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            <title type="main">Dienstag, der 26. Oktober 1971</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band08_1971-10-26_02">Vor der Ministerratssitzung hat <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> sehr erregt und ich würde fast<lb/>
sagen, sehr verärgert sich wegen der Kollegin <rs type="person" ref="#per__137909">Michalka</rs> gestellt. <rs type="person" ref="#per__137909">Michalka</rs><lb/>
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Gesundheitsministerin, da das Sekretariat von <rs type="person" ref="#per__98105">Wondrack</rs> jetzt <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> zur<lb/>
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so gelautet, dass sie vorübergehend bei uns arbeiten wird. Da ich die<lb/>
Details nicht wusste, habe ich erklärt, dass wir uns ja mit <choice><choice><sic>Sticht</sic><corr>?</corr></choice></choice><lb/>
in dieser Frage geeinigt hätten. <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> erklärt rundwegs, dass niemand<lb/>
ein Recht gehabt hätte, die Kollegin abzuwerben und er wird in Hinkunft<lb/>
uns nicht mehr in dieser Frage unterstützen. Ich glaube, dass es wirk<lb break="no"/>lich unfair war von uns so vorzugehen, auch dann wenn die Kollegin, wahr<lb break="no"/>scheinlich infolge unseren besseren Arbeitsklimas, lieber jetzt bei uns<lb/>
bleibt. Ursprünglich – so versicherte mir <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> – hat sie überhaupt<lb/>
nicht zu uns kommen wollen, sondern nur auf seine ausdrückliche<lb/>
Zusicherung, dass sie wieder in das Sekretariat zurückkommt, hat sie<lb/>
den Posten angetreten. Ich glaube, dass wir hier wirklich sehr unge<lb break="no"/>schickt vorgegangen sind. Wenn man mich zeitgerecht davon informiert<lb/>
hätte, wäre es möglich gewesen, mit <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> darüber zu sprechen und er<lb/>
wäre nicht so verärgert gewesen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band08_1971-10-26_03">Im Punkt 16 der TO wieder hat der Bundesminister für soziale Verwaltung<lb/>
den Antrag gestellt, einen Dienstposten zu bekommen, damit er einen<lb/>
Mann nach Brüssel entsenden kann. Hier hat mich wieder der Aussenmini<lb break="no"/>ster aufmerksam gemacht, dass seine Abteilung 3, <rs type="person" ref="#per__97725">Marquet</rs>, meinte, man<lb/>
sollte unbedingt <rs type="person" ref="#per__135642">Leitner</rs> fragen. Auch in diesem Punkt wurde ich nicht<lb/>
besonders aufmerksam gemacht, dass dies auf der Tagesordnung steht und<lb/>
ich konnte mich noch Gott sei Dank daran erinnern, dass dies mit uns<lb/>
abgesprochen und bis ins letzte Detail vereinbart ist. Auf alle Fälle wer<lb break="no"/>den die Ministerratsvorträge von den anderen Ressorts besser und inten<lb break="no"/>siver behandelt als bei uns im Haus. Es wird wäre sonst meiner Meinung<lb/>
nach vollkommen unmöglich, dass die Sektion I nicht diesen Antrag<lb/>
entdeckt hätte und mich darauf angesprochen hätte. Für mich ist dies<lb/>
eine feststehende Tatsache, dass scheinbar im Haus überhaupt niemand<lb/>
mehr die Ministerratsvorträge studiert, der Vorteil dieser Vorgangs<lb break="no"/>weise ist, dass mich niemand wegen der Zustimmung zu den Vorschlägen<lb/>
<pb n="08-1251" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band08/08_1971-10-26_1251.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>der anderen Ressorts wird stellen können, da er sich ja bis<lb/>
jetzt noch niemals in einem einzigen Fall auch nur zu einer<lb/>
Stellungnahme aufgerafft hat. Ich glaube nicht, dass wir an<lb/>
diesem Zustand etwas ändern sollen, ich glaube, er ist für uns<lb/>
äusserst günstig. Wissen sollten wir aber, dass wir damit wirklich<lb/>
gegebenenfalls grosse Informationslücken in unserem Hause haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band08_1971-10-26_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: Bitte, Du musst in Hinkunft Dir die Personal<lb break="no"/>sachen genauer ansehen, denn ich kann mich nicht noch einmal mit ei<lb break="no"/>nem solchen Angriff konfrontieren lassen, ohne im Detail dann ant<lb break="no"/>worten zu können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band08_1971-10-26_05">Frau Ministerpräsident <rs type="person" ref="#per__120641">Gandhi</rs> wird mit dem Bundeskanzler Wirt<lb break="no"/>schaftsfragen besprechen, die allerdings sich höchstens aus der<lb/>
besonderen Lage Indiens ergeben. Er glaubt, dass kaum zu bilateralen<lb/>
Besprechungen kommen wird. Frau <rs type="person" ref="#per__120641">Gandhi</rs> dürfte insbesondere eine<lb/>
Good-Will-Tour durch Europa und letzten nach Amerika machen, um<lb/>
finanzielle Unterstützung für die ostpakistanischen Flüchtlinge<lb/>
zu bekommen.<lb/>
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Österreich jetzt gekommen ist. Kardinal <rs type="person" ref="#per__109820">König</rs> hat es überhaupt<lb/>
durch die APA erfahren, als er bereits auf dem Flug nach Wien war.<lb/>
Der Heilige Stuhl wurde durch eine Verbalnote aufmerksam gemacht,<lb/>
dass jede politische Betätigung von <rs type="person" ref="#per__137910">Mindszenty</rs> in Österreich nicht<lb/>
nur nicht erwünscht ist, sondern auch mit unseren Aufenthalts<lb break="no"/>bestimmungen für Flüchtlinge verboten ist. <rs type="person" ref="#per__137911">Casaroli</rs> bestätigte<lb/>
neuerdings, dass eine politische Betätigung von <rs type="person" ref="#per__137910">Mindszenty</rs> nicht<lb/>
in Frage kommt. Er will die Menschenrechte geniessen, seine Arbeit<lb/>
über die ungarische Kirche vollenden. Zweifelsohne wäre es von<lb/>
unserem Standpunkt aus besser gewesen, er wäre in Rom geblieben. Die<lb/>
Ungarn haben bis jetzt darauf noch überhaupt nicht reagiert und<lb/>
wir hoffen, dass dies auch in Hinkunft der Fall sein wird. Vom<lb/>
politischen Standpunkt muss Österreich nur sehr darauf achten,<lb/>
dass sich nicht hier dann irgendwelche Emigrantengruppen um <rs type="person" ref="#per__137910">Mindszenty</rs><lb/>
sammeln und dadurch österr.-ungarische Verhältnisse schwer be<lb break="no"/>lastet werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band08_1971-10-26_07">Der Fahrplan für die Konstituierung des Nationalrates und der Mini<lb break="no"/>sterrat steht jetzt endgültig fest. Mittwoch, den 3.11. werden<lb/>
<pb n="08-1252" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band08/08_1971-10-26_1252.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>wir um 9 Uhr eine Vorbesprechung und um 10 Uhr die letzte Mini<lb break="no"/>sterratssitzung haben. Am 4.11. wird dann der Nationalrat um<lb/>
10 Uhr konstituiert und um 13 Uhr wird der Ministerrat das Budget<lb/>
und die Regierungserklärung beschliessen, die dann am 5. im Plenum<lb/>
gehalten wird. Ich habe mich im Ministerrat bereits entschuldigt,<lb/>
da ich zur Ministertagung nach Genf zur EFTA fahren muss. Schön<lb/>
langsam glaubt mir im Ministerrat wirklich niemand mehr, dass ich<lb/>
ungern ins Ausland reise, nachdem ich fast wirklich jetzt verhältnismäs<lb break="no"/>sig sehr oft wegfahren musste und in Hinkunft wahrscheinlich noch<lb/>
viel werde fahren müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band08_1971-10-26_08">Bei der Kranzniederlegung am Heldenplatz kam es wieder zu den üb<lb break="no"/>lichen Nazi-Demonstrationen. Da sich zu diesen Feiern verhältnis<lb break="no"/>mässig wenig Zuschauer einfinden, ich denke, es waren höchstens<lb/>
ein paar Hundert, so können ein kleiner Trupp von Aggressiven und<lb/>
Nationalsozialisten durch entsprechende Sprechchöre oder auch durch<lb/>
Werfen von Flugzetteln die Feier erheblich stören. Mich selbst<lb/>
geniert dies gar nicht, ich sehe darin einen Ausfluss,<lb/>
dass man in Österreich den politischen Gegner, selbst wenn er gelegent<lb break="no"/>lich verbotenes Gedankengut weiterträgt, sehr tolerant behandelt.<lb/>
Ich weiss allerdings nicht, wie es auf ausländische Berichterstat<lb break="no"/>tung wirkt. Die Möglichkeit, solche Demonstrationen abzustellen,<lb/>
ist sehr gering. Andererseits wieder wird den Gruppen eine Mög<lb break="no"/>lichkeit gegeben, die sie sonst in der ganzen Welt kaum besitzen.<lb/>
Während das letzten Mal noch ein Flugzettelwerfer vom Burgtor herun<lb break="no"/>ter agieren konnte, hat er diesmal nur von rückwärts versucht, mehrere<lb/>
Flugschriften vor die Regierung zu werfen. Auf einem anderen Eck kam<lb/>
es dann zu einem richtigen Tumult, als einige Leute angehalten wurden<lb/>
die sich durch Zwischenrufe und Parolen über das Deutschtum bemerkbar<lb/>
machen wollten. In der ersten Republik oder in der Zwischenkriegs<lb break="no"/>zeit oder auch unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg wäre es bei<lb/>
solchen Anlässen zu richtigen Keilereien gekommen. Für die SPÖ<lb/>
wäre es sicher auch gar kein Problem, handfeste Burschen hinzu<lb break="no"/>schicken, die mit dem Spuk in kürzester Zeit aufräumen würden.<lb/>
Ich glaube aber, dass dies nicht zielführend ist, sondern, dass<lb/>
man im Gegenteil die unangenehme aussenpolitische Seite dieses<lb/>
Vorganges in Kauf nehmen muss und trotzdem durch Toleranz zu er<lb break="no"/>kennen gibt, dass man sich von einigen Provokateuren nicht<lb/>
stören lässt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band08_1971-10-26_09">Die zielführendste Form, des Nationalfeiertages zu gedenken,<lb/>
finde ich in den sogenannten Massenveranstaltungen, die wirklich<lb/>
eine ganz grosse Gruppe von Menschen erfasst. Diesmal hat die<lb/>
Sportstelle von Wien zu Fit-Märschen aufgerufen. Da ich wenig Zeit<lb/>
zwischen der Kranzniederlegung und dem Beginn des Fit-Marsches hatte<lb/>
da um 10 Uhr der offizielle Start durch den Bundespräsidenten über<lb/>
Funk ergehen sollte, wollte ich an der nächsten Veranstaltung,<lb/>
das ist im Lainzer Tiergarten, teilnehmen. Zum Glück hat Koll.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98072">Wiesinger</rs> herausbekommen, dass der Organisator dort die Union ist.<lb/>
Ich wäre dann bei einer ÖVP-nahen Organisation in Erscheinung getreten.<lb/>
Zum Glück auch wollte meine Frau von allem Anfang höchstens im süd<lb break="no"/>lichen Wienerwald mitmarschieren und so entschlossen wir uns, auf den<lb/>
Höllenstein zu wandern. Die Beteiligung war dort äusserst rege.<lb/>
Da wir sehr spät hinkamen, trafen wir beim Anmarsch, obwohl wir sehr<lb/>
schnell gewandert sind, wir haben fast eine Stunde – die vorge<lb break="no"/>schriebene Zeit unterschritten doch bereits die ersten Rückkehrer.<lb/>
Viele trugen riesige Auszeichnungen. Ich konnte mir nicht vorstellen,<lb/>
dass diese Orden von den Veranstaltern verteilt werden. Ich war vor<lb/>
allem einmal ein bisschen überrascht, dass nicht alle diese Orden<lb/>
trugen. Ich hatte schon angenommen, viele haben sich vielleicht<lb/>
meinem Prinzip angeschlossen, dass sie Orden und Ehrenzeichen nicht<lb/>
übernehmen wollen. In Wirklichkeit stellte sich dann am Ziel der<lb/>
wahre Sachverhalt bald heraus. Nach Passieren von zwei Kontrollpunkten<lb/>
musste man am Ziel die Karte mit den Zeitstempeln abgeben und erhielt<lb/>
dafür eine Bestätigung, dass man an dem Fit-Marsch teilgenommen<lb/>
hat. Diese Bestätigung konnte aber nicht mehr mit dem Namen ausge<lb break="no"/>füllt werden und ich habe das Gefühl es wurde auch nicht genau kontro<lb break="no"/>lliert, ob die Zeit eingehalten war, resp. ob die Kontrollpunkte auch<lb/>
wirklich alle passiert wurden. Eine private Firma hat nun in einem<lb/>
entsprechenden Abstand ein Standel aufgestellt, und dort die Orden ver<lb break="no"/>teilt, wenn man dafür 20.– S bezahlt hätte. Da doch mindestens 50 %<lb/>
wahrscheinlich diese Orden kauften, wurde für mich wieder einmal<lb/>
klar, dass meine Ansicht über Orden und Titel keinesfalls von der<lb/>
Masse der Bevölkerung geteilt wird. Ganz im Gegenteil konnte ich<lb/>
mich davon überzeugen, dass wenn diese Orden billiger oder gar<lb/>
vielleicht gratis verteilt worden wären, wahrscheinlich ich allein<lb/>
nur keinen Orden angenommen hätte. Die Naturfreunde haben ihr Höllen<lb break="no"/>stein-Haus hergerichtet und neu eröffnet. Im Prinzip konnte sich an<lb/>
<pb n="08-1254" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band08/08_1971-10-26_1254.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>diesem Haus natürlich nicht viel ändern. Seitdem ich es aus der<lb/>
Vorkriegszeit genau kenne. Leider auch sind die Toiletten nach<lb/>
wie vor in einem trostlosen Zustand. Da am Höllenstein kein Wasser<lb/>
zur Verfügung steht, kam mir die Idee, dass wir wahrscheinlich um<lb/>
das Toilettenproblem in solchen Höhen überhaupt befriedigend zu<lb/>
regeln könne, ein Klosett-Typ entwickelt werden müsste, der ohne<lb/>
Wasser doch einigermassen hygienisch ist. Alle Kontrollbesuche,<lb/>
die ich in dem letzten Jahr gemacht habe, zeigen mir klar und<lb/>
deutlich, dass dieses Problem mit der herkömmlichen Art nicht zu<lb/>
lösen ist. Auch auf der Hohen Wand, wo ich anschliessend einige Besuche<lb/>
abstattete, konnte ich dies wieder feststellen. Auf den höher ge<lb break="no"/>legenen Schutzhütten und Gasthäusern gibt es keine Möglichkeit<lb/>
hygienische Toilette-Anlagen zu errichten, wo Wassermangel oder<lb/>
Wasserknappheit herrscht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band08_1971-10-26_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Hier könnten wir, wenn wir ein System entwickeln<lb/>
liessen, das einigermassen preiswert dieses Problem löst, uns unendli<lb break="no"/>che Verdienste schaffen. Technisch ist das Problem bei Verbrennung mit<lb/>
Stromzufuhr längst gelöst. Ich glaube aber, dass ein preiswerteres Sy<lb break="no"/>stem, vor allem aber nicht so teures System gefunden werden sollte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band08_1971-10-26_11">Am Abend besuchten wir eine normale Veranstaltung für <rs type="person" ref="#per__120641">Indira Gandhi</rs> von<lb/>
Fidelio. Da ich diese Oper nun in kürzestem Abstand nun das zweite Mal<lb/>
gesehen habe, kann ich feststellen, dass es doch sehr davon abhängt,<lb/>
ob ein hoher Besuch in der Oper ist oder nicht. Bei einer Veranstaltung,<lb/>
ich glaube zu zweihundertjährigen Jubiläums der Wiener Börse wurde<lb/>
ebenfalls Fidelio gegeben, dort hat man aber u.a. auch die Arie von<lb/>
Rocco, dass man zum Heiraten auch Geld braucht, ganz einfach wegge<lb break="no"/>lassen. Ich habe mir damals gedacht, dass man die Geldleute aus der<lb/>
ganzen Welt nicht mit dieser Arie verschrecken wollte. Diesmal wurde<lb/>
die Oper komplett aufgeführt und vor allem haben sich wirklich sowohl<lb/>
die Musiker als noch viel mehr die Sänger sehr angestrengt und es kam<lb/>
eine wirklich phantastische Aufführung zustande. Da Min.Präsident <rs type="person" ref="#per__120641">Gandhi</rs><lb/>
ersucht hatte, man sollte anschliessend an die Oper nicht wieder einen<lb/>
Empfang bei Sacher oder im Bristol geben, wurde in der Pause das<lb/>
Nachtmahl, das diesmal nicht so üppig war, gereicht. Eine sehr vernünftige<lb/>
Einführung. Ideal wäre es, wenn das Protokoll auch bei allen anderen<lb/>
Staatsbesuchen diese Lösung bevorzugen würde. Ich fürchte aber, dass<lb/>
dies ein Ausnahmsfall bleiben wird.<lb/>
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               <persName type="label">Häuser, Rudolf</persName>
               <persName><surname>Häuser</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
               <occupation>Vizekanzler, Sozialminister</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__107938">
               <persName type="label">Leodolter, Ingrid</persName>
               <persName><surname>Leodolter</surname><forename>Ingrid</forename></persName>
               <occupation>Gesundheitsministerin</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97543">
               <persName type="label">Heindl, Kurt</persName>
               <persName><surname>Heindl</surname><forename>Kurt</forename></persName>
               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
                  SPÖ-Landstraße</occupation>
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               </person>
            <person xml:id="per__98053">
               <persName type="label">Wanke, Otto</persName>
               <persName><surname>Wanke</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>SChef HM</occupation>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/12195126X</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__97725">
               <persName type="label">Marquet, Louis</persName>
               <persName><surname>Marquet</surname><forename>Louis</forename></persName>
               <occupation>IV</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__137909">
               <persName type="label">Michalka, A</persName>
               <persName><surname>Michalka</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>[offenbar eine Beamtin oder Sekretärin, die vom HM ans Sozialministerium
                  ausgeliehen wurde, aber doch im HM bleiben will; 1971 Gespräch JS und Häuser, der
                  sie im Sts. Gesundheit beschäftigen will]</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__137911">
               <persName type="label">Casaroli, Agostino</persName>
               <persName><surname>Casaroli</surname><forename>Agostino</forename></persName>
               <occupation>Kardinal, Sekr. des Rates für die öffentlichen Angelegenheiten der
                  Kirche, später Kardinalstaatssekretär</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__98072">
               <persName type="label">Wiesinger, Anna</persName>
               <persName><surname>Wiesinger</surname><forename>Anna</forename></persName>
               <occupation>Büro des Bundesministers (Sekretärin)</occupation>
               </person>
            </listPerson></back></text>
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