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            <title type="main">Mittwoch, der 17. März 1971</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-03-17_01">Mittwoch, 17. März 1971<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-03-17_02">Die Direktoriumssitzung der ÖFVW wird nun schön langsam zu der Routine<lb break="no"/>sitzung, wie sie bis jetzt scheinbar immer auch gewesen ist. Ich fürchte,<lb/>
dass sich schön langsam unsere Reorganisationsmassnahmen in der ÖFVW<lb/>
nicht durchsetzen werden. Die Ländervertreter spielen doch in dieser<lb/>
Organisation eine bedeutendere Rolle als ich angenommen hatte. Bei<lb/>
der Bestellung des Geschäftsführers hat sich nämlich für mich schon<lb/>
gezeigt, dass sie nicht konsequent sind. Zuerst hatten die Länderver<lb break="no"/>treter ja gegen <rs type="person" ref="#per__97684">Langer-Hansel</rs> die grössten Bedenken und als es dann<lb/>
so weit war, einen anderen zu bestellen, könnten sie sich auf keinen<lb/>
einigen das Endergebnis ist, wir verlängerten seinen Dienstvertrag.<lb/>
Wenn es nun um personelle Änderungen z.B. in den Zweigstellen geht,<lb/>
im konkreten Fall um den Vertreter in Frankfurt, Herrn <rs type="person" ref="#per__136791">Tischler</rs>, konnte<lb/>
ich ein ähnliches Verhalten feststellen. Zum Glück hatte ich mich in<lb/>
all diesen Fragen nicht sehr stark exponiert, sodass nicht gesagt werden<lb/>
kann, dass ich in dieser Angelegenheit umgefallen bin. Wenn ich auf<lb/>
die ursprünglichen Vorschläge immer sofort mit aller Vehemenz einge<lb break="no"/>stiegen wäre, dann müsste ich immer entsprechende Rückzieher machen.<lb/>
Aber nicht nur in der Personalpolitik, auch in Sachfragen gibt es Ent<lb break="no"/>scheidungen, die mir vollkommen rätselhaft sind. Die ÖFVW gibt einen<lb/>
Bildprospekt heraus in der Auflage von 490.000 Stück. Durch Zusammen<lb break="no"/>legung mit dem Prospekt "Österreichische Skizentren" der in einer Auf<lb break="no"/>lage von 165.000 Stück erscheint, wäre es möglich gewesen um denselben<lb/>
einen kombinierten Prospekt in der Höhe von 490.000 Stück zu erstellen.<lb/>
Voraussetzung wäre gewesen, dass die Ländervertreter zugestimmt hätten.<lb/>
Da aber die Landesgrenzen in diesem Ski-Zentren-Prospekt bei Landkarten<lb/>
nicht entsprechend berücksichtigt wurden, es ist z.B. unmöglich, das<lb/>
Gebiet des Vorarlberges dem Vorarlberger allein oder dem Tiroler allein<lb/>
zuzuordnen, haben sie dagegen remonstriert. Endergebnis, wir drucken<lb/>
jetzt den Ski-Zentren-Prospekt extra und nur in der Auflage von 165.000<lb/>
Stück. Der einzige positive Beschluss war, dass wir uns entschlossen<lb/>
haben, doch einen kleinen Computer zu mieten. Dr. <rs type="person" ref="#per__136376">Schuster</rs> von der Ge<lb break="no"/>schäftsleitung, der für diese Lösung sehr eingetreten ist, hatte weder<lb/>
den Ländervertreter, Obermagistratsrat <rs type="person" ref="#per__134322">Jager</rs>, noch den Ministerienver<lb break="no"/>treter, Min.Rat <rs type="person" ref="#per__134296">Poppinger</rs>, davon überzeugen können, dass dies auch<lb/>
dringendst notwendig ist. Ich befürchtete daher, dass wir hier schärf<lb break="no"/>sten Widerstand bekommen würden. Es ist aber doch im Laufe der Wochen ge<lb break="no"/>lungen, die Bedenken der beiden Herren zu zerstreuen. Wenn aber diese<lb/>
Umstellung nicht restlos funktioniert, bin ich überzeugt davon, dass wir<lb/>
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dass dies alles daneben gehen wird. Der positivste Beschluss war aber<lb/>
die zusätzliche Altersversorgung. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> ist es geglückt, mit der Städti<lb break="no"/>schen ein Arrangement zustande zu bringen, wonach der ÖFVW 1 Mill. S<lb/>
einmal Abfindung einbezahlt und dafür die Bediensteten, wenn sie maximal<lb/>
40 Jahre im Dienst waren monatlich 960.– S und die Frauen monatlich<lb/>
580.– S Zusatzpension bekommen. Wie mir der Betriebsrat versicherte,<lb/>
und die Geschäftsführung bestätigte, hat, haben alle meine Vorgänger<lb/>
versprochen, dieses Problem zu lösen, aber doch niemals eine wirkliche<lb/>
Lösung herbeigeführt. Ich glaube, dass dies in der Belegschaft einen<lb/>
sehr guten Eindruck machen wird und dass vor allem aber eine gewisse<lb/>
Beruhigung eintreten wird. Betreffend die Vermietung des AUA-Lokals<lb/>
in New York glaube ich werden wir keinen positiven Abschluss zustande<lb/>
bringen. Es haben sich zwar einige Firmen bereiterklärt, Verkaufsausstel<lb break="no"/>lungen dort durchzuführen, aber nach Rücksprache mit Minister <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs><lb/>
muss ich erkennen, dass die Österr. Verkehrswerbung nicht bereit sein<lb/>
wird, auch nur einen Teil des Lokales auch tatsächlich zu mieten. Ebenso<lb/>
dürfte die Handelskammer nicht primär daran interessiert sein, über das<lb/>
Wifi tatsächlich eine grössere Fläche zu übernehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-03-17_03">Da in den Nationalsitzungen die Sekretäre und vor allem einmal nicht die<lb/>
Besucher ins Couloir kommen dürfen, ergibt sich eine vollkommen neue<lb/>
Arbeitssituation. Ich glaube nicht, dass das Präsidium gegen die Forde<lb break="no"/>rung der Journalisten die wieder die alte Situation herbeiführen wird<lb/>
Widerstand leisten können. Ich habe die Verfügung auch nicht nie richtig<lb/>
verstanden. <rs type="person" ref="#per__98043">Waldbrunner</rs> war es seit jeher ein Greuel, dass die Redakteure<lb/>
und Journalisten in den Couloirs sich frei bewegen konnten. <rs type="person" ref="#per__98056">Weikhart</rs> machte<lb/>
eine Bemerkung zu den Umstehenden in den Couloirs, wie ideal es ist,<lb/>
dass wir jetzt so unter uns sein können. Daraus entnehme ich, dass auch<lb/>
er für diese Regelung sehr eingenommen ist. Natürlich gibt es Tratschen<lb/>
in jedem Klub und wahrscheinlich sind die Genossen der Meinung, wenn<lb/>
die Journalisten keine Möglichkeit haben, herumzuhorchen, dann erfahren<lb/>
sie auch nichts über Klubinternes. Ich weiss nicht, wie man hier<lb/>
die Kurve nehmen soll, aber ich glaube, dass wenn wir uns nicht sehr<lb/>
bald dazu entschliessen, etwas Aktivität in dieser Frage an den Tag zu<lb/>
legen, dann die ÖVP und die FPÖ bei irgendeiner Gelegenheit es durch<lb break="no"/>setzen werden, dass der alte Zustand wieder hergestellt wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-03-17_04">Direktor <rs type="person" ref="#per__97429">Feichtiger</rs> und Dr. <rs type="person" ref="#per__97671">Kreutler</rs> von der ÖMV tauchten im<lb/>
Klub auf, um die Heizölfrage zu besprechen. Da ich wusste, dass<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> und <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> im Institut waren, habe ich sie gleich dorthin<lb/>
mitgenommen und wir versuchten, eine gemeinsame Lösung zu finden.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> hat wie ich aus Bemerkungen <rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetters</rs> gegenüber <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> ent<lb break="no"/>nehmen konnte, bereits dahingehend informiert, dass ich scheinbar<lb/>
nicht bereit sei, sein Konzept zu akzeptieren. Sein Konzept besteht<lb/>
bekanntlicherweise darin, zu versuchen, die ÖMV jetzt bei der Erhöhung<lb/>
des Heizölpreises sofort mit der Benzinpreisfrage ebenfalls zu binden.<lb/>
Wenn ich nun eine Vereinbarung mit der ÖMV akzeptieren würde, dann<lb/>
müsste ich diese auch tatsächlich durchziehen. Ich glaube aber nicht,<lb/>
dass in der jetzigen Phase der Zeitpunkt bereits eine endgültige<lb/>
Vereinbarung zustande kommen kann. Ich muss ja auch das Problem bei<lb/>
der Preisfestsetzung bei Benzin mit den Tankstellen lösen. Der Finanz<lb break="no"/>minister selbst will – wie mir <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> mitteilte – die Dieselpreiserhöhung<lb/>
überhaupt ausschalten. Ebenso glaube ich, dass wir in der jetzigen<lb/>
Phase noch nicht erklären dürfen, dass das Ofenheizöl erhöht wird, da wir<lb/>
ansonsten sofort eine entsprechend höhere Forderung auf dem Kokssektor<lb/>
erwarten müssen. Mit anderen Worten, das Problem ist zur Entscheidung<lb/>
noch nicht reif und es liegen auch noch keinerlei konkrete Anträge<lb/>
weder von der ÖMV noch von den westlichen Ölgesellschaften vor.<lb/>
Ich verstehe vollkommen, dass <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> versucht, eine neues Arrangement<lb/>
für alle diese Fragen zu erzielen, doch glaube ich, hat er dafür<lb/>
weder die Zustimmung seines Präsidenten noch glaube ich würde die ÖMV<lb/>
eine solche Lösung jetzt akzeptieren. Wir müssen deshalb schrittweise<lb/>
vorgehen. Da im Unterausschuss der Paritätischen Kommission sowieso<lb/>
über diesen Preisantrag keine Einigung erzielt werden kann, ich kann<lb/>
mir nicht vorstellen, dass die Agrarvertreter dem zustimmen, wird<lb/>
die ganze Frage sowieso in die Paritätische Kommission hinaufkommen.<lb/>
Nach den Spielregeln der Paritätischen Kommission könnte der Unteraus<lb break="no"/>schuss aus zwei Gründen eine solche Entscheidung nicht selbst treffen.<lb/>
Erstens wurde die letzte Erhöhung im August 1970 genehmigt, und zweitens<lb/>
beträgt der Antrag über 30 %.<lb/>
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hätte bezüglich Betriebsgründung der Sowjetunion in Österreich. Er<lb/>
hatte von <rs type="person" ref="#per__97474">Gleißner</rs> erfahren, dass ich grössten Wert darauf lege, einige<lb/>
Paradeinvestitionen aus Oststaaten in Österreich zu verzeichnen. Ich<lb/>
erklärte ihm, dass insbesondere gegenüber der Sowjetunion, wenn es<lb/>
zu einem EWG-Arrangement kommen sollte, eine solche Betriebsgründung<lb/>
<pb n="05-0346" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band05/05_1971-03-17_0346.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>von allergrösstem Wert wäre. In diesem Fall könnte Österreich be<lb break="no"/>weisen, dass es auch gegenüber den Oststaaten frei zugänglich für<lb/>
Kapitalinvestitionen ist. Ausser der Versicherungsgesellschaft GARANT<lb/>
gibt es nämlich keine Neugründung in Österreich. Es ist zwar richtig,<lb/>
dass angeblich 56 Oststaaten in Österreich Firmen besitzen, doch<lb/>
ich werde und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> wird mich diesbezüglich unterstützen konkretere<lb/>
Unterlagen und Untersuchungen in dieser Frage mit der Handelskammer<lb/>
gemeinsam anstellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-03-17_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte, dieses Ergebnis <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> mitteilen und<lb/>
drängen, dass so schnell wie möglich die Untersuchungen durchgeführt<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-03-17_07">Weiters wollte er wissen, wie weit wir die Konzentration und die Ver<lb break="no"/>einheitlichung der Bürges-Aktionen fortsetzen wollen. Ich habe ihm<lb/>
nur von unseren Fortschritten mit dem Sparkassen-Verband und vor allem<lb/>
auch mit den hausinternen Absichten vertraut gemacht. Er stimmt einer<lb/>
solchen Lösung zu, da er sie bereits vor 10 Jahren angestrebt hat,<lb/>
aber wie er sich ausdrückte, scheiterte. Bezüglich einer stärkeren Mit<lb break="no"/>sprache der Soz. Partei in der Bürges hatte ich eine Besprechung<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__97656">Kostroun</rs>, der mir aber nur mitteilte, dass er – <rs type="person" ref="#per__97656">Kostroun</rs> –<lb/>
jetzt mit <rs type="person" ref="#per__97649">Korinek</rs> über die Beiziehung<add>[?; hs. korrigiert, Anm.]</add> von <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs>, sei es als<lb/>
Geschäftsführer oder als Konsulent reden wird. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> gegenüber er<lb break="no"/>wähnte ich diese Information natürlich nicht. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> beklagte sich<lb/>
bei mir, dass die Zusammenarbeit zwischen dem Entwicklungs- und Erneuerungs<lb break="no"/>fonds, dem ERP-Fonds und der Kommunalkredit AG nicht funktioniert.<lb/>
Ich versprach ihm darüber mit <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> zu verhandeln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-03-17_08">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs>: Bitte <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> ersuchen, unverzüglich den Tatbestand<lb/>
festzustellen, wo die Zusammenarbeit mangelt und wie dem abgeholfen wer<lb break="no"/>den könnte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-03-17_09">Direktor Dr. <rs type="person" ref="#per__114083">Schramm</rs> müsste entsprechende Auskunft geben können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-03-17_10">Der hauptsächlichste Grund seiner Aussprache war aber die Frage des<lb/>
Kokspreises. Der Brennstoffhandel hat bei ihm die grössten Bedenken<lb/>
angemeldet wenn wir den Verbraucherpreis nicht mit den Handelsspannen<lb/>
gleichzeitig festsetzen. Ich erklärte ihm, dass wir ähnliche der Be<lb break="no"/>zinpreisregelung nur den Verbraucherpreis fixieren wollen und die<lb/>
weitere Entwicklung abwarten möchten. Die Verbraucherpreise werden jetzt<lb/>
in meinem Ministerium mit ca. 1.80 S pro kg Koks in Aussicht genommen.<lb/>
Er selbst meinte, das sei unmöglich und als mein Hinweis, dass auch<lb/>
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müsste man halt den Kokspreis mit 1.95 S z.B. festlegen. Dagegen sprach<lb/>
ich mich ganz entschieden aus, aber wahrscheinlich wird zwischen 1.80<lb/>
und 2.– in irgendeiner Weise der Preis dann fixiert werden. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs><lb/>
will nun mit den Händlern und seinen Firmen noch einmal sprechen und<lb/>
mir dann mitteilen, welchen Vorschlag er in dieser Frage machen kann.<lb/>
Ideal wäre, wen er gelänge, eine tatsächliche Übereinstimmung dieser<lb/>
Angelegenheit zwischen der VÖEST als inländischem Koksproduzenten, der<lb/>
Gaskoks als dessen Vertriebsgesellschaft und dem Importeure, die<lb/>
ja die grössere Koksmenge nach Österreich bringen und den Kleinhändlern<lb/>
und Rutschenhändlern, die ihn verteilen, zu erzielen. Da wir mit<lb/>
1.4. diese Lösung kreieren müssen, besteht nur mehr sehr wenig Zeit<lb/>
dafür. Allerdings bedeutet dies auch, dass die Unternehmer jetzt nervös<lb/>
werden, weil sie nicht wissen, was am 1.4. tatsächlich geschehen wird.<lb/>
Vielleicht kann man unter dem Zeitdruck dann eine auch für die Konsumenten<lb/>
akzeptable Lösung durchziehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band05_1971-03-17_11">Die Genossenschaftsvertreter des Genossenschaftsverbandes, Dipl.Kfm. <rs type="person" ref="#per__136795">Schmied</rs>,<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__136794">Bäcker</rs> und Dr. <rs type="person" ref="#per__97860">Rauter</rs> sprachen beim Justizminister vor, der den Land<lb break="no"/>wirtschaftsminister, den Finanzminister und mich zu dieser Sitzung zu<lb break="no"/>zog. Die Genossenschaftsvertreter möchten aus optischen Gründen, wie sie<lb/>
sich ausdrückten, die Genossenschaftsnovelle unter allen Umständen im<lb/>
Parlament haben. Sie glauben sogar, dass die ÖVP in dem Fall sich auf<lb break="no"/>spalten wird und die Landwirtschaftsvertreter mit den Sozialisten für<lb/>
diese Genossenschaftsnovelle stimmen würden. Die Genossenschaftsvertreter<lb/>
der Landwirtschaften, dem Zentral- und Dachverband, hatten ihnen zuge<lb break="no"/>sichert, dass anderenfalls sogar einige Abgeordnete den Sitzungssaal<lb/>
verlassen würden, so dass eine Beschlussfassung auch mit den Stimmen der<lb/>
Sozialisten allein zustande käme. Alle vier Minister hielten diese Vor<lb break="no"/>gangsweise für nicht zielführend, da es mit grösster Wahrscheinlichkeit<lb/>
anzunehmen ist, dass die ÖVP sich nicht aufspalten wird. Wenn die<lb/>
Freiheitlichen nicht dieser Novelle zustimmen und da sie in Genossen<lb break="no"/>schaftsfragen eher ablehnend sind, ist dies mit Sicherheit anzunehmen,<lb/>
kann deshalb die Regierung nur in der Minderheit bleiben. <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> wies<lb/>
auf die Erfahrungen hin, die er z.B. mit der Novelle des Angestelltenge<lb break="no"/>setzes gemacht hat, wo sogar der mächtige Gewerkschaftsbund hinter dieser<lb/>
Forderung steht. Trotzdem haben die Freiheitlichen dem nicht zugestimmt<lb/>
sondern nur verlangt, dass er jetzt entsprechende Detailuntersuchungen<lb/>
anstellt. Zu glauben, dass jetzt in der Genossenschaftsfrage die ÖVP<lb/>
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so lächerlich, dass ich mich nur wundern kann, wie wenig die Genossen<lb break="no"/>schafter eine Idee von dem derzeitigen parlamentarischen und politischen<lb/>
Kräfteverhältnis haben. Wenn es gelingen sollte, eine Lösung in dieser<lb/>
Frage herbeizuführen, dann müssten wir gleichzeitig auch die Gewerbe<lb break="no"/>ordnung in dieser Frage novellieren. Da die Gewerbeordnung als Ganzes<lb/>
nicht in absehbarer Zeit fertiggestellt werden soll, werde ich <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs><lb/>
ersuchen, einen Entwurf auszuarbeiten, wonach der Artikel des Kund<lb break="no"/>machungspatentes aus der Gewerbeordnung herausgestrichen wird, der<lb/>
sich mit der Ausnahme der Genossenschaften aus der Gewerbeordnung<lb/>
festlegt. Die Genossenschaften wehrten sich dann nur gegen ein Junktim<lb/>
das wir ihnen zusicherten, Wir werden dies nicht als Junktim auffassen,<lb/>
aber wir werden es gleichzeitig zumindestens in der Regierung verabschie<lb break="no"/>den. Der Finanzminister erklärte, dass jedwede steuerliche Begünstigung<lb/>
dann ebenfalls entfallen muss. Zuerst erklärte die Genossenschaftsseite,<lb/>
sie hätte keiner steuerliche Begünstigung, hat dann aber natürlich zu<lb break="no"/>geben müssen, dass sie in der Körperschaftssteuer insoferne bevorzugt<lb/>
sind, als die Rückvergütung nicht als Gewinnausschüttung betrachtet wird.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> wird dieses Problem mit den Genossenschaften gemeinsam unter<lb break="no"/>suchen. Die pressure groups der Genossenschaften haben sich sehr un<lb break="no"/>günstig in meinen Augen benommen.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 17.3.1971</head>
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               <occupation>Genossenschaftsverband [Dr.; unklar, von welcher Gen.; ev. auch Becker
                  geschrieben?]</occupation>
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               <persName type="label">Gehart, Friedrich</persName>
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               <persName type="label">Weikhart, Eduard</persName>
               <persName><surname>Weikhart</surname><forename>Eduard</forename></persName>
               <occupation>SPÖ-NR-Abg.</occupation>
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               <persName type="label">Kostroun, Ludwig</persName>
               <persName><surname>Kostroun</surname><forename>Ludwig</forename></persName>
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               <persName type="label">Androsch, Hannes</persName>
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               <occupation>Finanzminister</occupation>
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               <persName type="label">Schuster, B</persName>
               <persName><surname>Schuster</surname><forename>B</forename></persName>
               <occupation>ÖFVW</occupation>
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               <persName type="label">Rauter, Anton</persName>
               <persName><surname>Rauter</surname><forename>Anton</forename></persName>
               <occupation>Konsum</occupation>
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               <occupation>Leiter Sekt. III HM</occupation>
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               <persName type="label">Häuser, Rudolf</persName>
               <persName><surname>Häuser</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
               <occupation>Vizekanzler, Sozialminister</occupation>
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               <persName type="label">Wanke, Otto</persName>
               <persName><surname>Wanke</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>SChef HM</occupation>
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               <persName type="label">Broda, Christian</persName>
               <persName><surname>Broda</surname><forename>Christian</forename></persName>
               <occupation>Justizminister</occupation>
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               <persName type="label">Waldbrunner, Karl</persName>
               <persName><surname>Waldbrunner</surname><forename>Karl</forename></persName>
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               <persName type="label">Jager, A</persName>
               <persName><surname>Jager</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>Ländersprecher ÖFVW [1971; Ob.Mag.Rat; 7.9.1971 Vertreter der
                  Fremdenverkehrsreferenten genannt, also ev. solcher in einem
                  Bundesland?]</occupation>
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               <persName type="label">Mussil, Arthur</persName>
               <persName><surname>Mussil</surname><forename>Arthur</forename></persName>
               <occupation>Gen.Sekr. HK, ÖVP-NR-Abg., später AR-Präs. Verbund</occupation>
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               <persName type="label">Langer-Hansel, Harald</persName>
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               <persName type="label">Gleißner, Friedrich</persName>
               <persName><surname>Gleißner</surname><forename>Friedrich</forename></persName>
               <occupation>Leiter Abt. Handelspol./Außenhandel BWK</occupation>
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               <persName type="label">Schmied, E</persName>
               <persName><surname>Schmied</surname><forename>E</forename></persName>
               <occupation>Genossenschaftsverband [Dkfm.; unklar, von welcher Gen. und ob ev.
                  Falschschreibung oder ev. ident mit einem schon erfassten
                  Schmied/Schmid/Schmidt?]</occupation>
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               <persName type="label">Feichtinger, Friedrich</persName>
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               <occupation>MR HM</occupation>
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               <persName><surname>Lachs</surname><forename>Thomas</forename></persName>
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               <occupation>Ex-ÖVP-FM, BÜRGES</occupation>
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               <persName type="label">Mühlbacher, Kurt</persName>
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               <occupation>Vizepräs. BHK, Präs. FWV</occupation>
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               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
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