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            <title type="main">Dienstag, der 13. April 1971</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band05_1971-04-13</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-04-13_02">Wenn man vom Urlaub zurückkommt vom Urlaub, findet man im Büro<lb/>
einen solchen Wust an Arbeit, dass er fraglich ist, ob man nicht<lb/>
besser erst gar nicht auf Urlaub geht. Die bessere Lösung ist,<lb/>
man macht es so wie Gen.Sekretär <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, der während der Oster<lb break="no"/>feiertage sich den Fuss verletzt hat und jetzt im Unfallkranken<lb break="no"/>haus liegt. Er war über meinen Besuch sehr erfreut, umso mehr<lb/>
als ich beim Hinaufgehen auch seine Frau getroffen habe. Wir<lb/>
sprachen über die weitere Vorgangsweise in der Paritätischen Kom<lb break="no"/>mission. Die Lebensmittelarbeier, die Mühlen- und Bäckereiarbeiter<lb/>
und Molkereiarbeiter haben ja die Lohnbewegung frei bekommen und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> selbst sorgte sich, ob wir imstande sind, zeitgerecht auch<lb/>
die Preise für diese Waren festzusetzen. Ich erklärte ihm die Ver<lb break="no"/>wunderung, dass gerade die Mühlenindustrie überhaupt nicht den<lb/>
Versuch gemacht hat, das Forderungsprogramm der Arbeiter zu ver<lb break="no"/>handeln sondern die Forderungen, die mir <rs type="person" ref="#per__97357">Blümel</rs> mitteilte gleich<lb/>
auf ersten Anhieb akzeptierten. Dadurch entsteht eine Lohnbelastung<lb/>
der Mühlen von 13,9 %. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> teilte mir mit, dass das <rs type="person" ref="#per__97925">Schoeller</rs>,<lb/>
der Verhandler von der Unternehmerseite für die Brotindustrie, ihn<lb/>
in Lech angerufen hat, dass er sich einschalten sollte. <rs type="person" ref="#per__97764">Mussil</rs> hat<lb/>
allerdings ganz richtig erkannt, dass er kaum eine Chance hat, wenn<lb/>
die Mühlenindustriellen als Verhandlungskomitee bereits die Lohn<lb break="no"/>erhöhung akzeptiert haben, dass jetzt irgendetwas anderes jetzt noch<lb/>
geschehen kann als dass auch die Paritätische natürlich diesen An<lb break="no"/>satz akzeptiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-04-13_03">In der Regierungsvorbesprechung teilte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> mit, dass er mit der<lb/>
Methode, die Zeitungen auch auf Gesetzentwürfe aufmerksam zu machen<lb/>
und die entsprechenden Erläuterungen durch Waschzetteln zu geben,<lb/>
guten Erfolg hat. Er bezeichnete die Publizität für das grosse Kom<lb break="no"/>petenzgesetz als einen ganz neuen Weg. Er empfahl deshalb den Mini<lb break="no"/>stern, sie sollten einen Pressemann und einen Mann ihres persönlichen<lb/>
Vertrauens mit dem Referenten gemeinsam eine erläuternde Bemerkung<lb/>
für die Zeitung ausarbeiten zu lassen. Ich wunderte mich über diese<lb/>
Vorgangsweise, dass <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> dies so besonders herausstrich, denn<lb/>
ich muss, sagen, das ist doch eigentlich eine Selbstverständlich<lb break="no"/>keit. Scheinbar dürfte er erst jetzt auf dieses System gestossen sein,<lb/>
<pb n="05-0441" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band05/05_1971-04-13_0441.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>welches <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> bei mir seit einem Jahr fabriziert und sogar noch<lb/>
darüber hinaus durch Besprechungen mit den wichtigsten Leuten der<lb/>
einzelnen Zeitungen noch intensivere Arbeit macht. <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> teilte<lb/>
mit, dass er eine zweite interministerielle Kommission über Um<lb break="no"/>weltfragen und Umwelthygiene abgehalten hat und 1 1/2 Seiten<lb/>
der Presse mitgeteilt hat, diese aber die Mitteilung vollkommen<lb/>
totgeschwiegen hat, selbst die sozialistischen Zeitungen. <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs>,<lb/>
der an und für sich überhaupt mit der Presse keinen Kontakt anstrebt,<lb/>
und der scheinbar auch gar keinen richtigen Pressereferenten besitzt,<lb/>
wundert sich, dass wenn man nicht intensiv mit den Zeitungen ständig<lb/>
verkehrt, natürlich auch Mitteilungen, wenn sie nicht entsprechend<lb/>
lanciert werden, selbst in der Saure-Gurken-Zeit wie die Osterwoche<lb/>
gewesen ist, nicht ankommt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte, er sollte einen münd<lb break="no"/>lichen Bericht heute im Ministerrat bringen und dann könnte man<lb/>
im Kommunique über die Tätigkeit des Ministeriums in Umweltfragen be<lb break="no"/>richten. Dies lehnte <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> ab, da er bereits Mitte Mai einen 25 Seiten<lb/>
langen Bericht an den Nationalrat geben will und bei dieser Gelegenheit<lb/>
könnte man ja dann eine bessere Pressemitteilung geben. <rs type="person" ref="#per__97507">Hacker</rs> von der<lb/>
SK meinte sogar, er könnte ihm ja ein Exklusiv-Interview geben, dann<lb/>
würde er über die SK entsprechende Aussendung machen. Aber auch mit<lb/>
einer solchen Lösung war <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> nicht einverstanden. <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs><lb/>
fragte, wer nun eigentlich die zentrale Atomkompetenz hat. Allgemeine<lb/>
Atomfragen werden derzeit nach verschiedenen Gesichtspunkten von ver<lb break="no"/>schiedenen Ministerien behandelt, die Gewerberechtliche Seite<lb/>
wird über die Dampfkesselverordnung, die zivilschutzmässigen Fragen durch<lb/>
das Justizministerium, das Sozialministerium hat wieder mit einer<lb/>
Strahlenschutzgesetzgebung den Schutz der Beschäftigten. Österreich<lb/>
muss aber nun eine allgemeine Atomkompetenz kriegen, denn sonst würden<lb/>
die Länder die Kompetenz dafür beanspruchen. Da Österreich eine Atom<lb break="no"/>kontrolle zentral durchführen muss, ein solcher Staatsvertrag muss<lb/>
geschlossen werden, wird – wenn die Bundesregierung nicht eine zentrale<lb/>
Kompetenz, z.B. eine Atomenergiekraftprüfstelle, sich schafft, durch<lb/>
unsere Verfassung automatisch den Ländern übertragen. Ein mit der<lb/>
Atombehörde abgeschlossener Staatsvertrag gibt dem Bund nur eine Be<lb break="no"/>darfsgesetzgebung. D.h. die Bundeskompetenz bleibt nur dann gewahrt,<lb/>
wenn die Länder nicht diese Kompetenz für sich in Anspruch nehmen.<lb/>
Es wird deshalb die Verhandlung mit den Bundesändern über ihr Forderungs<lb break="no"/>programm auch diese Frage einzuschliessen haben. Nach unserer Auf<lb break="no"/>fassung wäre es vollkommen unmöglich, wenn die Länder hier womöglich<lb/>
ihre Kompetenz wahren wollten und dann 9 Landesgesetzgebungen über die<lb/>
Atomkontrolle notwendig wären. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> schnitt auch die Frage der<lb/>
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Problem konfrontiert worden. Seiner Auffassung nach handelt es<lb/>
sich allein nicht nur um ein sozialpolitisches Problem, dafür<lb/>
ist natürlich das Sozialministerium zuständig, sondern auch um<lb/>
ein schulisches Problem, um ein Problem der Unterbringung, um<lb/>
ein Problem des Rechtsschutzes usw. <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> teilte mit, dass die<lb/>
Rechtsschutzangelegenheiten für Fremdarbeiter immer grösser werden.<lb/>
Da nach unserem Recht nur Armenrecht gegeben wird, wenn es sich<lb/>
um Staaten handelt, mit denen ein Gegenseitigkeitsabkommen besteht,<lb/>
kommen die Türken niemals in den Genuss eines Armenrechtes und ihre<lb/>
Rechtsvertretung ist deshalb sehr problematisch. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> wies noch<lb/>
darauf hin, dass als neues Problem, welches er in seinem Ministerium<lb/>
jetzt untersuchen lässt, ganze Firmen von Jugoslawien nach Öster<lb break="no"/>reich kommen. Hier zahlen sie die Umsatzsteuer und dadurch wollen<lb/>
sie ihre Arbeiter entsprechend der Lohnsteuerbelastung und er Sozial<lb break="no"/>versicherungsbelastung entziehen. Ich wies darauf hin, dass wir<lb/>
im Ministerium jetzt mit dem Gewerkschaftsbund und der Arbeiterkammer<lb/>
finanziert teilweise auch durch die OeNB eine Untersuchung starten<lb/>
wollen, wie die Fremdarbeiter bei uns in Österreich aufgenommen<lb/>
werden und wie die Bevölkerung auf eine Integration der Fremdarbeiter<lb/>
reagieren würde. Ich sehe die einzige Möglichkeit, dass wir dieses<lb/>
Problem nach österreichischer Methode lösen, d.h. seit Jahrhunderten<lb/>
wurden insbesondere im Wiener Raum immer wieder Zuwanderer aus<lb/>
der CSSR oder aus Ungarn und teilweise auch aus Kroatien assimiliert.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> teilte meine Meinung, meint nur aber, dass es sehr schwierig<lb/>
sein wird, die Bevölkerung davon zu überzeugen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-04-13_04">Der Bundesratsvorsitzende <rs type="person" ref="#per__122904">Heger</rs> hat die Regierung einen Brief ge<lb break="no"/>schrieben, wo er wünscht, dass bei Enqueten auch je ein Vertreter<lb/>
des Bundesrates geladen wird. Bis jetzt haben die einzelnen Mini<lb break="no"/>sterien die Klub zur Delegierung aufgefordert, soweit die Klubs Bundes<lb break="no"/>räte nominiert haben, geht dies in Ordnung. <rs type="person" ref="#per__97818">Pittermann</rs> meint nun,<lb/>
man sollte an diesem Zustand nichts ändern. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> dagegen möchte<lb/>
ja den Bundesrat entsprechend aufwerten, weil er meint, dass wir<lb/>
dort auf lange Sicht hinaus eine starke Position haben werden.<lb/>
Über dieses Problem wird nun in nächster Zukunft nun zwischen<lb/>
Klub und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> eine diesbezügliche Diskussion und Aussprache<lb/>
erfolgen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-04-13_05"><rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> teilte mit, dass er in der familienpolitischen För<lb break="no"/>derung in seinem Budget bisher 520.000 S gehabt hat und diese<lb/>
Post zwar auf 260.000 S gekürzt wurde, aber die Aufteilung er<lb/>
mit der Regierung besprechen möchte. Bis jetzt hat der kath.<lb/>
Familienverband 300.000 S, das Kummer-Institut 100.000 S, ein<lb/>
familienwissenschaftliches Institut 70.000 S und der Familien<lb break="no"/>bund 50.000 S bekommen. In Hinkunft möchte er den Kinderfreunden,<lb/>
die ungefähr dieselbe Mitgliederzahl hat wie der kath. Familien<lb break="no"/>verband 100.000 S und 100.000 S dem kath. Familienverband und<lb/>
60.000 S an sonstige Vereine. Da die Familienpolitik bei <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
ressortiert, hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> grössere Bedenken, den kath. Familien<lb break="no"/>verband, der bis jetzt nur immer gegen alle Massnahmen der<lb/>
Bundesregierung Stellung genommen hat, irgendeine Subvention<lb/>
zu geben. Es wird dieses Problem deshalb zurückgestellt und <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs><lb/>
wird mit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> noch im Einzelnen darüber sprechen. Auch das<lb/>
Unterrichtsministerium hat Familienförderung budgetär durch<lb/>
Subventionen betrieben, im sogenannten dritten Millieu hat es<lb/>
hier seine Begründung. Ich wundere mich, dass <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> mit<lb/>
dieser Sache in die Ministerratsvorbesprechung geht. Wenn er die<lb/>
Subventionen hier, sobald sie heissen Eisen sind, zur Sprache<lb/>
bringt, so würde ich wahrscheinlich mit einem ganze Schwanz von<lb/>
Entscheidungen in die Ministerratsvorbesprechung gehen müssen.<lb/>
Mit Recht bemerkt nämlich <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> vor längerer Zeit zu mir, dass<lb/>
ich zwar ein verhältnismässig sehr kleines Budget habe, aber dafür<lb/>
sehr viele Ermessensansätze, die ich in Form von Subventionen oder<lb/>
Aufträgen vergeben kann.<lb/>
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dass in Bukarest jetzt die Verhandlungen beginnen sollten. Ihre<lb/>
Forderung ist, dass nur Rot-China anerkannt werden darf, dass<lb/>
Formosa auch als Teil Rot-Chinas zu gelten hat und deshalb<lb/>
die Beziehungen zu diesem Staat abgebrochen werden müssten.<lb/>
Ich erklärte <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> anschliessend, dass diese Forderungen<lb/>
für uns inakzeptabel ist, was <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> auch sofort bestätigte.<lb/>
Da sich die Chinesen sehr lange Zeit gelassen haben, bis sie uns<lb/>
auf unseren Vorschlag geantwortet haben, wird nun<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> genauso lange warten mit unserer Bereitschaft,<lb/>
die Verhandlungen zu beginnen. Ich bewundere an <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs>,<lb/>
dass er immer glaube ich die richtige Taktik auch gegenüber den<lb/>
einzelnen Staaten und Problemen einschlägt. Sicherlich wäre es<lb/>
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eindeutig eine Luftraumverletzung sich zuschulden kommen liessen. Ich<lb/>
bemerkte anschliessend zu ihm sarkastisch, dass die Tschechen den<lb/>
deutschen Düsenjäger, der über ihr Gebiet nach Österreich flog und<lb/>
hier abstürzte nicht verfolgen konnten und deshalb als Ausgleich halt<lb/>
einen österreichischen Sportflieger entsprechend in die Zange nahmen.<lb/>
Bei dieser Gelegenheit schlug ich ihm auch vor, dass ich in Diskussionen<lb/>
mit jüngeren Leuten gehört hätte, dass in Schweden sogenannten Haar<lb break="no"/>netze verwendet werden, damit man nicht die "Haarpracht"<add>[der]</add> jungen Leute,<lb/>
wenn sie zum Militär müssen, entsprechend kürzt. Ich war zwar unumwunden<lb/>
zu, dass sein jetziger Erlass besser ist als der, der unter <rs type="person" ref="#per__110924">Prader</rs> gegolten<lb/>
hat. <rs type="person" ref="#per__108224">Lütgendorf</rs> meinte aber, dass es sich hier um vereinzelte Jünglinge<lb/>
handelt und nicht daran denkt, denen entgegenzukommen. Nach letzten<lb/>
Mitteilungen ist <choice><choice><sic>im deutschen Bundesheer</sic><corr>in der deutschen Bundeswehr</corr></choice></choice>, wo bereits der lange Haar<lb break="no"/>schnitt erlaubt ist, <choice><choice><sic>Verlasung</sic><corr>?</corr></choice></choice> von einzelnen Kompanien festzustellen.<lb/>
Ich muss gestehen, dass ich über diese starre Haltung von <rs type="person" ref="#per__108224">Lütgendorf</rs><lb/>
ein bisschen verwundert bin, auf alle Fälle dürfte die Einschätzung,<lb/>
die ich von ihm habe, schon richtig sein, dass er auch gegen härtesten<lb/>
Widerstand als Büffel seine Meinung durchsetzt. Solange es sich nur um<lb/>
das Problem der Haare handelt, ist es sekundär, ich bin überzeugt und<lb/>
fürchte dies allerdings ein bisschen, dass das auch in den finanziellen<lb/>
Fragen sehr schwer sein wird. Im Ministerrat wurde bei dem Bericht<lb/>
des Bundesministers für Landesverteidigung über Einberufungstermine festge<lb break="no"/>halten, dass der Landesverteidigungsrat über dieses Problem abgestimmt<lb/>
hatte. Die Freiheitlichen hatten dieser Änderung des Einberufungstermins,<lb/>
der im Zusammenhang mit der Verkürzung der Wehrdienstzeit gesehen werden<lb/>
muss, zugestimmt und die ÖVP-Vertreter waren auch nicht dagegen sondern<lb/>
haben sich nur der Stimme enthalten, weil sie ihre Stellungnahme zur<lb/>
Wehrzeitverkürzung noch nicht präjudizieren wollten. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> will<lb/>
darin ein Indiz sehen, dass es doch möglich ist, dieses Gesetzt<lb/>
vielleicht sogar einstimmig noch zu beschliessen. Zum Bericht der Ver<lb break="no"/>waltungskommission über die einzelnen Vorschläge der Verwaltungsreform,<lb/>
welches von der Bundesregierung zwar vorgelegt wird, aber nicht die<lb/>
Zustimmung der Bundesregierung gefunden hat, wurde eine Woche zurück<lb break="no"/>gestellt, da die einzelnen Minister Bedenken gegen die Formulierungen<lb/>
hatten. Im <choice><choice><sic>Einbegleitungstext</sic><corr>?</corr></choice></choice> wird <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> nun wesentlich stärker<lb/>
herausstreichen, dass es sich um einen Bericht der Verwaltungskommission<lb/>
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vorlegt, sich aber damit identifiziert sondern einen eigenen<lb/>
Verwaltungsreformvorschlag unterbreiten wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-04-13_07">Ich hatte während des Osterurlaubes mit <rs type="person" ref="#per__97676">Tommy Lachs</rs> und den<lb/>
anderen Genossen auch über das Problem des Benzinpreises dis<lb break="no"/>kutiert. Ich hatte die Absicht, den Superbenzinpreis freizu<lb break="no"/>geben und nur mehr für Normalbenzin einen Preis in einem ganz<lb/>
bescheidenen Ausmass festzusetzen. Mit schwebte vor, den Normalbenzin,<lb/>
der ausschliesslich als Indexware eine Rolle spielt, um max.<lb/>
10 Groschen zu erhöhen. Benzin ist als Normalbenzin im Lebens<lb break="no"/>haltungskostenindex mit 1,746 % am Gesamtindex sehr stark ver<lb break="no"/>treten. Da die Ölgesellschaften mir mitteilen, dass sie in immer<lb/>
grösserem Ausmass zu Superbenzin übergehen, müssen, da auf der<lb/>
einen Seite die <choice><choice><sic>Fraktfahrer</sic><corr>Kraftfahrer?</corr></choice></choice> dies verlangen, auf der anderen Seite<lb/>
aber insbesondere die Autoproduzenten immer mehr Superbenzin<lb/>
vorschreiben, schien mir dies als ein teuflischer Plan, der<lb/>
aber immerhin doch den Index sehr wenig belastet und den Ölgesell<lb break="no"/>schaften die Möglichkeit gäbe, in freier Konkurrenz den Super<lb break="no"/>benzin dann entsprechend zu gestalten. <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> hatte aber nach seiner<lb/>
Rückkehr nichts anderes zu tun, als <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> sofort von dieser Idee<lb/>
Mitteilung zu machen. Loyalerweise verständigte er mich dann,<lb/>
dass <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> über diese Idee sehr erzürnt sei, da er das Gefühl hat,<lb/>
dass wir als Regierung alles auf die Sozialpartner abschieben wol<lb break="no"/>len. Ich vereinbarte deshalb sofort eine Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs>.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> will nun in der Paritätischen Kommission am Mittwoch nicht<lb/>
einmal die Heizölpreise genehmigen, sondern das ganze über die<lb/>
Bundespräsidentenwahl hinausschieben. Betreffend die preisgeregelten<lb/>
Komponente der Rohölpreiserhöhung, das sind also Benzine und<lb/>
Dieselöl und Bitumen meint er, dass wir besser die ganze Frage<lb/>
dann in einem lösen, damit wir nicht zu sehr einen doppelten<lb/>
Druck bekommen. Wenn nämlich, wie er glaubt, die Ölgesellschaften<lb/>
in Superbenzin nicht den entsprechenden Erlös und Konkurrenzierung<lb/>
haben, dann würden sie neuerdings kommen und eine Erhöhung des<lb/>
Normalbenzinpreises verlangen. Er meint, wir sollten die ganze<lb/>
Angelegenheit im Sommer oder vielleicht noch vor dem Sommer<lb/>
über die Bühne bringen, denn dann würde die Bevölkerung im Mai<lb/>
oder Juni insbesondere schon Urlaubsinteressen haben und der<lb/>
ganzen Preisentwicklung nicht allzu grosses Augenmerk zuwenden.<lb/>
Selbst wenn wir im Mai oder Juni über die 5 %-Grenze hinauskämen,<lb/>
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den Preissteigerungen zurückgehen darauf hinweisen, dass die<lb/>
Regierung hier erfolgreich gewesen ist. Ich glaube, dass diese<lb/>
Vorgangsweise nicht sehr zielführend ist, sondern wir uns bemühen<lb/>
sollten und ich werde alles daran setzen, dass wir womöglich das<lb/>
ganze Jahr unter der 5 %-Grenze bleiben. Für ein Verschieben<lb/>
dieser Preisprobleme nach die Präsidentenwahl habe ich vollstes<lb/>
Verständnis und die Paritätische Kommission wird also morgen<lb/>
kaum zu irgendwelchen Beschlüssen kommen, wenn <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> seine<lb/>
Meinung in der Paritätischen Kommission, d.h. vor allem in der<lb/>
Vorbesprechung der Präsidenten durchsetzen kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-04-13_08">Vertreter von Metro-Abholmarkt, der Geschäftsführer aus der<lb/>
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vorgesehenen 18:00 Uhr Schluss mit mir zu reden. Die Fa. hat<lb/>
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Firma 4 mal bestraft. Sie fürchten nun, dass die Landesregierung,<lb/>
wenn ein Straferkenntnis rechtskräftig wird, sofort nach § 152 GewO<lb/>
den Betrieb schliessen werde. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> erklärte ihnen, dass sie<lb/>
sich an den Verfassungsgerichtshof wenden müssten um Zuerkennung<lb/>
der aufschiebenden Wirkung und das Ministerium von diesem Schritt<lb/>
sofort verständigen sollte. Die Firmenvertreter waren, da sie<lb/>
sofort einen Termin bekamen und vor allem über die wirklich er<lb break="no"/>schöpfenden Auskünfte, die ihnen <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> aber auch ich geben konnten,<lb/>
sehr erfreut. Ich verwies aber abschliessend, dass wir uns nur im<lb/>
Rahmen der Gesetze, der derzeit bestehenden Gesetze, auch dann<lb/>
wenn sie nicht zielführend sind, bewegen müssen.<lb/>
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            <head>Tagesordnung 48. Ministerratssitzung, 13.4.1971</head>
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            <head>hs. Notizen (TO Ministerratssitzung Rückseite)</head>
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            <head>hs. Notizen Ministerratsvorbesprechung</head>
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               <occupation>Sekr. JS, ab 1973 GF VKI</occupation>
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               <occupation>nö. LR f. Wirtschaft u. Fremdenverkehr, ÖVP</occupation>
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