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            <title type="main">Mittwoch, der 21. Juli 1971</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band07_1971-07-21_01">Mittwoch, 21. Juli 1971<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band07_1971-07-21_02">Der Personalvertreter <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> kam mit dem Wunsch, dass wir<lb/>
die Baufirma MET veranlassen sollten, für die kassierte <choice><choice><sic>Bade<lb break="no"/>zimmerichtung</sic><corr>?</corr></choice></choice> unserer Angehörigen auch die Lieferung jetzt unver<lb break="no"/>züglich vorzunehmen. Das Bautenministerium wurde bereits von der<lb/>
Personalvertretung ersucht, dass die Bundesgebäudeverwaltung, welche<lb/>
dieses Wohnhaus in der Maroltingergasse baut, entsprechend einschrei<lb break="no"/>tet. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> wird beim Sekretär von <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs> intervenieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band07_1971-07-21_03">Bei dieser Gelegenheit besprach ich mit <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> die Bestellung<lb/>
von Min.Rat <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> zum Sektionsleiterstellvertreter. <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs><lb/>
versicherte mir neuerdings, dass sie nichts gegen <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> hätten,<lb/>
sondern nur eben gegen eine Bestellung eines Steilvertreters, da andere<lb/>
Kollegen das auch jetzt werden wollen in anderen Sektionen und<lb/>
andererseits viele, die nicht drangekommen sind, verärgert sind.<lb/>
Ich wies ihm nach, dass ich mit allen vier, die überhaupt in Frage kä<lb break="no"/>men, gesprochen habe und dass auch durch seine Intervention ja<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> mich diesbezüglich ersucht hatte, er gab sofort zu, dass<lb/>
er mit <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> Kontakt genommen hat und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> hat das bekannt<lb break="no"/>licherweise seinerzeit bestritten. Zusammenfassend gab er zu,<lb/>
dass für die Sektion I, wo <rs type="person" ref="#per__97867">Reiterer</rs> so viel abwesend ist, ein<lb/>
Stellvertreter zu bestellen ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band07_1971-07-21_04">Die Kupferbergbauleute von Mitterberg, Vorstandsdirektor <rs type="person" ref="#per__136694">Wohl</rs>,<lb/>
kam mit Sektionschef <rs type="person" ref="#per__134310">Franc</rs>, um für eine höhere Bergbauförderung<lb/>
zu plädieren. Der Kupferpreis ist von 700 Sterling die Tonne auf<lb/>
447 gefallen und deshalb ist natürlich die gesamte finanzielle Si<lb break="no"/>tuation von Mitterberg heute sehr schlecht. Sie haben im Feber einen<lb/>
10-Mill.-Betriebsmittelkredit aufgenommen von der CA, von dem sie<lb/>
6 Mio. verbraucht haben. Ausserdem schulden sie heute, da sie zwei<lb/>
Monate die Rechnungen nicht bezahlt haben, den Lieferanten ca.<lb/>
4 Mill. S. Sie bekommen zwar die gesamten 9.797.000 S, die für<lb/>
Buntmetall im Budget vorgesehen sind, würden aber noch zusätzlich<lb/>
5 Mill. S darüber hinaus brauchen und ersuchen, dass das Finanz<lb break="no"/>ministerium vielleicht doch einen Budgetüberschreitungsantrag stellt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band07_1971-07-21_05">Anschliessend fragt mich <rs type="person" ref="#per__134310">Franc</rs>, ob nicht eine Möglichkeit besteht,<lb/>
für <rs type="person" ref="#per__136059">Fleischmann</rs>, der bei ihm in der ÖIAG arbeitet, ihn in der OB<lb/>
unterzubringen. Gen.Direktor <rs type="person" ref="#per__97470">Geist</rs> wird zwar die Technik von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__134310">Franc</rs> übernehmen, wenn <rs type="person" ref="#per__134310">Franc</rs> im Herbst in Pension geht, doch ist<lb/>
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arbeiten derzeit <rs type="person" ref="#per__137369">Mieling</rs>, ein guter Mann, der allerdings sehr krank<lb/>
ist, <rs type="person" ref="#per__137182">Knoll</rs>, ein Handelspolitiker, mit dem man überhaupt nichts anfangen<lb/>
kann und <rs type="person" ref="#per__123164">Zimmermann</rs>, der die Koordination durchzuführen hätte, aber<lb/>
auch – wie <rs type="person" ref="#per__134310">Franc</rs> sich ausdrückt - nichts weiterbringt. Da die meisten<lb/>
ÖIAG-Leute heute gar keinen Dienstposten mehr in den Sektionen, sei es<lb/>
in der Sektion V oder IV des BKA – haben, ist es sehr schwer, sie<lb/>
irgendwo unterzubringen. Voraussetzung wäre, dass die Dienstposten frei<lb/>
sind und dann will natürlich jeder nur die tüchtigen Leute von der ÖIAG<lb/>
resp. von der Sektion IV übernehmen. In der verstaatlichten Industrie<lb/>
dürfte sowohl in der Holding ÖIAG oder ÖIAG seinerzeit resp. der<lb/>
Sektion, die im Verkehrsministerium derzeit im BKA aufgebaut wurde,<lb/>
ein riesiger Personalüberstand gewesen sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band07_1971-07-21_06"><rs type="person" ref="#per__97470">Geist</rs> hat gestern versprochen, dass er mit <rs type="person" ref="#per__134310">Franc</rs>, nachdem er auf Urlaub<lb/>
geht, die Frage von <rs type="person" ref="#per__117013">Mandl</rs> – Munitionsfabrik – besprechen wird. In der<lb/>
Präsidialsitzung, die sie gestern hatten, wurde dieses Problem aber<lb/>
überhaupt nicht berührt. <rs type="person" ref="#per__134310">Franc</rs> wird sich trotzdem jetzt noch einmal<lb/>
mit Böhler ins Einvernehmen setzen, ob nicht die Enzesfelder jetzt<lb/>
doch diesen Betrieb kaufen könnte. An der Enzesfelder sind 60 % Steyrer und<lb/>
40 % Böhler beteiligt. <rs type="person" ref="#per__97470">Geist</rs> hat ja gestern mir erklärt, nachdem die<lb/>
Forderung von 100 Mill. auf 60 bis max. 70 reduziert wurde, könnte<lb/>
eine Möglichkeit der Übernahme bestehen. Die Übernahme von den Vereinigten<lb/>
Metallwerken Berndorf kommt deshalb nicht in Frage, weil <rs type="person" ref="#per__133869">Wimberger</rs>, der<lb/>
Generaldirektor dieses einige Male schon abgelehnt hat, aber vor allem<lb/>
weil hier keine finanziellen Mitteln freigemacht werden können. Die<lb/>
Vereinigten Metallwerke wollen von der ÖIAG 600 Mill. S Kredit, 3 Jahre<lb/>
tilgungsfrei und vor allem zinsenfrei, um die Elektrolyse errichten zu<lb/>
können.<lb/>
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Sofia kommen, damit sie mit ihm die Marketingfragen besprechen. Die<lb/>
Bulgaren wurden von uns seit Jahren darauf aufmerksam gemacht, dass<lb/>
sie in Österreich mehr Verkaufspolitik betreiben müssten. Zu diesem Zweck<lb/>
laden sie nun die IFES ein, ein Verkaufsprogramm und die Verkaufspolitik<lb break="no"/>strategie zu besprechen. <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> kam, um sich über den Bulgarienvertrag<lb/>
und über die Situation zu informieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band07_1971-07-21_08">In der anschliessenden Diskussion über die Propaganda für die Wahlen<lb/>
ergab sich die Erkenntnis für <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs>, dass eigentlich das Material,<lb/>
welches er erwartet hatte, dass in <rs type="person" ref="#per__97356">Blechas</rs> Schreibtisch liegt, noch<lb/>
gar nicht existiert. <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> hat mit <rs type="person" ref="#per__133397">Heinz Brantl</rs> und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> die Slogans<lb/>
besprochen. Sein bester Slogan: "SPÖ, weil's nichts Besseres gibt"<lb/>
entspricht zwar der österreichischen Mentalität, insbesondere der der<lb/>
Wiener, hat aber nicht die Zustimmung von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> gefunden. Ich selbst<lb/>
bin auch sehr skeptisch gegen diesen Slogan, weil er doch sehr in<lb/>
die Negativpropaganda hineinragt. Ich glaube, dass man wahrscheinlich<lb/>
den Slogan: "SPÖ für klare Verhältnisse und SPÖ für ein modernes Öster<lb break="no"/>reich und seine Menschen" noch verbessern wird und insbesondere der<lb/>
letztere ist schon sehr abgedroschen. Die Schwierigkeit für Propagan<lb break="no"/>disten liegt ja darin, dass man zuerst viel Geld aufwendet, um einen<lb/>
Slogan für eine Partei oder für einen Zeitabschnitt einer Partei<lb/>
zu finden, und nach einiger Zeit aber sehr bald wieder den Slogan<lb/>
ändern muss, weil sich dann die Kabarettisten bald eines solchen<lb/>
Slogans annehmen und schlechter wirkt als etwas über seine Zeit hinaus<lb/>
zuziehen. Vollkommen falsch wäre es, noch immer von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und seinem<lb/>
Team zu sprechen. Die Abwandlung in eine dynamische Regierung <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
ist deshalb sehr gut. Ausserdem war der Slogan: "Lasst <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und sein<lb/>
Team arbeiten", darauf ausgerichtet, dass in der Zwischenwahl man noch<lb/>
nicht auf gewisse Erfolge hinweisen konnte. Jetzt wäre eine Weiter<lb break="no"/>verwendung des Slogans sehr gefährlich, weil dann automatisch man sich<lb/>
fragt, ja warum arbeitet sein Team nach 1 1/2 Jahren noch immer nicht.<lb/>
Was mich wirklich interessieren würde, ist, ob <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> alle seine<lb/>
Behauptungen und Erkenntnisse auf Grund von soliden Erhebungen auf<lb break="no"/>stellt oder ob er nicht auch teilweise ins Blaue hinein auf Grund von<lb/>
rein spekulativen Überlegungen spricht. Ich leite diese Vermutung daher<lb/>
ab, dass ich ihm sagte, das sei sein Geschäft und nicht meines. Er<lb/>
meinte darauf, nein, ich hätte ein ganz gutes Gefühl und die Erfolge<lb/>
sprechen ja auch dafür, dass er grössten Wert auf meine Meinung,<lb/>
d.h. in dem Fall mehr auf <rs type="person" ref="#per__97646">Koppes</rs> Meinung Wert legt. Seinen guten<lb/>
Slogan: "SPÖ weil's nichts besseres gibt", baut er glaube ich aus der<lb/>
Benotung, die die Parteien bekommen auf. In Meinungsumfragen, die von<lb/>
+5 bis -5 Noten gegeben werden und die SPÖ im Feber 1970 +2 gehabt<lb/>
hat und hat jetzt noch immerhin +1,5. Die FPÖ hat damals im Feber 0,7<lb/>
gehabt und jetzt ist sie auf -0,3 abgesunken. Ein bisschen Erhebung dürfte<lb/>
bei seinen Aussagen doch dabei sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band07_1971-07-21_09">Da <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> erkennen musste, dass eigentlich für die Referenten<lb/>
kein Material vorbereitet ist, habe ich <rs type="person" ref="#per__97676">Tommy Lachs</rs>, <rs type="person" ref="#per__98112">Otto Zöllner</rs>,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__133326">Herbert Krämer</rs> und Dr. <rs type="person" ref="#per__133063">Czerny</rs> für die Sozialpolitik sowie<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> für die Ministerienleistungen auf wirtschaftlichen Gebiet,<lb/>
versucht Material für die Referenten zusammenzustellen. Ich glaube,<lb/>
dass es dringend notwendig ist, dass die Tatsachen und Facts, so<lb/>
vor allem aber Ziffern den Referenten unverzüglich in Loseblatt-<lb/>
Form gegeben werden. Ich halte es für vollkommen sinnlos, wenn<lb/>
man nur die Gesetze aufzählt, die bereits von der soz. Regierung<lb/>
durchgesetzt werden konnten. Er meinte mit Recht, in Wirklichkeit<lb/>
müsste eine gute Berichterstattung aus dem Parlament nicht nur so<lb/>
<choice><choice><sic>Gogs</sic><corr>Gags?</corr></choice></choice> und irgendwelche Stimmungsbilder aus dem Hohen Haus bringen,<lb/>
sondern eine Analyse jedes beschlossenen Gesetzes. Dadurch würden<lb/>
die Hauptpunkte der Bevölkerung nähergebracht werden. Da dies aber<lb/>
nicht geschieht, glaube ich sollten wir das Gesetz in seinem Ruf<lb break="no"/>titel aufzählen, dann aber 1 oder 2 wichtige Bestimmungen heraus<lb break="no"/>nehmen und in Schlagworten erläutern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band07_1971-07-21_10">Nach meiner vierstündigen Diskussion am Telefon, wo ununterbrochen<lb/>
angerufen wurde und die Telefonzentrale sogar sagte, es sind ununter<lb break="no"/>brochen Anmeldungen gewesen, die gar nicht mehr vermittelt werden<lb/>
konnten, musste ich feststellen, dass ein solches Material wirklich<lb/>
von Bedeutung wäre. Ich selbst bin zwar über die Wirtschaftsfragen<lb/>
einigermassen informiert, kann mir aber vorstellen, wie es anderen in<lb/>
Wirtschaftsfragen geht, wenn ich im Spezialfragen bei Sozialpolitik<lb/>
angesprochen werde. Ich kenne zwar die wichtigsten Daten und auch<lb/>
die wichtigsten Beträge, doch weiss ich z.B. über die Fragen der<lb/>
Witwenpension viel zu wenig. Eine wichtige Frage ist, ob bei<lb/>
diesen Telefonanrufen man kurz angebunden sein soll, damit mehr<lb/>
Leute mit einem sprechen können. Ich selbst neige eher dazu, auf<lb/>
alle Fälle den Anrufen ausdiskutieren zu lassen, weil ansonsten der<lb/>
Eindruck entsteht, man will ihn abschneiden. Die, die nicht mehr<lb/>
drankommen, müssen halt zur Kenntnis nehmen, dass ein grosses Inter<lb break="no"/>esse an diesen Telefonauskünften besteht. Ich selbst habe dem Veran<lb break="no"/>stalter, Ing. <rs type="person" ref="#per__135639">Dorn</rs>, vorgeworfen, dass er viel zu wenig auf mich in diese<lb/>
Frage zurückgegriffen hat, da ich etliche Monate zurückliegend den<lb/>
letzten Telefondienst geleistet habe. Er selbst meint, er hätte die<lb/>
Minister schonen wollen, was ein ausgesprochener Blödsinn ist,<lb/>
und deshalb nur Abgeordnete eingesetzt. Wie mir aber einige Anrufer<lb/>
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zu erledigen und letzten Endes sich überhaupt nicht mehr gerührt.<lb/>
Da die Anrufer aber die aktiveren Staatsbürger sind, glaube ich,<lb/>
müsste man diese Telefondienste wesentlich mehr ausbauen. Zum Schluss<lb/>
wollte <rs type="person" ref="#per__135639">Dorn</rs> noch eine Zusammenfassung, die ich ihm auch lieferte,<lb/>
damit er <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> berichten kann. Ich kann mir nicht vorstellen,<lb/>
dass <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> überhaupt imstande ist, alle diese Informationen, die<lb/>
er von jedermann bekommen will, auch nur geistig zu verarbeiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band07_1971-07-21_11">Durch die Geschäftseinteilung fühlt sich Min.Rat <rs type="person" ref="#per__136490">Zienert</rs> sehr benach<lb break="no"/>teiligt. Ihm wurde die Entwicklungshilfe, die ein Sekt.Rat <rs type="person" ref="#per__137370">Hubacek</rs><lb/>
bei ihm gemacht hat, weggenommen und der Abteilung 4 <rs type="person" ref="#per__98075">Willenpart</rs><lb/>
gegeben. Zum Glück fiel mir ein, dass ein neuer Slogan für die Ent<lb break="no"/>wicklungshilfe existiert, nämlich "not aid but trade", d.h nicht<lb/>
Geschenke sondern Handel, und deshalb der Min.Rat <rs type="person" ref="#per__98075">Willenpart</rs>,<lb/>
der im GATT die entsprechenden Handelsbesprechungen zu führen hat,<lb/>
dafür zuständig ist. Ich selbst legte sofort fest, dass dies eine<lb/>
moderne Entwicklungshilfe sei und die UNCTAD mit einer 30 %-igen<lb/>
Zollsenkung für die Entwicklungsländer jetzt auch in Österreich<lb/>
sich durchgesetzt hat, sodass eben klar ist, dass <rs type="person" ref="#per__98075">Willenpart</rs>, der<lb/>
entsprechende Abteilungsleiter für die Entwicklungshilfe rein sachlich<lb/>
sei. Ich habe also nicht aus personellen Gründen ihm die Arbeit weg<lb break="no"/>genommen, sondern aus rein sachlichen Überlegungen und werde dies<lb/>
auch bei der nächsten Sektionsleitersitzung mitteilen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band07_1971-07-21_12">Ich glaube wirklich, dass wir in Hinkunft, wenn Geschäftsordnungsände<lb break="no"/>rungen vorgenommen werden, die letzten Endes natürlich in der personel<lb break="no"/>len Zusammensetzung des Ministeriums ihre Ursache haben, dass wir<lb/>
doch versuchen müssen, sachliche Ausreden zumindestens zu finden.<lb/>
Wenn dies nämlich nicht der Fall ist, fühlen sich die Beamten zurück<lb break="no"/>gesetzt und persönlich beleidigt und es kann dadurch nur ein ver<lb break="no"/>dammt schlechtes Klima entstehen.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 21.7.1971</head>
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               <occupation>Handelsabt. ÖIAG [1971; offenbar SPÖ; soll ev. ins HM wechseln,
                  vielleicht dort später zu finden?; vmtl. auch am 21.7.1971 gemeint?]</occupation>
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               <persName type="label">Koppe, Fritz</persName>
               <persName><surname>Koppe</surname><forename>Fritz</forename></persName>
               <occupation>Sekr. JS, ab 1973 GF VKI</occupation>
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               <persName type="label">Brantl, Heinz</persName>
               <persName><surname>Brantl</surname><forename>Heinz</forename></persName>
               <occupation>SPÖ-Wahlkampfmanager, Journalist</occupation>
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               <persName type="label">Fleischmann, Franz</persName>
               <persName><surname>Fleischmann</surname><forename>Franz</forename></persName>
               <occupation>ÖIAG, SPÖ-NR-Abg.</occupation>
               </person>
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               <persName type="label">Mandl, Fritz</persName>
               <persName><surname>Mandl</surname><forename>Fritz</forename></persName>
               <occupation>GD Hirtenberger Patronenfabrik</occupation>
               </person>
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               <persName type="label">Engelmayer, Günther</persName>
               <persName><surname>Engelmayer</surname><forename>Günther</forename></persName>
               <occupation>Beamter/Personalvertreter HM, Christgewerkschafter,
                  ÖVP-Politiker</occupation>
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               <persName type="label">Wohl, Johann</persName>
               <persName><surname>Wohl</surname><forename>Johann</forename></persName>
               <occupation>Gf., Dir. Kupferbergbau Mitterberg</occupation>
               </person>
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               <persName type="label">Mussil, Arthur</persName>
               <persName><surname>Mussil</surname><forename>Arthur</forename></persName>
               <occupation>Gen.Sekr. HK, ÖVP-NR-Abg., später AR-Präs. Verbund</occupation>
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               <persName type="label">Czerny, Josef</persName>
               <persName><surname>Czerny</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>AK</occupation>
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               <persName type="label">Hubacek, Franz</persName>
               <persName><surname>Hubacek</surname><forename>Franz</forename></persName>
               <occupation>Sekt.Rat HM [1971 zunächst für Entwicklungshilfe zuständig, MA von
                  Zienert]</occupation>
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               <persName type="label">Reiterer, Rudolf</persName>
               <persName><surname>Reiterer</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
               <occupation>Sektionschef HM, Diplomat, Verteter bei der EG</occupation>
               </person>
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               <persName type="label">Willenpart, Rudolf</persName>
               <persName><surname>Willenpart</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
               <occupation>MR HM</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97676">
               <persName type="label">Lachs, Thomas</persName>
               <persName><surname>Lachs</surname><forename>Thomas</forename></persName>
               <occupation/>
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               <persName type="label">Geist, Franz</persName>
               <persName><surname>Geist</surname><forename>Franz</forename></persName>
               <occupation/>
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            <person xml:id="per__108322">
               <persName type="label">Meisl, Josef</persName>
               <persName><surname>Meisl</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>Ministerialrat, Leiter Grundsatzabteilung</occupation>
               </person>
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               <persName type="label">Zöllner, Otto</persName>
               <persName><surname>Zöllner</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>AK</occupation>
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               <persName type="label">Mieling, A</persName>
               <persName><surname>Mieling</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>ÖIAG, Mitarbeiter im Sekretariat von Franz Geist [1971]</occupation>
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               <persName type="label">Dorn, C</persName>
               <persName><surname>Dorn</surname><forename>C</forename></persName>
               <occupation>[1971 als junger Mitarbeiter Kreiskys genannt; Ing.; lt. weiterem Text
                  offenbar früher beim Rundfunk; erneut am, 21.7.1971, wieder eine Telefonaktion;
                  ev. ident mit späterem Dorn, B?]</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97543">
               <persName type="label">Heindl, Kurt</persName>
               <persName><surname>Heindl</surname><forename>Kurt</forename></persName>
               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
                  SPÖ-Landstraße</occupation>
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               <persName type="label">Zimmermann, Rupert</persName>
               <persName><surname>Zimmermann</surname><forename>Rupert</forename></persName>
               <occupation>AR ÖIAG; evtl. Falschidentifikation [Mai 1971 bereits ÖIAG?; auch am
                  21.7. gemeint?]</occupation>
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               <persName type="label">Zienert, Erich</persName>
               <persName><surname>Zienert</surname><forename>Erich</forename></persName>
               <occupation>Beamter HM</occupation>
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               <persName type="label">Kreisky, Bruno</persName>
               <persName><surname>Kreisky</surname><forename>Bruno</forename></persName>
               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
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