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            <title type="main">Freitag, der  3. Dezember 1971</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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So wie seinerzeit im Annental sind auch diesmal die Genossen<lb/>
sehr verspätet erst nach 8 Uhr endlich alle beisammen. Laut meinem<lb/>
Vertrag, den ich allerdings nicht genau gekannt habe, stünde<lb/>
mit die Pension zwar zu, aber man hat grösste Bedenken, mir sie<lb/>
jetzt auszubezahlen, solange ich aktiver Minister bin. <rs type="person" ref="#per__127771">Scheer</rs><lb/>
meint, er hätte vergessen zu überprüfen, ob überhaupt ein Pen<lb break="no"/>sionsbezug von mir möglich sei und nun hat sich herausgestellt,<lb/>
dass dies dem Staat zu bezahlen ist. Niemand kam auf meine Idee,<lb/>
die ich allerdings auch noch nicht propagiert habe, meinen Rechts<lb break="no"/>anspruch zu belassen, dafür aber den Betrag so weit er nicht von der<lb/>
Steuer dann natürlich weggenommen wird, einem karitativen<lb/>
Zweck zuzuführen. Ich mache dies z.B. mit meiner Aufwandsentschä<lb break="no"/>digung, die ich als Gewerkschaftsobmann der Lebensmittelarbeiter be<lb break="no"/>kommen seit Jahrzehnten. Da ich ja seinerzeit, als mich die Arbei<lb break="no"/>terkammer bezüglich meiner Krankenversicherung so schlecht be<lb break="no"/>raten hat, d.h. mich überlappt nicht verständigt hat und <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs><lb/>
sich nachher masslos geärgert hat, habe ich mit <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> vereinbart,<lb/>
dass ich nichts mehr unterschreiben werde, bevor er dieses Problem<lb/>
überdacht und für sich geprüft hat. Ich habe deshalb <rs type="person" ref="#per__127771">Scheer</rs><lb/>
ersucht, er möge sich mit dem Betriebsrat der Regierung, Vize<lb break="no"/>kanzler <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs>, wegen meines Falles ins Einvernehmen setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band08_1971-12-03_03">Botschafter <rs type="person" ref="#per__135642">Leitner</rs> berichtete bevor um 9 Uhr die interministerielle<lb/>
Sitzung begann von Brüssel. Ich informierte ihn dann unter vier<lb/>
Augen, dass die Handelskammer und die Industriellenvereinigung<lb/>
jetzt insbesondere gegen das Interimsabkommen Stellung beziehen.<lb/>
Da <rs type="person" ref="#per__135642">Leitner</rs> als sehr aktiver Botschafter bekannt ist, der seinen<lb/>
Ehrgeiz darin sieht, wo er der Delegationsführer ist, unbedingt ab<lb break="no"/>zuschliessen, glaube ich, dass es zweckmässig war, ihn in dieser<lb/>
Frage bei seinem Ehrgeiz zu packen. Die interministerielle Sitzung<lb/>
verlief dann auch wie geplant. Wir begannen mit den Globalabkommen<lb/>
und konnten alle Punkte des Vertrages aber auch der Erklärung wie<lb/>
sie der Delegationsleiter <rs type="person" ref="#per__97725">Marquet</rs> abgeben wird einvernehmlich be<lb break="no"/>sprechen und auch beschliessen. Bei der Besprechung sind fast<lb/>
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werden. Beim Interimsabkommen ergaben sich die erwarteten Schwierig<lb break="no"/>keiten mit der Handelskammer, Dr. <rs type="person" ref="#per__97474">Gleissner</rs>, aber auch mit der<lb/>
Industriellenvereinigung, Dr. <rs type="person" ref="#per__97725">Marquet</rs>. Da ich um 1/2 1 Uhr zur<lb/>
Auszeichnung der Bergleute gehen musste, ersuchte ich die anwesenden<lb/>
Kammervertreter, wenn die Sitzung früher zu Ende ist, dass sie unbe<lb break="no"/>dingt noch in mein Zimmer kommen sollten. Ebenso bat ich <rs type="person" ref="#per__97725">Marquet</rs>,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97851">Pultar</rs>, <rs type="person" ref="#per__135642">Leitner</rs> und <rs type="person" ref="#per__97867">Reiterer</rs> sowie <rs type="person" ref="#per__115656">Steiger</rs> zu mir. Während meiner<lb/>
kurzfristigen Abwesenheit zur Unterzeichnung des marokkanischen<lb/>
Vertrages, hatte ich, nachdem ich <rs type="person" ref="#per__97725">Marquet</rs> vorher davon verständigt<lb/>
hatte und er spontan sofort sehr begeistert war, dem <rs type="person" ref="#per__97867">Reiterer</rs><lb/>
den Vorsitz übertragen. Ich muss nämlich unbedingt darauf achten,<lb/>
dass nicht das Haus und insbesondere er dadurch verärgert wird, dass<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97725">Marquet</rs> und <rs type="person" ref="#per__135642">Leitner</rs> in Erscheinung treten und währenddem er nur ein<lb/>
stiller Zuhörer wäre.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band08_1971-12-03_04">Zur Paraphierung des österr.-marokkanischen Vertrages, der ziemlich<lb/>
nichtssagend ist, wollte zuerst der anwesende Aussenminister von Marokko<lb/>
kommen. Letzten Endes aber erschien nur der Botschafter, um die Para<lb break="no"/>phierung vorzunehmen. Trotzdem bin ich hinübergegangen, um zu dokumen<lb break="no"/>tieren, wenn ich schon nicht bei den diversen Festlichkeiten, die<lb/>
der Aussenminister gab, anwesend bin, so will ich mich doch um die<lb/>
materielle Seite des Besuches sehr kümmern. Der marokkanische Botschaf<lb break="no"/>ter meinte dann auch, es werde damit dokumentiert, wie sehr Österreich<lb/>
an dem Abkommen resp. an den marokkanisch-österreichischen Beziehungen<lb/>
interessiert sei. Der Botschafter lud mich auch im Namen der Minister<lb/>
zu einem Besuch nach Marokko ein. Ich dankte für die Einladung, machte<lb/>
aber keine konkreten Zusagen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band08_1971-12-03_05">Bei der Auszeichnung der Bergknappen und der Verleihung des Bergrat-<lb/>
Titels sowie einiger hoher Orden des Bundespräsidenten an Gen.Direktor<lb/>
der Rohölgewinnung und seinen kommerziellen Direktor spielte die ÖMV-<lb/>
Werkskapelle und dies ist natürlich noch feierlicher als jede<lb/>
andere sonstige Auszeichnung und Ordensverleihung. Da ich für<lb/>
jeden einzelnen Ausgezeichneten einigen Worte der Anerkennung und<lb/>
besondere Leistungen herausstrich, zog sich die Auszeichnungsdauer<lb/>
natürlich länger hin, als sich dies früher wahrscheinlich der Fall<lb/>
gewesen ist. Bei den Fohnsdorfern erwähnte ich noch nebenbei, dass<lb/>
die Bundesregierung die schwierige Lage kennt und dass wir Lösungs<lb break="no"/><pb n="08-1431" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band08/08_1971-12-03_1431.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>versuchte unternehmen werden und nicht die dort Beschäftigtem im<lb/>
Stich lassen. Wie wenn ich es geahnt hätte, hat mir <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> am Abend<lb/>
dann berichtet, dass das Projekt Patentverwertungsgesellschaft ziem<lb break="no"/>lich geplatzt ist und wie daher die 16 Mill. auf alle Fälle ander<lb break="no"/>weitig verwendet müssen. Er selbst schlägt vor, dass wir insbesondere<lb/>
die Planungsgesellschaft von Aichfeld-Murboden finanziell unterstützen<lb/>
sollen, da keine andere Projekte mehr vorliegen. In diesem Fall würden<lb/>
wir allerdings auch für Fulpmes, das eine ähnliche Situation hat,<lb/>
Mitteln aufwenden. Sicher ist, dass wir auch gar keinen Fall die Be<lb break="no"/>träge verfallen lassen wollen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band08_1971-12-03_06">Die Besprechungen in meinem Zimmer mit den Interessensvertretungen,<lb/>
es waren alle Delegierten bei der interministeriellen Kommission<lb/>
dann in mein Zimmer gekommen, <rs type="person" ref="#per__135642">Leitner</rs>, <rs type="person" ref="#per__97725">Marquet</rs>, <rs type="person" ref="#per__97851">Pultar</rs> und <rs type="person" ref="#per__97867">Reiterer</rs>,<lb/>
dauerten über die ganze Mittagszeit. Da ich überzeugt war, dass wir<lb/>
die Beamten kaum überzeugen konnten von den Kammern und von der<lb/>
Industriellenvereinigung wollte ich damit dokumentieren, dass wir<lb/>
alles daran setzen, um das Problem gründlich zu erörtern. Insbeson<lb break="no"/>dere ging es darum, ob man die Gelegenheit nützen soll, und das Inte<lb break="no"/>rimsabkommen jetzt abzuschliessen. Selbst <rs type="person" ref="#per__97851">Pultar</rs> setzte sich dafür<lb/>
ein. Da die Kammerleute ja doch nur ihren Präsidien berichten, war<lb/>
ich sehr froh, als zum Schluss <rs type="person" ref="#per__97725">Marquet</rs> erklärte, der Aussenminister<lb/>
bestünde nicht unbedingt auf das Interimsabkommen wenn die Wirtschaft<lb/>
es wirklich nicht wollte und <rs type="person" ref="#per__135642">Leitner</rs> selbst erörterte zum Schluss, dass<lb/>
wir der EWG den grössten Gefallen machen, wenn wir sagen, wir ver<lb break="no"/>zichten auf das Interimsabkommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band08_1971-12-03_07">Im Direktorium der ÖFVW wurde der Vertreter von Wien durch den<lb/>
Vertreter der Steiermark, Hofrat <rs type="person" ref="#per__123822">Gaisbacher</rs>, abgelöst. Komm.Rat <rs type="person" ref="#per__134322">Ja<lb break="no"/>ger</rs> hat dann für meine Dankesworte hier herausgestrichen, dass es<lb/>
unter meiner Führung möglich war, die ÖFVW erstens einmal finanziell<lb/>
jetzt besser zu dotieren und vor allem ein guten Einvernehmen mit den<lb/>
Ländern herzustellen. Die Hauptschwierigkeit war dabei nur <rs type="person" ref="#per__97684">Langer-<lb/>
Hansel</rs>, der von den Ländern, und dies meistens sogar mit Recht, ange<lb break="no"/>griffen wurde, zu neutralisieren. <rs type="person" ref="#per__97684">Langer-Hansel</rs> ist sehr aktiv<lb/>
aber hat eine unglückliche Art. Meine Tätigkeit bestand darin,<lb/>
die Spannungen, die zwischen ihm und den Ländern immer wieder<lb/>
auftauchen werden, auf ein Minimum zu reduzieren. Gegebenenfalls<lb/>
muss man Beschlüsse, die er ohne mit jemandem zu reden, gefasst hat<lb/>
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Optimist und erklärte irgend etwas ist schon erledigt, was in<lb/>
Wirklichkeit nicht einmal noch in den Grundzügen beschlossen<lb/>
ist. So wurde z.B. durch Monate hindurch das Projekt unserer<lb/>
Zweigstelle in Amerika, d.h. in New York als endgültig abschluss<lb break="no"/>reif dargestellt und in Wirklichkeit ist das Ganze jetzt nochmals<lb/>
geplatzt. <rs type="person" ref="#per__134295">Patzak</rs>, der Zweigstellenleiter, ist auf seine eigenen<lb/>
Kosten nach Europa geflogen, um jetzt endgültig zu wissen, ob<lb/>
er die Räume im Rockefeller-Center jetzt mieten kann. Sowohl <rs type="person" ref="#per__110922">Vranitzky</rs><lb/>
als auch <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>, die bei der Weltwährungskonferenz drüben waren,<lb/>
haben sich die Räume angesehen und treten unbedingt für das Rockefeller<lb/>
Center ein. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> hat mir sogar zugesichert, er würde gegebenenfalls<lb/>
wenn grössere Beträge dafür aufgewendet werden müssten, sich irgend<lb break="no"/>wie indirekt beteiligen. <rs type="person" ref="#per__134295">Patzak</rs> wurde nun ermächtigt, die jetzigen<lb/>
Räume unterzuvermieten, unser Mietvertrag läuft noch etliche<lb/>
Jahre, und kann daher nicht gekündigt werden und trotzdem die Räume<lb/>
des Rockefeller-Centers gemeinsam mit der AUA und der Verkehrsbüro-<lb/>
Verkaufsgesellschaft zu mieten. Ich sah <rs type="person" ref="#per__134295">Patzak</rs> das erste Mal und er<lb/>
machte auf mich eine sehr guten Eindruck.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band08_1971-12-03_08">Das nächstjährige Budget wird statt 72 Mill. 101 Mill. umfas<lb break="no"/>sen und hat aber trotzdem keine grundsätzlich neuen Ideen. <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs><lb/>
hat vollkommen recht, dass wir in Wirklichkeit nur an einem falschen<lb/>
Grundkonzept weiterbasteln und dass wir in Wirklichkeit ganz neue<lb/>
Marketingmethoden auch für die österreichische Fremdenverkehrswerbung<lb/>
einführen müssten. Jetzt könnten wir nur die technischen Voraussetzung<lb/>
gen schaffen und hoffen, dass es dann <rs type="person" ref="#per__134295">Patzak</rs> und den jungen Leuten<lb/>
nach ein paar Jahren gelingt, ganz neu nach einem moderneren Grundkon<lb break="no"/>zept die ÖFVW aufzubauen. Interessant war, dass das Budget zwar vom<lb/>
Geschäftsführer vorgelegt wurde, dann der Geschäftsführer selbst er<lb break="no"/>klärte, man müsste doch etliche Reserven schaffen und einige Budget<lb break="no"/>positionen ganz einfach dann wieder kürzte, da man selbstverständ<lb break="no"/>lich bei einem 100-Mill.-Budget etliche Millionen als Reserve<lb/>
dringendst benötigt. <rs type="person" ref="#per__97684">Langer-Hansel</rs> erklärte sein Verhalten dahingehend,<lb/>
dass er jetzt seit einigen Tagen erst wieder zurück sei. Eine so<lb/>
Hü-Hott-Politik ist mir noch nie untergekommen. Wir einigten uns<lb/>
dahingehend, dass das Budget jetzt so ausgeschickt wird, es wurde<lb/>
nämlich schon versendet und wir nur nachher in der Hauptversammlung dies<lb break="no"/>bezügliche Beschlüsse über eine Reservebildung bei der und der Post<lb/>
fassen werden. Immer mehr prägt sich bei mir die Meinung, dass in<lb/>
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die ganze Organisation dort auf den Kopf stellen. Wir haben<lb/>
z.B. glaube ich mit Frau <rs type="person" ref="#per__127905">Schmid</rs>, die jetzt in Paris die<lb/>
Zweigstellenleiterin ist, einen guten Fang gemacht, denn man<lb/>
hört überall, dass sie sich wirklich sehr durchsetzt. Ich habe<lb/>
Bilder gesehen, wo sie wirklich anpackt und das hat mir mächtig<lb/>
imponiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band08_1971-12-03_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: Ich habe seinerzeit angeregt und dich ersucht,<lb/>
man soll vorsorgen, dass am Jahresende unsere Zweigstellenleiter<lb/>
ein Schreiben bekommen, wo wir uns für ihre Tätigkeit bedanken und<lb/>
gleichzeitig auf die Erfolge der einzelnen Länder zur Steigerung<lb/>
des österr. Fremdenverkehrs hinweisen, bitte die Aktion nicht ein<lb break="no"/>schlafen lassen.<lb/>
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Endes auch Politikern machen mit dem Thema, wie weit Aberglaube<lb/>
für den einzelnen eine Rolle spielt. Da ich überhaupt nicht aber<lb break="no"/>gläubisch bin, verblieben wir dann so, dass wir eine negative Auf<lb break="no"/>nahme machen, d.h. uns unterhielten, warum die österreichischen<lb/>
Politiker so wenig abergläubisch sind. Vorerst hatten wir noch<lb/>
ein Interview über die Frau meines Lebens, mindestens so nichts<lb break="no"/>sagend wie die Aberglauben-Sendung. Damit will ich nicht sagen,<lb/>
dass meine Frau nichtssagend ist, ganz im Gegenteil, sondern ich<lb/>
wundere mich immer nur, wie solche Sendungen zustandekommen und<lb/>
vor allem, wer sich solche Sendungen anhört. Da ich weiss, dass<lb/>
diese Sendungen aber sehr beliebt sind und sogar viele Menschen<lb/>
aus solchen kleinlichen Äusserungen beurteilt werden, füge ich<lb/>
mich natürlich immer den Wünschen von <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> und tu dabei mit.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band08_1971-12-03_11">Der ÖAMTC, der Gen.Sekr.-Stv. und der Rechtsreferent <rs type="person" ref="#per__131314">Soche</rs>, kamen<lb/>
um über die Beleuchtung auf den Autobahnen mir ein Schreiben resp.<lb/>
ein Memorandum zu überreichen. Sie waren ganz erstaunt, dass ich<lb/>
gleich bei ihrem Eintritt sagte, ich hätte mich mit dem Problem,<lb/>
was ich auch tatsächlich am Vorabend gemacht habe, eingehend be<lb break="no"/>schäftigt und könnte ihnen bereits jetzt unsere Stellungnahme<lb/>
in grossen Zügen mitteilen. Sie wollten zuerst gar nicht glauben,<lb/>
dass wir dieses Problem schon wissen können, weil sie doch erst<lb/>
ihr Memorandum jetzt abgeben wollen und ich konnte darauf hinweisen<lb/>
dass der anwesende Ministerialrat <rs type="person" ref="#per__134300">Metzner</rs> über alles informiert ist<lb/>
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bewahrheitet, dass Detailinformation alles ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band08_1971-12-03_12">Der belgische Aussenhandelsminister <rs type="person" ref="#per__138752">Fayat</rs> kam mit dem belgischen<lb/>
Botschafter, um mir und <rs type="person" ref="#per__97867">Reiterer</rs> seine Aufwartung zu machen und wir<lb/>
besprachen gleich unsere Wünsche bezüglich der Europäischen Wirtschafts<lb break="no"/>gemeinschaft. Da in Belgien, so wie in fast allen Staaten der Aussen<lb break="no"/>minister für die Integrationsverhandlungen zuständig ist, versprach<lb/>
er, mit dem belgischen Aussenminister <rs type="person" ref="#per__138869">Harmel</rs> die Wünsche sofort nach<lb/>
seiner Rückkehr nach Brüssel zu besprechen. Zum Glück erfragte ich noch,<lb/>
ohne dass es unser Gast bemerkte, von <rs type="person" ref="#per__97867">Reiterer</rs>, dass <rs type="person" ref="#per__138752">Fayat</rs> zur<lb/>
Sozialistischen Internationale gekommen ist. Ich hatte zwar keine<lb/>
Ahnung, dass am nächsten Tag <rs type="person" ref="#per__138752">Fayat</rs> ebenfalls bei dieser Währungs<lb break="no"/>konferenz anwesend sein wird, von der ich auch erst in letzter Minute<lb/>
erfahren habe. Dadurch konnte ich erklären, dass wir als Gastgeber<lb/>
ja keine Chance haben, mit ihm noch etwas zu vereinbaren. Am Abend sei<lb/>
er zum Heurigen geladen, morgen mittags sei der Bundeskanzler Gast<lb break="no"/>geber von einem Essen und am Abend sei ein Opernbesuch vorgesehen und<lb/>
anschliessend eine Einladung von <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> zu einem Essen im Sacher.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band08_1971-12-03_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: Bitte, das nächste Mal zu versuchen, dass ich<lb/>
zeitgerecht diese Information bekomme, damit ich mich nicht so vor<lb break="no"/>tasten muss oder vielleicht sogar eine blödsinnige Einladung oder Be<lb break="no"/>merkung mache. <rs type="person" ref="#per__97867">Reiterer</rs> hat Gott sei Dank gewusst, dass <rs type="person" ref="#per__138752">Fayat</rs> zur So<lb break="no"/>zialistischen Internationale kommt.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 3.12.1971</head>
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               <occupation>belg. Außenmin. bis 1972</occupation>
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               <persName type="label">Androsch, Hannes</persName>
               <persName><surname>Androsch</surname><forename>Hannes</forename></persName>
               <occupation>Finanzminister</occupation>
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               <persName type="label">Koppe, Fritz</persName>
               <persName><surname>Koppe</surname><forename>Fritz</forename></persName>
               <occupation>Sekr. JS, ab 1973 GF VKI</occupation>
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               <persName type="label">Häuser, Rudolf</persName>
               <persName><surname>Häuser</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
               <occupation>Vizekanzler, Sozialminister</occupation>
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               <persName type="label">Wanke, Otto</persName>
               <persName><surname>Wanke</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>SChef HM</occupation>
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               <persName type="label">Steiger, Paul</persName>
               <persName><surname>Steiger</surname><forename>Paul</forename></persName>
               <occupation>MR HM</occupation>
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               <persName type="label">Hrdlitschka, Wilhelm</persName>
               <persName><surname>Hrdlitschka</surname><forename>Wilhelm</forename></persName>
               <occupation>AK, ÖIAG</occupation>
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               <persName type="label">Jager, A</persName>
               <persName><surname>Jager</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>Ländersprecher ÖFVW [1971; Ob.Mag.Rat; 7.9.1971 Vertreter der
                  Fremdenverkehrsreferenten genannt, also ev. solcher in einem
                  Bundesland?]</occupation>
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               <persName type="label">Vranitzky, Franz</persName>
               <persName><surname>Vranitzky</surname><forename>Franz</forename></persName>
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               <persName type="label">Scheer, Otto</persName>
               <persName><surname>Scheer</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>Kammeramtsdir. AK Wien</occupation>
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               <persName type="label">Fayat, Hendrik</persName>
               <persName><surname>Fayat</surname><forename>Hendrik</forename></persName>
               <occupation>belg. Politiker</occupation>
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               <persName type="label">Langer-Hansel, Harald</persName>
               <persName><surname>Langer-Hansel</surname><forename>Harald</forename></persName>
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               <persName type="label">Reiterer, Rudolf</persName>
               <persName><surname>Reiterer</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
               <occupation>Sektionschef HM, Diplomat, Verteter bei der EG</occupation>
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               <persName type="label">Gleißner, Friedrich</persName>
               <persName><surname>Gleißner</surname><forename>Friedrich</forename></persName>
               <occupation>Leiter Abt. Handelspol./Außenhandel BWK</occupation>
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               <persName type="label">Pultar, Erich</persName>
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               <persName type="label">Metzner, Herbert</persName>
               <persName><surname>Metzner</surname><forename>Herbert</forename></persName>
               <occupation>MR HM/VM (Ministerienneuorganisation 1974)</occupation>
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               <persName type="label">Heindl, Kurt</persName>
               <persName><surname>Heindl</surname><forename>Kurt</forename></persName>
               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
                  SPÖ-Landstraße</occupation>
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               <persName type="label">Soche, Peter</persName>
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               <occupation>Jurist ÖAMTC</occupation>
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               <persName type="label">Marquet, Louis</persName>
               <persName><surname>Marquet</surname><forename>Louis</forename></persName>
               <occupation>IV</occupation>
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               <persName type="label">Fischer-Karwin, Heinz</persName>
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               <occupation>Radio-/TV-Journalist/-moderator</occupation>
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               <persName type="label">Schmid, Regina</persName>
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               <occupation>Vertr. ÖFVW Paris</occupation>
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