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            <title type="main">Montag, der  6. Dezember 1971</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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ihn vorzustellen. <rs type="person" ref="#per__138701">Strasser</rs> ist derzeit bei der ECE unter einem<lb/>
Dreijahresvertrag und wollte wissen, wie er, wenn das Ministerium<lb/>
jetzt die Kompetenz für Verkehrsfragen abgibt, in Hinkunft behan<lb break="no"/>delt wird. <rs type="person" ref="#per__134300">Metzner</rs> sagt, dass <rs type="person" ref="#per__138701">Strasser</rs> nicht nur ein guter Freund von<lb/>
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auch dann, wenn die Kompetenz für die Verkehrsfragen an das Verkehrs<lb break="no"/>ministerium geht, unbedingt im Handelsministerium bleiben. Ich ver<lb break="no"/>sicherte ihm, dass wenn sich eine Möglichkeit ergibt und <rs type="person" ref="#per__134300">Metzner</rs><lb/>
die mir vorschlägt, ich ihn auf alle Fälle behalten möchte.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__134300">Metzner</rs> hat bereits darauf hingewiesen, dass <rs type="person" ref="#per__138701">Strasser</rs>, bevor er in<lb/>
Verkehrsfragen bei uns beschäftigt wurde, auch im Fremdenverkehr ge<lb break="no"/>arbeitet hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band08_1971-12-06_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__134300">Metzner</rs> bereits jetzt die Vorgangs<lb break="no"/>weise besprechen, da <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> sicher darauf drängen wird, diesen<lb/>
tüchtigen Beamten zu bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band08_1971-12-06_04">Präsident der Berliner Handelskammer Konsul <rs type="person" ref="#per__138708">Cobler</rs> in Begleitung<lb/>
von Herrn <rs type="person" ref="#per__138716">Granser</rs>, deutsche Handelskammer in Wien, erzählt, dass<lb/>
er die Wirtschaftslage in der BRD für sehr ernst sieht. Er meint,<lb/>
es müsste, so wie dies in Österreich seit eh und je geschieht,<lb/>
die Unternehmer und die Arbeitnehmer sich mit der Regierung zusammen<lb break="no"/>setzen, um dieses Problem zu meistern. Der schwache Punkt ist nicht<lb/>
die Autoindustrie, sondern die Maschinenindustrie und insbesondere<lb/>
die Stahlindustrie. Die Konsumindustrie dürfte einigermassen über<lb/>
die Runden kommen. In der Elektroindustrie aber hat man sich bereits<lb/>
mit Billigimporten abgefunden und erzeugt in Deutschland keine Produk<lb break="no"/>te mehr, die unter 200 DM liegen. Die grossen internationalen oder<lb/>
deutschen Konzerne erzeugen deshalb solche Produkte im Ausland ins<lb break="no"/>besondere geht man jetzt nach Portugal. Damit will man auch ein<lb/>
weiteres Ansteigen von Gastarbeitern, die bereits jetzt 2,5 Mill.<lb/>
erreichen, verhindern. In Westberlin gibt es offiziell 50.000 Gast<lb break="no"/>arbeiter, aber illegal sind mindestens 40.000 noch hineingewandert,<lb/>
die heute, ohne dass man sie erfassen kann, in Berlin arbeiten. Bei<lb/>
einer Zahl von 900.000 Beschäftigten ist das eine erkleckliche<lb/>
Dunkelziffer. Westberlin ist heute noch immer die grösste Industrie<lb break="no"/><pb n="08-1440" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band08/08_1971-12-06_1440.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>stadt, denn von den 900.000 Beschäftigten sind 270.000 in der<lb/>
Industrie beschäftigt. Bei den neuen Verträgen zwischen West- und<lb/>
Ostberlin wurden weitgehend alle Wünsche der deutschen Bundeshandels<lb break="no"/>kammer verwirklicht. Vor etlichen Monaten hat noch der Unterhändler<lb/>
<rs type="person" ref="#per__138718">Bahr</rs> erklärt, dass dies vollkommen unmöglich sei und jetzt hat sich<lb/>
im Zuge des Wunsches der Sowjetunion, einen Vertrag abzuschliessen,<lb/>
eine weitgehende Berücksichtigung dieser wirtschaftspolitischen For<lb break="no"/>derungen ermöglicht. Westberlin wird aber in Hinkunft als ein dritter<lb/>
Staat zwischen Westdeutschland und Ostdeutschland existieren. Die<lb/>
Hauptstadtfunktion musste aufgegeben werden. Auch <rs type="person" ref="#per__138708">Cobler</rs> ist allerdings<lb/>
der Meinung, man sollte jetzt noch nicht durchstarten. Der Berater<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__97914">Schiller</rs>, <rs type="person" ref="#per__138729">Noe</rs>, hat hier am Samstag ebenfalls erklärt, dass es<lb/>
noch zu früh sei. Zuerst müssten die Streiks und die Lohnverhandlungen<lb/>
abgeschlossen sein und eine gewisse Beruhigung in der Wirtschafts<lb break="no"/>entwicklung eingetreten sein. Ich persönlich wundere mich nur immer,<lb/>
wie diese Leute mit scheinbarer äusserer Ruhe, vielleicht haben sie<lb/>
sie auch innen nicht, das kann ist nicht feststellen, diese Wirt<lb break="no"/>schaftsentwicklung betrachten. Wenn sie nämlich 6 Mia. DM als Konjunk<lb break="no"/>turreserve auf der hohen Kante haben, dann würden wir wahrscheinlich<lb/>
diese längst eingesetzt haben, damit wir nicht eine derartigen Rück<lb break="no"/>gang des Bruttonationalproduktes und der Konjunktur zu verzeichnen<lb/>
hätten. Wenn Deutschland wirklich im nächsten Jahr nur 1 % reales Wachs<lb break="no"/>tum hat, dann glaube ich müssten sie die Konjunktur schon längst an<lb break="no"/>kurbeln. Sie haben aber immer noch Kurs auf Restriktionspolitik, ob<lb break="no"/>wohl sie sich, wie <rs type="person" ref="#per__138708">Cobler</rs> sich ausdrückte, in der Stagflation befinden.<lb/>
Ohne dass ich mich natürlich in innerdeutsche Angelegenheiten drein<lb break="no"/>mischte, habe ich doch meine Meinung klar und deutlich zum Ausdruck<lb/>
gebracht. Voraussetzung für eine vernünftige Politik wäre aber, dass<lb/>
so wie in Österreich die Wirtschafts- und Sozialpartner viel enger<lb/>
zusammenarbeiten. Wenn man die Folgen sieht, die eine andere Politik<lb/>
in einem Land bedeutet, so stärkt das in mir die Meinung, dass wir<lb/>
alles daran setzen müssen, insbesondere glaube ich meine einzige<lb/>
Funktion darin besteht, diese Sozialpartnerschaft unter allen Um<lb break="no"/>ständen zu erhalten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band08_1971-12-06_05">Bei der Verleihung der Ehrenzeichen haben wir jetzt wieder eine<lb/>
Musik bestellt. Dadurch ergibt sich ein feierlicherer Rahmen.<lb/>
Trotzdem ist es nicht möglich, eine Liste mit den stichwortartigen<lb/>
Bemerkungen zu bekommen, obwohl ich jetzt schon einige Male demon<lb break="no"/><pb n="08-1441" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band08/08_1971-12-06_1441.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>striert habe, wie ich die Auszeichnungen vornehme, ist dies nicht<lb/>
möglich. Der Grund ist für mich auch jetzt vollkommen klar. Diejenigen,<lb/>
die diese Liste anlegen müssten, die in Wirklichkeit die Arbeit<lb/>
leisten, sind bei dieser Auszeichnung nie dabei. Anwesend sind nur die<lb/>
Sektionschefs, Ministerialräte und sonstige Leute, die nur den anderen<lb/>
anschaffen, wie sie eine solche Liste zu erstellen haben. <rs type="person" ref="#per__97915">Schipper</rs><lb/>
erzählte mir, dass die vorhergehenden Minister immer von jedem ein<lb/>
Blatt bekommen haben, wo sie heruntergelesen haben, was der Be<lb break="no"/>treffende geleistet hat. Dies ist natürlich sehr fad, wie er selbst<lb/>
zugab, und vor allem sehr unpersönlich<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band08_1971-12-06_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: In Hinkunft, wenn der Akt von mir unterschrieben<lb/>
wird und die Auszeichnung damit erledigt ist, bitte ich einen Bericht<lb/>
von jedem Ausgezeichneten schriftlich zu verlangen. In diesem Bericht<lb/>
soll auch drinnenstehen, was seine Arbeitskollegen sagen. Dies kann<lb/>
man über den Betriebsrat oder die Abteilungsleiter, bei Direktoren<lb/>
über seinen Mitdirektor erfahren. Dieser Zettel wird dann von mir ge<lb break="no"/>lesen und ich werde die Stichworte anzeichnen, die man mir dann auf<lb/>
eine grosse Liste zusammenstellt. Diese Zettel müssen unbedingt zwei<lb/>
Tage vor der Auszeichnung in meinem Besitz sein. Anders kann man<lb/>
scheinbar dieser Desorganisation im Hause nicht beikommen. Diesmal<lb/>
hat nicht einmal die Reihenfolge der Ausgezeichneten mit den Spick<lb break="no"/>zetteln, die man mir gegeben hat, übereingestimmt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band08_1971-12-06_07">Der rumänische Botschafter schlug vor, dass im Feber die erste Ge<lb break="no"/>mischte Kommission auf Grund des neuen Vertrages in Wien stattfinden<lb/>
sollte. Alle Vorbereitungen in Rumänien zwischen <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> und ihren<lb/>
Leuten wurden so positiv erledigt. Ich erinnerte an den fehlenden<lb/>
Briefwechsel, wonach nach Möglichkeit auch in Hinkunft mit freien<lb/>
Devisen bezahlt werden kann. Darüber hinaus war auch vereinbart wor<lb break="no"/>den, dass man mit der Liberalisierung mit 1.1.1975 ähnliche wie es<lb/>
im polnischen Vertrag vorgesehen ist eine Escape-Klausel vereinbaren<lb/>
müsste. Ich wies darauf hin, dass die Oststaaten nicht über einen<lb/>
Kamm geschoren werden, sondern dass man selbstverständlich bei diesen<lb/>
Verhandlungen und bei diesem Wunsch Österreichs ganz besonders die<lb/>
rumänische-österreichischen Probleme berücksichtigen müsse. Der Bot<lb break="no"/>schafter stimmte aber mit mir überein, dass man diese beiden Probleme<lb/>
<pb n="08-1442" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band08/08_1971-12-06_1442.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ehestens regeln sollte. Der tiefere Grund seiner Vorsprache war<lb/>
aber, dass Minister <rs type="person" ref="#per__118310">Burtica</rs> in aufgefordert hat, dass Österreich<lb/>
noch einmal daran erinnert werden soll, dass Rumänien die 30 %-ige<lb/>
Zollpräferenz bekommen sollte. Frankreich, Italien, Dänemark und Gross<lb break="no"/>britannien haben sich – wie er mir mitteilte – auch bereits positiv<lb/>
für diesen Wunsch Rumäniens ausgesprochen. Ich wies darauf hin, dass<lb/>
ich bereits dem Sonderkurier voriges Jahr erklärt habe, dass Österreich<lb/>
– wenn sich Rumänien selbst als Entwicklungsland bezeichnet – auf<lb/>
alle Fälle die 30 %-ige Zollsenkung in Anspruch nehmen könnte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band08_1971-12-06_08">Im Handelsausschuss des Parlaments – und deshalb mussten alle diese<lb/>
Besprechungen im Parlament erfolgen – wurde das Rohstofflenkungs<lb break="no"/>gesetz und das Aussenhandelsgesetz behandelt. Sicherlich hätte ich<lb/>
könne, so wie das vielleicht auch andere Minister machen, da es sich<lb/>
um unwesentliche Materien handelt, mich durch Beamte vertreten lassen.<lb/>
Beim Rohstofflenkungsgesetz fragte z.B. aber der FPÖ-Abgeordnete, ob<lb/>
nicht doch eine längere Wirksamkeit des Rohstofflenkungsgesetzes ziel<lb break="no"/>führend sei und ob nicht Fragen der wirtschaftlichen Landesverteidigung<lb/>
ebenfalls in diesem Gesetz Berücksichtigung finden könnten. Ich erwider<lb break="no"/>te, dass ich im Vorjahr mit Genehmigung der Bundesregierung und den<lb/>
Kompetenzen der anderen Minister durch Monate hindurch im vorparlamen<lb break="no"/>tarischen Raum verhandelt hatte und dass leider diese Verhandlungen<lb/>
nicht positiv abgeschlossen werden konnten. Hier wurde vorgesehen auch,<lb/>
dass das Rohstofflenkungsgesetz wesentlich verbessert werden sollte.<lb/>
Ich bin überzeugt, dass im nächsten Jahr ebenfalls solche Verhandlungen<lb/>
stattfinden werden. Betreffend die Wirtschaftliche Landesverteidigung<lb/>
ist das Hauptproblem über die Bevorratungsfrage, wer die entsprechen<lb break="no"/>den Mittel aufbringt. Auch hier zeichnen sich vielleicht neue Wege<lb/>
ab und ich werde nicht versäumen, diese natürlich in einem entsprechen<lb break="no"/>den Gesetzesantrag dann dem Hohen Hause vorzuschlagen. Der ÖVP-Abge<lb break="no"/>ordnete <rs type="person" ref="#per__117103">Zittmayr</rs> fragte an, ob auch Öl und Derivate berücksichtigt<lb/>
werden. Dies veranlasste den ÖVP-Vorsitzenden <rs type="person" ref="#per__112996">Staudinger</rs> zu der<lb/>
Bemerkung, dass <rs type="person" ref="#per__117103">Zittmayr</rs> immer nur fragt, damit er im Protokoll<lb/>
aufscheint. Das Ganze spielte sich in einer lustigen Art ab, ist aber<lb/>
in Wirklichkeit ein typisches ÖVP-Problem. Die Oppositionspartei<lb/>
müsste in Wirklichkeit – ich selbst habe das in der Koalitions- und<lb/>
in der ÖVP-Alleinregierung jahrelang praktiziert – immer wieder<lb/>
durch Anfragen, Bemerkungen und Hinweise ihr Interesse an den<lb/>
Gesetzen aber vor allem auch ihre Kritik anbringen. Wenn nun die<lb/>
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dient, um sich ins Rampenlicht zu setzen, dass lähmt dies die<lb/>
Angriffskraft. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man in so<lb/>
einem Fall dann sagt, na schön, dann werde ich keinerlei Bemerkungen<lb/>
oder Kritiken mehr anbringen. Beim Aussenhandelsgesetz wollte<lb/>
<rs type="person" ref="#per__117103">Zittmayr</rs>, dass man von Ausschuss her klarstellt, dass unter<lb/>
"gefroren" auch tiefgekühlt zu verstehen ist. <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs> meinte, dass<lb/>
wir dies zwar nicht brauchen, aber es ist sicherlich gut, wenn eine<lb/>
identische Interpretation klarstellt, dass unter "gefroren" auch<lb/>
"tiefgekühlt" zu verstehen ist. Der Ausschuss war, wie ich prophe<lb break="no"/>zeit hatte, in 10 Minuten mit seiner Arbeit fertig.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band08_1971-12-06_09">Der neue russische Botschafter <rs type="person" ref="#per__137887">Aristow</rs> und Handelsrat <rs type="person" ref="#per__137070">Karmasin</rs><lb/>
machte nicht nur seinen Antrittsbesuch, sondern wies auch darauf<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__137887">Aristow</rs> sagte wortwörtlich: Er hätte von der Sowjetregierung die<lb/>
Genehmigung erhalten, in Österreich vier Tage zu verweilen. Er würde<lb/>
sich jetzt für die Trasse der Erdgasleitung zwischen CSSR und Italien,<lb/>
über die Supertiefbohrungen im Erdgasfehler, über die Schwerarmatu<lb break="no"/>ren und insbesondere über eine Aussprache mit Minister und General<lb break="no"/>direktor <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> sehr interessiert sein. Zum Glück hat mich <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> auf<lb/>
diesen Besuch bereits aufmerksam gemacht und ich konnte deshalb mit<lb/>
ruhigem Gewissen antworten, dass ich mit dem Gen.Direktor <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs><lb/>
von der ÖMV bereits im Kontakt bin und dass wir uns sehr freuen,<lb/>
dass Minister <rs type="person" ref="#per__137889">Kortunow</rs> nach Österreich kommt. <rs type="person" ref="#per__137887">Aristow</rs> hat nämlich<lb/>
angedeutet, dass wenn der Besuch nicht erwünscht ist, so müsste man<lb/>
dies sagen. <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> meinte, dass <rs type="person" ref="#per__137887">Aristow</rs> sehr formell ist und ich habe<lb/>
deshalb gar nicht meinen Vorbehalt bezüglich der Parlamentstätig<lb break="no"/>keit angebracht. Es muss sich eine Zeit erübrigen lassen, damit<lb/>
man mit diesem Gasminister die Verhandlungen führen kann. Der<lb/>
russische Botschafter bezeichnete ihn als einen Gasmagnaten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band08_1971-12-06_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: Bitte sofort mit <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> und der ÖMV abstimmen,<lb/>
wer ihn einlädt, wer es bezahlt und welches Geschenk man ihm geben<lb/>
muss. Ich fürchte, dass die Russen grössten Wert darauf legen, dass<lb/>
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Geld mehr haben, müsste man eventuell von der ÖMV, so wie das auch<lb/>
bei der VÖEST geschehen ist, entsprechende Rückvergütung bekommen.<lb/>
Dieses Problem muss man aber äusserst delikat behandeln, weil ja<lb/>
nichts den Russen bekannt werden darf.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band08_1971-12-06_11">Der tunesische Geschäftsträger hat neuerlich darauf gedrängt, dass<lb/>
die Gemischte Kommission unter höchster Patronanz, das ist unter<lb/>
Anwesenheit der beiden Minister starten müsste. <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> und auch<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114990">Wessely</rs>, der als Übersetzer beim Besuch des Ministers <rs type="person" ref="#per__137240">Chelli</rs> anwesend<lb/>
war, versicherte mir, dass ich zwar keine konkrete Zusage gemacht<lb/>
hätte, dass ich aber den Wunsch, einmal Tunesien zu besuchen, durch<lb/>
eine allgemeine Floskel, dass ich mich sehr freue und sicherlich ein<lb break="no"/>mal kommen werde, meine Bereitschaft zum Ausdruck gebracht habe. Der<lb/>
Geschäftsträger <rs type="person" ref="#per__134324">Bouzayen</rs> hat nun bestätigt. dass die ÖIAG, Gen.Dir.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97470">Geist</rs> mir einigen Herren nach Tunesien fahren wird. Darüber hinaus<lb/>
werden Reisebürovertreter nach Tunesien reisen, ausserdem sei im<lb/>
April vorgesehen, dass <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> seinen tunesischen Amtskollegen<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__138739">Halusa</rs> gemeinsam besucht. Eine diesbezügliche Anfragen an <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschlä<lb break="no"/>ger</rs> bei der Ministerratsvorbesprechung ergab, dass <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> vorerst<lb/>
nicht daran denkt, nach Tunesien zu reisen. Ich ersuchte <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs>, man<lb/>
sollte auf höchster Ebene zwischen ihm und <rs type="person" ref="#per__134324">Bouzayen</rs> die eventuelle<lb/>
Tagesordnung vereinbaren und insbesondere Wünsche Tunesiens ganz klar<lb/>
und deutlich herausarbeiten. Ich fürchte nämlich, was wir ansonsten,<lb/>
wenn wir wirklich nach Tunesien fahren, dann überrascht werden von<lb/>
einem richtigen Forderungskatalog, den wir sicherlich nicht erfüllen<lb/>
können. Solange das Parlament tagt, sehe ich mich ja überhaupt ausser<lb break="no"/>stande, meinen Besuch in Tunesien zu machen, erklärte ich <rs type="person" ref="#per__134324">Bouzayen</rs>.<lb/>
Er meinte, ich könnte ihm ruhig mehrere Termine mitteilen und dann<lb/>
würde man sicherlich einen gemeinsamen herausfinden können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band08_1971-12-06_12">Bei der Ministerratsvorbesprechung berichtete <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> über die<lb/>
Zehnerkonferenz. Die USA erwarten, dass die OECD-Länder um durch<lb break="no"/>schnittlich 11 % ihre Währung aufwerten. Japan sollte mit 20 % an<lb/>
der Spitze, die BRD mit 15 %, Schweiz 13–14 %, Frankreich, Italien<lb/>
Schweden, Grossbritannien 10 % und die sonstigen mit 5 % aufwerten.<lb/>
Darüber hinaus müsste die EWG insbesondere die Agrarimporte von<lb/>
Amerika ermöglichen lassen. Hier denkt man vor allem an Zitrusfrüchte<lb/>
Getreide und Tabak. Ausserdem müsste der Kapitalexport liberalisiert<lb/>
werden. In der Diskussion ergab sich dann, dass die USA eine Abwertung<lb/>
von 5 % machen sollten, was wieder bei den USA sofort die Reaktion aus<lb break="no"/>löste, dann würden sie eventuell 10 % abwerten, die Japaner sollten<lb/>
13–14 % aufwerten und Frankreich, Schweden und Grossbritannien<lb/>
ca. 5,5 %. Österreich wird versuchen, so wie die Schweiz und <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs><lb/>
hat mit <rs type="person" ref="#per__137465">Celio</rs> darüber gesprochen, dass eine Vorleistung im Mai be<lb break="no"/><pb n="08-1445" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band08/08_1971-12-06_1445.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>reits erfolgte und keinerlei neue Aufwertungsschritte in beiden<lb/>
Ländern, insbesondere in Österreich, unternommen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band08_1971-12-06_13">Um die Bürokratie zu zwingen, dass sie nächstes Jahr während des<lb/>
ganzen Jahres Bestellungen vornimmt, will <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> morgen einen<lb/>
Antrag stellen, dass Bestellungen über 5.000 S aus Ermessenskrediten<lb/>
dem Finanzminister zur Genehmigung vorgelegt werden müssen. Dadurch<lb/>
meinte er, würden die Ressortchefs in die Lage kommen, zu sehen,<lb/>
ob die einzelnen Abteilungen erst jetzt im letzten Moment die Be<lb break="no"/>stellungen vornehmen ohne dass dafür sogar eine Notwendigkeit ist<lb/>
nur damit die Gelder im Budget ausgegeben werden. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> sicherte<lb/>
zu, dass er alles genehmigen wird. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> war von diesem Vorschlag<lb/>
begeistert, da er angeblich jetzt auch wissen wird, wie seine Büro<lb break="no"/>kratie arbeitet und dass man Beamten jetzt zeigt, dass eben nicht<lb/>
zum Schluss alles Geld noch mit Gewalt hinausschmeissen müssen. Ich<lb/>
glaube, dass die Finanzbürokratie bei <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> sich hier eine<lb/>
neue Einflussmöglichkeit schaffen will. Da es wirtschaftspolitisch<lb/>
aber wirklich ein Blödsinn ist, wen man in den letzten Tagen alles<lb/>
bestellt, so kann dieser Beschluss den Vorteil haben, dass man in<lb/>
den nächsten Jahren während des Jahres bereits die Budgetmitteln<lb/>
entsprechend verwendet. Ich bin neugierig wie die einzelnen Mini<lb break="no"/>sterium, insbesondere solche mit vielen nachgeordneten Dienststellen<lb/>
auf diese neue Aktion reagieren werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band08_1971-12-06_14">Über die österr. Staatsbürgerschaftsansuchen entspann sich eine<lb/>
grosse Debatte und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte, dass wir insbesondere in der<lb/>
Gemeinde Wien dieses Gesetz zu restriktiv auslegen. <rs type="person" ref="#per__122966">Kokoschka</rs><lb/>
z.B. sei, weil er 1938 die Staatsbürgerschaft verloren hat, nach<lb/>
seiner Auffassung österreichischer Staatsbürger und <rs type="person" ref="#per__122966">Kokoschka</rs><lb/>
beabsichtigt nicht, einen diesbezüglichen Antrag zu stellen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
wird nun für ihn ex officio einen solchen bei der Gemeinde Wien<lb/>
stellen, um damit einen Musterprozess gegebenenfalls zu führen, wenn<lb/>
er abgelehnt wird. <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> wies darauf hin, dass 1945 bis 1952 nur<lb/>
eine Mitteilung auf Grund des damaligen Staatsbürgerschaftsgesetzes<lb/>
notwendig war, es war nicht einmal ein Antrag zu stellen. Trotzdem<lb/>
wird das jetzige Staatsbürgerschaftsgesetz immer insbesondere von<lb/>
der Gemeinde Wien als sehr reaktionär gehandhabt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band08_1971-12-06_15"><rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> berichtete, dass die Absicht bestand, in indisch-paki<lb break="no"/><pb n="08-1446" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band08/08_1971-12-06_1446.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>stanischen Krieg eine gemeinsame Demarche der Schweiz und Öster<lb break="no"/>reichs vorzunehmen. Da nun aber Indien die Schweiz ersucht hat,<lb/>
und ebenfalls glaube ich Pakistan, die Interessen ihrer Staaten<lb/>
von der Schweiz wahrnehmen zu lassen, ist sie nicht mehr bereit,<lb/>
eine solche gemeinsame Demarche vorzunehmen. Darüber hinaus hat<lb/>
man sogar in Bern verlautbart, dass dies an den Bedenken Österreichs<lb/>
gescheitert ist. <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> will diese Vorgangsweise nicht akzep<lb break="no"/>tieren. Darüber hinaus ist es sehr verärgert, weil Indien zwar das<lb/>
letzte Mal bei der Anwesenheit von Frau Ministerpräsident <rs type="person" ref="#per__120641">Gandhi</rs><lb/>
Österreich so als neutralen Staat herausgestrichen und seine positi<lb break="no"/>ven Leistungen anerkannt hat, und jetzt aber nicht daran gedacht hat,<lb/>
auch nur im entferntesten Österreich der Schweiz als Schutzmacht vorzu<lb break="no"/>ziehen. Ideal wäre nach seiner Auffassung eine Demarche aller<lb/>
vier neutralen Staaten Europas gewesen, doch Finnland weiss<lb/>
noch nicht, was die SU will und hat daher abgelehnt und Schweden<lb/>
wieder hat aus Rücksicht auf Finnland sich nicht dazu bereit erklärt,<lb/>
dies ist zumindestens dazu die Meinung von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>. <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> be<lb break="no"/>richtet auch von dem Hirtenbrief <rs type="person" ref="#per__137910">Mindszentys</rs>, wo er von der gefähr<lb break="no"/>lichen provisorischen Grenze spricht. Die burgenländische Landes<lb break="no"/>regierung, LH <rs type="person" ref="#per__114583">Kery</rs>, hat sofort heftigst dagegen protestiert. Ich<lb/>
hatte Gelegenheit, bei dem Empfang von Kardinal <rs type="person" ref="#per__109820">König</rs> für die<lb/>
internationale Caritasorganisation <rs type="person" ref="#per__137910">Mindszenty</rs> selbst kennenzulernen.<lb/>
Ich erzählte aber freimütig allen, die es hören wollten und die<lb/>
mit mir sprachen, u.a. auch dem Weihbischof von Linz, <rs type="person" ref="#per__127088">Wagner</rs>, dass<lb/>
wir jetzt mit diesem Hirtenbrief ganz grosse Schwierigkeiten be<lb break="no"/>kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band08_1971-12-06_16">Ausserhalb der Tagesordnung hat mir <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> mitgeteilt, dass er zwar<lb/>
imstande wäre, eine Gesellschaft für Aichfeld-Murboden sofort zu er<lb break="no"/>richten, dass dies aber keinen Sinn hat. Er meint, wir müssten unbe<lb break="no"/>dingt die Gemeinde und besonders das Land mitnehmen und deshalb sei<lb/>
eine Gesellschaftsgründung ohne deren Zustimmung ganz wertlos. Ich<lb/>
wies darauf hin, dass ich in diesem Fall am letzten möglichen Termin<lb/>
der Bürges die notwendigen Mittel überwiesen würde im nächsten Jahr<lb/>
könnte ich dann, wenn diese Mittel benötigt werden, der Bürges ent<lb break="no"/>sprechend weniger zuweisen. Ich habe also recht gehabt, das niemand<lb/>
imstande war, in so kurzer Zeit das seit Monaten schwelende Problem<lb/>
zu lösen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat sich auch weder in der Vorbesprechung noch<lb/>
ausserhalb dieser im Konkreten damit beschäftigt oder sich geschweige<lb/>
denn dafür eingesetzt. Diese ganze Entwicklung ist nicht sehr günstig<lb/>
<pb n="08-1447" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band08/08_1971-12-06_1447.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>für uns, denn man wird mir mit Recht vorwerfen, dass wir die 20 Mio.<lb/>
S für die Industrieförderung nicht verwenden konnten. Ich glaube<lb/>
allen Ernstes, dass wir im nächsten Jahr wirklich bereits im Früh<lb break="no"/>jahr entsprechende Konzepte erarbeiten müssen und sie auch in Angriff<lb/>
nehmen. Dies gilt sowohl für die Patentverwertungsgesellschaft<lb/>
als auch für die Fulpmeser und Aichfeld-Murboden-Gesellschaft. Das<lb/>
letztere trifft primär das BKA, <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs>, doch wird niemand in der<lb/>
Opposition diese feinen Unterschiede machen, sondern uns natürlich ge<lb break="no"/>nauso der Unfähigkeit beschuldigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band08_1971-12-06_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Zu unserer Abdeckung ist es sinnvoll, der Bundes<lb break="no"/>kammer jetzt betreffend der Patentverwertungsgesellschaft jetzt einen<lb/>
Brief zu schreiben, wo wir ihr prinzipielles Zugeständnis, dass wir<lb/>
unter paritätischer Aufteilung deren Mittel in Hinkunft gemeinsam vor<lb break="no"/>gehen wollen, dies bestätigen. Den ersten Schritt werden wir im näch<lb break="no"/>sten Jahr eine gemeinsame Studiengesellschaft und sie auch finanzie<lb break="no"/>ren. Im Brief sollte zum Ausdruck kommen, dass wir das Verlangen der<lb/>
BHK von etlichen Jahren, wonach eine Patentverwertungsgesellschaft er<lb break="no"/>richtet werden soll. im Laufe des Jahres bereits nachkommen wollten,<lb/>
aber dass widrige Umstände dies eben erst nicht zuletzt auch durch<lb/>
die Finanzknappheit der BHK im nächsten Jahr erst werden erreichen<lb/>
können. Damit sind wir glaube ich gegen Oppositionsangriffe weitge<lb break="no"/>hendst abgeschirmt. Dieses Schreiben könnte auch zum Ausdruck bringen,<lb/>
dass Fulpmes in jeder Beziehung von uns unterstützt werden würde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band08_1971-12-06_18">Mit <rs type="person" ref="#per__97375">Brugger</rs> hatte ich ein Telefongespräch, wo ich auf unsere<lb/>
Absichten, das Interimsabkommen abzuschliessen, hinwies. Er sieht<lb/>
darin kein Präjudiz, auch dann, wenn die sensiblen Güter bis dahin<lb/>
natürlich noch nicht geklärt werden können. Die Schweiz ist über<lb/>
die Verzögerung in Brüssel sehr verärgert, da sie wegen ihrem<lb/>
Referendum in Terminschwierigkeiten kommen wird.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
                  SPÖ-Landstraße</occupation>
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               <persName type="label">Schipper, Hans</persName>
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               <persName type="label">Noe, A</persName>
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               <occupation>Berater BRD-Min. Schiller; Falschschreibung?</occupation>
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               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
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