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            <title type="main">Freitag, der 12. Februar 1971</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band04_1971-02-12_01">Freitag, 12. Feber 1971<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band04_1971-02-12_02">Im Unterausschuss des Handelsausschusses über das Kraftfahrgesetz<lb/>
erläuterte ich, weil der Obmann <rs type="person" ref="#per__97437">Fiedler</rs> in einem Radiointerview<lb/>
erklärt hat, das Handelsministerium ist für die Bleigehaltpolitik<lb/>
zuständig, meine beabsichtigten Etappensenkung, wenn ich die ge<lb break="no"/>setzliche Ermächtigung haben werde. <rs type="person" ref="#per__97437">Fiedler</rs> erklärte, er würde dieses<lb/>
Problem in seinem Klub noch einmal besprechen und dann könnten wir<lb/>
gegebenenfalls noch zusätzliche Diskussionen über dieses Problem<lb/>
führen. Wenn er dies auch wahrscheinlich nicht machen wird, so habe<lb/>
ich dennoch die Möglichkeit in Zukunft darauf hinzuweisen, dass die Er<lb break="no"/>gebnisse der Besichtigung bei der ÖMV als auch die Diskussion, die<lb/>
bereits bisher im Unterausschuss abgeführt wurde, gezeigt haben,<lb/>
dass ich nicht nur – wie der ÖVP-Pressedienst behauptet hatte – nichts<lb/>
machen, sondern darüber hinaus er – der ÖVP-Pressedienst – die Öffent<lb break="no"/>lichkeit falsch informiert. Ich glaube, ich kann jetzt mit ruhigem<lb/>
Gewissen behaupten, dass die Argumentation – der zeit beträgt der<lb/>
Bleigehalt 0,4 Gramm pro Liter – wie der ÖVP-Pressedienst immer wieder<lb/>
hinausposaunt als falsch auch vom Unterausschuss erkannt wurde. Die<lb/>
Verhandlungen über das Gesetz gingen diesmal verhältnismässig sehr schnell<lb/>
weiter, da <rs type="person" ref="#per__97558">Hobl</rs> erkrankt war und deshalb eigentlich niemand mehr<lb/>
die Materie so beherrscht. Min.Rat <rs type="person" ref="#per__134300">Metzner</rs> hat allerdings genauso<lb/>
wie ich ein sehr schlechtes Gefühl, denn die Änderungen, die teils<lb/>
durch die Regierungsverordnung, teils durch die jetzt von Min.Rat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__134301">Steinhart</rs> vorgelegten Abänderungsanträge mir zumindestens nicht<lb/>
immer sehr einleuchtend sind. Ich gebe allerdings zu, dass ich mich<lb/>
mit der Materie viel zu wenig beschäftigt habe und die Detailkenntnisse<lb/>
die hier zur Debatte stehen, mich auch gar nicht interessieren. Ich<lb/>
halte es nach wie vor für Wahnsinn, dass man in das Gesetz derartige<lb/>
Einzelbestimmungen aus dem Kraftfahrrecht aufnimmt. Ich kenne ein<lb/>
kasuistisches, wirtschaftliches oder technisches Gesetz wie dieses<lb/>
Kraftfahrrecht. In meinen Augen ist es nur mit dem ASVG zu vergleichen,<lb/>
wo auch für jede Einzelperson ihr Problem der Rentenbezug unter dem<lb/>
Gesichtspunkt der sozialen Sicherheit und der Gerechtigkeit scheinbar.<lb/>
gelöst wird. Nach einer Mitteilung von <rs type="person" ref="#per__134300">Metzner</rs> wird er, wenn das ganze<lb/>
Problem das erste mal durchdiskutiert sein wird, mit Dr. <rs type="person" ref="#per__136471">Hehenberger</rs><lb/>
aus einer anderen Abteilung die entsprechenden Gesetzesstellen auf<lb/>
jeden Beistrich untersuchen lassen. Er sagt mit, dass <rs type="person" ref="#per__134301">Steinhart</rs><lb/>
darüber nicht sehr begeistert ist, weil er sich mit Dr. <rs type="person" ref="#per__136471">Hehenberger</rs><lb/>
nicht verträgt, aber er glaubt, dass dies unbedingt notwendig ist,<lb/>
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Bei der Gesetzwerdung des Kraftfahrgesetzes wurde nämlich im letzten<lb/>
Moment in der Plenarsitzung noch seitenweise Abänderungsanträge ge<lb break="no"/>bracht, weil ansonsten das Gesetz aus lauter Fehlern bestanden hätte.<lb/>
Dies verlangte ich von <rs type="person" ref="#per__134300">Metzner</rs>, dass diesmal auf gar keinen Fall<lb/>
passieren dürfe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band04_1971-02-12_03">Die Neutralenbesprechung für die Brüsseler Verhandlungen fanden dies<lb break="no"/>mal in Wien statt. Vormittags konnte ich durch die UA-Sitzung im Par<lb break="no"/>lament nicht daran teilnehmen, aber nach dem Mittagsessen, das wir<lb/>
im Hotel Imperial gegeben hatten, hatte ich doch eine sehr lange<lb/>
Zeit die Möglichkeit, diesen Gesprächen zu lauschen. Die überragende<lb/>
Persönlichkeit ist <rs type="person" ref="#per__118681">Jolles</rs> von der Schweiz, er weiss ganz genau,<lb/>
welche Politik und Taktik er einschlägt und ist auch imstande, dies<lb/>
in einfachen Worten den anderen klarzumachen und entsprechend zu be<lb break="no"/>gründen. Der schwedische Sprecher, der bisherige Botschafter bei den<lb/>
Vereinten Nationen, der extra jetzt mit dieser Sonderaufgabe zurück<lb break="no"/>berufen wurde und der jetzt nur mehr mit den Verhandlungen Schwedens<lb/>
mit Brüssel konzentriert, <rs type="person" ref="#per__136472">Åström</rs>, hat einen besonders schwierigen<lb/>
Stand. Die Schweden wissen genau, dass Brüssel ihnen nicht die<lb/>
Möglichkeit geben wird, eine Zollunion, wie sichs die Schweden vor<lb break="no"/>stellen, auch tatsächlich anzubieten. Andererseits wollen die Schweden<lb/>
aus innerpolitischen Verhältnissen nicht erklären, dass sie eben dann<lb/>
mit einer Freihandelszonenlösung auch zufrieden sind. Deshalb führen<lb/>
sie einen richtigen Eiertanz auf und hoffen, dass die Brüsseler Kommis<lb break="no"/>sion ihre Vorschläge ablehnt.Dann haben sie innerpolitisch Grünes<lb/>
Licht, eine andre Lösung anzustreben. Die Zollunion streben sie des<lb break="no"/>halb an, gegebenenfalls sogar einen Betritt, mit entsprechenden Vorbe<lb break="no"/>halten, weil die anderen Nordischen Staaten, Dänemark, auch dem EWG-<lb/>
Block beitreten wird und damit Dänemark und Norwegen eine andere<lb/>
Linie und Richtung verfolgen, als dies Schweden derzeit beabsichtigt.<lb/>
Die Schweden haben sich deshalb bei den Besprechungen über die<lb/>
Ursprungszertifikationsregelung sehr zurückhaltend gezeigt, sie<lb/>
wollen über dieses Problem womöglich nicht diskutieren. Verständlich,<lb/>
denn wenn sie die Ursprungszertifikatregelung stark in den Vorder<lb break="no"/>grund rücken, dann sofort erkannt werden kann, dass sie sich mit einer<lb/>
Freihandelszonenregelung einverstanden erklären, denn nur dort wird eine<lb/>
solche benötigt. Die Frage des Problems der zweiten Generation will<lb/>
Schweden dahingehend verstanden wissen, dass man z.B. auch über die<lb/>
<pb n="04-0186" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band04/04_1971-02-12_0186.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Konjunkturpolitik, die in der EWG gemacht werden kann und soll,<lb/>
sich eingehend unterhält. <rs type="person" ref="#per__118681">Jolles</rs> dagegen möchte, dass man in der<lb/>
zweiten Generation erst über das Problem der Mitverantwortung<lb/>
diskutiert, wenn bedeutet, dass man in die Organe der EWG irgend<lb break="no"/>welche Mitbestimmung und damit natürlich auch Mitverantwortung über<lb break="no"/>nehmen müsste. Dies bedeutet aber, dass die Beteiligungen an den<lb/>
Organisationen der EWG diskutiert wird und die Schweiz will natür<lb break="no"/>lich, dass man so wenig wie möglich in diesen Organen überhaupt<lb/>
indirekt nur mitwirkt. Eine direkte Beteiligung kommt ja schon<lb/>
allein deshalb nicht in Frage, weil damit ja klar und deutlich<lb/>
gegen die Neutralitätspolitik der Schweiz verstossen würde. Sie<lb/>
kann sich – wie <rs type="person" ref="#per__118681">Jolles</rs> meint und ich habe diese Meinung bereits<lb/>
bei meinen Besprechungen mit <rs type="person" ref="#per__97375">Brugger</rs> voriges Jahr festgestellt –<lb/>
unter gar keinen Umständen an internationalen Organisationen und<lb/>
Unterausschüssen oder Kommissionen im Rahmen der EWG beteiligen.<lb/>
Als letzten Punkt fragte <rs type="person" ref="#per__118681">Jolles</rs>, ob Klarheit bei den Ländern herrscht,<lb/>
wer zukünftige Generalsekretär der EFTA werden sollte. Der der<lb break="no"/>zeitige Generalsekretär, ein Brite, hat klar und deutlich zu er<lb break="no"/>kennen gegeben, dass er mit Herbst sein Mandat niederlegen werde.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__118681">Jolles</rs> meint nun, man müsste jetzt sich bereits klar werden,<lb/>
welche Politik man einschlagen will. <rs type="person" ref="#per__97725">Marquet</rs> machte mich aufmerk<lb break="no"/>sam, dass die Schweden beabsichtigen, einen Generalsekretär-Kandi<lb break="no"/>daten zu stellen. <rs type="person" ref="#per__118681">Jolles</rs> meint nun, dass die Englandverhandlungen <choice><choice><sic>jed<lb/>
jede</sic><corr>jede? jedwede?</corr></choice></choice> erfolgreiche Verhandlung mit EWG in eine Krisensituation kom<lb break="no"/>men muss und dies wahrscheinlich im Herbst der Fall sein dürfte.<lb/>
Dann einen britischen Generalsekretär für die EFTA neu zu wählen,<lb/>
würde bedeuten, dass das als eine Massnahmen von GB gegen die<lb/>
EWG aufgefasst wird. Deshalb sollte man sich so schnell wie mög<lb break="no"/>lich jetzt gleich entschliessen, welche Politik man in dieser<lb/>
Frage einschlagen will. Da ich bemerkte, dass die Schweden hier<lb/>
nur sehr zögernd bereits waren zu diskutieren, schlug ich vor,<lb/>
dieses Problem zu vertagen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band04_1971-02-12_04">Komm.Rat <rs type="person" ref="#per__97553">Hinteregger</rs>, der Präsident der deutsch-österreichischen<lb/>
Handelskammer, wird, ersuchte mich, dass ich im Rahmen der inter<lb break="no"/>nationalen Handelskammer am 21. April im Imperial bei einem Essen,<lb/>
das der deutsche Botschafter für die Delegierter der BRD gibt,<lb/>
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Gekommen war er aber, um seine Aktivität im Kuratorium für Verkehrs<lb break="no"/>sicherheit mir dazulegen. Bekanntlich will er den ÖAMTC aus seiner<lb/>
beherrschenden Stellung dort verdrängen. Er möchte nun einen neuen<lb/>
Beirat schaffen, der sich mit den Problemen der Verkehrssicherheit<lb/>
befasst. Ich habe ihm seinerzeit bereits zugesagt, dass ich bereits<lb/>
bin, wenn sich im Rahmen des Kuratorium für Verkehrssicherheit so<lb/>
etwas findet, ich natürlich bereit bin, auch diese Gruppe zu unter<lb break="no"/>stützen. Ich meinte, er hätte bereits mit allen gesprochen und sie<lb/>
hätten ihm sogar auf einen Zettel, wo er die Gedanken dargelegt hat,<lb/>
schriftlich bestätigt, dass sie einverstanden sind, u.a. soll er<lb/>
auch mit <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> und anderen Ministern gesprochen haben.<lb/>
Da ich nun sehr vorsichtig bin, wenn es darum geht, in einem Verein<lb/>
eine Gruppe durch eine andere zu ersetzen, erklärte ich mich nicht<lb/>
bereit, eine Unterschrift zu leisten, sondern schlug vor, er sollte<lb/>
doch im Rahmen des Kuratoriums alle Möglichkeiten, die sich ihm<lb/>
bieten, wahrnehmen und wenn dann das Kuratorium für Verkehrssicherheit<lb/>
eine solche Lösung mir vorschlägt, werde ich sie selbstverständlich<lb/>
auch akzeptieren. Er wies weiters darauf hin, dass er bereits mit<lb/>
Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__97963">Slavik</rs> gesprochen hätte, damit wir eine<lb/>
Erziehung der Jugend zu Verkehrsfragen reaktivieren sollten. Er<lb/>
zählte mir eine Reihe von Beamten auf, die er zu sich einladen will<lb/>
und er möchte auch mich zu diesem Abend einladen. Ich entschuldigte<lb/>
mich sofort, dass ich derzeit sehr unter Druck stehe und empfahl ihm<lb/>
aber, unsere Beamten dazu zu laden. Da Min.Rat <rs type="person" ref="#per__134300">Metzner</rs> sowieso bei<lb/>
dieser ganzen Besprechung anwesend war, wies ich gleich <rs type="person" ref="#per__97553">Hinteregger</rs><lb/>
darauf hin, dass er in meinem Haus die ganzen Verkehrsfragen jetzt zu<lb/>
behandeln hat und mein vollstes Vertrauen geniesst.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band04_1971-02-12_05">Der neuernannte Präsident des Gemeindebundes, Bürgermeister von Zisters<lb break="no"/>dorf, <rs type="person" ref="#per__114996">Reiter</rs>, kam mit Generalsekretär <rs type="person" ref="#per__136475">Hammer</rs>, um sich vorzustellen.<lb/>
Bei dieser Gelegenheit wies er darauf hin, insbesondere <rs type="person" ref="#per__136475">Hammer</rs> als Gene<lb break="no"/>ralsekretär führt natürlich die Gespräche, dass sie sich vielmals be<lb break="no"/>danken, dass wir die 2 Mill. S Zinsenzuschüsse für die Gemeinden auf<lb/>
Grund des Finanzausgleichsgesetzes von 4 Mill. S im heurigen Jahr<lb/>
erhöht haben. Er war über diese Entwicklung sehr erfreut, da er vor<lb/>
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zu geben, wie das auch derzeit ja noch nicht möglich ist, den<lb/>
Gemeinden ERP-Mitteln zukommen zu lassen. Sie ersuchten dann auch<lb/>
noch, dass wir sie bei den Fremdenverkehrsfragen stärker heranziehen<lb/>
da ja letzten Endes, die Gemeinden Träger jedweden Fremdenverkehrs<lb/>
sind. Zuletzt baten sie noch um eine Subvention für die Verschöne<lb break="no"/>rung des Ortsgebietes, eine Aktion, die 187.000 S kostet, die Handels<lb break="no"/>kammer hat ihnen voriges Jahr 30.000 S zugesagt. Heuer würde die<lb/>
Handelskammer 50.000 S geben, wenn auch das Ministerium einen Bei<lb break="no"/>trag leistet. Sie erwarten sich 70.000 S, die ich rundweg ablehnte,<lb/>
da ich erklärte, wir würden uns höchsten in demselben Ausmass betei<lb break="no"/>ligen wie die Handelskammer dies zugesagt hat. Dieser Ortsbild-<lb/>
Wettbewerb soll dazu dienen, um die Orte wirklich zu entrümpeln.<lb/>
Was die Begrünung der Anlagen betrifft, so hat ja die Landwirtschafts<lb break="no"/>kammer ich glaube im Einvernehmen mit den Landesregierungen seit<lb/>
Jahren eine diesbezügliche Aktion laufen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band04_1971-02-12_06">Redakteur <rs type="person" ref="#per__136476">Voska</rs> vom Profil, der an unserer Journalistenrunde im<lb/>
Institut für Gesellschaftspolitik das letzte Mal teilgenommen hat,<lb/>
wollte unbedingt ein Interview haben. Wie sich sehr bald herausstell<lb break="no"/>te, hat er eine Reihe von Fragen an <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs>, aber scheinbar auch an<lb/>
<choice><choice><sic>snere</sic><corr>unsere?</corr></choice></choice> Minister gestellt, um dann die Ausführungen der einzelnen<lb/>
gegenüberzustellen. <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs>, der anwesend war, meinte, es handelt<lb/>
sich hier um ähnliche Quizfragen, wie dies bei dem Fernsehspiel<lb/>
"Wünsch Dir was" geschieht, auch dort weiss die eine Familie nicht<lb/>
von der anderen, was sie geantwortet hat und man kommt sich vor,<lb/>
wie wenn man einen Sack über dem Kopf hätte. Ich habe ohne meine<lb/>
Gesinnung zu verleugnen, d.h. schon meine Meinung zu dem Problem<lb/>
grosse oder kleine Koalition sehr deutlich gesagt, trotzdem wie<lb/>
ich hoffe, ich mich politisch aus dieser Schlinge herausgezogen habe.<lb/>
Allerdings weiss man ja nicht, was dann noch alles im Druck erscheinen<lb/>
wird. Ich habe nur eines vergessen und dies werde ich ihm Montag<lb/>
sofort telefonisch mitteilen, dass ich mich eigentlich seit eh und<lb/>
je für das Schweizer Proporzsystem eingesetzt habe, da ich glaube,<lb/>
dass es am stärksten dazu beitragen kann, den sozialen Frieden und<lb/>
Ruhe in einem Staate zu garantieren. Ich kenne das Gegenargument,<lb/>
dass dies zu einer Frustrierung der aktiven politischen Leute in<lb/>
einem Lande führt und die so notwendige politische Auseinandersetzung<lb/>
damit eigentlich grösstenteils aufgehoben wird. Trotzdem glaube ich,<lb/>
dass die Vorteile diesen Nachteil wesentlich kompensieren.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>ÖGB-Präs., NR-Präs.</occupation>
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               <persName type="label">Hehenberger, Josef</persName>
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               <occupation>Beamter Verkehrsministerium</occupation>
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               <occupation>Innenminister bis 1977, danach Verteidigungsminister</occupation>
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               <persName type="label">Metzner, Herbert</persName>
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               <occupation>MR HM/VM (Ministerienneuorganisation 1974)</occupation>
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