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            <title type="main">Dienstag, der  2. Februar 1971</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band04_1971-02-02_01">Dienstag, 2. Feber 1971<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band04_1971-02-02_02">In der Fraktion des Bundesvorstandes im ÖGB berichtete <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs><lb/>
über seine Pressegespräche und schlug gleichzeitig auch vor,<lb/>
im Bundeskongress die Stimmen zu erhöhen. Er hatte diesen<lb/>
Plan das erste Mal im Pressegespräch erörtert und hatte jetzt eigent<lb break="no"/>lich gar keine Schwierigkeiten innerhalb der Fraktion, diese Idee<lb/>
auch wirklich durchzusetzen. Eine Diskussion entwickelte sich eigent<lb break="no"/>lich nur über die Resolution, welche der Bundesvorstand beschliessen<lb/>
soll, der Entwurf der vom Büro vorgelegt wurde, beinhaltete einige<lb/>
Passagen, die die Bauarbeiter wieder einmal als gegen sie, d.h. gegen<lb/>
ihre Politik gerichtet betrachten, und deshalb Änderungen wünschten. Die<lb/>
Bauarbeiter machen bekanntlicherweise betreffend das Fremdarbeiter-<lb/>
d.h. Gastarbeitergesetz die grössten Schwierigkeiten. <rs type="person" ref="#per__97741">Millendorfer</rs><lb/>
formuliert die Stellungnahme immer dahingehend, dass er zwar auch<lb/>
für ein Gastarbeitergesetz sei, wenn darinnen der Schutz des heimi<lb break="no"/>schen Arbeiters zum Ausdruck kommt. Die von ihm vorgesehenen Formu<lb break="no"/>lierungen sind aber dann derartig hart, dass mit kaum mit einer<lb/>
Zustimmung von Seiten der Unternehmer gerechnet werden könnte. Sie<lb/>
wollen deshalb in jeder Formulierung, die irgendwo die Bauunternehmer<lb break="no"/>kapazität und die Versorgung mit Arbeitskräften beinhaltet, einen ent<lb break="no"/>sprechend abgeschwächte Fassung oder womöglich überhaupt über die Indu<lb break="no"/>striegruppe gar nichts auszusagen, Da dieser Entwurf noch mit der<lb/>
christlichen Gewerkschaftsfraktion abgesprochen werden muss, kann<lb/>
man über die endgültige Fassung nichts sagen. Ich glaube, dass über<lb break="no"/>haupt der Streit um die Resolutionen ziemlich sinnlos ist, weil<lb/>
ja innerhalb der Öffentlichkeit gar nicht so gewürdigt wird, wie<lb/>
manche einzelne Vertreter von Gewerkschaften noch annehmen. Da sie<lb/>
die Resolutionen doch immer im selben Geist und im selben Fahrwasser<lb/>
bewegen und keinerlei neue Gesichtspunkte mit sich bringen, gehen<lb/>
sie im Grunde genommen in der öffentlichen Meinung vollkommen unter.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band04_1971-02-02_03">Im Ministerrat wurde nach der Tagesordnung, die vollkommen problemlos<lb/>
wie immer angenommen wurde, ein Bericht des AM <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> über<lb/>
seine Russlandreise gegeben. <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> hat sehr geschickt,<lb/>
dadurch dass er wenige Journalisten und vom Rundfunk sogar <rs type="person" ref="#per__126214">Dalma</rs><lb/>
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auch schon bei seiner Rückkehr ausdrücklich gesagt. Ich freue mich wirk<lb break="no"/>lich über seine Erfolge und er weiss dies auch zu würdigen, da er ja<lb/>
aus der Regierungszeit vorher genau kennt, wie die Minister früher auf<lb break="no"/>einander nicht nur <choice><choice><sic>änglich</sic><corr>ängstlich?</corr></choice></choice> über ihre Kompetenzen gewacht haben, sondern<lb/>
was noch viel schlimmer war, einer dem anderen nichts vergönnt haben.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> berichtete, dass er im Punkt EWG-Verhandlung mit den Russen<lb/>
keinerlei Gespräche in der Richtung geführt hat, dass das Placet oder<lb/>
die Zustimmung von ihnen erwartet hätte oder auch nur erwünscht hätte.<lb/>
Da er auf dem Standpunkt steht, wir haben diese Verhandlungen als neutra<lb break="no"/>ler Staat eben zu führen und letzten Endes dann die Sowjetunion davon<lb/>
zu verständigen, so wird auch nicht von ihm beabsichtigt, die Russen<lb/>
jetzt schon zu irgend einer Stellungnahme zu drängen. Eine Zustimmung<lb/>
ist ja in der jetzigen Phase überhaupt nicht zu erwarten und jedwede<lb/>
Diskussion könnte daher nur mit den Russen negativ verlaufen. Seine Be<lb break="no"/>sprechungen über die Raketen-Anschaffung wurde auch insoferne positiv<lb/>
abgeschlossen, da sich die Russen bereiterklärten, wenn man die Raketen<lb/>
bei ihnen bestellen würde, sie sich vorstellen könnten, dass man eine<lb/>
besondere Auslegung des Staatsvertragsartikel 13 anstreben könnte.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> wird jetzt mit den anderen drei Signatarstaaten Verhand<lb break="no"/>lungen aufnehmen, ob und inwieweit diese zustimmen, steht noch vollkommen<lb/>
offen. Sicher ist, dass <rs type="person" ref="#per__136375">Podgorny</rs> ihn wissen liess, dass er die Bedin<lb break="no"/>gung, dass nämlich nur russische Raketen oder zumindest ein Grossteil<lb/>
russischer Rakenten gekauft werden sollten, nicht gerne in der Öffent<lb break="no"/>lichkeit bekannt haben möchte, da er auf dem Standpunkt steht, das würde<lb/>
einen schlechten Eindruck machen. Er will nicht den Eindruck erwecken,<lb/>
als ob Russland uns als kleinen Staat dazu zwingen wollte, dass wir ihre<lb/>
Raketen kaufen. Vom handelspolitischen Standpunkt wäre eine solche<lb/>
Lösung allerdings sehr zu begrüssen, da wir dadurch jedwede Sorge<lb/>
des Überhanges unseres Clearings los wären. Harte Auseinandersetzungen<lb/>
berichtete <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> gab es wegen der Sicherheitskonferenz. Diese<lb/>
Konferenz wurde seinerzeit von Österreich und Finnland sehr forciert<lb/>
und hat den Russen und den ganzen Oststaaten sehr gefallen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat<lb/>
nun im Europa-Rat in Strassburg darauf hingewiesen, dass auch der Nah<lb break="no"/>ostkonflikt zur Sprache kommen könnte. Dies war natürlich nicht als Be<lb break="no"/>dingung gemeint, die Russen aber insbesondere <rs type="person" ref="#per__108330">Gromyko</rs> fassten es aber<lb/>
als eine <choice><choice><sic>complicio sinecanon</sic><corr>Conditio sine qua non</corr></choice></choice> auf und war deshalb sehr verstimmt. <rs type="person" ref="#per__97632">Kirch<lb break="no"/>schläger</rs> hat deshalb das Gespräch bei <rs type="person" ref="#per__136375">Podgorny</rs> benützt, um alle die<lb/>
positiven Elemente, die er vortragen wollte, nicht <rs type="person" ref="#per__108330">Gromyko</rs>, sondern eben<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__136375">Podgorny</rs>, der in der österreichischen Presse einen so guten Widerhall<lb/>
gefunden hat. Man sieht, dass er dadurch, dass er Journalisten mitgenommen<lb/>
hat und sehr geschickt diese Auseinandersetzung mit <rs type="person" ref="#per__108330">Gromyko</rs> unterspielte,<lb/>
dann die Besprechung bei <rs type="person" ref="#per__136375">Podgorny</rs> besonders herausstrich, der Eindruck<lb/>
entstanden ist, dass <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> nicht nur sehr aktiv und sehr efolg<lb break="no"/>reich gewesen war, sondern auch die ganzen Verhandlungen in seinem Sinne<lb/>
geführt werden könnten. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> teilte mit, dass man ihm in Brüssel ge<lb break="no"/>sagt hätte, dass die EWG beabsichtige, zwischen den neutralen Staaten<lb/>
und der EWG nur ein Arrangement einer Freihandelszonenregelung ins Auge<lb/>
zu fassen. Ich erwiderte sofort, dass uns dies nur recht sein könnte,<lb/>
denn bei den jetzigen Verhandlungen hatten wir auch auf eine solche<lb/>
Lösung hingearbeitet, ohne allerdings jemals der Wort Freihandelszone<lb/>
oder einen sonstigen Ausdruck zu gebrauchen. Eine Zollunion kommt ja nach<lb/>
Auffassung <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschlägers</rs> und mir überhaupt nicht in Frage. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
meinte, es gäbe, wenn es zu einer solchen Regelung kommt, das grosse<lb/>
Problem mit Schweden, da dieser Staat infolge seiner Verbindung zu den<lb/>
anderen nordischen Staaten – Dänemark und Norwegen, die Mitglieder<lb/>
sind oder werden wollen – dann nicht mehr so funktionieren würde, wie<lb/>
sich <choice><choice><sic>Nordegg</sic><corr>Nordek?</corr></choice></choice> dies vorstellt. Dies ist allerdings ein spezifisch<lb/>
schwedisches Problem und berührt uns natürlich nur am Rande. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
wurde während der Ministerratssitzung von Schweden verständigt, dass<lb/>
der Ministerrat, der ebenfalls um diese Zeit tagt, jetzt beschlossen hat,<lb/>
ein grosses Stahlwerk zu vergeben und dass die Ruhr AG, die deutsche<lb/>
Anbotsfirma und die VÖEST preislich gleich liegen, obwohl sie technisch<lb/>
auch vollkommen gleichmässige und gleichwertige Offerte vorgelegt<lb/>
haben. Er ersuchte <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> <rs type="person" ref="#per__97644">Koller</rs> vertraulich sofort über diese Mit<lb break="no"/>teilung zu verständigen. Ich konnte mir nicht verkneifen ganz offen<lb/>
zu sagen, dass diese unsere Vorgangsweise ganz richtig ist, dass ich<lb/>
aber sicher bin, dass zwar nicht seine Informanten die deutschen gleich<lb break="no"/>zeitig verständigen, dass es aber sicher wenn nicht aus der Regierung<lb/>
heraus, so aus den Beamten eine entsprechende Mitteilung an die deutschen<lb/>
Konkurrenten ergangen sein wird. <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> teilte zwar meine Meinung,<lb/>
wie er mir ins Ohr flüsterte, sagte allerdings dies nicht offen. <rs type="person" ref="#per__97450">Freihsler</rs><lb/>
nahm das erste Mal wieder an einer Ministerratssitzung teil, wurde auch<lb/>
entsprechend freundlich begrüsst, macht aber einen sehr kranken Eindruck.<lb/>
Man kann bei ihm feststellen, wie er sich wirklich dazu zwingt, seinen<lb/>
Dienst zu versehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band04_1971-02-02_04">Nach der offiziellen Ministerratssitzung begannen unverzüglich –<lb/>
ohne Beamte – die Besprechungen über das grosse Kompetenzgesetz.<lb/>
Wir konnten uns verhältnismässig sehr schnell über die noch<lb/>
offenen Fragen des allgemeinen Teiles des Kompetenzgesetzes einigen.<lb/>
Die Organisationsform der Ministerien wird nach unserem Entwurf<lb/>
wesentlich anders sein als dies <rs type="person" ref="#per__97700">Loebenstein</rs> vom Verfassungsdienst<lb/>
für seine Bürokollegen und Sektionschefsfreunde vorgesehen hat.<lb/>
Nach dem jetzt ausgearbeiteten allgemeinen Teil wird der Minister<lb/>
wirklich die volle Ministerverantwortung tragen können, da er sich<lb/>
sein Büro und vor allem einmal sein Ministerium nach ganz anderen<lb/>
Grundsätzen organisieren kann als dies auf Grund des jetzigen<lb/>
hierarchischen Schemas möglich ist. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wurde deshalb bei<lb/>
der anschliessenden Pressebesprechung immer wieder auch gefragt,<lb/>
ob er nicht darin eine gewisse Einschränkung der Beamtenspitze,<lb/>
Sektionschefs, Ministerialräte usw., sähe, und dadurch ein gewisser<lb/>
grosser Widerstand bei den Beamten und deren Vertreter zu erwarten<lb/>
sei. Er konterte sehr gut, indem er darauf hinwies, dass die<lb/>
Beamten ja durch das Beamtenschutzgesetz hinlänglich geschützt seien<lb/>
und er sich nicht vorstellen könne, dass ein Beamter gegen eine<lb/>
moderne Organisationsform etwas einzuwenden hätte. Über die Auf<lb break="no"/>teilung der Kompetenzen machte er nur Bemerkungen, dass das Handels<lb break="no"/>ministerium sehr wohl sehr gestärkt würde werden, dass aber eine end<lb break="no"/>gültige Fassung noch nicht vorliegt, da wir über diese nächste Woche<lb/>
erste verhandeln werden. Ich selbst konnte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> nachher davon<lb/>
überzeugen, dass ich vom politischen Standpunkt aus gesehen eine<lb/>
wirkliche Kompetenzanhäufung in meinem Ministerium entweder nach<lb/>
dem Wirtschaftskonzept der SPÖ als einen positiven Schritt werde<lb/>
verzeichnen können, wenn es allerdings zu solcher Anhäufung nicht<lb/>
kommen sollte, dann ich noch immer politisch jederzeit erklären<lb/>
werde, dass die Bundeshandelskammer – mit der ich ja in engstem<lb/>
Einvernehmen vorgehen will – hier ja gegen das Superministerium<lb/>
grösste Bedenken geäussert hat. Wenn also die anderen Minister<lb/>
oder er selbst seine Politik oder Taktik gegenüber einer Kompetenz<lb break="no"/>ausweitung des Ministerium geändert hat, so würde dies zwar vom<lb/>
sachlichen Standpunkt nicht richtig sein aber politisch gesehen<lb/>
mich nicht allzu schwer gegenüber den Gegnern treffen. Innerhalb<lb/>
der eigenen Partei würde dies allerdings nicht ganz verstanden<lb/>
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den ERP-Fonds übertragen wollen. Innerhalb seiner Bürokratie<lb/>
hat es nun einen solchen Aufstand gegeben, dass er als möglichen<lb/>
Vermittlungsschritt jetzt vorsehen will, dass das Handelsmini<lb break="no"/>sterium ganz besonders in der Strukturpolitik in der ERP-Frage<lb/>
eine Kompetenz zumindestens aber eine bedeutendere Mitkompetenz<lb/>
bekommen sollte. Er wird sich jetzt selbst überlegen und mit<lb/>
seinen Leuten beraten, wie er eine solche Formulierung finden kann.<lb/>
Ich glaube dass meine Taktik noch immer richtig ist, nicht allzu<lb/>
sehr innerhalb der Regierungsfraktion zu erkennen lassen, dass<lb/>
ich unter allen Umständen alle Wirtschaftskompetenzen bekommen<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band04_1971-02-02_06">Die Studenten der Filmakademie – dies ist eine Sektion der<lb/>
Hochschule für angewandete Kunst – hatten mich für die Filmförderung<lb/>
zu einer Diskussion in die Metternichgasse geladen. <rs type="person" ref="#per__136383">Haeusserman</rs><lb/>
und mindestens ein halbes Dutzende Professoren waren bei dieser<lb/>
Diskussion ebenfalls anwesend. Der grosse Wortführer der Studenten<lb/>
war der Sohn von <rs type="person" ref="#per__97841">Teddy Prager</rs>, den ich bereits als Volontär in<lb/>
der Arbeiterkammer kennengelernt hatte. Im Laufe der sehr intensiven<lb/>
und fast zwei Stunden dauernden Diskussion wurde von seiten der<lb/>
Studenten aber auch der Professoren immer wieder die Frage gestellt,<lb/>
wie man zweckmässigerweise eine österreichische Filmförderung auf<lb break="no"/>bauen sollte und könnte. Die Studenten aber auch natürlich die<lb/>
Professoren hatten in der Filmförderung der anderen Staaten gelesen<lb/>
und stehen auf dem Standpunkt, wir müssen in Österreich ebenfalls<lb/>
ein solches Konzept entwickeln. <rs type="person" ref="#per__136384">Prager</rs> selbst war allerdings<lb/>
wirklich schlau und einsichtig genug, gleich am Anfang darauf hinzuwei<lb break="no"/>sen, dass man dieses Gesetz ausschliesslich nach einem wirtschaft<lb break="no"/>lichen Konzept ausrichten müsste. Ich stimmte deshalb sofort mit ihm<lb/>
überein, dass ein solches Konzept derzeit nicht existiert, dass<lb/>
die Besprechungen, die ich bis jetzt mit der Filmindustrie aber<lb/>
auch mit den Kinobesitzern gehabt habe, ja ein solches Konzept<lb/>
noch nicht bekannt ist und auch noch nicht in meinem Ministerium<lb/>
erarbeitet wurde. Da nun in der Regierungserklärung von der Film<lb break="no"/>förderung ausdrücklich geredet wird, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat das ja seinerzeit<lb/>
aufgenommen, ohne natürlich auch konkrete Vorstellungen zu haben,<lb/>
so verlangen jetzt die Studenten aber auch die Professoren, dass<lb/>
dieser Punkt der Regierungserklärung in Angriff genommen wird.<lb/>
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die Filmindustrie als auch die Kinobesitzer aber vor allem auch der<lb/>
Rundfunk, d.h. das Fernsehen herangezogen werden soll. Natürlich wird<lb/>
noch immer dann ein Grossteil der Subvention vom Staat aufgebracht<lb/>
werden müssen. <rs type="person" ref="#per__136383">Haeussermann</rs> meinte dann im Laufe der Diskussion, ob<lb/>
ich eine Möglichkeit sehe, dass die Studenten mit den Professoren<lb/>
zusammen – wobei es natürlich auch differenzierte Auffassungen<lb/>
in dem einen oder anderen Punkt geben kann – an einem solchen Konzept<lb/>
mitarbeiten dürften. Ich konterte sofort, indem ich feststellte, nicht<lb/>
nur dürften sondern ich erwarte und wünsche eine solche Mitarbeit.<lb/>
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van Sickle in grossen Schwierigkeiten wegen einer Erbschaftsauseinander<lb break="no"/>setzung geraten würde. Er machte mir auch gleich den konkreten Vorschlag,<lb/>
dass ich mich, nachdem die Besitzerin von van Sickle, Frau <rs type="person" ref="#per__136392">Krasa</rs>, die<lb/>
Freundin und Erbin dieses Unternehmens, welche jetzt die Raffinerie und<lb/>
Bohrungen an die Witwe herausgeben sollte, immer wieder erklärt, dass<lb/>
ich mich um den Betrieb verdient gemacht habe, aufzufordern, gegebenenfalls<lb/>
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Vorschlag hin entwarf er gleich einen sehr vernünftigen Brief. Man<lb/>
sieht, dass dieser Mann sehr aktiv ist und auch wirklich Probleme richtig<lb/>
anpackt.<lb/>
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               <occupation>Wiener Berghauptmann</occupation>
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               <persName type="label">Dalma, Alfons</persName>
               <persName><surname>Dalma</surname><forename>Alfons</forename></persName>
               <occupation>ORF</occupation>
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               <persName type="label">Millendorfer, Franz</persName>
               <persName><surname>Millendorfer</surname><forename>Franz</forename></persName>
               <occupation>ÖGB</occupation>
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               <persName type="label">Kirchschläger, Rudolf</persName>
               <persName><surname>Kirchschläger</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
               <occupation>Außenminister, Bundespräsident</occupation>
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               <persName type="label">Haeusserman, Ernst</persName>
               <persName><surname>Haeusserman</surname><forename>Ernst</forename></persName>
               <occupation>Prof. Hochschule für Musik und darstellende Kunst,
                  Theaterdirektor</occupation>
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               <persName type="label">Prager, Theodor (Teddy)</persName>
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               <persName type="label">Prager, A</persName>
               <persName><surname>Prager</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>[Vorname?; Sohn von Theodor Prager; 1971 bei einer Diskussion über
                  Filmförderung; JS als Volontär in der AK bereits bekannt]</occupation>
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               <persName type="label">Veselsky, Ernst Eugen</persName>
               <persName><surname>Veselsky</surname><forename>Ernst Eugen</forename></persName>
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               <persName type="label">Loebenstein, Edwin</persName>
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               <persName type="label">Benya, Anton</persName>
               <persName><surname>Benya</surname><forename>Anton</forename></persName>
               <occupation>ÖGB-Präs., NR-Präs.</occupation>
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               <persName type="label">Gromyko, Andrei A.</persName>
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               <occupation>sowj. Außenminister</occupation>
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               <occupation>Finanzminister</occupation>
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               <persName type="label">Freihsler, Johann</persName>
               <persName><surname>Freihsler</surname><forename>Johann</forename></persName>
               <occupation>Verteidigungsminister</occupation>
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