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            <title type="main">Samstag, der  8. Mai 1971</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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               <licence>CC BY-NC 4.0</licence>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band05_1971-05-08</idno>
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            <date when="1971-05-08">Samstag, 8. Mai 1971</date>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-05-08_01">Samstag, 8. Mai 1971<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-05-08_02">Die Gesamtvorstandssitzung der Lebensmittelarbeiter im Hueberhaus<lb/>
dauerte so lange, dass ich nicht einmal an der Eröffnung des Bundes<lb break="no"/>tages der sozialistischen Akademiker teilnehmen konnte. In Wirklichkeit<lb/>
aber sind diese Gesamtvorstandssitzungen wenig ergiebig. Die Sekretärs<lb break="no"/>besprechungen, die man tags zuvor machen muss, um einzelnen Probleme<lb/>
mit den Sekretären zu besprechen, nehmen in Wirklichkeit alle Detail<lb break="no"/>arbeiten bereits vorweg. Ich glaube auch gar nicht, dass sich die<lb/>
einzelnen Vorstandsmitglieder dafür sehr interessieren würden. Die<lb/>
Berichte einzelner Landessekretäre und mancher Gruppensekretäre sind<lb/>
oft sehr ins Detail gehend, um ihre Tätigkeit zu beweisen. Einige haben<lb/>
noch immer nicht bemerkt, dass es für mich nicht entscheidend ist,<lb/>
wenn er einem Problem recht lange Zeit widmet, sondern wenn dieses Problem<lb/>
gelöst ist, ganz kurz nur erwähnt und dann andere Fragen zur Diskussion<lb/>
oder zum Bericht stellt. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen – obwohl<lb/>
es ohne weiteres möglich ist – dass so geringe Aktivitäten von einzelnen<lb/>
Kollegen in den Bundesländern nur entwickelt werden, dass sie mit nur<lb/>
einem oder zwei Berichten, die recht lange ausfallen glauben, die Tätigkeit<lb/>
dann entsprechend tarnen zu müssen. Andererseits möchte ich natürlich die<lb/>
Kollegen nicht enttäuschen und ihnen womöglich das Wort abschneiden.<lb/>
Ausser unseren Anträgen und die Delegierung zum Gewerkschaftskongress<lb/>
im September wurden keine entscheidenden Beschlüsse gefasst. Da unsere<lb/>
Gewerkschaftsarbeit sehr dezentralisiert durch die Gruppen durchgeführt<lb/>
wird, brauchen wir auch nicht spektakuläre Beschlüsse oder gar Unter<lb break="no"/>stützungen für einzelnen ins Stocken geratene Verhandlungen. Einige<lb/>
Funktionäre wünschten, dass die Gesamtvorstandssitzung in Hinkunft<lb/>
nicht mehr am Samstag oder Sonntag sondern auf einen Arbeitstag fallen<lb/>
sollte. Ebenso soll in Hinkunft nur mehr einmal im Monat eine Zentral<lb break="no"/>vorstandssitzung stattfinden. Anfänglich wehrte ich mich gegen diesen<lb/>
Plan, doch letzten Endes gab ich nach, da ich deutlich sichtbar in<lb/>
der Minderheit geblieben wäre. Sekretäre und Funktionäre wollen eben auch<lb/>
die Fünftagewoche haben, so gut soll es mir einmal gehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-05-08_03">Um 11 Uhr nachts rief mich Botschafter <rs type="person" ref="#per__135642">Leitner</rs> von Brüssel an und teilte<lb/>
mir den letzten Stand der Verhandlungen mit. Details wusste er allerdings<lb/>
selbst auch nicht, da die Verhandlungen strengst vertraulich und abge<lb break="no"/>schirmt geführt wurden. Da ihm aber <rs type="person" ref="#per__97922">Schmitz</rs> anrief, um Details von ihm<lb/>
zu wissen, fühlte er sich verpflichtet, auch mir diese mitzuteilen.<lb/>
Auf alle Fälle ist es das erste Mal, dass Brüssel sich bei mir rührt.<lb/>
Ich war angenehm überrascht.<lb/>
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