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            <title type="main">Dienstag, der 20. April 1971</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-04-20_01">Dienstag, 20. April 1971<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-04-20_02">Bei der Ministerratsvorbesprechung kam ich mit <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> überein,<lb/>
dass wir mit dem Antidumping- und Marktstörungsproblem doch ver<lb break="no"/>suchen sollten, über die Zolltarifgesetznovelle eine Lösung herbeizu<lb break="no"/>führen. Spasshalber erzählt ich ihm, dass ich jetzt eigentlich<lb/>
in seiner Hand bin, denn wenn wir heute im Ministerrat das Anti<lb break="no"/>dumpinggesetz beschlossen und ich keine Marktstörungsbestimmungen<lb/>
in die Zolltarifnovelle bringen kann, dann habe ich mein einziges<lb/>
Argument gegen ihn ausgespielt. Das Antidumpinggesetz ist nämlich<lb/>
ein ziemlich neutrales und unwirksames Gesetz, da es GATT-konform sein<lb/>
muss, gibt es nur gegen das klassische Dumping, d.h. gegen Subven<lb break="no"/>tionen und Prämien, wenn sie klar und deutlich deklariert sind,<lb/>
einen gewissen Schutz. Wir haben übrigens im Ministerrat gleich<lb break="no"/>zeitig die internationalen Grundsätze vom GATT über Antidumping<lb/>
beschlossen. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> versprach mir, den Brief, den ich übrigens ja von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__115585">Öhmer</rs><add>[evtl. Falschidentifikation]</add> angekündigt bekommen hatte, der aber glaube ich sehr negativ<lb/>
sein wird. Ich ersuchte ihn deshalb noch einmal zu überlegen, ob<lb/>
wir nicht des § 5 ausbauen könnten. Hier bemerkte ich, dass <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs><lb/>
bis jetzt auf dem Standpunkt gestanden ist, dass wir mit den jetzigen<lb/>
Bestimmungen des § 5 ZTG je eine Erhöhung auf den dreifachen auto<lb break="no"/>nomen Zoll vorsieht, auskommen sollten. An eine solche Lösung war<lb/>
unsererseits nie gedacht.<lb/>
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DDR anerkennen wollen oder, wenn dies nicht möglich ist, so minde<lb break="no"/>stens mit Regierungsstellen der DDR in Österreich engsten Kontakt<lb/>
aufnehmen wollen. Er schlug deshalb vor, dass <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> an<lb/>
den Aussenminister <rs type="person" ref="#per__97910">Scheel</rs> einen Brief schreiben sollte, aus dem<lb/>
ersichtlich ist, dass wir doch jetzt mit der DDR zwar nicht Beziehungen<lb/>
aufnehmen wollen, aber Firmen, die sich an Geschäftsabschlüssen mit<lb/>
der DDR beteiligen, engeren Kontakt auch über österreichische Stellen<lb/>
mit der DDR aufnehmen werden. Mein Hinweis, dass wir doch beschlossen<lb/>
hätten, keinerlei Kontakt, auch nicht von Beamten, mit DDR-Stellen<lb/>
aufzunehmen und z.B. natürlich beschlossen hätten, dass niemand an<lb/>
der Leipziger Messe teilnimmt, wurde auf Intervention von <rs type="person" ref="#per__97818">Pittermann</rs><lb/>
abgelehnt. <rs type="person" ref="#per__97468">Gatscha</rs>, der mir einmal vor längerer Zeit mitteilte,<lb/>
dass er gerne nach Leipzig fahren würde, weil sein Vorgänger Sekt.<lb/>
Chef <rs type="person" ref="#per__137069">Schopf</rs> seit eh und je dorthin gefahren ist, hat von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
<pb n="05-0477" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band05/05_1971-04-20_0477.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>die Zustimmung erhalten. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte sogar, ähnlich wie wir bei<lb/>
der Chinafrage den richtigen Zeitpunkt erwischt hatten, so sollten<lb/>
wir auch jetzt bei der DDR-Frage ein bisschen grosszügiger vorgehen.<lb/>
Ich bin neugierig, wie sich <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> aus dieser Affäre heraus<lb break="no"/>zieht, er selbst wird eben jetzt mit <rs type="person" ref="#per__97910">Scheel</rs> die entsprechenden<lb/>
Verhandlungen, d.h. den Briefwechsel darüber zu führen haben.<lb/>
Ich glaube, dass wir nach wie vor zurückhaltend bleiben sollten,<lb/>
solange nicht die Frage mit der BRD von <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> geklärt ist.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> teilte mit, dass er auch ein Problem in dieser Beziehung<lb/>
hat, nämlich die 6 % Familienfondsabgabe durch die DDR-Vertretung.<lb/>
Er selbst wird jetzt der DDR-Vertretung diese Familienfondsabgabe<lb/>
nachlassen, für die Verkehrsabteilung aber kann er dies nicht<lb/>
tun. In diesen Hinsicht haben wir wenigstens einen Teilerfolg<lb/>
erreicht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-04-20_04">Bundesminister <rs type="person" ref="#per__114106">Schmidt</rs> hat sich in einem Brief bei <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, aller<lb break="no"/>dings nach meiner Meinung nach sehr spät und sehr lendenweich,<lb/>
über seine Äusserungen über das österreichische Bundesheer ent<lb break="no"/>schuldigt. <rs type="person" ref="#per__97818">Pittermann</rs> meinte, man sollte <rs type="person" ref="#per__114106">Schmidt</rs> jetzt nach Öster<lb break="no"/>reich einladen, damit er sich das österreichische Bundesheer an<lb break="no"/>schauen könnte. Dagegen war <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> mit aller Entschiedenheit,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__108224">Lütgendorf</rs><add>[war]</add> qar nicht anwesend, und er erklärte sogar, dass die<lb/>
Äusserungen, die von Offizieren jetzt wegen der Kooperationen<lb/>
oder gemeinsamen Waffenübungen mit der Schweiz jetzt schon sehr<lb/>
weit gehen. Er empfahl, diese Politik doch mehr im Einvernehmen mit<lb/>
dem Aussenministerium zu besprechen. Einen Besuch von <rs type="person" ref="#per__114106">Schmidt</rs> lehnte<lb/>
er ganz entschieden ab, da er auf dem Standpunkt steht, das würde<lb/>
nur in der westlichen, aber insbesondere östlichen Ausland den<lb/>
Eindruck erwecken, dass bereits wieder eine Waffenbrüderschaft<lb/>
zwischen der BRD mit einer SPD-Regierung und der soz. Regierung<lb/>
Österreichs in Angriff genommen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-04-20_05">Das Forderungsprogramm der Bundesländer wurde noch einmal kurz<lb/>
durchbesprochen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wird allerdings jeden einzelnen Minister,<lb/>
wo seine Meinung eine andere ist als der Fachressortminister<lb/>
dazu sich geäussert hat, dazu einen Brief schreiben, wo er bittet,<lb/>
<pb n="05-0478" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band05/05_1971-04-20_0478.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>die und die Überlegungen noch anzustellen, Nächste Woche soll<lb/>
dann das Forderungsprogramm mit den Ländern besprochen werden.<lb/>
Harte Kerne sieht er primär in dem Problem der Enteignung und in<lb/>
dem Landesdienstrecht für die Länderbeamten. In beiden Fällen<lb/>
ist die Regierungspartei – wie er sich ausdrückt – stark präju<lb break="no"/>diziert, d.h. die soz. Landesvertreter haben sich in diesem Problem<lb/>
schon weitestgehend für die Länderforderung ausgesprochen Insbe<lb break="no"/>sondere spricht sich auch die soz. Fraktion der Personalvertretung<lb/>
für eine Übertragung der Kompetenz über das Landesdienstrecht an<lb/>
die Länder aus.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-04-20_06">Der Versuch, mit der anwesenden russischen Patent-Delegation einen<lb/>
engeren Kontakt herzustellen, ist im ersten Anlauf gescheitert. Der<lb/>
Leiter der russischen Patent-Delegation <rs type="person" ref="#per__137071">Barkastow</rs> hat zwar seine<lb/>
Freude darüber geäussert, dass er in die Arbeitsgruppe für Patente<lb/>
und Lizenzen, die auf Grund des sowjetischen-österreichischen Handels<lb break="no"/>vertrages derzeit zum zweiten Mal in Wien zusammengetreten ist,<lb/>
hat aber meine indirekten Aufforderungen, Ideen zu äussern, ob<lb/>
nicht eine engere Kooperation mit der SU möglich sei, nicht auf<lb break="no"/>gegriffen. Mein Hinweis, dass ich mich derzeit bemühe, international<lb/>
unser österreichische Patentamt stärker einzuschalten, d.h. dass<lb/>
insbesondere jetzt von den westlichen Ländern eine stärkere Kooperation<lb/>
angestrebt wird, ich deshalb den Ausgleich immer wieder bestrebt bin,<lb/>
auch mit dem Osten enger zu kooperieren, hat bei ihm keine wie immer<lb/>
geartete Reaktion ausgelöst. Ich verstehe zwar nicht russisch, aber<lb/>
ich glaube, dass einmal Botschaftsrat <rs type="person" ref="#per__137070">Karmasin</rs> den Übersetzer der Dele<lb break="no"/>gation extra aufmerksam machte, dass er doch meine Probleme beant<lb break="no"/>worten sollte, worauf diesem ihm erwiderte, er könnte doch nur das<lb/>
sagen, was der Präsident ihm beauftragt. <rs type="person" ref="#per__137070">Karmasin</rs> hat dann beim Hinaus<lb break="no"/>gehen allerdings Dr. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> angesprochen und ihm gesagt, man müsste über<lb/>
diese heutigen Aussprache noch einmal reden. Es ist immerhin möglich,<lb/>
dass es für die russische Delegation zu überraschend gekommen ist<lb/>
und sie deshalb sich nicht auf irgendwelche Äusserungen einlassen<lb/>
wollten. Wenn wir keinen positiven Erfolg haben, so spielt das<lb/>
in diesem speziellen Fall auch keine Rolle, denn ich kann dann bei<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs>, den ich einige Male bei dieser Aussprache zitiert habe,<lb/>
erklären, dass wir uns überall und auf jedem Sektor bemühen, engste<lb/>
Kooperation zu erreichen. Dass nämlich diese Vorsprache in Russland<lb/>
gemeldet wird, steht für mich natürlich ausser jeder Diskussion.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-04-20_07">Beim Mittagessen erzählte mir ganz aufgeregt und empört Dr. <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs>,<lb/>
dass wir die Netto-Ski-Preisverordnung noch immer nicht erlassen<lb/>
hätten und er seiner Meinung nach als spätesten Termin den 1. Juni<lb/>
betrachten muss. Unter Hinweis, dass Min.Rat <rs type="person" ref="#per__112946">Schleifer</rs>, der zuständige<lb/>
Mann, uns schriftlich mitgeteilt hat, dass die Interessensvertretungen<lb/>
ersucht haben, geraume Zeit mit dieser Anordnung zuzuwarten, brachte<lb/>
nur einen Gegensatz zutage, der zwischen <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> und <rs type="person" ref="#per__136382">Auracher</rs> besteht.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__136382">Auracher</rs> hat uns nämlich verständigt, dass eine Verfolgung dieses<lb/>
Problems jetzt unzweckmässig wäre, die Firmen sollten Gelegenheit<lb/>
haben, alle Skier noch abzuverkaufen. Wahrscheinlich hat <rs type="person" ref="#per__136382">Auracher</rs><lb/>
hier im Einvernehmen mit der Fachgewerkschaft gehandelt und <rs type="person" ref="#per__97676">Tommy Lachs</rs><lb/>
will nun eine Zusage, die er scheinbar für die Tyrolia-Bindung ge<lb break="no"/>geben hat dem Herrn <rs type="person" ref="#per__136689">Smolka</rs> mit Gewalt diese Lösung unverzüglich<lb/>
durchsetzen. Ich hatte <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> neuerdings darauf aufmerksam gemacht,<lb/>
dass es doch zielführender ist, wenn er – so wie sein Vorgänger<lb/>
und auch ich vor 25 Jahren mich immer dafür eingesetzt habe, dass<lb/>
zwischen den Interessensvertretungen Gewerkschaftsbund und Arbeiter<lb break="no"/>kammer keine differenten Meinungen auftauchen und nicht unbedingt<lb/>
mit dem Schädel durch die Wand rennen soll, um seine Ideen mit<lb/>
Hilfe von <rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs> und <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> unter allen Umständen durchzusetzen.<lb/>
Er erklärt zwar immer wieder, dass er die grössten Schwierigkeiten<lb/>
hat, bei seinen Funktionären dann schlichtend und beruhigend einzu<lb break="no"/>treten, er erzählt uns aber nicht, dass er wahrscheinlich vorher durch<lb/>
Berichterstattung eine solche Situation mit verschuldet. Ich erklärte<lb/>
ihm, dass ich unter <rs type="person" ref="#per__114575">Mantlers</rs> Herrschaft, und das war gar nicht angenehm,<lb/>
meine einzige Funktion darin gesehen habe, zwischen <rs type="person" ref="#per__97363">Böhm</rs> und <rs type="person" ref="#per__114575">Mantler</rs><lb/>
zu vermitteln. Bei der damaligen Einstellung von den Abteilungsleiter<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98087">Wirlandner</rs> war dies gar nicht so einfach, da auch <rs type="person" ref="#per__98087">Wirlandner</rs> ein<lb/>
Streithahn gewesen ist, der sich ebenfalls immer eingebildet hat,<lb/>
seine Idee muss als die einzig richtige auf alle Fälle durchgesetzt<lb/>
werden. Ich hoffe, dass sich <rs type="person" ref="#per__97676">Tommy Lachs</rs> meinen Vorwurf und gleich<lb break="no"/>zeitig meine Bitte zu Herzen genommen hat. Mit seinem Vorgänger Dr. <rs type="person" ref="#per__97627">Heinz<lb/>
Kienzl</rs> hatte ich nämlich immer mich bemüht, die entsprechenden auf<lb break="no"/>tretenden Differenzen zu bereinigen. Unsere Devise war damals, wenn<lb/>
schon die "Kaiser", damals sogar noch Präsident <rs type="person" ref="#per__97793">Olah</rs> und Präs. <rs type="person" ref="#per__127092">Maisel</rs><lb/>
in der AK in den Kampf ziehen, dann dürfte es nur eine Turnier zwi<lb break="no"/>schen den Grossen sein, das Fussvolk dürfte sich an dieser Schlacht<lb/>
nicht beteiligen, sondern nur versuchen, die Gottobersten in ihrem<lb/>
Streben recht zu behalten, nur so weit zu unterstützen, dass wir nicht<lb/>
ihr Vertrauen verlieren. In der Sache aber musste man versuchen, ein<lb/>
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zu lassen. Dies ist zwar eine wesentlich unangenehmere Tätigkeit<lb/>
als mit dem eigenen Präsidenten über den anderen zu schimpfen,<lb/>
führt aber letzten Endes dazu, dass Institutionen nicht gegen<lb break="no"/>einander, sondern mit einander arbeiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-04-20_08">Dies soz. Vertreter des Sparkassenverbandes und einige Direktoren<lb/>
wie <rs type="person" ref="#per__97995">Stockinger</rs> von der Salzburger Sparkasse, Dr. <rs type="person" ref="#per__116108">Haiden</rs> von der Z,<lb/>
hatten eine Vereinfachung der österr. Förderung für.den Fremden<lb break="no"/>verkehr ausgearbeitet. In einer Diskussion kamen wir überein, dass<lb/>
dieses Konzept nun vom Sparkassenverband beschlossen werden soll,<lb/>
um dann bei uns im Ministerium bei den Verhandlungen mit den Länder<lb break="no"/>vertretern über die Konzentration der Förderung berücksichtigt zu<lb/>
werden. <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> ist in dieser Frage sehr aktiv und erzählte mir, dass<lb/>
er dies im Einvernehmen mit Sekt.Chef Dr. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> macht. Ich hoffe,<lb/>
dass sich daraus nicht einmal ein Kompetenzkonflikt zwischen der<lb/>
Präs.Abteilung G und der Sektion II ergeben wird. Höchste Vorsicht ist<lb/>
dabei auf alle Fälle geboten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-04-20_09">Ich habe die Diskussionen im AEZ wieder aufgenommen. Dort kommen<lb/>
hunderte Menschen in einem verhältnismässig kurzen Zeitraum an<lb/>
den Lautsprechern vorbei und einige davon sind sogar bereit, über<lb/>
Probleme wirklich zu diskutieren. Allerdings hat die ÖVP sehr junge<lb/>
Aktivisten, die sich mit Pickerln "Ich bin für <rs type="person" ref="#per__114093">Waldheim</rs>" vor das<lb/>
Mikrophon stellten und mich natürlich mit Fragen attackierten, die<lb/>
nicht gerade sehr angenehm waren. z.B. mussten wir eine ganze lange<lb/>
Zeit über das Problem diskutieren, ob <rs type="person" ref="#per__97607">Jonas</rs> ein Abwehrkämpfer sei oder<lb/>
nicht. In einer Belangsendung wurde angeblich auf seinen Abwehr<lb break="no"/>kampf hingewiesen, obwohl mir diese Leute dort nachwiesen, es waren<lb/>
Kärntner, die zweifelsohne von der ÖVP auch geschult waren, dass<lb/>
das Bataillon nur 3 Tage in Kärnten gewesen ist. Viel zu spät wurde<lb/>
mir dann über <rs type="person" ref="#per__137079">Trescher</rs>, den Kabinettsdirektor, mitgeteilt, dass<lb/>
dieses Bataillon abgezogen werden musste, weil eine Volksabstimmung<lb/>
in Aussicht war und dann keinerlei Fremde Kräfte mehr sozusagen im<lb/>
Kärntner Raum stehen durften. Ich glaube aber, dass wenn unangenehme<lb/>
Diskussionen kommen und die ÖVP jetzt in Opposition ihre Funktionäre<lb/>
natürlich viel leichter jetzt gegen uns ansetzen kann, dass solche<lb/>
Passagendiskussionen sehr zielführend sein. Ich habe deshalb der<lb/>
Jungen Generation versprochen, dass ich versuchen werde, einmal im<lb/>
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möge einen Termin unter allen Umständen immer freihalten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-04-20_10">Unmittelbar vor Wahlen sind alle Funktionärsbesprechungen im Bezirk<lb/>
ob es sich jetzt um Sektionsleiter oder Ausschuss-Besprechungen handelt,<lb/>
sehr flau. Nach der Stimmung zu schliessen, müsste man dann auf<lb/>
das Ärgste bei den Wahlen gefasst sein. In Wirklichkeit dürften sich<lb/>
aber doch-die ganze Konzentration unserer Funktionäre dann auch<lb/>
den ordnungsgemässen Ablauf der Wahlen richten, man darf nicht ver<lb break="no"/>gessen, dass Sektionen eine verhältnismässig grosse Organisationsarbeit<lb/>
zu bewältigen haben, und deshalb alles andere in den Hintergrund<lb/>
verdrängen. Ich hoffe zumindestens, dass diese meine Prognose richtig<lb/>
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