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            <title type="main">Mittwoch, der 10. Februar 1971</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band04_1971-02-10_01">Mittwoch, den 10. Februar 1971<lb/>
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so schnell wie möglich verabschieden. Die Genossenschafts<lb break="no"/>verbände sind an ihn herangetreten, um die Frage des Nicht<lb break="no"/>mitgliedergeschäftes und der Kapitalbeteiligung in einer<lb/>
kleinen Novelle so schnell wie möglich zu regeln. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs><lb/>
hat dann mit den Vertretern des Landwirtschaftsministeriums<lb/>
aber auch mit den Vertretern des Justizministeriums eine<lb/>
sehr gute Formulierung bereits vereinbart. Danach würde in<lb/>
dem Kundmachungspatent bei Inkrafttreten des Genossenschafts<lb break="no"/>rechtes gleichzeitig die Genossenschaften der Gewerbeord<lb break="no"/>nung unterworfen werden. Ausgenommen blieben nur die wirk<lb break="no"/>lichen nicht die gewerbliche Wirtschaft konkurrierende<lb/>
kleinen und unbedeutenden Genossenschaften wie z.B.: Zucht<lb break="no"/>genossenschaften, Almgenossenschaften, kleine Genossen<lb break="no"/>schaften, die sich mit gemeinsamen Nutzung von Maschinen<lb/>
beschäftigen usw. Die Besprechung, an der nicht nur die<lb/>
Ministerialvertreter, sondern auch <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs>, <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>, <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs><lb/>
und ich teilnahmen. kamen überein, womöglich einen Fahr<lb break="no"/>plan zu erstellen, wo die gleichzeitige Inkrafttretung<lb/>
aller gesetzlichen Bestimmungen gewährleistet wird.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> sprach von einem Vorgehen "uno actu". Er steht<lb/>
auf dem richtigen Standpunkt, daß wenn sich die Gesell<lb break="no"/>schaftsrechte der Genossenschaften ändern, gleichzeitig<lb/>
auch die steuerlichen Rechte der Genossenschaften an die<lb/>
übrigen gewerblichen Betriebe angepasst werden müssen.<lb/>
Er verlangt einen vollkommenen Wegfall der steuerlichen<lb/>
Begünstigungen in diesem Fall. <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> wollte vorerst, daß<lb/>
seine kleine Genossenschaftsnovelle so schnell wie möglich<lb/>
ins Haus kommen sollte. Im Verlauf der Diskussion, nach<lb/>
dem er aber gesehen hat, daß alle anderen doch für ein<lb/>
synchrones Vorgehen waren, hat er sich auch dieser Meinung<lb/>
angeschlossen. <rs type="person" ref="#per__97524">Hauffe</rs> hat mir vorgeschlagen, daß man um<lb/>
die Paktierung leichter zu erreichen, einen einzigen Gesetzent<lb break="no"/>wurf machen sollte, wo sowohl das Genossenschaftsgesetz,<lb/>
<pb n="04-0171" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band04/04_1971-02-10_0171.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>als auch die Gewerbeordnung, als auch die davon betroffenen<lb/>
Steuergesetze in einem Gesetz novelliert werden. Ich halte<lb/>
eine solche Vorgangsweise für unmöglich, obwohl ich zugeben<lb/>
muß, daß sie taktisch sehr klug ist. Damit würde die gleich<lb break="no"/>zeitige Verabschiedung garantiert sein. Ich stehe allerdings<lb/>
auf dem Standpunkt, daß, wenn die Regierung entweder durch<lb/>
Punktation, dies wäre die schwächste Bindung, oder durch<lb/>
gleichzeitige Verabschiedung der Gesetze, dem Parlament<lb/>
die ganze Materie überantwortet, dann muß eben <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> im Parlament versuchen, die Regierungsvorlage<lb/>
auch tatsächlich durchzubringen.<lb/>
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damit nicht die Stickstoffwerke ebenfalls eine Acrylfaser-<lb/>
Produktion beginnen. Die Lenzinger selbst, die heuer Zellwolle<lb/>
in einem großen Ausmaß produziert, sie ist eine der größten<lb/>
westeuropäischen Firmen, und erzeugt und verkauft 75.000 t<lb/>
jährlich, hat durch diese Größe eine einmalige Konkurrenz<lb break="no"/>situation. Sie kann Zellwolle um 35.40 verkaufen, obwohl<lb/>
ihre Gestehungskosten nur S 4,–– sind. Wenn aber diese Zell<lb break="no"/>wollproduktion nur um 1.000 t zurückgeht. so verliert er<lb/>
als Deckungskosten für seine Fixkosten 4 Mio. S. Er beab<lb break="no"/>sichtigt deshalb eine Acrylfaserproduktion mit 10.000<lb/>
Jahrestonnen zu errichten. Dafür ist eine Investition von<lb/>
200 Mio. S notwendig. Gleichzeitig muß er auch sein Um<lb break="no"/>laufvermögen um 30 Mio. S erhöhen und rechnet im 1. Jahr<lb/>
mit einem Anlaufverlust von 20 Mio. S. Er kann nun von<lb/>
HOECHST eine stillgelegte Fabrik, deren Neuwert 29 Mio DM<lb/>
ist, mit 5 Mio. DM erwerben. Damit würde er diese Fabrik<lb/>
auf österreichischem Boden, für Zoll und Montage, schon ent<lb break="no"/>sprechende Ansätze berechnet, 12 Mio. DM errichten können.<lb/>
Derzeit werden in Wien – Land ca. 4.500–5.000 t Acryl<lb break="no"/>fasern verbraucht. Er schätzt, daß er 2.000 t im Inland ab<lb break="no"/>setzen könnte und 8.000 t müßte er exportieren. Da er aber<lb/>
eine Faserfabrik ist, die bekanntlicherweise auch Polyester<lb/>
mit HOECHST gemeinsam erzeugt, glaubt er, daß er mit Zell<lb break="no"/><pb n="04-0172" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band04/04_1971-02-10_0172.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>wolle Polyesterfaser und der Acrylfaser einen entsprechenden<lb/>
breiten Produktions- und Verkaufsrahmen hat. Seiner Mitteilung<lb/>
nach hat HOECHST an der bayrisch-österreichischen Grenze<lb/>
eine Monomere-Fabrik, d.i. ein Vorprodukt für Acryl, errich<lb break="no"/>tet in einer Größenordnung von 90.000 Jahrestonnen. Berech<lb break="no"/>nungen haben ergeben, daß wenn nur 60.000 t von diesem Vor<lb break="no"/>produkt erzeugt werden, die Preise gleich um S 1.20 höher<lb/>
liegen als derzeit die 90.000 Produktionspreise zu stehen<lb/>
kommen. Es wird gerechnet, daß das Vorprodukt S 6.70 pro<lb/>
kg kostet. Wenn nun die Stickstoffwerke in Linz mit BASF<lb/>
eine solche Monomere-Produktion mit 20.000 t aufnehmen,<lb/>
dann müßte nach Meinung von HOECHST, die <rs type="person" ref="#per__97938">Seidl</rs> überprüft hat,<lb/>
ein wesentlich höher Preis in Österreich entstehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band04_1971-02-10_04">Anmerkung für Dr. <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs>:<lb/>
Bitte diese Mitteilung dem zuständigen Referenten streng<lb/>
vertraulich übermitteln und um Stellungnahme bitten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band04_1971-02-10_05">Die seinerzeit vom Referat ausgearbeitete Unterlage konnte<lb/>
ich im Sekretariat resp. bei mir nicht finden. Soviel ich<lb/>
mich erinnern kann, war sie auf Termin gelegt für eine<lb/>
Paritätische Kommission, wo ich <rs type="person" ref="#per__97938">Seidl</rs> getroffen hätte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band04_1971-02-10_06">Unterlagen die ich auch für die Vorsprache des marokkanischen<lb/>
Botschafters von der Abteilung bekommen hatte, war als<lb/>
Musterbeispiel auserlesen, wie in Zukunft terminmäßig<lb/>
Material mir entsprechend vorgelegt werden soll. Leider<lb/>
ging es auch diesmal wieder daneben. Ich fand die Unter<lb break="no"/>lagen nachdem der Botschafter bereits weg war. <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs><lb/>
fragte ob ich seine Information kenne, was ich selbst<lb break="no"/>verständlich bejahte und mich eben über diese schwierige<lb/>
Situation drüber schwindelte. In die Gefahr der Leute,<lb/>
die mir versprochen haben, sie werden mir mein Büro re<lb break="no"/>organisieren kommen, bin ich neugierig, ob wir hier<lb/>
vielleicht wirklich ein falsches System haben oder or<lb break="no"/>ganisatorisch doch noch andere Maßnahmen treffen müßten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band04_1971-02-10_07">Herr <rs type="person" ref="#per__134507">Landegger</rs>, der eine Zellulosefabrik für 200.000<lb/>
Jahrestonnen in Österreich projektiert, hatte sich be<lb break="no"/>reiterklärt, bei seinem nächsten Österreichaufenthalt<lb/>
mit mir über dieses Projekt zu diskutieren. Eine dies<lb break="no"/>bezügliche Unterlage hat er bereits vor Monaten zur Ver<lb break="no"/>fügung gestellt. Mit seinem Generaldirektor von der<lb/>
Welser Fabrik führte nun unter Anwesenheit von Sekt.<lb/>
Chef <rs type="person" ref="#per__97867">Reiterer</rs> und Sekt. Chef <rs type="person" ref="#per__107939">Römer</rs> sehr interessante<lb/>
Besprechung geführt. Leider ist MR. <rs type="person" ref="#per__113621">Anreiter</rs>, der<lb/>
Branchenreferent, krank gewesen. Die Frage der Finan<lb break="no"/>zierung sieht <rs type="person" ref="#per__134507">Landegger</rs> so gelöst, daß er für die<lb/>
1,3 Milliarden S, die für die Errichtung dieser Fabrik<lb/>
notwendig wären, daß die Papierfabrik auch mit seiner<lb/>
entsprechenden anteilsmäßigen Beteiligung ca. 30 %<lb/>
als Eigenkapital aufbringen müßte. Alles andere müßte<lb/>
auf dem ausländischen oder inländischen Kapitalmarkt<lb/>
aufgebracht werden. Seiner Meinung nach wäre dies<lb/>
mit einer Bundesbürgschaft ohne weiteres möglich. Ge<lb break="no"/>gebenenfalls meinte er, müßte man ERP-Mittel heran<lb break="no"/>ziehen oder den Entwicklungs- und Erneuerungsfonds.<lb/>
Bezüglich der ERP-Mittel erklärte ich ihm, daß eine so<lb/>
große Summe unter gar keinen Umständen bereitgestellt<lb/>
werden könnte. Betreffend der Rohholzversorgung steht<lb/>
er auf dem Standpunkt, daß die 860.000 Festmeter, die<lb/>
dafür benötigt werden, zum Teil aus dem nördlichen<lb/>
Waldviertel und Mühlviertel aufgebracht werden können,<lb/>
zum Teil aber durch feste Importe mit Ostsstaaten.<lb/>
Ihm schwebte ein langjähriger Vertrag vor, der ohne<lb/>
weiteres zu erreichen wäre.<lb/>
Betreffend die Verschmutzung der Donau, Zellulose ist<lb/>
eine der schmutzigsten Produktionszweige, glaubt er,<lb/>
daß ohne weiters eine befriedigende Lösung erzielt<lb/>
werden kann, denn in Kanada müssen die Elektrizitäts<lb break="no"/>staustufen beinhalten, dieses Problem befriedigend<lb/>
gelöst.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band04_1971-02-10_08">Betreffend die politische Problematik der Stillegung<lb/>
von fünf kleineren Zellulosefabriken meint er, daß<lb/>
diese Stillegungen früher oder später auf alle Fälle<lb/>
erfolgen werden. Er selbst wird seine Zellulosefabrik<lb/>
in St. Michael unter allen Umständen stillegen. Wenn<lb/>
es zu dieser großen Zellulosefabrik nicht kommt, die<lb/>
entsprechend billiger die Papierfabriken mit Rohstoffen<lb/>
versorgen <choice><choice><sic>können</sic><corr>kann</corr></choice></choice>, dann wird die österr. Papierindustrie<lb/>
eine inländische Papierproduktion aufrecht erhalten<lb/>
können und für den Export nicht mehr kostenmäßig in<lb/>
Frage kommen. Einleitend hat er bereits vorgeschlagen,<lb/>
er hätte ein Exposé von 150 Seiten von seinen Herren<lb/>
vorgelegt bekommen. Er hätte dieses Exposé nicht abge<lb break="no"/>schickt, sondern nur eine kurze Darstellung vorgelegt.<lb/>
Er glaubt, daß es aber zielführend wäre, wenn die<lb/>
Regierung ein Team von drei Leuten bestellen würde,<lb/>
die dann mit seinen Leuten gemeinsam alle für und<lb/>
wieder dieser großen Zellulosefabrik erörtern sollen.<lb/>
Ich dankte ihm für die Ausführungen, aber vor allem<lb/>
auch für seinen Vorschlag. Ich versicherte ihm, daß<lb/>
ich persönlich mich einsetzen werde, ein solches Team<lb/>
von Papierfachleuten mit seinen Leuten ins Gespräch<lb/>
zu bringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band04_1971-02-10_09">Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs>, ÖMV, und Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97739">Mieling</rs>, Shell, er<lb break="no"/>klärten bei Anwesenheit von MR. <rs type="person" ref="#per__97467">Gasser</rs>, daß sie über<lb break="no"/>eingekommen sind, betreffend die Errichtung der Raffinerie<lb/>
in Lannach, jetzt eine Wirtschaftlichkeitsrechnung für<lb/>
die Produktion von Mineralölprodukten und deren Ver<lb break="no"/>teilung in Österreich gemeinsam auszuarbeiten. Die<lb/>
ÖMV möchte eine Produkten-Pipe-line in die westlichen<lb/>
Länder legen, während natürlich Shell darauf drängt,<lb/>
es müßte eine zweite Produktionsstätte in Österreich<lb/>
errichtet werden. Nach Auffassung von Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97739">Mieling</rs><lb/>
kommt dafür nur Lannach in Frage. Er glaubt, daß wenn<lb/>
auch jetzt das Projekt zu teuer käme, die Kosten wären<lb/>
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nächsten Jahren zu entscheiden sein, ob zum Beispiel<lb/>
eine mit 4,5 Mio. t Durchsatz zu errichtende Raffinerie<lb/>
in Lannach nicht im Rahmen der gesamten Mineralölpro<lb break="no"/>duktion und Versorgung aufgestellt werden muß. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs><lb/>
selbst ist der Meinung, daß in dieser Wirtschaftlich<lb break="no"/>keitsrechnung das Projekt Lannach auch berücksichtigt<lb/>
werden muß und wird. Die Verhandlungen zwischen den<lb/>
Ölgesellschaften und den Stationären der Tankstellen<lb/>
haben bis jetzt noch zu keinem konkreten Ergebnis ge<lb break="no"/>führt. Nach Meinung von Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> müßten diese<lb/>
mit 5 Groschen bei der nächsten Erhöhung berücksichtigt<lb/>
werden. Nach Meinung von <rs type="person" ref="#per__97739">Mieling</rs> müßte nach dem zu<lb/>
erwartenden Abschluß der OPEC-Verhandlungen auf alle<lb/>
Fälle eine Preisrevision in Österreich Platz greifen.<lb/>
Wenn nämlich die internationalen Gesellschaften sich<lb/>
mit den Weltproduktionsölländern OPEC nicht einigen,<lb/>
dann wird von Regierungsseite eine Erhöhung der <choice><choice><sic>relatis</sic><corr>?</corr></choice></choice>,<lb/>
d.h. der Steuern für die Produktion auf 60 % und die<lb/>
Erhöhung des Faßpreises mit Regierungsdekret verordnet.<lb/>
Dadurch würde sich eine ca. 10 %ige Erhöhung des Öl<lb break="no"/>preises ergeben. Die Ölgesellschaften rechnen scheinbar<lb/>
damit, daß wir dann unverzüglich unsere Verbraucher<lb break="no"/>preise ebenfalls erhöhen werden. Ich selbst denke nicht<lb/>
daran, sondern möchte dies erst im Zusammenhang mit<lb/>
der Verbesserung des Benzinpreises durch geringere Bleige<lb break="no"/>halt dekretieren. Ich machte deshalb <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> darauf auf<lb break="no"/>merksam, daß er äußerst vorsichtig mit den Stationären<lb/>
verhandeln soll.Eine diesbezügliche Zusage könnte nur<lb/>
auf Kosten seiner Spanne gehen. Ich schlug den beiden<lb/>
Vertretern, der eine vertritt ja immerhin die österr.<lb/>
Produktionsfirma, während <rs type="person" ref="#per__97739">Mieling</rs> die internationalen<lb/>
Ölgesellschaften vertritt, vor, sie sollten doch einen<lb/>
Plan auch erstellen, wie und in welchem Umfang sie in<lb/>
Zukunft ihre Tankstellen aus- und umbauen wollen. Nach<lb/>
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solchen Maßnahme bereit. Ich werde also eine dies<lb break="no"/>bezügliche Unterlage von ihnen bekommen. Ich ver<lb break="no"/>sicherte ihnen, daß ich nicht die Absicht habe, mit<lb/>
administrativen Maßnahmen hier ihren Tankstellenaus<lb break="no"/>bau zu verbieten, daß ich aber doch glaube, daß es<lb/>
zielführend sein müßte, eine wo möglich zweckmäßigere<lb/>
Ausbauplanung zu finden. Ich kann mir nicht vorstellen,<lb/>
daß es nicht früher oder später, so wie dies jetzt<lb/>
schon bereits bei den Filialen der Kreditinstitute<lb/>
der Fall ist, die öffentliche Meinung gegen sie wenden<lb/>
wird. Ich glaube, dann wäre es auch für sie zielführend,<lb/>
wenn sie einen Plan nachweisen könnten, der im Einver<lb break="no"/>nehmen mit unserem Haus eine zielführende und nicht all<lb break="no"/>zu kostenaufwendige und Kapital verzerrende Ausbau<lb break="no"/>stufenregelung für Tankstellen vorgesehen hat. Ich<lb/>
glaube, ich konnte sie von der Zweckmäßigkeit dieser<lb/>
Maßnahme überzeugen.<lb/>
Betreffend der Diskussion über den Bleigehalt im Benzin<lb/>
waren beide sehr erschüttert, da sie mir mitteilten,<lb/>
sie hätten sowohl <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> als auch <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> und auch<lb/>
andere Herren in der ÖVP über die Unsinnigkeit der<lb/>
Forderung bereits jetzt 0,4 % pro Liter zu verlangen.<lb/>
Ebenso sind sie erschüttert, daß noch immer Rückgabe<lb/>
von gefärbten Diesel für Heizöl für die Landwirtschaft<lb/>
ebenfalls verlangt wird. Sie wären zu diesem Preis<lb break="no"/>opfer, bekanntlich haben sie ja bei Heizöl auf 15 Groschen<lb/>
ihrer Spanne verzichtet, nicht bereit.<lb/>
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               <persName type="label">Gasser, Otto</persName>
               <persName><surname>Gasser</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>MR HM, Leiter OB</occupation>
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               <persName type="label">Reiterer, Rudolf</persName>
               <persName><surname>Reiterer</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
               <occupation>Sektionschef HM, Diplomat, Verteter bei der EG</occupation>
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               <persName type="label">Broda, Christian</persName>
               <persName><surname>Broda</surname><forename>Christian</forename></persName>
               <occupation>Justizminister</occupation>
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               <persName type="label">Wanke, Otto</persName>
               <persName><surname>Wanke</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>SChef HM</occupation>
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               <persName type="label">Landegger, Karl F.</persName>
               <persName><surname>Landegger</surname><forename>Karl F.</forename></persName>
               <occupation>Papierindustrieller</occupation>
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               <persName type="label">Mieling, Peter</persName>
               <persName><surname>Mieling</surname><forename>Peter</forename></persName>
               <occupation>GD Shell</occupation>
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               <persName type="label">Hauffe, Herbert</persName>
               <persName><surname>Hauffe</surname><forename>Herbert</forename></persName>
               <occupation>MR HM</occupation>
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               <persName type="label">Fälbl, Maximilian</persName>
               <persName><surname>Fälbl</surname><forename>Maximilian</forename></persName>
               <occupation>Beamter HM</occupation>
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               <persName type="label">Androsch, Hannes</persName>
               <persName><surname>Androsch</surname><forename>Hannes</forename></persName>
               <occupation>Finanzminister</occupation>
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               <persName type="label">Römer, Wolfgang</persName>
               <persName><surname>Römer</surname><forename>Wolfgang</forename></persName>
               <occupation>Beamter/Personalvertreter HM</occupation>
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