses Kredit der E.u.E-Fonds soll nun ebenfalls<lb/>
eingeschaltet werden, doch währt dieser dem Kreditinstitut bis<lb/>
80 % Garantie. Nun wünscht die Unternehmerschaft eine Novelle<lb/>
und möchte gerne, daß bei diesen Krediten auch das Einzelprojekt<lb/>
von den Firmen bis zu 50 % abgedeckt wird, wobei 25 % der ERP-<lb/>
Kredit und 25 % die Handelskammer für Außenhandelsförderung<lb/>
zuschießt, wenn ein Projekt von einer Einzelfirma realisiert wird.<lb/>
Ich erkläre, daß ich dafür nicht zuständig bin und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> selbst<lb/>
wird das Problem selbst noch einmal überdenken, ist aber auch<lb/>
im Prinzip eher negativ zu der Forderung eingestellt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band09_1972-02-28_09">Die Wirtschaftstreuhänder wünschen einen Kommerzialratstitel.<lb/>
Eine grundsätzliche Entscheidung wird von mir nicht getroffen,<lb/>
sondern das Einzelansuchen soll von der Handelskammer für <rs type="person" ref="#per__97459">Fröhlich</rs><lb/>
negativ beschieden werden. Die Wirtschaftstreuhändertariferhöhung<lb/>
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ist <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> aber für eine Erhöhung positiver gestimmt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band09_1972-02-28_10">Ich erinnere <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> neuerdings daran, daß wir uns im nächsten<lb/>
Wochen über die Probleme der Preisregelung resp. G<add>[?]</add> Preisgesetze<lb/>
in Österreich unterhalten müssen. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> selbst wird nun mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs> die Studie des Wirtschafts- und Sozialbeirates über<lb/>
diesen Punkt eingehend diskutieren. Ihm schwebt vor, eine<lb/>
Regelung in diesen Gutachten einzubauen, wonach, wenn der Markt<lb break="no"/>preis nicht unter Marktbedingungen, d.h. unter der freien Kon<lb break="no"/>kurrenz erstellt wird, daß gegebenenfalls auch wirklich die ad<lb break="no"/>ministrative Preisregelung eingreifen sollte und könnte. Er denkt<lb/>
nur daran, daß dieser Zustand von einem Wirtschaftsprüfer durch<lb/>
ein entsprechendes Gutachten oder einem Universitätsinstitut<lb/>
prüft und der administrativen Preisstelle dann mitgeteilt werden<lb/>
sollte. Ich erkläre sofort, daß dies ein viel zu kompliziertes<lb/>
und aufwendiges Verfahren sei. In diesem Falle müßte man die<lb/>
Routenfunktion des Ministeriums auf ein Begutachtungsver<lb break="no"/>fahren der Interessensvertretungen aufbauen in Funktion treten<lb/>
lassen. Von der Handelskammer kann es aber nicht abhängig gemacht<lb/>
werden, weil sie als Interessensvertretung auf alle Fälle auch<lb/>
ihre Unternehmungen zu schützen hat, die sich nicht marktkonform<lb/>
verhalten. Immer muß die Interessensvertretung, ich weiß dies<lb/>
aus meiner vorhergehenden Tätigkeit, habe ich erklärt, jedwede<lb/>
Firma resp. Arbeitnehmer vertreten, auch dann, wenn sie ganz anderer<lb/>
Meinung ist. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> dürfte also schön langsam doch bereits an diese<lb/>
Sperrstellung aufzugeben, um eine gesamtwirtschaftliche einigermaßen<lb/>
erträgliche Lösung für dieses Problem zu finden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band09_1972-02-28_11">Ich verweise auf die für morgen angekündigte Protestdemonstration<lb/>
der Frauen und meinte ironisch, daß, wenn die Delegation einver<lb break="no"/>standen bin, an der Spitze an der Delegation in die Handelskammer<lb/>
kommen werde. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> meinte er sei glücklich, daß er nicht mehr<lb/>
der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses der ÖVP sei, denn jetzt<lb/>
könne er dafür nicht mehr verantwortlich gemacht werden. Er selbst<lb/>
ist über diese Demonstration nicht sehr glücklich. Da <rs type="person" ref="#per__97749">Mitterer</rs> jetzt<lb/>
der Vorsitzende dieses Ausschusses ist, außerdem die Demonstration<lb/>
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erkläre ich, daß ich gegebenenfalls in die Wiener Handelskammer<lb/>
zu <rs type="person" ref="#per__97749">Mitterer</rs> gehen würde. Ich bin allerdings überzeugt, daß die<lb/>
Delegation gar nicht denke, mit mir eine solche Vorsprache zu<lb/>
machen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band09_1972-02-28_12">Information über kommunalpolitische Belange war keine Angelegenheit<lb/>
des wiener Ausschusses, sondern war der übliche und nach etlichen<lb/>
Monaten wieder eingesetzte Ausschuß der Nationalräte und Bundes<lb break="no"/>räte mit Wiener Vorstand und Stadträten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band09_1972-02-28_13">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs><lb/>
Bitte auf diese Unterscheidung streng achten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band09_1972-02-28_14">Zum Glück war ich der einzige Minister der anwesend war, sonst<lb/>
hätten die Teilnehmer mit Recht noch mehr kritisieren können, daß<lb/>
so wenig Regierungsmitglieder sich um die Interessen der wiener<lb/>
Organisation kümmern. <rs type="person" ref="#per__97963">Slavik</rs> berichtete über die Kommunalprobleme<lb/>
In der Bundesregierung, <rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs>, wurde seinerzeit vereinbart, daß<add>[die]</add><lb/>
U1, U2, U4 2,4 Md. Zuschuß bekommen sollen. Damals war ange<lb break="no"/>nommen, daß die Gesamtkosten 5,063 Md. betragen. Jetzt hat<lb/>
die Gemeinde<add>[die]</add> U3 fertiggestellt<add>[???]</add> und denkt, daß insgesamt die<lb/>
Kosten 24 Md. ausmachen werden. Allein die 5 Md. sind schon in<lb/>
der Zwischenzeit auf 7,5 Md. angewachsen. <rs type="person" ref="#per__97963">Slavik</rs> möchte deshalb<lb/>
einer perzentuelle Beteiligung des Bundes an den Kosten. In diesem<lb/>
Falle müßten die Abgrenzungskosten für Umleitungsstraßen, Kabel,<lb/>
Kanäle, genau abgegrenzt werden, wie weit sie der U-Bahn ange<lb break="no"/>lastet werden können. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> selbst soll sich im Prinzip be<lb break="no"/>reit erklärt haben, daß der Bund einen Beitrag für die städt.<lb/>
Verkehrsaufkommen in den Ballungszentren gibt. In anderen Städten<lb/>
hat der Bund durch seine Post und Verkehrsleistungen der ÖBB<lb/>
entsprechende Unterstützung gewährt. Dies gilt für die Bahn<lb/>
Innsbruck – Bad Hall, aber auch für die anderen Linz, Graz, Salzburg,<lb/>
St. Pölten und Klagenfurt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band09_1972-02-28_15">Im Wasserwirtschaftsfonds hat Wien zuerst auf Leistungen ver<lb break="no"/>zichtet, Jetzt ergibt sich eine Diskussion, daß man nur die<lb/>
überregionalen Projekte fördern will. Dadurch werden Gemeinden,<lb/>
die z.B. nur 5 km auseinanderliegen und ein gemeinsames Projekt<lb/>
einreichen, als überregional betrachtet. Wien dagegen wird als<lb/>
Lokalbereich eingestuft. Außerdem wird behauptet, daß z.B. die<lb/>
Neuerrichtung der dritten Wasserleitung ein Fortsetzungsbau sei.<lb/>
Wien versorgt aber heute 43 nö. Gemeinden mit Trinkwasser mit<lb/>
15.000 m³ jährlichen Bedarfszuwachs hat Wien einen ungeheuren<lb/>
weiteren Bedarf und möchte deshalb Mitteln des Wasserwirtschafts<lb break="no"/>fonds bekommen. Auch die Kläranlagen werden nicht als Fortsetzungs<lb break="no"/>bau zu bewerten sein. Wien wird am rechten Donauufer eine große<lb/>
Kläranlage errichten und den linken Sammelkanal, der jetzt riesig<lb/>
Dimension, 5,40m x 3,80m haben wird, durch einen Unterdüker<lb/>
unter die Donau herüberführen. Dafür waren 90 Mio veranschlagt, die<lb/>
bereits jetzt auf 120 Mio. angewachsen sind.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band09_1972-02-28_16">Betreffend die Bundesstraßen möchte Wien eine Dezentralisierung<lb/>
der entsprechenden Bauvorhaben erreichen. Der Bund hat jahrelang<lb/>
verhindert das Altmannsdorfer Unterführungsprojekt und wollte<lb/>
sogar eine Kuppelüberführung, die verkehrstechnisch eine Katastrophe<lb/>
gewesen wäre.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band09_1972-02-28_17">Auf der Donauinsel hätte die ÖVP-Regierung kein Grundinteresse<lb/>
gehabt, jetzt dagegen will <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> sich 1/3 die ihm zu<lb break="no"/>stehenden ideellen Eigentumsanspruch sichern. Der Bund wird ent<lb break="no"/>sprechende Baukostenzuschüsse machen, erklärt sich aber jetzt nicht<lb/>
bereit, das Gelände nur für Sport und Erholungszwecke zu verwenden.<lb/>
Die Gemeinde hätte damit eine Notreserve finanzieller Art für<lb/>
spätere Zeiten gehabt, erklärte <rs type="person" ref="#per__97963">Slavik</rs>. Sport und Erholungsgebiet<lb/>
hätte es gegebenenfalls umwidmen und entsprechend verkaufen können.<lb/>
Diese Möglichkeit ist nicht mehr gegeben, <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> gegen einen<lb/>
Baukostenzuschuß für den Kanal 1/3 des Geländes beansprucht und<lb/>
sogar Schulen dort errichten möchte. Die Landesverteidigung wird<lb/>
vielleicht bei Klosterneuburg sogar ein Übungsgelände verlangen.<lb/>
Schwierig wird es, wie der internationale Wettbewerb gestaltet<lb/>
werden soll. Bis jetzt hat sich herausgestellt, daß bei solchen<lb/>
Wettbewerben niemals österreichische Architekten zum Zuge gekommen<lb/>
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als letzter einen Preis bekommen. Die Betrauung von <rs type="person" ref="#per__97981">Staber</rs> mit<lb/>
dem Projekt hat große Schwierigkeiten bereitet. <rs type="person" ref="#per__97963">Slavik</rs> sieht aus<lb/>
diesem Problem keinen Ausweg, da er denkt gegebenenfalls, ob man<lb/>
nicht eine nationale Jury nur einsetzten sollte, d.h. einen nationalen<lb/>
Wettbewerb machen soll. In diesem Fall meinte er aber würden die<lb/>
Architekten wieder nicht die Möglichkeit haben, sich mit ausl.<lb/>
Architekten zu messen und gute Projektideen vielleicht verloren<lb/>
gehen. Ich glaube, daß in einem solchen Fall sich die ausl.<lb/>
Architektenbüros eines österr. Architekten als Strohmann benützen<lb/>
würden. Damit wären zwei Fliegen auf einen Schlag, es würden die<lb/>
Ideen doch nach Österreich kommen und ein österr. Architekt würde<lb/>
dann mit der Durchführung betraut werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band09_1972-02-28_18">Einbürgerung auf Staatsbürgerschaftsgesetz muß geändert werden.<lb/>
Derzeit ist es so, daß nach 30 Jahren man automatisch Staatsbürger<lb/>
wird, nach 10 Jahren kann man ein Ansuchen machen, nach 4 Jahren<lb/>
bestätigt das Bundesministerium für Inneres die wirtschaftliche Not<lb break="no"/>wendigkeit oder einen 2. Grund, denn zwei Gründe müssen laut Gesetz<lb/>
angegeben werden und bis vier Jahre muß die Bundesregierung diese Be<lb break="no"/>stätigung ausstellen. Die Frauen, welche Österreicher heiraten, werden<lb/>
automat. österreichische Staatsbürger, bei den Männern, die hier<lb/>
Frauen heiraten, ist dies nicht der Fall. Das Innenministerium<lb/>
hat 1965 durch einen Erlass ein Ermittlungsverfahren angeordnet<lb/>
und dieses Ermittlungsverfahren ist furchtbar kompliziert und<lb/>
hat den Nachteil, daß das Ministerium angeblich sich dann auf die<lb/>
einzelnen Auskünfte, selbst der Staatspolizei stützt, die man<lb/>
meistens sehr negativ sind, oder zumindestens Andeutungen enthalten<lb/>
wie Spionageverdacht oder sonstiges gegeben sei. In der Diskussion<lb/>
melde ich mich zu diesem Punkt und erkläre, daß <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> genau das<lb/>
Gegenteil von <rs type="person" ref="#per__97963">Slaviks</rs> Ausführungen in der Regierung immer macht,<lb/>
d.h. nicht das Ministerium, sondern die Gemeinde Wien an den<lb/>
zögernden Einreichungen schuld sei. <rs type="person" ref="#per__97963">Slavik</rs> verspricht, daß er<lb/>
dieses Problem mit <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> gemeinsam besprechen und lösen wird, wie<lb/>
ich vorgeschlagen habe. <rs type="person" ref="#per__97963">Slavik</rs> meint allerdings, daß die im Gesetz<lb/>
vorgesehenen zwei Gründe auf einen Grund, also z.B. nur wirtschaftl.<lb/>
Grund reduziert werden sollte. Gleichzeitig sollte auch über Er<lb break="no"/>suchen nicht 10 Jahre, sondern schon 4 Jahre Aufenthalt ohne Be<lb break="no"/><pb n="09-0274" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band09/09_1972-02-28_0274.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>stätigung genügen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band09_1972-02-28_19">Die Landeshauptleute haben die gewünschte Erhöhung der Beteiligung<lb/>
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30 Minuten beim ORF Tagesrundschau haben, während Wien, NÖ. und<lb/>
Bgld. zusammen auch nur 30 Minuten, d.h. auf jedes Land nur 10<lb/>
Minuten entfallen. Dieser Zustand wurde einstimmig in der Landes<lb break="no"/>hauptleutekonferenz beschlossen, ist unverzüglich zu beseitigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band09_1972-02-28_20">Die nächsten Wiener Konferenz am Donnerstag wird sich mit den Leit<lb break="no"/>linien für Wien beschäftigen. Die Erfüllung des Wahlprogrammes ist<lb/>
zur Hälfte bereits erfolgt und mit diesen Leitlinien soll bereits<lb/>
die Vorschau für das Wahlprogramm 1974 bis 79 erfolgen. Die Wiener<lb/>
Wahlen würden im März – April 1974 stattfinden, gegebenenfalls aber<lb/>
auch im Herbst 1973, wenn die pol. Situation dies verlangt. Damit<lb/>
Wien die Regierungserklärung, nämlich das Regierungsprogramm die<lb/>
Wohnbau zu verdoppeln erfüllen kann, muß die Gemeinde Wien ent<lb break="no"/>sprechende Gründung durch ein Bodenbeschaffungs- und Assanierungs<lb break="no"/>gesetz erhalten. Der Rechnungshof prüft derzeit und ein Rechnungs<lb break="no"/>hofbeamter ist der Meinung gewesen, daß Wien zuviele Gründe hat.<lb/>
Er hat vergessen, daß tausende m² für Wald- und Wiesengürtel, Park<lb break="no"/>landschaften, Sportanlagen und Straßen ebenfalls als Grundeigentum<lb/>
der Gemeinde Wien aufscheinen, obwohl dort ein absolutes Bauverbot<lb/>
herrscht. Der Rechnungshof denkt noch immer an eine Transaktion<lb/>
bei den Grundstücksverkäufen und Käufen und hat deshalb gewünscht,<lb/>
daß die Gemeinde ihm mitteilt, wo die ÖVP gegen Grundstücksver<lb break="no"/>käufe gestimmt hat. <rs type="person" ref="#per__97963">Slavik</rs> sagte, es handelt sich dabei nur um 7<lb/>
Projekte, die alle einwandfrei sind und wo die ÖVP nur politische<lb/>
Gründe vorgegeben hat, daß sie dagegen gestimmt hat, z.B. war sie<lb/>
gegen die entsprechende Grundtransaktion in dem na die SPÖ, die<lb/>
Kinderfreunde und den Verein der Geschichte der Arbeiterbewegung<lb/>
wieder in die <choice><choice><sic>Malwörthgasse</sic><corr>Albertgasse</corr></choice></choice> zurückgebracht hat. Dieses Haus wurde<lb/>
1934 der sozialistischen Partei geraubt und die Organisation mußte<lb/>
im Finanzamt vom 8. Bezirk gegen jederzeitige Kündigung Unterkunft<lb/>
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ergeben kann, weil eine Parteifinanzierung über Tankstellen, Grund<lb break="no"/>käufe oder Superzinsen für Einlagen niemals gemacht wurde. Die Gemeinde<lb/>
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S 10,–– pro Wähler beschlossen und dafür bekommt die SPÖ 5,5 Mio.<lb/>
die ÖVP 3,5 Mio., die FPÖ 500.000,–– und die DFP sogar 470.000,––<lb/>
Die Gemeinde hätte auch einen seinerzeitigen Plan mit Hilfe von<lb/>
Annoncen der AZ 1 Mio. zukommen zu lassen, abgelehnt, da dies die<lb/>
Gemeinde 10 Mio. gekostet hätte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band09_1972-02-28_21"><rs type="person" ref="#per__97845">Probst</rs> ergänzt die Ausführungen, daß nun im Rechnungshof der<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__97963">Slavik</rs> meinte, daß seinerzeit die Gemeinde Wien beantragt hat,<lb/>
daß das Allgemeine Krankenhaus mit 400 Mio. S Heizkosten be<lb break="no"/>lastet sein wird und deshalb um diese Investitionen dort zu<lb/>
ersparen, im Zwetschkenkern der Bund eben 200 Mio. $, er muß<lb/>
die Hälfte der Kosten des Allgemeinen Krankenhauses tragen,<lb/>
zugeschossen hat. Damit hat man Investitionen im Allgemeinen<lb/>
Krankenhaus erspart und die Kontrolle des Rechnungshofes kann<lb/>
sich daher ruhig auf diesen Punkt erstrecken. <rs type="person" ref="#per__97845">Probst</rs> ergänzt<lb/>
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Wiens kommen wird und das seinerzeitige Programm zu überarbeiten.<lb/>
Die Gemeinde wird sich mit dem Schulbuchproblem, mit dem Wohnungs<lb break="no"/>problem der public relation und des Spitalproblems noch sehr<lb/>
eingehend beschäftigen, wie der Wiener Vorstand und die Stadt<lb break="no"/>räte bereits am Samstag und Sonntag gemacht haben.<lb/>
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Kopf, in dem er erklärte, es wäre früher üblich gewesen, daß<lb/>
in der Partei immer alle eng zusammengestanden sind, besonders<lb/>
dann, wenn einer attackiert wurde. Ich habe in der letzten Zeit<lb/>
leider nachgelassen, ob es sich um das Fernsehen, ob es sich um<lb/>
Zeitungen handelt, oder auch nur um sonstige Informationen, immer<lb/>
wieder kann man feststellen, daß eine einheitliches, starkes<lb/>
und geschlossenes Auftreten leider nicht zu verzeichnen ist.<lb/>
Man hat das Gefühl, daß sich einzelne doch ihre eigene Suppe<lb/>
kochen wollen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band09_1972-02-28_23">Da für das Preisschürfproblem<add>[?]</add> in Wien ein ÖVP-Stadtrat zuständig<lb/>
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der zuständige Stadtrat ist, dieses Problem im Stadtsenat zu klären.<lb/>
Die Gemeinde will nach Mitteilung vom Berghauptmann für Wien nicht<lb/>
mehr um eine Erneuerung der Preisschürfe<add>[?]</add> ansuchen, obwohl dies nach<lb/>
dem Gesetz notwendig ist, da bei Nichtschürfen nach einigen Jahren<lb/>
das Freischürfrecht entzogen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band09_1972-02-28_24"><rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> hat die Diskussion eingeleitet, in dem er darauf hinge<lb break="no"/>wiesen hat, wie er und wir alle bei den Sektions- und Bezirkskon<lb break="no"/>ferenzen das Unbehagen über die Gemeindeverwaltung feststellen<lb/>
müssen. Jeder hat erwartet, jetzt kommt eine riesige Angriffswelle<lb/>
gegen die Gemeindeverwaltung oder gar gegen <rs type="person" ref="#per__97963">Slavik</rs> angewiesen,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> auf das mangelnde Informationsmaterial. Den meisten Teil<lb break="no"/>nehmern war ein sichtbares Aufatmen zu hören. Richtig ist, daß<lb/>
die Public-Relations-Arbeit der Gemeinde sehr unfruchtbar ist.<lb/>
Slavik unterscheidet die Tätigkeit außerhalb Wien für die Bundes<lb break="no"/>hauptstadt ganz gut geworben wird. Im Ausland selbst, meinte er,<lb/>
liegen wir mit den Leistungen und auch unserer Public-Relations-Arbeit<lb/>
an der Spitze. Für Wien selbst gibt er allerdings zu, daß dies<lb/>
sehr unbefriedigt ist. <rs type="person" ref="#per__98066">Robert Weisz</rs>, der neben mir sitzt, meinte,<lb/>
daß es eben nichts genützt hat, daß man drei Kommunalredakteure<lb/>
von den Zeitungen, die früher Wien kritisiert haben, in den Infor<lb break="no"/>mationsdienst übernommen hat. Die Angriffe werden von den Zeitungen<lb/>
fortgesetzt und die Kommunalredakteure bewähren sich gar nicht,<lb/>
da sie überhaupt nichts mehr leisten können. Der einzige und gute<lb/>
Mann sei der von der kommunistischen Presse <rs type="person" ref="#per__139472">Stimmer</rs>, der auch<lb/>
das politische Gespür hat, und die Stadträte selbst bestätigen,<lb/>
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1. ankommt und 2. nicht danebengehauen wird. Wenn man bedenkt,<lb/>
daß in dem Presse- und Informationsdienst jetzt schon drei Dutzend<lb/>
Redakteure arbeiten, dann fragt man sich wirklich wozu. Hier be<lb break="no"/>wahrheitet sich wieder, daß ein großer Apparat keinesfalls gute<lb/>
Leistungen erbringen muß, sondern daß es zielführender ist, wirklich<lb/>
nur einen Mann dafür zu engagieren, den man dann auch frei entwickeln<lb/>
lassen muß. Würde sich die Gemeinde dazu entschließen,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__139472">Stimmer</rs>, wenn er wirklich der Mann ist, was ich nicht weiß, aber<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> bei uns im Ministerium arbeiten zu lassen, dann hätten<lb/>
sie wahrscheinlich einen besseren Erfolg. So aber wird die<lb/>
Arbeit drüben sicherlich bürokratisch erstickt und bringt<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band09_1972-02-28_25">Mit <rs type="person" ref="#per__97354">Pauli Blau</rs> wird besprochen, die zukünftige Arbeit in der<lb/>
Arbeiterkammer. <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> hat mir vorgeschlagen, daß man <rs type="person" ref="#per__97354">Blau</rs> als<lb/>
Institutsmann gewinnen soll, da <rs type="person" ref="#per__114651">Rauscher</rs> seine Funktion jetzt<lb/>
endgültig zurückgelegt hat, wird es notwendig sein, einen Mann<lb/>
wie <rs type="person" ref="#per__97354">Blau</rs> für diese Arbeit einzusetzen. <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> selbst hat als<lb/>
Sekretär nur sehr beschränkt zeitliche Möglichkeit. <rs type="person" ref="#per__97354">Blau</rs> müßte<lb/>
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Gewerkschaftsbundes und der Arbeiterkammer, insbesondere deren<lb/>
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zielführend, daß wir eine Stiftung errichten, in diesem Falle<lb/>
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des Institutes flüssig machen können. <rs type="person" ref="#per__97570">Hrdlitschka</rs> möchte, daß<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97354">Blau</rs> primär der Nachfolger <rs type="person" ref="#per__114651">Rauschers</rs> im Gesellschaftsmuseum wird.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114651">Rauscher</rs> hat dort angeblich mit Jahresmitte bereits gekündigt.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97354">Blau</rs> selbst findet aber, daß er für diese Arbeit kaum Interesse<lb/>
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dies nur ein Posten für einen Pensionisten der sich für diese<lb/>
Probleme z.B. durch Detailkenntnisse usw. und durch Vortrags<lb break="no"/>tätigkeit und ganz besonders durch weiteres Sammeln von Material<lb/>
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solche Arbeit derzeit ganz entschieden ab. Da ich mit <rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs><lb/>
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ÖPZ und ins ERKW kommen sollte, gäbe dies mit der Arbeitsplatz<lb break="no"/>technik in der AK kombiniert ein zusätzliches Betätigungsfeld für<lb/>
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in Wirklichkeit als gescheitert betrachtet werden muß. Der Presse<lb break="no"/>referentenposten in Paris war von <rs type="person" ref="#per__97354">Blau</rs>, aber auch von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, wie er<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band09_1972-02-28_26">Der Innungsmeister <rs type="person" ref="#per__139473">Leiter</rs> von Tirol war von LH.-Stv. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs><lb/>
geschickt worden. <rs type="person" ref="#per__139473">Leiter</rs> betreibt heute elastische Netze, die<lb/>
aus Italien der Fa. EPB importiert. Trotz 38 % Zoll- und Ausgleichs<lb break="no"/>steuer ist er noch wesentlich billiger, als eine österreichische<lb/>
Firma. Er verkauft diese Netze um 3,50 pro Meter, während der Ver<lb break="no"/>trieb Frey 5,95 verlangt. Ein Patent der Firma Haymerle<add>[?]</add> soll im<lb/>
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Land verbieten kann. Ich habe immer nur angenommen, daß man mit<lb/>
einem Patent eine Erzeugung verbieten kann, wenn man nicht Lizenz<lb/>
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ein Patentschutz gegen Import und gegen Verkauf von Waren existiert,<lb/>
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Du siehst, wie man Detailkenntnisse braucht. Bitte feststellen,<lb/>
wie es sich hier wirklich verhält.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band09_1972-02-28_28">Auf alle Fälle hat <rs type="person" ref="#per__139473">Leiter</rs> dann nichts anderes wollen, als wie ich<lb/>
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Ich erklärte sofort, daß ich dies wahrscheinlich kaum könnte.<lb/>
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Innungsmeister der Fleischer mitteilt, daß durch die Verteuerung<lb/>
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knapp sind, würde ich auf diesem Wege versuchen, das Problem<lb/>
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der Presse in ihren Ländern hat. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> schwebt eine Teilung<lb/>
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geben, die AZ würde 15 Mio. S brauchen. In Summe würde eine<lb/>
Subvention von 30 Mio. erforderlich sein. Für die Boulevard-Zeitungen<lb/>
aber wäre eine steuerliche Ermäßigung vollkommen genügen, da<lb/>
die Länder die Hälfte dabei mitzahlen müßten. Derzeit befinden<lb/>
sich die Zeitungen in einem ausgesprochenen Krieg mit dem ORF da<lb/>
sie befürchten, daß Annoncen-Geschäft vom ORF vollkommen zerschlagen<lb/>
wird. Auch hier wird es notwendig sein, eine zweckmäßige Lösung<lb/>
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auch <rs type="person" ref="#per__122965">Treichl</rs> als Generaldirektor, doch wird er nicht mehr<lb/>
gegen die SPÖ dann entscheiden können. Das Anbot <rs type="person" ref="#per__97917">Schleinzers</rs><lb/>
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eigene Kosten ein Mandat zu sichern. Auch dann wird in 9, 7, 1<lb/>
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Als weiteres Drohungsmittel hätte noch immer die SPÖ die<lb/>
Möglichkeit, daß die Betriebsräte im Aufsichtsrat nicht ange<lb break="no"/>rechnet werden, allerdings ergibt sich dann die Frage, ob die<lb/>
ÖIAG oder die einzelnen Gesellschaften Betriebsräte in den Auf<lb break="no"/>sichtsrat schicken können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band09_1972-02-28_31"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> berichtet auch über die Reise, die Hauptstädte. In Frank<lb break="no"/>reich hätte er festgestellt, daß das Patronat noch immer sehr<lb/>
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gibt es den Kapitalismus noch im reinsten Gepräge. Sein großes<lb/>
politisches Argument, und ich glaube, da liegt er wirklich richtig,<lb/>
war, daß er erklärt hat, wenn keine wirtschaftlichen Zugeständnisse<lb/>
von Seiten der EWG zu erwarten sind, die UdSSR dann Recht bekommen<lb/>
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ergeben, weil in Frankreich die Papierindustrie den großen Verlagen<lb/>
gehört und diese wieder die großen Zeitungen herausgeben, die die<lb/>
Meinungen bilden. Da alle auf einen größeren Beschluß Wert<lb/>
legen, müßte doch auch in der Landwirtschaft Zugeständnisse gemacht<lb/>
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Für Edelstahl und den anderen sensiblen Produkten, glaubt er, müßte<lb/>
man eine bessere Lösung vorschlagen. Ursprungsregelung wurde von<lb/>
ihm überhaupt nicht besprochen. Die Einführung der Mehrwertsteuer<lb/>
mit 1.1.1973 wird allgemein sehr positiv bewertet. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
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bei Papier nach 10 Jahren fertig ist. <rs type="person" ref="#per__97867">Reiterer</rs> wollte mir bei seiner<lb/>
Berichterstattung weismachen, daß er über dieses Problem nachge<lb break="no"/>dacht hat und folgenden Plan sich zurecht gelegt hat. Er meinte,<lb/>
er rede nicht sehr viel über diese Probleme, aber er könnte sich<lb/>
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2x 15 % und 2x 20 % die Zölle gesenkt. Bei Papier sollten 4x 4 &amp;<lb/>
1x 10 %, 2x 15 % und 2x 20 % die Zölle gesenkt werden. Da die EG<lb/>
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dieses mit denselben Sätzen wie die Zollsenkung erfolgt, auch auf<lb break="no"/>gestockt werden. Einen unmittelbaren Zusammenhang kann ich aus<lb/>
diesen beiden Maßnahmen überhaupt nicht ablesen. Das Zollsenkungs<lb break="no"/>ausmaß hat mit einer Plafond- oder Kontingentaufstockung überhaupt<lb/>
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anwenden, aber eine logische Begründung gibt es dafür überhaupt<lb/>
nicht. Ich glaube auch, es gibt keine wie immer geartete logische<lb/>
Begründung für seinen Staffelungskalender. Da er dies aber gegenüber<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band09_1972-02-28_32">Bei der Ministerratsbesprechung schnitt ich auch das Problem der<lb/>
Erstattung an. Ohne mich für eine Lösung auszusprechen erkläre ich<lb/>
die Gegensätze zwischen den Interessensvertretungen und daß die<lb/>
Landwirtschaft bis 8. März eine diesbezügliche Entscheidung wünscht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band09_1972-02-28_33"><rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> berichtete von der Vorsprache <rs type="person" ref="#per__97769">Mussils</rs> mit einem ganzen<lb/>
Stab von Experten, die sich mit seinen Beamten noch stundenlang<lb/>
unterhalte haben, um überhaupt das Problem einmal abzugrenzen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> hätte keinerlei wirtschaftliche Notwendigkeit, sondern nur<lb/>
dann ihm gegenüber das politische Argument, daß man damit die<lb/>
Bauernschaft für die Zustimmung gewinnen müsse, angeführt. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>,<lb/>
aber auch <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sind nach wie vor dagegen, daß wir eine solche<lb/>
Erstattung machen sollten. Ich bin nicht überzeugt, daß sie dies<lb/>
bis zur letzten Phase werden durchstehen. Da aber zwischen den<lb/>
Interessensvertretungen in diesem Punkt sowieso keine Einigung<lb/>
erzielt sein wird, werde ich mich jetzt nicht exponieren, sondern<lb/>
abwarten, wie sich die ganze Sache weiterentwickelt. Vielleicht<lb/>
ist es ganz gut, wenn wir dann letzten Endes dann doch die Erstattung<lb/>
in irgend einer Form machen, daß die Bauern dann sagen sie haben<lb/>
einen großen Erfolg erzielt, weil <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> jetzt noch immer entsprechend<lb/>
Widerstand leistet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band09_1972-02-28_34">Allgemein wird angenommen, daß der EWG -Vertrag im Herbst im<lb/>
Parlament wird zur Debatte stehen und daß es dort dann tagelange<lb/>
Diskussionen geben wird. Man erwartet, daß eigentlich nur das<lb/>
Budget ein paar Nebengesetze und der EWG-Vertrag im Herbst über<lb/>
die Bühne gehen wurden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band09_1972-02-28_35"><rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> bringt das alte Problem vom Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> zur Debatte,<lb/>
daß das Parlament mit Berichten der Regierung überhäuft wird. Da<lb break="no"/>durch kann die Opposition immer wieder riesige Debatten abführen,<lb/>
ohne daß Zeit für Gesetzesbeschlüsse bleibt. Derzeit ist das Verhältnis<lb/>
schon 50 % berichtet, 50 % gesetzt, insbesondere <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> meint, daß<lb/>
dann viele Gesetzentwürfe, die er jetzt dringend benötigt und dem<lb/>
Parlament zuleiten wird. nicht mehr zur Verhandlung kommen könnten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band09_1972-02-28_36"><rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> urgiert, daß zwischen dem Bautenminister und dem Finanzminister<lb/>
über die Wohnbauten in Aichfeld Murboden noch immer keine Einigung<lb/>
erzielt wurde. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> ist bereit, die 18 Mio. Zuschuß zu geben, möchte<lb/>
allerdings, daß dies über die Gesellschaft abgewickelt wird. <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs><lb/>
meint, bei der Gründung der Gesellschaft müßte das Handelsministerium<lb/>
aktiver werden. Anschließend an die Sitzung erkläre ich <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>, daß<lb/>
<pb n="09-0283" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band09/09_1972-02-28_0283.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>dann sofort die Aufgabe übernehme, wenn ich von ihm die klare<lb/>
Zusage erhalte, daß er diese Gesellschaft nicht selbst gründen,<lb/>
und vor allem gründen muß er sie ja, aber führen wird. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs><lb/>
meinte, dies wäre doch Aufgabe der Organe, worauf sich aber fest<lb break="no"/>halte, daß es darauf ankommt, wer diese Gesellschaft zu betreuen<lb/>
hat. wenn der Finanzminister dies allein machen will, dann müßte er<lb/>
dies jetzt klar und deutlich sagen. Ich selbst bin bereit, wenn<lb/>
das Finanzministerium die Gründung der Gesellschaft durchgeführt<lb/>
hat und uns mehr oder minder die Betreuung überträgt, daß wir<lb/>
dann alle die notwendigen Schritte, wie es z.B. auch die WIPAG<lb/>
in Wien macht, zu betreuen und zu lenken. Für mich ist da gar kein<lb/>
Zweifel, daß es darauf ankommt, wer den Geschäftsführer bestellt,<lb/>
weil dann der Geschäftsführer natürlich weiß, wo er sich hinzu<lb break="no"/>wenden hat. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> wird sich das Problem noch einmal gründlich<lb/>
überlegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band09_1972-02-28_37">Bei der Eröffnung der ÖAMTC-Ausstellung "Rendezvous Europa 1972"<lb/>
welches in Wirklichkeit nur eine Propaganda für das Reisebüro<lb/>
des ÖAMTC ist, hat auch KR. <rs type="person" ref="#per__97459">Fröhlich</rs> für den Bund der Gastlichkeit<lb/>
dem Schauspieler <rs type="person" ref="#per__97364">Böhm</rs> einen goldenen Teller überreicht. Der neue<lb/>
Führer hat schon wesentlich mehr Gaststätten aufgenommen und <rs type="person" ref="#per__97459">Fröhlich</rs><lb/>
versprach, daß spätestens nächsten Jahres alle Gaststätten, die<lb/>
einigermaßen eine Küche haben, die man Fremden zumuten kann, aufge<lb break="no"/>führt werden. Da die Überprüfung dieser Küchen durch den ÖAMTC<lb/>
angeblich erfolgt, mache ich <rs type="person" ref="#per__97459">Fröhlich</rs> neuerdings den Vorschlag, ob<lb/>
es nicht zielführender wäre, ein Kuratorium bei uns im Ministerium<lb/>
zu schaffen, welches eine objektivere Überprüfung gewährleistet.<lb/>
Insbesondere würden dann vielleicht vereinzelte Vorwürfe, die heute<lb/>
gegen die Kombination ÖAMTC und Bund der Gastlichkeit vorge<lb break="no"/>bracht werden, wegfallen. <rs type="person" ref="#per__97459">Fröhlich</rs> wird sich dies überlegen. Umso mehr<lb/>
als er meinen Vorwurf, daß manche Betriebe das Gefühl haben, daß<lb/>
sie dort ganz umsonst, nicht aber hinsichtlich der Bezahlung<lb/>
Mitglieder sind, entkräften kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band09_1972-02-28_38">Beim Empfang für <rs type="person" ref="#per__110971">Biro</rs> vom Präsidium der ungar. Handelskammer<lb/>
durch das Donaueuropäische Institut entspinnt sich selbst unter<lb/>
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Gen.Dir von Semperit, und Abg. <rs type="person" ref="#per__97437">Fiedler</rs> sowie insbesondere dann<lb/>
Präs. <rs type="person" ref="#per__97733">Mayer-Gunthof</rs> drängen darauf, daß für die Exportindustrie<lb/>
eine entsprechende <choice><choice><sic>Revalent</sic><corr>?</corr></choice></choice> für den Entfall der Exportsubvention<lb/>
zur Einführung der Mehrwertsteuer gefunden werden müßte. Ich<lb/>
weise darauf hin, daß ich bestrebt gewesen bin alle Probleme<lb/>
außerhalb des politischen Tagesstreites zu lösen, daß aber leider<lb/>
die ÖVP scheinbar jetzt alles daran setzt, um gegen die Mehr<lb break="no"/>wertsteuerregelung vorzugehen. <rs type="person" ref="#per__97358">Bock</rs> gibt mir Recht, daß es inter<lb break="no"/>national äußerst schwierig ist, unser jetziges Steuersystem zu<lb/>
verteidigen. Er meinte, er hätte immer wieder lügen müssen und<lb/>
er weiß nicht, wie es mir jetzt in dieser Frage ergeht. Ich<lb/>
muß sagen, diese objektive Bemerkung von <rs type="person" ref="#per__97358">Bock</rs> <choice><choice><sic>dat mit</sic><corr>hat mich</corr></choice></choice><lb/>
angenehm berührt. Ich glaube noch immer, daß wenn man die ÖVP,<lb/>
d.h. die Handelskammer stärker unter Druck setzt, daß sie dann<lb/>
eine wesentlich andere Stellungnahme zu der Mehrwertsteuer ein<lb break="no"/>nehmen müßten und würden, wenn sie erfahren, daß wenn es zu keiner<lb/>
Mehrwertsteuer käme, die Überkompensation verschwinden lassen muß.<lb/>
In diesem Falle würden sie nämlich ebenfalls ihre Exportsubvention<lb/>
verlieren.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 28.2.1972</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName><surname>Sassmann</surname><forename>Hanns
                  (Medienunternehmer)</forename></persName>
               <occupation>GD Styria-Verlag, Präs. Verb. öst. Zeitungsherausgeber</occupation>
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               <persName type="label">Weisz, Robert</persName>
               <persName><surname>Weisz</surname><forename>Robert</forename></persName>
               <occupation>FSG-Vors., SPÖ-Klubobmann, Volksanwalt</occupation>
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               <persName type="label">Schleinzer, Karl</persName>
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               <persName type="label">Rauscher, Franz</persName>
               <persName><surname>Rauscher</surname><forename>Franz</forename></persName>
               <occupation>ehem. Sts. (SPÖ), Leiter Öst. Gesellsch.- u. Wirtsch.museum bis
                  1972</occupation>
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               <persName type="label">Pelli, César</persName>
               <persName><surname>Pelli</surname><forename>César</forename></persName>
               <occupation>arg. Architekt</occupation>
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               <persName type="label">Reiterer, Rudolf</persName>
               <persName><surname>Reiterer</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
               <occupation>Sektionschef HM, Diplomat, Verteter bei der EG</occupation>
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               <persName type="label">Leiter, Josef (Innungsmeister)</persName>
               <persName><surname>Leiter</surname><forename>Josef
                  (Innungsmeister)</forename></persName>
               <occupation>Innungsmeister Fleischer</occupation>
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               <persName type="label">Böhm, Karlheinz</persName>
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               <occupation>Schauspieler</occupation>
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               <persName type="label">Probst, Otto</persName>
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               <persName type="label">Bock, Fritz</persName>
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               <occupation>ehem. ÖVP-Vizekanzler, Präs. Donaueurop. Institut, AR-Vors.
                  Leykam</occupation>
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               <persName type="label">Gratz, Leopold</persName>
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               <occupation>Unterrichtsminister, Bgm. Wien</occupation>
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               <occupation>Chefredakteur AZ, ÖGB-Bildungsreferent</occupation>
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               <occupation>GD Wr. Messe, Wr. SPÖ-GR-Abg., Stadtrat</occupation>
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               <occupation>Alpine, GD ab 1972, SPÖ-nahe</occupation>
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               <persName type="label">Sekanina, Karl</persName>
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               <occupation>Architekt</occupation>
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               <occupation>Präs. Bundes-Ingenieurkammer</occupation>
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               <occupation>IV</occupation>
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               <occupation>Architekt</occupation>
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               <occupation>VÖEST-Alpine</occupation>
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