<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="staribacher__19710416.xml" prev="https://staribacher.acdh.oeaw.ac.at/staribacher__19710415.xml" next="https://staribacher.acdh.oeaw.ac.at/staribacher__19710417.xml" xml:base="https://staribacher.acdh.oeaw.ac.at">
   <teiHeader>
      <fileDesc>
         <titleStmt>
            <title type="main">Freitag, der 16. April 1971</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
            <respStmt>
               <resp>Conversion to TEI</resp>
               <persName>Gustav Graf</persName>
            </respStmt>
            <respStmt>
               <resp>Digitisation, OCR correction and named entities tagging</resp>
               <persName>Matthias Trinkaus</persName>
            </respStmt>
         </titleStmt>
         <publicationStmt>
            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
            <availability>
               <licence>CC BY-NC 4.0</licence>
            </availability>
         </publicationStmt>
         <sourceDesc>
            <msDesc>
               <msIdentifier>
                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band05_1971-04-16</idno>
               </msIdentifier>
            </msDesc>
         </sourceDesc>
      </fileDesc>
      <profileDesc>
         <creation>
            <date when="1971-04-16">Freitag, 16. April 1971</date>
         </creation>
      </profileDesc>
      <revisionDesc>
         <change type="creation" when="2018-08-02">exported as basic TEI from corrected tesseract output.</change>
         <change type="update" when="2020-06-25" who="acdh:ds">cleaned automatic tesseract-export by cleanExport.xsl script</change>
         <change type="update" when="2020-06-25" who="acdh:ds">moved first pb element out of attachment divs by cleanExport-patch2.xsl</change>
         <change type="update" when="2016-08-11" who="acdh:ds">find and note personalAgenda as a subtype cleanExport-patch.xsl</change>
         <change type="update" when="2016-08-19" who="acdh:ds">whitespace in paragraphs, lb and pb fixes by cleanExport-patch3.xsl</change>
      </revisionDesc>
   </teiHeader>
   <text>
      <body>
         <pb n="05-0460" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band05/05_1971-04-16_0460.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
         <div type="entry">
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-04-16_01">Freitag, 16. April 1971<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-04-16_02">Architekt Ing. <rs type="person" ref="#per__137116">Ruzicka</rs> und Dr. <rs type="person" ref="#per__137115">Riccabona</rs> von der TH hatten sich<lb/>
ein Konzept erarbeitet, wie sie Luxushotels in den Fremdenverkehrs<lb break="no"/>orten bauen könnten. Ihrer Meinung nach sollten die Privatzimmer<lb break="no"/>vermieter aber alle anderen Gemeindebürger ebenfalls einen Anteil<lb/>
an diesen Luxushotels leisten. Ich erklärte ihnen sofort, dass<lb/>
es unmöglich wäre, die Privatzimmervermieter dazu zu verhalten,<lb/>
dass sie ihr mühsam verdientes Geld wo anders investieren als<lb/>
eben in ihren kleinen Häusern, wo sie gegebenenfalls ihre Privat<lb break="no"/>zimmer verbessern würden. Gemeinschaftsleistungen aber könnte ich<lb/>
mir sehr gut vorstellen bei Verpflegseinheiten, also Restaurants<lb/>
oder sonstige Anlagen wie sie derzeit schon bei Seilbahnen oder<lb/>
Bädern geleistet werden. <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs>, den ich dazubat, kannte die beiden<lb/>
und wir einigten uns sofort, dass wir ihnen einen finanziellen Zu<lb break="no"/>schuss zu einer Studie geben sollten, wie sie ein entsprechendes<lb/>
Projekt einmal in einer Gemeinde aufbauen würden. Ich glaube, sie<lb/>
waren sehr zufrieden, einen so aufgeschlossenen Minister zu finden<lb/>
und ich war sehr zufrieden, dass sich junge Leute mit Initiative<lb/>
an uns wenden.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-04-16_03">Dir. <rs type="person" ref="#per__137117">Holzbach</rs>, ein Jugendfreund von mir, wendete sich an mich, da<lb/>
er annahm, dass Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> eine Intervention von Stadtrat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__115005">Hintschik</rs> nicht ernst genommen hätte. Waldheim-Eberle hat sich eine<lb/>
Offset-Rollendruckmaschine angeschafft, die bei 15.000 Stück Stunden<lb break="no"/>leistung 7 kg Farbe verbraucht. Nun wurde die Stundenleistung auf<lb/>
25.000 erhöht und der Verbrauch von Farbe ist 28 kg pro Stunde.<lb/>
Durch die Freiwerdung von Harzen, die den Farben unbedingt beigemischt<lb/>
werden müssen, entsteht zwar auf dem Arbeitsplatz keine unerträg<lb break="no"/>liche Luftbelästigung, da der Gestank abgesaugt wird. Dagegen wird<lb/>
bei der Absaugung die Umgebung mit einer bestialischen Luftverschlech<lb break="no"/>terung belästigt. Die Fa. Lugmayer und Bäcker haben es nun übernommen,<lb/>
dass die Absaugung bis zu 40 kg Farbverbrauch, das ist das Maximum,<lb/>
was die Maschine überhaupt leisten könnte, garantiert geruchsfrei ge<lb break="no"/>regelt werden wird. Die Firma braucht aber zur Ausführung bis zum<lb/>
1. Mai entsprechende Terminerstreckung der Kommission. Sekt.Rat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__137118">Chalupsky</rs> hätte nun gegen diese Firma irgendwelche Bedenken gehabt<lb/>
und Holzbach fürchtet nun, dass Sekt.Rat <rs type="person" ref="#per__137118">Chalupsky</rs> sehr scharf ein<lb break="no"/><pb n="05-0461" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band05/05_1971-04-16_0461.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>schreiten wird und die Firma nicht entsprechend arbeiten lassen will.<lb/>
Ich habe mit <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> darüber gesprochen und wir werden bis 1. Mai<lb/>
zuwarten und dann wird man sehen, was die Kommission ergibt. Bei dieser<lb/>
Gelegenheit erfuhr ich auch, dass <rs type="person" ref="#per__125831">Portisch</rs> wieder zum Kurier zurück<lb break="no"/>kommen wird als Chefredakteur, dass aber <rs type="person" ref="#per__126884">Polsterer</rs> die Druckerei und<lb/>
den Kurier beabsichtigt zu verkaufen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-04-16_04">Bei der Überreichung des Ordens an Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__97867">Reiterer</rs>, der ihn sehr<lb/>
befriedigt hat, versuchte Min.Rat <rs type="person" ref="#per__114994">Böhm</rs> mir auseinanderzusetzen, dass<lb/>
es unmöglich sei, Dienstposten bei uns einzusparen. Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__97915">Schipper</rs>,<lb/>
der hier wesentlich nüchterner denkt, meint, dass wir nicht die 16 Dienst<lb break="no"/>posten, wohl aber unsere Pensionierungen, nämlich 6 Dienstposten ein.<lb/>
sparen müssen. <rs type="person" ref="#per__114994">Böhm</rs> meint nun, ob ich bereit wäre, gegen eine solche<lb/>
Dienstpostenkürzung zur Wehr zu setzen. Ich schob sofort dieses Problem<lb/>
auf die Sekt.Chef-Ebene und erklärte, wenn es <rs type="person" ref="#per__97915">Schipper</rs> nicht gelingt<lb/>
hier eine Ausnahme im BKA durchzusetzen, sehe ich keine Möglichkeit<lb/>
hier die Dienstposteneinsparungen zu verhindern. Ich glaube überhaupt,<lb/>
dass sich <rs type="person" ref="#per__97915">Schipper</rs> sehr neutral und kooperativ verhält, während natür<lb break="no"/>lich z.B. für den Posten der Frau Min.Rat <rs type="person" ref="#per__97381">Carmine</rs> bereits 2 DV-ler<lb/>
in Aussicht hat, die er also neu aufnehmen will, um diesen Dienstposten<lb/>
neuerdings zu besetzen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-04-16_05">Direktor <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> und Dir. <rs type="person" ref="#per__97429">Feichtiger</rs> von der ÖMV berichteten mir, dass<lb/>
sie mit der TAL über ihre Erweiterung des Durchsatzes für die AWP von<lb/>
6 Mill. t auf 10 Mill. Jato nicht zu Rande kommen. Die TAL-Vertreter<lb/>
hätten ihnen 65 % des Ingolstädter Tarifes angeboten, währenddem die<lb/>
ÖMV nur bereit ist, 50 % bis jetzt davon zu bezahlen. Da der General<lb break="no"/>sekretär der TAL mir in Innsbruck mitgeteilt hat, dass sie nicht mehr<lb/>
so weit auseinander sind, habe ich angenommen, dass er meine Vermittlung<lb/>
obwohl er das letzten Endes abgestritten hat, doch sehr gerne sehen würde.<lb/>
Ich erklärte daher der ÖMV, dass ich erwarte, dass sie doch jetzt zu<lb/>
einem Abschluss kommen oder mich verständigen, dass ein Abschluss nicht<lb/>
möglich ist, damit ich Vermittlungsverhandlungen aufnehme. Ich kann nur<lb/>
solange noch mit der Betriebsgenehmigung zuwarten, bis sie innerhalb<lb/>
von 14 Tagen eine Lösung gefunden haben oder mich zumindestens ver<lb break="no"/>ständigen, dass ich eine solche jetzt in Angriff nehmen soll. Die TAL<lb/>
setzt sich aus so vielen ausländischen Firmen zusammen, 31 % des Anteils<lb/>
hat in Österreich überhaupt keine inländische Ölfirma, sodass nachdem<lb/>
80 % der Gesellschafter einer Tarifänderung zustimmen müssen, dies eine<lb/>
<pb n="05-0462" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band05/05_1971-04-16_0462.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>sehr schwierige Verhandlungssituation ist. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> teilte mir<lb/>
weiters mit, dass sie mit den Italienern bezüglich der Gas<lb break="no"/>Pipeline neuerdings jetzt in Verhandlungen eintreten werden.<lb/>
Er glaubt, dass er doch zu einem wesentlich günstigeren Abschluss<lb/>
kommt, als die ENI ihm angeboten hat. Ich glaube, dass die einzige<lb/>
Möglichkeit das Schweizer Modell ist, wo die Schweizer so wie<lb/>
auch die österr. ÖMV 51 dieser Gesellschaft bekommen könnten.<lb/>
Betreffend der Preiserhöhungen meinte <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs>, dass sie jetzt<lb/>
noch nicht auf die Barrikaden gehen wollen, aber dass die west<lb break="no"/>lichen Ölgesellschaften bereits Massnahmen erwägen. Ich glaube<lb/>
nicht, dass die westlichen Ölgesellschaften nicht erkennen, dass<lb/>
vor den Bundespräsidentenwahlen kaum etwas zu machen ist und<lb/>
dass sich der Heizölpreis als erster Preis frühestens mit 1. Mai<lb/>
wird erhöhen lassen. Da ich in der Industriellenvereinigung den<lb/>
Generaldirektor von Mobil traf, konnte ich feststellen, dass man<lb/>
dort nicht einmal noch wusste, dass die Verbraucherpreise für Benzin<lb/>
und Diesel bis jetzt noch immer nicht bei uns eingereicht wurden.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-04-16_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte, klären ob nicht vielleicht doch schon<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112946">Schleifer</rs> die Preise erhalten hat, ohne dass er mich davon verstän<lb break="no"/>digte.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-04-16_07">Bei einer Pensionistenversammlung teilte mir <rs type="person" ref="#per__97602">Jodlbauer</rs> mit, dass<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97656">Konstroun</rs> den Präs. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> ersucht hat, dass auch meinen Wunsch<lb/>
<rs type="person" ref="#per__137121">Lederer</rs> vom Freien Wirtschaftsverband bei den österr.-sowj. Verhand<lb break="no"/>lungen anwesend sein soll. Da <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> dies ablehnte, meinte <rs type="person" ref="#per__97656">Kostroun</rs>,<lb/>
er sollte mit mir sprechen, denn das sei schliesslich der Wunsch<lb/>
des Handelsministers. Genau dies ist aber nicht der Fall. <rs type="person" ref="#per__137121">Lederer</rs><lb/>
ist eine genauso zwielichtige Gestalt wie <rs type="person" ref="#per__110995">Pisec</rs>; <rs type="person" ref="#per__110995">Pisec</rs>, der bisher im<lb break="no"/>mer von <rs type="person" ref="#per__97749">Mitterer</rs> bei diesen Russlandverhandlungen eingeschaltet wurde.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__137121">Lederer</rs> z.B. erklärt, dass <rs type="person" ref="#per__110995">Pisec</rs> einige Geschäfte gemacht, die im<lb/>
Hause bekannt sind und die mehr als dubios vom gesamtwirtschaftlichen<lb/>
Standpunkt aus sind. U.a. soll nach seiner Auskunft <rs type="person" ref="#per__110995">Pisec</rs> bei den<lb/>
grossen Flash-Druckrohrleitungen gegen Gas aus der Sowjetunion be<lb break="no"/>teiligt gewesen sein. Ich habe mich sofort mit der VÖEST ins Einver<lb break="no"/>nehmen gesetzt und sowohl von Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97644">Koller</rs> als auch <rs type="person" ref="#per__97315">Abfalter</rs> er<lb break="no"/>fahren, dass dies nicht der Fall ist. Die VÖEST hat zwar für 15 Mio. S<lb/>
private Firmen einschalten müssen, aber auch diese privaten Firmen<lb/>
<pb n="05-0463" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band05/05_1971-04-16_0463.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>haben direkt, da die VÖEST die Verträge mitunterzeichnen musste,<lb/>
mit den Russen abgeschlossen. <rs type="person" ref="#per__110995">Pisec</rs> war in keinem einzigen Fall<lb/>
mit eingeschaltet. Die VÖEST selbst hat 100 Mill. S an die Firma<lb/>
MAN geliefert, ohne die deutsche Clearingstelle oder eine andere<lb/>
Institution einzuschalten. <rs type="person" ref="#per__137121">Leder</rs> selbst hat sehr gute Beziehungen<lb/>
zu sowjetischen Spitzenvertretern u.a. hat er bei einer Anwesenheit<lb/>
des sowj. Präsidenten der Handelskammer für diesen 1 Mill. S Waren<lb break="no"/>muster gekauft und ihm geliefert, doch würden wir den grössten Fehler<lb/>
machen, wenn wir einen Exporteur bevorzugen würden. Ich werde deshalb,<lb/>
wenn <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> mich diesbezüglich ansprechen würde, klar und deutlich er<lb break="no"/>klären, dass ich kein Interesse daran habe, dass Leder in die Delegation<lb/>
aufgenommen wird, wie ich aber auch dasselbe negative Interesse daran<lb/>
habe, das <rs type="person" ref="#per__110995">Pisec</rs>, von denen die VÖEST sagt, dass es zielführend ist,<lb/>
an sie nicht einmal anzustreifen, in Hinkunft so stark im Ministerium<lb/>
bei offiziellen Verhandlungen verankert wird.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-04-16_08">In der Industriellenvereinigung hielt <rs type="person" ref="#per__122965">Treichl</rs> einen sehr guten Vor<lb break="no"/>trag, vorher meinte <rs type="person" ref="#per__97733">Mayer-Gunthof</rs>, er müsste mich doch attackieren, aber<lb/>
da ich nicht antworten könnte, würde er sich in sehr urbanen Formen<lb/>
bewegen. Er verlangte von der Regierung, dass erstens das Verteiler<lb break="no"/>denken einem Leistungsdenken weichen sollte, dass zweitens die Unzu<lb break="no"/>reichende AfA, die Absetzung für Anlagen wesentlich verbessert werden<lb/>
müsste, dass drittens Eigenkapital gebildet werden könnte und dass<lb/>
viertes die Frage der langfristigen Kapitalbeschaffung geregelt werden<lb/>
muss. Fünftens meint er, dass der Arbeitskräftemangel behoben werden<lb/>
sollte, dies sei Aufgabe der Bundesregierung und durch Beistellung<lb/>
von Schulen für die Gastarbeiter, von Wohnungen für diese usw. müsste<lb/>
die Regierung Vorsorge treffen. Die Baracken, die die Industrie er<lb break="no"/>richten will, kann derzeit nur mit einer 20 %-igen ausserordentlichen AfA<lb/>
abgesetzt werden und dann beträgt die Abschreibung 20 Jahren, was natür<lb break="no"/>lich viel zu lange ist. Er erwähnte dann auch, man könnte nicht nur von<lb/>
der Industrialisierungswelle und von einer Industrialisierungspolitik<lb/>
reden, sondern müsste auch etwas dazu beitragen. Ich hatte dann Gelegen<lb break="no"/>heit am Abend bei einem Empfang des schwedischen Botschafters für <rs type="person" ref="#per__114142">Palme</rs><lb/>
ihn noch einmal zu treffen und hab mich insbesondere nur gegen die Be<lb break="no"/>hauptung, dass wir von der Industriepolitik nur reden und nichts machen,<lb/>
entschieden gewehrt. Ich erklärte ihm, dass er doch auch berücksichtigen<lb/>
müsse, dass die Bundesregierung einige Sachen verhindert hat, die die<lb/>
<pb n="05-0464" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band05/05_1971-04-16_0464.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Industrie schwer belastet hätten und andererseits doch wirklich<lb/>
jetzt eine aktive Industriepolitik angeht. Er meinte, dies hätte<lb/>
er noch nicht so berücksichtigt, sei aber an einem Privatissimum<lb/>
in dieser Frage sehr interessiert. <rs type="person" ref="#per__122965">Treichl</rs> selbst hielt einen ganz<lb/>
interessanten Vortrag. Er meinte zuerst, dass sie die qualitative<lb/>
Tätigkeit der Kreditinstitute, d.h. das Prüfen, Auswählen und letzten<lb/>
Endes das Geld für Investitionen zur Verfügung stellen, keinen<lb/>
Dirigismus erlaubt. Die quantitative Funktion der Geldinstitute<lb/>
aber, wo die Summe der Geldmenge reguliert wird, Geldschöpfung be<lb break="no"/>trieben wird, die könnten gegebenenfalls dirigistische Einwirkungen<lb/>
wie sie ja auch derzeit durch das Kontrollabkommen durchgeführt<lb/>
werden, vertragen. Er meint nur, aber dass hier auf diesem Kredit<lb break="no"/>sektor der Wettbewerb wesentlich vergrössert werden soll. Er sprach<lb/>
sich deshalb beim Kreditwesen-Gesetzentwurf ganz entschieden gegen<lb/>
die derzeit bestehende Niederlassungsfreiheitsbeschränkung, d.h.<lb/>
die Errichtung von Filialen aus. Er meinte, dass <rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs> dies in seinem<lb/>
Entwurf ebenfalls vorgesehen hat, nämlich die Aufhebung der<lb/>
Reglementierung, dass aber bei <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> jetzt in der Verhandlung<lb/>
die Niederlassungsfreiheit wieder nicht aufgenommen werden soll.<lb/>
Er meint, dass die Konkurrenzverhältnisse der Aktienbanken, der<lb/>
privaten Bankiers und der Hypothekenanstalten gegen die Sparkassen,<lb/>
Volksbanken und Raiffeisenkassen doch sich wesentlich verschoben<lb/>
haben. Die drei letzteren seien vertikal gegliedert und nur in<lb/>
überregionalem Ausgleich und in der Veranlagung käme eine gewisse<lb/>
Industriepolitik in Form der Finanzierung von Investitionen zum<lb/>
Ausdruck. Da diese Institutionen aber keine Ertragssteuer und gröss<lb break="no"/>tenteils auch keine Dividenden bezahlen, hätten sie einen entspre<lb break="no"/>chenden Konkurrenzvorsprung. <rs type="person" ref="#per__122965">Treichl</rs> sprach sich auch gegen das<lb/>
Haben-Zins-Abkommen aus, da er seiner Meinung nach hier eine Ein<lb break="no"/>schränkung der Wettbewerbsmöglichkeit sieht. In der BRD hätte<lb/>
die Freigabe weder zu einem Verfall der Zinspolitik noch zu einer<lb/>
Hausse geführt. Wenn man behauptet, dass Österreicher zins-unempfind<lb break="no"/>lich sind, so stimme das seiner Meinung nach nicht, denn wohl werden<lb/>
die entsprechenden Spareinlagen immer grösser, aber im Jahre 1969 be<lb break="no"/>trug der Zuwachs noch 5 Mia. S gegenüber dem Vorjahr, währenddem 1980<lb/>
nur mehr 3 Mia. S gegenüber dem Vorjahr mehr gespart wurde. <rs type="person" ref="#per__122965">Treichl</rs><lb/>
meint, dass die Kapitalmarktfunktion von den Kreditinstituten ins<lb break="no"/>besondere von den Banken 100 %-ig erfüllt wird. 1960 hätte der Um<lb break="no"/>satz der Industrie 116 Mia. S betragen und die Kredit der Institute<lb/>
<pb n="05-0465" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band05/05_1971-04-16_0465.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>an die Industrie hätten 12 Mia. S ausgemacht. 1970 sei der Umsatz<lb/>
auf 236 Mia. S gestiegen und der Kredite, die Fremdfinanzierung, sei<lb/>
eben auf 38 Mia. S angewachsen. für 1980 rechnet er, dass die Umsätze<lb/>
der Industrie ca. 500 Mia. S betragen und dass dafür ein Fremdfinan<lb break="no"/>zierungsanteil von 110 Mia. S notwendig sei. Wenn man jetzt noch dazu<lb/>
rechnet, dass für die Infrastruktur Aufwendungen für 1971 bis 1980<lb/>
ca. 7–800 Mia. S notwendig sind, so kann man ermessen, was der<lb/>
Kapitalmarkt hier leisten müsste. Er rechnet zwar mit einem wesent<lb break="no"/>lichen Ansteigen des Bruttonationalproduktes von 1960 163 Mia. S auf<lb/>
372 Mia. im Jahre 1970, aber für 1980 bei 3,5 % Verbraucherpreisindex-<lb/>
Steigerung pro ein Bruttonationalprodukt von 850 Mia. S zu laufenden<lb/>
Preisen. Um diese Finanzierungsaufwendungen insbesondere für die<lb/>
Industrie erbringen zu können, müsste doch eine Zuführung von Eigen<lb break="no"/>mitteln über den Kapitalmarkt für kapitalmarktfähige Industrien ange<lb break="no"/>strebt werden. Für nichtkapitalmarktfähige Unternehmungen gäbe es<lb/>
nur die Gewinnbildung steuerliche Massnahmen. Nach <rs type="person" ref="#per__122965">Treichls</rs> Meinung<lb/>
haben insbesondere die institutionellen Investoren die Versicherungen<lb/>
versagt, während in Amerika die Neuemissionen die Versicherungen 300 %,<lb/>
in Grossbritannien 200 %, in den Niederlanden 70 % und in Japan ein<lb/>
Drittel ausmachen, seien in Österreich die Versicherungen nur geringfügig<lb/>
am Aktienmarkt tätig. Am Anlagenmarkt haben sie einen Anteil von 28 %<lb/>
und dieser Anteil an Anleihen seien nach <rs type="person" ref="#per__122965">Treichls</rs> Auffassung befriedi<lb break="no"/>gend. Der Vorwurf, dass am Börsenmarkt die Banken keine Kurspflege be<lb break="no"/>gehen, gleichzeitig aber auch nicht bereit wären, Aktien abzugeben,<lb/>
sei ein Widerspruch, wenn sie nämlich – so <rs type="person" ref="#per__122965">Treichl</rs> – Kurspflege be<lb break="no"/>treiben, dann dürften sie auch keine Aktien abgeben, da ansonsten der<lb/>
Markt weiter perudiert würde. Die CA selbst hat in den letzten<lb/>
10 Jahren ihren börsengängigen Anteil vervierfacht. Ihre<lb/>
Beteiligungen dagegen die sie im Portefeuille hält, haben abgenommen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__122965">Treichl</rs> meint deshalb, folgendes Forderungsprogramm müsste für den<lb/>
Börsenmarkt aufgestellt werden.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-04-16_09">1. Die Steuerbegünstigung für Aktien wäre denen der Wertpapiere an<lb break="no"/>zugleichen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-04-16_10">2. Die Berichterstattung über die Unternehmungen müssten wesentlich<lb/>
besser werden, die CA wird hier mit gutem Beispiel vorangehen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-04-16_11">3. Die Richtlinien der Versicherungen müssten den Ankauf von Aktien<lb/>
wesentlich erleichtern.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-04-16_12">Betreffend das Kreditwesengesetz hat <rs type="person" ref="#per__122965">Treichl</rs> folgende Forderung er<lb break="no"/>stellt.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-04-16_13">1. die Funktion der Kreditinstitute müsste im Kreditwesengesetz voll<lb/>
gewährleistet werden.<lb/>
</p>
            <pb n="05-0466" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band05/05_1971-04-16_0466.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-04-16_14">2. Der Mittelzufluss dürfte nicht kanalisiert werden, d.h.<lb/>
es müssten im freien Wettbewerb die Kreditinstitute die Mög<lb break="no"/>lichkeit haben, sich Spareinlagen und sonstige Mittel zu<lb/>
beschaffen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-04-16_15">3. Das Kreditwesensgesetz könnte kein konjunkturpolitisches In<lb break="no"/>strument sein, es müsste fest Grundsätze beinhalten, die unter<lb/>
allen Umständen gewahrt sein sollten.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-04-16_16">4. Um Strukturbereinigungen zu ermöglichen, müsste der freie<lb/>
Wettbewerb den Kreditinstituten gewährleistet sein.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-04-16_17">5. Die Liquidität der Kreditinstitute müsste im Interesse der Kredit<lb break="no"/>nehmer und Gläubiger in Eigenverantwortung der Institute gestal<lb break="no"/>tet werden können und dürfte nicht einem Eingriff durch den<lb/>
Staat unterliegen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-04-16_18">6. Es dürften im Kreditwesensgesetz nur generelle Regelungen vorge<lb break="no"/>schrieben sein, die keinen Eingriff in die Veranlagung und die<lb/>
Verantwortung für die Veranlagung ausschliesslich den Vorständen<lb/>
und Aufsichtsräten überträgt. Ein dirigistischer Eingriff<lb/>
oder dirigistische Massnahmen dürften nur für das <choice><choice><sic>global Kre<lb break="no"/>ditvolumen</sic><corr>globale Kreditvolumen? Globalkreditvolumen?</corr></choice></choice> vorgesehen werden.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-04-16_19">Trotzdem <rs type="person" ref="#per__122965">Treichl</rs> hier in diesem Referat eine sehr selbständige und<lb/>
auch von der Industrie weitgehend unabhängige Kreditpolitik vertre<lb break="no"/>ten hat, hat er durch seine freiheitlichen globalen Aussagen grossen<lb/>
Beifall erhalten. Ich bin allerdings überzeugt, dass jeder einzelne<lb/>
Unternehmer soweit es sich um seine Finanzierung handelt, ganz<lb/>
gerne irgendwelche Unterstützungen vom Staat wünscht, damit er<lb/>
aus den Klauen der Kreditinstitute ein bisschen befreit wird.<lb/>
Derzeit ist es doch zweifelsohne so, dass die Kreditinstitute<lb/>
soweit sie irgendwelche Konzernverpflichtungen an ihren Unterneh<lb break="no"/>mungen haben, diese Unternehmungen bevorzugen und vor allem soweit<lb/>
sie Kreditpolitik für das einzelne Unternehmen, sei es ein Konzern,<lb/>
oder nur ein Kommittent ist, doch nicht immer nur Gesamt- und<lb/>
volkswirtschaftliche Gesichtspunkte diese Politik bestimmen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-04-16_20">Beim Abendessen in der schwedischen Botschaft für <rs type="person" ref="#per__114142">Palme</rs> fragte mich<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs>, ob ich Wert darauf lege, dass er beim Kurzaufenthalt<lb/>
vom amerikanischen Handelsminister dabei ist. <rs type="person" ref="#per__97801">Ottahal</rs> dürfte den<lb/>
Aussenamt mitgeteilt haben, dass ich beabsichtige, <rs type="person" ref="#per__136692">Stans</rs> abzuholen<lb/>
und auch ein Essen für ihn zu geben. <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> fasste dies so<lb/>
auf, als ob ich ihn ausschalten wollte. Ich klärte dieses Missver<lb break="no"/><pb n="05-0467" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band05/05_1971-04-16_0467.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ständnis auf. In Hinkunft wird man hier noch vorsichtiger die Beamten<lb/>
verhandeln lassen müssen. Vor allem müssen wir verhindern, bei den<lb/>
Beamten den Eindruck zu erwecken, sie können uns gegenseitig ausspielen.<lb/>
Bei dieser Gelegenheit teilte mir <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> auch mit, dass er<lb/>
verständigt wurde, dass die Sekt.Chefs bei uns nicht mitfahren können<lb/>
und deshalb auch zu überlegen ist, ob <rs type="person" ref="#per__97725">Marquet</rs> an dieser Russland<lb break="no"/>verhandlung teilnehmen soll. <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> meinte nun, er hätte den<lb/>
Sachbearbeiter für Russland, Dr. <rs type="person" ref="#per__114663">Fischer</rs><add>[evtl. Falschidentifikation]</add>, nicht greifbar und der Bei<lb break="no"/>geordnete sei ein CV-er, den er auf gar keinen Fall an dieser Reise<lb/>
teilnehmen lassen will. Ich stellte selbstverständlich <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs><lb/>
anheim, ob er <rs type="person" ref="#per__97725">Marquet</rs> schickt oder nicht. Ich glaube, dass wir uns<lb/>
nicht auf eine Diskussion einlassen sollten, dass wenn ein Sekt.Chef<lb/>
von einem Ministerium fährt, dann auch die Sektionschefs von anderen<lb/>
Ministerien fahren müssten.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-04-16_21"/>
         </div>
      <div type="back"><pb n="05_0459_01" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band05/05_1971-04-16_0459-01.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
         <div type="attachment" subtype="cabinetAgenda">
            <head>Tagesprogramm, 16.4.1971</head>
         </div>
         <pb n="05_0459_02" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band05/05_1971-04-16_0459-02.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
         <div type="attachment" subtype="cabinetAgenda">
            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
         </div>
      </div></body>
      <back><listPerson><person xml:id="per__97311">
               <persName type="label">Androsch, Hannes</persName>
               <persName><surname>Androsch</surname><forename>Hannes</forename></persName>
               <occupation>Finanzminister</occupation>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/118503049</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__97725">
               <persName type="label">Marquet, Louis</persName>
               <persName><surname>Marquet</surname><forename>Louis</forename></persName>
               <occupation>IV</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97647">
               <persName type="label">Koren, Stephan</persName>
               <persName><surname>Koren</surname><forename>Stephan</forename></persName>
               <occupation>Finanzminister, ÖVP-NR-Abg., OeNB-Präs.</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__112946">
               <persName type="label">Schleifer, Kurt</persName>
               <persName><surname>Schleifer</surname><forename>Kurt</forename></persName>
               <occupation>MR HM</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__137116">
               <persName type="label">Ruzicka, A</persName>
               <persName><surname>Ruzicka</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>Architekt; Falschschreibung?</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97656">
               <persName type="label">Kostroun, Ludwig</persName>
               <persName><surname>Kostroun</surname><forename>Ludwig</forename></persName>
               <occupation/>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/128199814</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__122965">
               <persName type="label">Treichl, Heinrich</persName>
               <persName><surname>Treichl</surname><forename>Heinrich</forename></persName>
               <occupation>Bankier</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__111367">
               <persName type="label">Würzl, Anton</persName>
               <persName><surname>Würzl</surname><forename>Anton</forename></persName>
               <occupation>MR, Leiter Gruppe FV u. Gewerbeförd. HM</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97867">
               <persName type="label">Reiterer, Rudolf</persName>
               <persName><surname>Reiterer</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
               <occupation>Sektionschef HM, Diplomat, Verteter bei der EG</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97381">
               <persName type="label">Carmine, Edmee</persName>
               <persName><surname>Carmine</surname><forename>Edmee</forename></persName>
               <occupation>MR HM</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__125831">
               <persName type="label">Portisch, Hugo</persName>
               <persName><surname>Portisch</surname><forename>Hugo</forename></persName>
               <occupation/>
               </person>
            <person xml:id="per__97602">
               <persName type="label">Jodlbauer, Harry</persName>
               <persName><surname>Jodlbauer</surname><forename>Harry</forename></persName>
               <occupation/>
               </person>
            <person xml:id="per__97893">
               <persName type="label">Sallinger, Rudolf</persName>
               <persName><surname>Sallinger</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
               <occupation>Handelskammer-Präsident</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__137117">
               <persName type="label">Holzbach, Heinz</persName>
               <persName><surname>Holzbach</surname><forename>Heinz</forename></persName>
               <occupation>GD Druckerei Waldheim-Eberle</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__98053">
               <persName type="label">Wanke, Otto</persName>
               <persName><surname>Wanke</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>SChef HM</occupation>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/12195126X</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__115005">
               <persName type="label">Hintschig, Alfred</persName>
               <persName><surname>Hintschig</surname><forename>Alfred</forename></persName>
               <occupation>GD Wr. Messe, Wr. SPÖ-GR-Abg., Stadtrat</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97801">
               <persName type="label">Ottahal, Georg</persName>
               <persName><surname>Ottahal</surname><forename>Georg</forename></persName>
               <occupation>Beamter HM, u.a. zuständig f. Protokollfragen</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__126884">
               <persName type="label">Polsterer, Ludwig</persName>
               <persName><surname>Polsterer</surname><forename>Ludwig</forename></persName>
               <occupation>Kraftwerkbetreiber, Eigentümer "Kurier"</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97315">
               <persName type="label">Apfalter, Heribert</persName>
               <persName><surname>Apfalter</surname><forename>Heribert</forename></persName>
               <occupation>GD VÖEST</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__137121">
               <persName type="label">Lederer, A</persName>
               <persName><surname>Lederer</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>FWV; Falschschreibung?</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97429">
               <persName type="label">Feichtinger, Friedrich</persName>
               <persName><surname>Feichtinger</surname><forename>Friedrich</forename></persName>
               <occupation>ÖMV</occupation>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/132912112</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__114663">
               <persName type="label">Fischer, C</persName>
               <persName><surname>Fischer</surname><forename>C</forename></persName>
               <occupation>Beamter HM (Rochusplatz), ehem. Sekr. Bock, Mitterer</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97749">
               <persName type="label">Mitterer, Otto</persName>
               <persName><surname>Mitterer</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>Handelsminister, ÖVP, Präs. HK Wien</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97337">
               <persName type="label">Bauer, Ludwig</persName>
               <persName><surname>Bauer</surname><forename>Ludwig</forename></persName>
               <occupation>GD ÖMV</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__136692">
               <persName type="label">Stans, Maurice</persName>
               <persName><surname>Stans</surname><forename>Maurice</forename></persName>
               <occupation>US-HM bis 1972</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97644">
               <persName type="label">Koller, Herbert</persName>
               <persName><surname>Koller</surname><forename>Herbert</forename></persName>
               <occupation>GD VÖEST</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97584">
               <persName type="label">Jagoda, Karl</persName>
               <persName><surname>Jagoda</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation>Leiter Sekt. III HM</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__137118">
               <persName type="label">Chalupsky, Franz</persName>
               <persName><surname>Chalupsky</surname><forename>Franz</forename></persName>
               <occupation>Sekt.Rat HM</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97632">
               <persName type="label">Kirchschläger, Rudolf</persName>
               <persName><surname>Kirchschläger</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
               <occupation>Außenminister, Bundespräsident</occupation>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/118723189</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__97915">
               <persName type="label">Schipper, Hans</persName>
               <persName><surname>Schipper</surname><forename>Hans</forename></persName>
               <occupation/>
               </person>
            <person xml:id="per__110995">
               <persName type="label">Pisec, Karl</persName>
               <persName><surname>Pisec</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation>HK, Evidenzbüro für Außenhandel, Wr. ÖVP-Bundesrat</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__114142">
               <persName type="label">Palme, Olof</persName>
               <persName><surname>Palme</surname><forename>Olof</forename></persName>
               <occupation/>
               </person>
            <person xml:id="per__137115">
               <persName type="label">Riccabona, Christof</persName>
               <persName><surname>Riccabona</surname><forename>Christof</forename></persName>
               <occupation>Architekt</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97733">
               <persName type="label">Mayer-Gunthof, Franz Josef</persName>
               <persName><surname>Mayer-Gunthof</surname><forename>Franz Josef</forename></persName>
               <occupation/>
               </person>
            <person xml:id="per__114994">
               <persName type="label">Böhm, Walter</persName>
               <persName><surname>Böhm</surname><forename>Walter</forename></persName>
               <occupation>Personalvertretung HM</occupation>
               </person>
            </listPerson></back></text>
</TEI>