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            <title type="main">Dienstag, der 19. Jänner 1971</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band04_1971-01-19</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band04_1971-01-19_01">Dienstag, 19. Jänner 1971<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band04_1971-01-19_02">Präsident <rs type="person" ref="#per__116023">Poppovic</rs>, der Vorsitzende der Papierindustrie, hatte<lb/>
drei Anliegen. Erstens teilte er mir mit, dass er im Umweltschutz<lb/>
jetzt in der Industriellenvereinigung als österr. Komiteevorsitzender<lb/>
tätig werden wird. Er hat wie er sich ausdrückt in Oberösterreich<lb/>
seinerzeit ein Komitee ins Leben gerufen, das sich insbesondere mit<lb/>
der Verschmutzung des Wassers beschäftigt hat. Er hat damals im<lb/>
engsten Einvernehmen mit der Lenzinger Fabrik aber auch mit den Enns-<lb/>
Kraftwerken und der Gemeinde Wien eine Studienkommission geführt, die<lb/>
der oö. Landesregierung entsprechende Vorschläge unterbreitet hat.<lb/>
Nun hätte <rs type="person" ref="#per__97733">Mayer-Gunthof</rs> ihn ersucht, er möge in Österreich für die<lb/>
Industriellenvereinigung ein Komitee aktivieren, das sich mit allen<lb/>
Landeshauptleuten ins Einvernehmen setzten wird. Er meint, es müssten<lb/>
die Länder eine Bestandsaufnahme ihrer Probleme jetzt machen und dann<lb/>
im Raumordnungsgesetz und im Raumordnungskonzept entsprechend mitwirken<lb/>
zu können. <rs type="person" ref="#per__97733">Mayer-Gunthof</rs> hätte von diesem Schritt <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> verständigt<lb/>
und er hätte sehr positiv auf diese Vorschläge der Industriellenver<lb break="no"/>einigung reagiert. Zweitens hat <rs type="person" ref="#per__116023">Poppovic</rs> als Vertreter der Papier<lb break="no"/>industrie sich mit dem Problem Landeck grosse Zellstoff-Fabrik-Er<lb break="no"/>richtung in Österreich eingehend beschäftigt, er glaubt nicht, dass<lb/>
<rs type="person" ref="#per__134507">Landegger</rs> nur die Absicht hat, eine Zellstoffabrik mit 165.000 jto<lb/>
zu errichten, sondern auch auf 200.000 jto zu gehen und er veranschlagt<lb/>
dafür einen Investitionsaufwand von 1,5 Milliarden Schilling. <rs type="person" ref="#per__134507">Landegger</rs><lb/>
hat bereit mehrere Fabriken in Kanada und in Asien gebaut, er ist auch<lb/>
teilweise Mitbesitzer von solchen Fabriken, insbesondere hat er in<lb/>
Amerika die grösste Papierfabrik erworben, hat aber bis jetzt alle<lb/>
diese Neuerrichtungen auf Kosten von Entwicklungshilfegeldern oder<lb/>
von Unterstützungen der entsprechenden Regierungen zustande gebracht.<lb/>
In Österreich müsste er sich jetzt eine eigene Finanzierung erst suchen<lb/>
und <rs type="person" ref="#per__116023">Poppovic</rs> glaubt, dass es unmöglich ist, die notwendigen Gelder<lb/>
dafür aufzubringen. Seinerzeit hat <rs type="person" ref="#per__134507">Landegger</rs> die Papierfabrik Wels er<lb break="no"/>worben und im Zuge der Restitution 1945 wieder bekommen. Da er keine<lb/>
Zellstoffabrik besessen hat, hat er sich St. Michael um 12 Mill. S in<lb/>
den Fünfzigerjahren gekauft und <rs type="person" ref="#per__116023">Poppovic</rs> meinte, sie eigentlich nie<lb/>
richtig bezahlt. Seiner Meinung nach werde er, <rs type="person" ref="#per__134507">Landegger</rs>, versuchen<lb/>
in Österreich sein Projekt zu verwirklichen. Dass er ein bekannter<lb/>
<pb n="04-0058" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band04/04_1971-01-19_0058.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Fachmann ist, bestreitet auch <rs type="person" ref="#per__116023">Poppovic</rs> – der sagt, er ist ein Du-Freund<lb/>
von ihm – nicht allerdings, dass er in Aschzell seinerzeit in der BRD<lb/>
einen Misserfolg in jeder Beziehung gehabt hat. Betreffend der Integra<lb break="no"/>tionsfrage, bekanntlich will ja die EG im Interimsabkommen die Papier<lb break="no"/>industrie ausnehmen, steht <rs type="person" ref="#per__116023">Poppovic</rs> auf dem Standpunkt, dass es ziel<lb break="no"/>führender ist, noch nicht jetzt alle Forderungen der EWG bezüglich<lb/>
des ÖPA-Vertrages, die EWG steht auf dem Standpunkt, dass es sich hier<lb/>
um ein Exportkartell handelt, zu erfüllen, da dann die EWG-Staaten,<lb/>
resp. die Kommission nur neuerlich handelspolitische andere Forderungen<lb/>
stellen wird. <rs type="person" ref="#per__116023">Poppovic</rs> ist sich vollkommen klar darüber, dass in Wirk<lb break="no"/>lichkeit die EWG-Kommission und der Ministerrat die schwedische oder<lb/>
die nordische Papierindustrie meint, und auf die österreichische Papier<lb break="no"/>industrie losgeht. Als drittes hat er mir mitgeteilt, dass er als Auf<lb break="no"/>sichtsratsmitglied WTK mit Kohlendirektor <rs type="person" ref="#per__134311">Zeininger</rs> gesprochen hat.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__134311">Zeininger</rs> hätte ihm mitgeteilt, dass er jetzt die Verhandlungen bezüg<lb break="no"/>lich einer Einhand-Gesellschaft vorantreiben will. Er hätte sich auch<lb/>
sehr positiv zu meiner Einstellung zur WTK bekanntlicherweise haben<lb/>
wir ihnen ja 1,2 Mill. S mehr gegeben als ihm das Finanzministerium<lb/>
zuerst zugestehen wollte, sehr positiv geäussert hat. <rs type="person" ref="#per__134311">Zeininger</rs> hat<lb/>
nun aber mit dem Betriebsratsobmann Oberreiter, einem Landtagsabgeord<lb break="no"/>neten, der neuerlich Forderungen für eine Lohnerhöhung gestellt hat,<lb/>
schwere Auseinandersetzungen. Der BRO und auch das Aufsichtsratsmit<lb break="no"/>glied LH-Stv. <rs type="person" ref="#per__134509">Demuth</rs> stehen auf dem Standpunkt, dass solange die Bergbau<lb break="no"/>förderung ausschliesslich defizitären Betrieben eine grössere Unter<lb break="no"/>stützung gewährt als gutgeführten Betrieben, denn auch die WTK entspre<lb break="no"/>chende Lohnerhöhungen geben soll, damit eben gegebenenfalls sie in ein<lb/>
Defizit kommen wird. Ich habe von <rs type="person" ref="#per__134311">Zeininger</rs> über <rs type="person" ref="#per__116023">Poppovic</rs> verlangt, er<lb/>
sollte eine Expertise über aktive Gebarung der WTK auf lange Sicht sicher<lb break="no"/>stellen, es haben sich deutsche Fachleute mit dem Problem beschäftigt<lb/>
und sehr positive Ergebnisse gebracht, und dem Ministerium unverzüglich<lb/>
zur Verfügung stellen und auch die Auswirkungen Lohnerhöhung für die<lb/>
WTK bedeuten würde dem Ministerium unverzüglich mitzuteilen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band04_1971-01-19_03">Im Ministerrat hat sich Vizekanzler <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> bei Personalangelegenheiten<lb/>
zu Wort gemeldet. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat angenommen, dass es sich hier um eine<lb/>
Sachfrage handelt und ihm natürlich ohne es zu ahnen, das Wort gegeben.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> hat nun in einer sehr kurzen aber herzlichen Ansprache <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
zu seinem kommenden 60. Geburtstag namens der Bundesregierung gratuliert<lb/>
und ihm von uns eine Spende von 10.000 S für die Körner-Stiftung überreicht<lb/>
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Schmäh arbeitet wie auch ich, er hat natürlich sofort sich darauf be<lb break="no"/>zogen, dass er mit <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> eine Jahrzehnte lange Bekanntschaft und<lb/>
Kampfgemeinschaft verbindet, er hat ja bekanntlicherweise als Ver<lb break="no"/>treter der sozialistischen Mittelschüler mit <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> als Vertreter<lb/>
der soz. Ingenieure vor 45 Jahren bereits das erste Mal zu tun ge<lb break="no"/>habt. Mit zum grossen Erfolg seiner Regierungs<lb break="no"/>politik gehört es zweifelsohne, dass er jeden in irgendeiner Weise<lb/>
immer wieder herausstreicht und Gemeinsamkeiten unterstreicht und<lb/>
soferne es Ansätze von gegensätzlichen Auffassungen gibt, diese<lb/>
zeitgerecht in der Öffentlichkeit <choice><choice><sic>übertücht</sic><corr>übertünchen</corr></choice></choice> und überdecken kann.<lb/>
Ich glaube, dass dies mit ein Grund seines grossen Erfolges ist,<lb/>
neben dem zweiten wichtigen Punkt, dass er jederzeit erfasst, wo<lb/>
in Wirklichkeit ein politisch interessantes Problem ist und dass<lb/>
er dieses Problem dann entsprechend aufgreift, hochspielt und<lb/>
letzten Endes doch auch löst, oder zumindestens einen Lösungsansatz<lb/>
in Aussicht stellt, die ihm die Bevölkerung und vor allem die<lb/>
öffentlichen Massenmedien ihm dann auch tatsächlich abnehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band04_1971-01-19_04">In der Sektionsleiterbesprechung berichtete ich über die Kompetenz<lb break="no"/>aufteilungsverhandlungen, Detaillösungen sagte ich noch nicht, da<lb/>
ich auf dem Standpunkt stehe, das würde vielleicht dann über andere<lb/>
Ministerien noch grössere Unruhe auslösen. Im Prinzip aber hatte<lb/>
ich ja bereits meine Herren vor Monaten schon informiert über die<lb/>
Absichten, die die Bundesregierung hat. Die Abgrenzungsprobleme mit<lb/>
dem Landwirtschaftsressorts wollte ich eigentlich auf Ministerebene<lb/>
resp. auf der Sekretärsebene zwischen <rs type="person" ref="#per__97819">Plesch</rs> und <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> abstimmen<lb/>
lassen, doch <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> hat vorgeschlagen, es sollen die ministerverant<lb break="no"/>wortlichen Beamten, also bei ihm <rs type="person" ref="#per__97851">Pultar</rs> und bei mir halt <rs type="person" ref="#per__97867">Reiterer</rs><lb/>
ergänzt mit <rs type="person" ref="#per__97524">Hauffe</rs>, diese Vorbesprechung führen. Ich glaube, dass<lb/>
wir die Rohprodukte der Landwirtschaft, auch wenn es sich um Obst<lb/>
und Gemüse handelt, letzten Endes doch bei <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> lassen müssten,<lb/>
auch dann wenn <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> von der AK natürlich der Meinung ist, es<lb/>
sollte womöglich alles ins Handelsressort herüberkommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band04_1971-01-19_05">Dem Vorsitzender der Schiedskommission der internationalen<lb/>
Handelskammer, Generalsekretär <rs type="person" ref="#per__134510">Eisemann</rs> konnte ich ein Ehren<lb break="no"/>zeichen überreichen. Er befand sich zufällig von Paris in Österreich<lb/>
und ich musste ihm deshalb diese Einzelüberreichung übergeben.<lb/>
Zu meiner grössten Verwunderung kam gleich ein ganzer Schwanz<lb/>
von höchsten Kammerfunktionären mit, u.a. Präsident <rs type="person" ref="#per__97925">Schoeller</rs>,<lb/>
dann Generalsekretärstellv. <rs type="person" ref="#per__126971">Wakolbinger</rs>, Dr. <rs type="person" ref="#per__113031">Melis</rs> und zwei<lb/>
Herren, die ich nicht im einzelnen kannte. Der eine dürfte ein<lb/>
Professor gewesen sein, wo die Bücher von <rs type="person" ref="#per__134510">Eisemann</rs> erschienen und<lb/>
ein Min.Rat scheinbar von einem anderen Ressort. Ich nützte die<lb/>
Gelegenheit, um die Bedeutung der internationalen Handelskammer<lb/>
und insbesondere des Ausgezeichneten herauszustreichen. Als z.B.<lb/>
die Frage auftauchte, dass doch die Franzosen sehr grösszügig<lb/>
seien und dass sie einem Elsässer in so bedeutende Funktionen auf<lb break="no"/>rücken liessen, konnte ich sofort kontern, weil Eisemann auch in<lb/>
der Résistance tätig war und sich daher auch mit ihm auch ideell<lb/>
auch mehr verbindet als bloss der derzeitige zuständige Minister,<lb/>
der einen Minister auszeichnet. Ich glaube, dass solche Details<lb/>
immer von grossem Vorteil sind und vor allem aber österreichischen<lb/>
Beamten und Funktionären zeigen soll, dass es auch Kämpfer auf<lb/>
der anderen Seite gegeben hat, die sieh um Österreich sehr ver<lb break="no"/>dient gemacht haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band04_1971-01-19_06">Dr. <rs type="person" ref="#per__134511">Riedl</rs>, der Vorstand des Markenverbandes und der Geschäftsführer<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__134512">Zikeli</rs> wollten nur kommen, um mir ihre Mitarbeit im Konsumenten<lb break="no"/>forum anzutragen. Da <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> dieses Problem bearbeitet, konnte ich<lb/>
nachdem ich mein grosses Interesse für den Markenverband ausge<lb break="no"/>drückt hatte, die Verhandlungen <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> überlassen. Sicher ist,<lb/>
dass der Markenverband viel dazu beiträgt, dass Waren der gleichen<lb/>
Güte und in gleicher Verpackung früher einmal auch des gleichen<lb/>
Preises tätig ist. Jetzt hat er die Preisproblematik abgelegt<lb/>
und wird, wie <rs type="person" ref="#per__134511">Riedl</rs>, meint damit Ministerien und unseren Intentionen<lb/>
nur noch sympathischer.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band04_1971-01-19_07">Im ÖGB berichtete <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> über die politische Lage und er kam ins<lb break="no"/>besondere auch auf die Ergebnisse der Meinungsumfrage vom Fessel-<lb/>
Institut zu sprechen. Bekanntlich hat der Trend noch eine weitere<lb/>
Zunahme der SPÖ-Stimmen gezeigt, die ÖVP verliert ununterbrochen.<lb/>
Er meint und diese Meinung teile ich auch, dass dies bei unseren<lb/>
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zu leicht nehmen. Sie wird zwar jetzt immer wieder sofort in Zwi<lb break="no"/>schenrufen auf die englischen Erfahrungen hingewiesen, obwohl die<lb/>
meiner Meinung nach nicht zutreffen. In England hat man klar und<lb/>
deutlich gesehen, dass die Labour-Regierung nicht imstande war,<lb/>
die Probleme, die die Bevölkerung wirklich interessieren, auch nur<lb/>
positiv abzupacken, von lösen war sowieso keine Rede. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> be<lb break="no"/>richtete auch über die Heeresreform und meinte, dass wir immer mit<lb/>
den Ziffern argumentieren, die in Wirklichkeit ganz unbedeutend seien.<lb/>
Z.B. sie im Brucker Gebiet, welches für die Ostverteidigung von<lb/>
besonderer Bedeutung ist, 6000 Soldaten einsatzbereit und bei 6-Mona<lb break="no"/>te-Wehrdienst sagen seine Fachleute und Generäle würde es nur ca.<lb/>
4.700 sein, in Wirklichkeit sind 6.000 ungenügend und 4.700 natür<lb break="no"/>lich genauso. Eine Bemerkung von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> habe ich das erste Mal erst<lb/>
gehört, dass nämlich die FPÖ, ohne dass eine schriftliche Vereinba<lb break="no"/>rung existiert, doch bereit wäre, wenn die ÖVP auf Neuwahlen drängt<lb/>
und wenn die politische Konstellation solche erforderlich macht, die<lb/>
Freiheitlichen mitstimmen würden, dass der Nationalrat sich auflösen<lb/>
sollte. Es wird also dann nicht mehr der Bundespräsident die Aufgabe<lb/>
haben, den Nationalrat aufzulösen, sondern es würde nach <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> Auf<lb break="no"/>fassung eine Mehrheit im Nationalrat dafür zustandekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band04_1971-01-19_08">Bei der Eröffnung des Seminars für sozialbauliche Einrichtungen in<lb/>
der Industrie 80, die vom Institut für Industrieplanung durchgeführt<lb/>
wird, hat Chefredakteur Dr. <rs type="person" ref="#per__134820">Peters</rs> <add>[evtl. Falschidentifikation, Anm.]</add> einen Einleitungsvortrag: Experten<lb/>
und die anderen, gehalten. Der Vortrag war sehr interessant, ich<lb/>
würde <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> empfehlen zu versuchen, die Originalfassung zu bekommen,<lb/>
da er sich als Ergänzung sehr gut zur Institutsarbeit über die Expertise<lb/>
als Entscheidungshilfe anbietet. Der Präsident Dr. <rs type="person" ref="#per__121801">Langhans</rs> und der<lb/>
Geschäftsführer haben mir zwar versichert, dass es eine diesbezügliche<lb/>
Zusammenfassung des Referates geben wird. Ich glaube, dass es ziel<lb break="no"/>führender wäre, den Wortlaut für uns zu bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band04_1971-01-19_09">Mit einer Vorbesprechung über den zukünftigen Aufbau unseres<lb/>
Bezirkes – wir müssen wieder eine Bezirkskonferenz ehebaldigst ab<lb break="no"/>halten – wird von einigen Funktionären beabsichtigt, <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> in den<lb/>
Bezirksvorstand ja vielleicht sogar in das Präsidium zu entsenden.<lb/>
Ich selbst bin mit dem Vorschlag sehr einverstanden, da ich auf dem<lb/>
Standpunkt stehe, meine Leute sollen sich soweit wie möglich auch in<lb/>
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darüber, dass er damit früher oder später unserer Tätigkeit verloren<lb/>
gehen wird. Trotzdem glaube ich, kann man nur eine zielführende Personal<lb break="no"/>politik betreiben, wenn man jedem die grösstmöglichen Chancen einräumt<lb/>
und dadurch gute Mitarbeiter zu bringen.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>Chefredakteur [nicht erwähnt, wovon; hält 1971 Eröffungsvortrag eines
                  Seminars sozialbauliche Einrichtungen in der Industrie 80]</occupation>
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               <occupation>Dir. WTK, Wolfsegg-Traunthaler Kohlenwerks AG</occupation>
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               <persName type="label">Pleschiutschnig, Gerhard</persName>
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               <occupation>Kabinett Staribacher</occupation>
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               <persName type="label">Mayer-Gunthof, Franz Josef</persName>
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               <persName type="label">Landegger, Karl F.</persName>
               <persName><surname>Landegger</surname><forename>Karl F.</forename></persName>
               <occupation>Papierindustrieller</occupation>
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               <persName type="label">Koppe, Fritz</persName>
               <persName><surname>Koppe</surname><forename>Fritz</forename></persName>
               <occupation>Sekr. JS, ab 1973 GF VKI</occupation>
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               <persName type="label">Langhans, Franz</persName>
               <persName><surname>Langhans</surname><forename>Franz</forename></persName>
               <occupation>ehem. GD Siemens Österreich</occupation>
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               <persName type="label">Eisemann, Frédéric</persName>
               <persName><surname>Eisemann</surname><forename>Frédéric</forename></persName>
               <occupation>Gs. Schiedsgerichtshof Internat. Handelskammer</occupation>
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               <persName type="label">Häuser, Rudolf</persName>
               <persName><surname>Häuser</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
               <occupation>Vizekanzler, Sozialminister</occupation>
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               <persName type="label">Wanke, Otto</persName>
               <persName><surname>Wanke</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>SChef HM</occupation>
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               <persName type="label">Wakolbinger, Alfred</persName>
               <persName><surname>Wakolbinger</surname><forename>Alfred</forename></persName>
               <occupation>GS-Stv. HK</occupation>
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               <persName type="label">Demuth, Stefan</persName>
               <persName><surname>Demuth</surname><forename>Stefan</forename></persName>
               <occupation>Landesrat, LH-Stv. OÖ, SPÖ</occupation>
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               <persName type="label">Melis, Werner</persName>
               <persName><surname>Melis</surname><forename>Werner</forename></persName>
               <occupation>HK</occupation>
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               <persName type="label">Poppovic, Hans</persName>
               <persName><surname>Poppovic</surname><forename>Hans</forename></persName>
               <occupation>GD Bunzl &amp; Biach, Präs. Zentralorganisation der österr.
                  Papierindustrie</occupation>
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               <persName type="label">Reiterer, Rudolf</persName>
               <persName><surname>Reiterer</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
               <occupation>Sektionschef HM, Diplomat, Verteter bei der EG</occupation>
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               <persName type="label">Pultar, Erich</persName>
               <persName><surname>Pultar</surname><forename>Erich</forename></persName>
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               <persName type="label">Schoeller, Philipp</persName>
               <persName><surname>Schoeller</surname><forename>Philipp</forename></persName>
               <occupation>Obmann Sekt. Ind. BHK</occupation>
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               <persName type="label">Weihs, Oskar</persName>
               <persName><surname>Weihs</surname><forename>Oskar</forename></persName>
               <occupation>Landwirtschaftsminister bis 1976</occupation>
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               <persName type="label">Zöllner, Otto</persName>
               <persName><surname>Zöllner</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>AK</occupation>
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               <persName type="label">Riedl, Hans</persName>
               <persName><surname>Riedl</surname><forename>Hans</forename></persName>
               <occupation>Vors. Österreichischer Verband der Markenartikelindustrie [ev. ident mit
                  einem schon erfassten Riedl?; vmtl. AR-Vors. Fa. Manner]</occupation>
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               <persName type="label">Zikeli, Hans</persName>
               <persName><surname>Zikeli</surname><forename>Hans</forename></persName>
               <occupation>Gf. Österreichischer Verband der Markenartikelindustrie</occupation>
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               <persName type="label">Heindl, Kurt</persName>
               <persName><surname>Heindl</surname><forename>Kurt</forename></persName>
               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
                  SPÖ-Landstraße</occupation>
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               <persName type="label">Hauffe, Herbert</persName>
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               <occupation>MR HM</occupation>
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               <persName type="label">Kreisky, Bruno</persName>
               <persName><surname>Kreisky</surname><forename>Bruno</forename></persName>
               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
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