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            <title type="main">Montag, der 11. Jänner 1971</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band04_1971-01-11</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band04_1971-01-11_01">Montag, 11. Jänner 1971<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band04_1971-01-11_02">Präsident Dr. <rs type="person" ref="#per__113373">Weinberger</rs>, Obmann des Giessereifachverbandes, kam<lb/>
mit dem pensionierten Geschäftsführer Dkfm. <rs type="person" ref="#per__134306">Langthaler</rs>, aber vor<lb/>
allem auch mit seinem neuen Geschäftsführer Dr. <rs type="person" ref="#per__134307">Kriegler</rs>, um die An<lb break="no"/>gelegenheit der Koksversorgung zu besprechen. Die VÖEST hat in den<lb/>
vergangenen Jahren den Giessereiverband mit Koks wesentlich günstiger<lb/>
versorgt, als der Giessereiverband selbst es erwartet hat. Für das<lb/>
Jahr 1971 wünscht nun der Giessereiverband, dass die VÖEST ihm 37.000 t<lb/>
liefert. Unter diesen Bedingungen wäre er bereit, die Erhöhung des<lb/>
Kokspreises zu akzeptieren, da er im Ausland nur teuer und qualitäts<lb break="no"/>mässig schlechter einkaufen könnte. Der Antrag der VÖEST lautet auf<lb/>
1.392.- S von derzeit 1.044.- S je t. Die VÖEST würde um 341.- S mehr<lb/>
erlösen. Ausserdem wünscht sie dass 2 % Spannen dem Wiederverkäufer ge<lb break="no"/>geben werden sollte, damit würde sich die Spanne auf 27.- S erhöhen.<lb/>
Ausserdem sollte die Streckenhandelsspanne mit 16.- S unverändert<lb/>
bleiben. Da der Importeur, der mit den 2 % Wiederverkäuferspanne<lb/>
zu vergleichen wäre, einen so hohen Prozentsatz nicht hat, er be<lb break="no"/>trägt nur 1,6 %, muss die 2 %-ige Wiederverkäuferspanne von S 27.- auf<lb/>
24.- S pro t reduziert werden. Dafür könnte der Streckenhandel von<lb/>
16.- S auf 21.- S erhöht. Dieser Regelung hat auch die Arbeiterkammer<lb/>
und der ÖGB zugestimmt. Der Verbraucherpreis für die Giesserei würde<lb/>
sich danach von 1.044.- nicht auf 1.392.- sondern auf 1.394.- stellen.<lb/>
Der Giessereiverband hat Angst gehabt, ob er eine Verpflichtung von<lb/>
der VÖEST kriegen wird, dass sie tatsächlich 37.000 t Koks liefern wird.<lb/>
Ich habe sofort anschliessend mit <rs type="person" ref="#per__97729">Matthes</rs> von der VÖEST gesprochen und<lb/>
er wird mir einen diesbezüglichen Verpflichtungsbrief schicken. Damit<lb/>
kann am Freitag für die Giesserei ein doch beträchtlicher Anteil der<lb/>
Koksproduktion von der VÖEST im Preis erhöht werden. Betreffend der<lb/>
Hausbrandsorte konnte ich ihm leider nur mitteilen, dass eine Erhö<lb break="no"/>hung vor dem 1.4. nicht in Frage kommt, eine Möglichkeit gibt es<lb/>
nur, wenn er mit <rs type="person" ref="#per__134309">Löw</rs> von der Gaskoks eine Vereinbarung trifft, dass<lb/>
er ihm einen Teil seiner Spanne überlässt. Derzeit muss nämlich die<lb/>
VÖEST Kohlen wie sie voriges Jahr 718.- je t derzeit mit 931.- S/to<lb/>
bezahlen. Wenn man bedenkt, dass nun für die Tonne Koks 1,3 t Kohle<lb/>
braucht, so ist das eine wesentliche Verteuerung, die die VÖEST durch<lb/>
die Kohlenpreiserhöhung akzeptieren muss. Ich erklärte <rs type="person" ref="#per__97729">Matthes</rs> aller<lb break="no"/>dings, dass es ganz unmöglich ist, dass er die 210.- rund, die er mehr<lb/>
für den Kohleneinstandspreis zahlen muss, mit dem Umrechnungsfaktor<lb/>
wären es ja fast 280.- S, auch tatsächlich bekommen wird. Ich könnte<lb/>
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von der Gaskoks überlassen werden. Da <rs type="person" ref="#per__97729">Matthes</rs> bzw. die VÖEST mit der<lb/>
Gaskoks aber einen ein Ausschliesslichkeitsvertrag hat, d.h.<lb/>
nur die Gaskoks darf das Inland Beliefern, sehe ich für einen Ver<lb break="no"/>trag nicht sehr rosig. Ich habe ihm allerdings zugesagt, wenn er<lb/>
nicht weiterkommen sollte, soll er sich mit <rs type="person" ref="#per__134309">Löw</rs>, dem Gaskoks-Vertreter<lb/>
und sich selbst mit seinen Herren an mich wenden. Eine Erhöhung des<lb/>
Verbraucherpreises musste ich bis zum 1. April auf alle Fälle ablehnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band04_1971-01-11_03">Gew.Bund-Präsident <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs>, den ich über die gestrige Sitzung des wirt<lb break="no"/>schaftlichen Ministerkomitees berichten wollte, bestand unbedingt da<lb break="no"/>rauf, unbedingt in mein Büro zu kommen. Nachdem in der Früh gleich<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs>, das ist sein Stellvertreter bei den Metallarbeitern, eben<lb break="no"/>falls angerufen hat und mich gefragt hat, was denn bezüglich der<lb/>
Kohlenreorganisation beabsichtigt sei, glaube ich, dass ich insbesondere<lb/>
dieses Problem mit <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> genau besprechen musste. Die Konzentrations<lb break="no"/>theorie wurde von <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> sofort akzeptiert, weil er auch auf dem Stand<lb break="no"/>punkt steht, es müsste doch bei der Kohle irgendeine neue Idee durch<lb break="no"/>dringen. Im Anschluss an die Besprechung mit dem Bauernbund kam ich<lb/>
im Vorzimmer des BKA mit den Herren der ÖIAG, das ist – <rs type="person" ref="#per__126587">Kölliker</rs>,<lb/>
Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__97468">Gatscha</rs> und Min.Rat <rs type="person" ref="#per__134310">Milos Franc</rs>, zu sprechen und musste<lb/>
feststellen, dass insbesondere die letzten beiden sehr sich gegen eine<lb/>
Konzentration des Bergbaues ausgesprochen haben. Nach ihrer Auffassung<lb/>
dient die Idee von <rs type="person" ref="#per__134311">Zeininger</rs>, dem Geschäftsführer d. WTK, d.h. der<lb/>
Kohlengruben des oberösterreichischen Raumes, der eine Konzentration<lb/>
befürwortet, nur dazu, damit er gegebenenfalls von dieser neuen<lb/>
Gesellschaft der Geschäftsführer wird, obwohl die WTK in kürzester<lb/>
Zeit ausgekohlt sein wird und die ÖVP sich damit einen entsprechenden<lb/>
Einfluss sichern möchte. Angeblich wird deshalb dieser Idee auch<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97664">Krainer</rs> zustimmen, aber die sozialistischen Funktionäre der Steiermark<lb/>
lehnen dies deshalb ganz entschieden ab. Auch <rs type="person" ref="#per__97498">Ossi Grünwald</rs>, mit dem<lb/>
ich beim Mittagessen über dieses Problem gesprochen habe, ist der<lb/>
Meinung, dass eine Reorganisation auf diesem Sektor bei der Kohle<lb/>
nicht das Ziel erreichen wird, dass wir wirklich in kürzester Zeit<lb/>
von einer Subventionierung der unrentablen Betriebe wegkommen könne.<lb/>
Ich werde der OB die Aufgabe übertragen, ein Exposé in dieser Frage<lb/>
von ihrem Gesichtspunkt aus auszuarbeiten. Sekt.Rat <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs>, der Leiter<lb/>
unseres Überprüfungskomitees betreffend die Bergbauförderung, hat ja<lb/>
bereits im vergangenen Jahr einigemale Andeutungen gemacht,<lb/>
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doch irgendwann einmal schliessen müssten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band04_1971-01-11_04">Eine ÖVP-Delegation sprach bei Bundeskanzler <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> vor. Es waren<lb/>
überwiegend ca. 2 Dutzend Bauernvertreter aus ganz Österreich,<lb/>
vom Wirtschaftsbund war <rs type="person" ref="#per__97749">Mitterer</rs>, <rs type="person" ref="#per__134312">Walzer</rs> und <rs type="person" ref="#per__134313">Eckert</rs> dabei und der<lb/>
ÖAAB hat überhaupt nur einen einzigen Vertreter Ing. <rs type="person" ref="#per__134314">Karl Schmitzer</rs><lb/>
gesandt. Ausser <rs type="person" ref="#per__97749">Mitterer</rs>, der nur über die Dispositionsschachtel<lb/>
des Budgets, welches <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> den Bauern zur Verfügung gestellt<lb/>
hätte in der Höhe von 600 Mill. S, nur zu den Lohn- und Preis<lb break="no"/>steigerungen Stellung nahm, gipfelte sein Diskussionsbeitrag in<lb/>
der Forderung, es müssten halt in einem Budgetüberschreitungsgesetz<lb/>
weitere Mittel für die Bauern bereit gestellt werden. Sonst haben<lb/>
nur Bauernvertreter gesprochen. Sie hatten zwei konkrete Forderungen:<lb/>
erstens dass die Dieseltreibstofferhöhung ihnen vollkommen abge<lb break="no"/>golten wird, sie wünschen deshalb, dass der Initiativantrag, der<lb/>
in den nächsten Tagen im Finanz- und Budgetausschuss von der ÖVP<lb/>
eingebracht wird, jetzt einvernehmlich zurückgestellt wird, damit<lb/>
überprüft kann werden, wie man den Bauern helfen kann und zweitens<lb/>
die Milchpreiserhöhung. Über den Initiativantrag nämlich über Ein<lb break="no"/>färben von Dieselöl für die spezifischen landwirtschaftlichen Wünsche<lb/>
gab es einen technischen Streit, da sie ein Gutachten verlegten,<lb/>
wonach eine Verbrennung des Heiz-, Dieselöls<add>[unklar, ob eine Ergänzung oder Korrektur, Anm.]</add> im Motor keinen Schaden<lb/>
hinterlässt. Da die Mineralölwirtschaft gerade des Gegenteil be<lb break="no"/>hauptet, konnten wir uns in diesem Punkt überhaupt nicht einigen.<lb/>
Abgesehen aber von dieser technischen Frage würde der Initiativ<lb break="no"/>antrag eine wesentliche Erhöhung der verbilligten Abgabe von<lb/>
Dieselöl nicht nur für Heizzwecke sondern auch für Stationär<lb break="no"/>motoren und alle, die nicht auch der Strasse fahren, bedeuten<lb/>
und kann deshalb von uns und der FPÖ wie dies im Budgetabkommen fest<lb break="no"/>gelegt ist, nicht akzeptiert werden. Es wird deshalb wahrscheinlich<lb/>
keine Zurückstellung erfolgen sondern es wird sicherlich im Finanz<lb break="no"/>ausschuss abgelehnt werden. Betreffend die Milchpreiserhöhung wollen<lb/>
sie eine Erhöhung des Erzeugerpreises um 15 %. Ein diesbezüglicher<lb/>
Antrag wird von der Interessensvertretung der Bauern, d.h. der<lb/>
Landwirtschaftskammern, in die nächste Preiskommission erfolgen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erklärt abschliessend, dass er einen solchen Antrag dort<lb/>
erwarte und dass aber dann die Interessensvertretungen, die<lb/>
Sozialpartner, über dieses Problem sich sehr eingehend unterhalten<lb/>
werden und müssen. Betreffend die Umstellung von Milch- auf Vieh<lb break="no"/><pb n="04-0027" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band04/04_1971-01-11_0027.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>produktion wird durch diese neue Politik konterkariert werden<lb/>
und es ist jetzt schon auszurechnen, Welche Folgen eine 15 %-ige<lb/>
Erzeugerpreiserhöhung, das würde von 2.30 auf 2.65 S sein, mit<lb/>
sich bringen wird. Präsident <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> von der Landwirtschaftskammer<lb/>
wies dann darauf hin, dass heuer die Getreideproduktion um 14 %<lb/>
geringer als die vorjährige und die Marktleistung sogar um 24 %<lb/>
zurückgegangen ist und deshalb ca. 100.000 t Futtergetreide impor<lb break="no"/>tiert werden muss. Ich konterte sofort, dass dies vom handels<lb break="no"/>politischen Standpunkt äusserst günstig ist, die Russen bieten<lb/>
derzeit 40.000 t Gerste zu einem günstigen Preis an und auch<lb/>
andere Futtergetreidemengen sind besser als der Westen und qualitäts<lb break="no"/>mässig einwandfrei, so dass wir durch die Möglichkeiten jetzt<lb/>
100.000 t Futtergetreide aus Russland zu importieren, unsere Ex<lb break="no"/>porte dahin wesentlich mehr ausgeweitet werden können. Da wir die<lb/>
Multilateralisierung mit der Sowjetunion im Jahre 1971 begonnen<lb/>
haben, erscheint eine solche Möglichkeit von zusätzlichen, nicht<lb/>
vorgesehenen Importen wie ein Glücksfall. Die Bauern profitieren<lb/>
dabei auch noch, denn die Abschöpfungen dienen ja nicht dem Staats<lb break="no"/>säckel, sondern der Bergbauernhilfe. Da die Delegation doch einige<lb/>
Stunden dauerte und drunten die jungen Leute aus ganz Österreich<lb/>
zwar nur mit Transparenten standen, d.h. es waren vielleicht ins<lb break="no"/>gesamt 30 Demonstranten, schlug ich <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> vor, er sollte doch<lb/>
den Demonstranten einen Tee verabreichen. Dies hat er dann auch<lb/>
sofort aufgegriffen und noch durchführen lassen können. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
überliess es dann den Demonstranten, festzulegen, wie sie in<lb/>
Zukunft mit der Regierung weitere Verhandlungen führen wollten.<lb/>
Ob sie dies im Rahmen einer kleinen Deputation in einiger Zeit<lb/>
fortsetzen wollen, oder ob sie im Parlament über diese Frage<lb/>
diskutieren möchten. Eine endgültige Zusage wurde aus der Dis<lb break="no"/>kussion nicht klar. Auf alle Fälle wollte <rs type="person" ref="#per__97743">Minkowitsch</rs> erreichen,<lb/>
dass der Initiativantrag von der ÖVP über die Einfärbung von<lb/>
Dieselöl morgen einvernehmlich von allen Parteien von der Tages<lb break="no"/>ordnung des Finanzausschusses abgesetzt wird, um kein Präjudiz<lb/>
herzustellen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hatte Gott sei Dank diese Zusage nicht ge<lb break="no"/>geben, sondern nur erklärt, er würde dieses Problem am Dienstag in<lb/>
der Regierung berichten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band04_1971-01-11_05">Die ersten Berechnungen, was die Arbeiterkammer-Angehörigen dem<lb/>
Ministerium kosten, ergab, dass wir wesentlich höher liegen als<lb/>
im Budget vorgesehen ist. Mit den 980.000 S Budgetansatzposten<lb/>
werden wir unter gar keinen Umständen durchkommen. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> wird<lb/>
deshalb sich jetzt überlegen müssen, wie wir vorgehen können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band04_1971-01-11_06">Da <rs type="person" ref="#per__97437">Fiedler</rs> bereits dem Bundeskanzler in einer mündlichen Anfrage<lb/>
hart zugesetzt hat und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erklärte, er würde ihm – da er die<lb/>
Details nicht geläufig hat – schriftlich auf seine Zusatzfragen<lb/>
antworten, wurde jetzt eine ziemlich genaue Darstellung und betrags<lb break="no"/>mässig ausgewiesene Darstellung <rs type="person" ref="#per__97437">Fiedler</rs> übermittelt. Es ist für<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> und für mich gar keine Frage, dass die ÖVP ihre Angriffe<lb/>
auf diese Problematik im Handelsministerium lenken wird. Allerdings<lb/>
hat auch in der Budgetdebatte im Finanz- und Budgetausschuss Kapitel<lb/>
Handel der letzte Diskussionsredner fast zwei Dutzend von Einzel<lb break="no"/>positionen des Budgets beantwortet haben wollen, ich habe sie ihm<lb/>
auch damals aus dem Stegreif sofort gegeben und dennoch hat diese<lb/>
Auskunft dann niemand in irgendeiner Weise bis jetzt zumindestens<lb/>
ausgenützt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band04_1971-01-11_07">Der erste Wiener Ausschuss beschäftigte sich mit der Frage der<lb/>
Bundespräsidentenwahl und hat in Wirklichkeit – solange ich an<lb break="no"/>wesend war – nur organisatorische Fragen besprochen. Interessant ist,<lb/>
dass <rs type="person" ref="#per__97963">Slavik</rs> jetzt nicht einmal mehr am Präsidiumstisch teilnimmt,<lb/>
sondern sich wie jedes andere Mitglied in Reih und Glied eingereiht<lb/>
hat. Ich glaube, dass dies von ihm eine sehr geschickte Taktik<lb/>
ist, denn in Wirklichkeit ist er natürlich noch immer der starke<lb/>
Mann auch der SPÖ. Ich hatte ganz kurz Gelegenheit, über die Ein<lb break="no"/>führung von <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> in mein Ministerium zu sprechen und er sagte, er<lb/>
sei sehr froh, dass dieser sehr tüchtige Mann jetzt bei uns ist,<lb/>
denn er könnte ihn natürlich eher entbehren. Nach Mitteilung <rs type="person" ref="#per__97963">Slaviks</rs><lb/>
hat er auch <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> zureden müssen, dass er diesen Job angenommen hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band04_1971-01-11_08">Die Ministerratsvorbesprechung befasste sich insbesondere auch<lb/>
mit der ÖVP-Delegation vom Vormittag und <rs type="person" ref="#per__97818">Pittermann</rs> stellte fest,<lb/>
dass im Finanz- und Budgetausschuss auf alle Fälle der Initiativantrag<lb/>
abgelehnt wird. Den Bauernvertretern soll nach Wunsch <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> doch<lb/>
insofern Gerechtigkeit widerfahren, als wir Unterbruch suchen sollen,<lb/>
inwieweit eine bessere zweckmässigere Verteilung der den Bauern zu<lb break="no"/>stehenden Mitteln erfolgen könnte. Die Argumentation, dass sie<lb/>
heute nur von ca. 1 Milliarde Schilling Aufwand für Treibstoff,<lb/>
280 Mill. vergütet bekommen und dadurch 200 Mill. noch ungedeckt sind,<lb/>
soll vielleicht in der Weise entgegenkommen werden, dass man im<lb/>
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und dafür diese Mittel, eventuell noch höhere Mittel für den<lb/>
Grünen Plan zur Strukturverbesserung einsetzt. Dadurch könnte<lb/>
das derzeitige System, wo ein jeder Bauer auf Grund seines Maschinen<lb break="no"/>bestandes einen Punktewert und jeder Punkt ist 90.- S Subvention<lb/>
bekommt, abgeschafft werden. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wird in der nächsten Zeit<lb/>
das Personalausschreibungsgesetz, die Verwaltungsreform, das grosse<lb/>
Kompetenzgesetz über Zahl, und Wirkungsbereich der Minister Stand vom<lb/>
20.11., die Geschäftsordnung der Bundesregierung und den Dienst-<lb/>
und Fachaufsicht des Bundesministers in eine ganztägigen Ministerats<lb break="no"/>sitzung zur Diskussion stellen. Es wurde dafür Montag, der 18.1.<lb/>
in Aussicht genommen. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> verlangte, dass endlich über die<lb/>
Computerfrage entschieden wird. Er selbst wird ein grosses Bundes<lb break="no"/>rechenzentrum im Hauptzollamt sich einrichten, wo die Besoldungs-,<lb/>
Haushalts- und Abgabenregelung inbegriffen sein wird. Er meint, dass<lb/>
auch das Statistische Zentralamt, der Bautenminister, <choice><choice><sic>aner</sic><corr>aber?</corr></choice></choice> letzten<lb/>
Endes auch das Handelsministerium sich jederzeit dieses Zentrums<lb/>
bedienen könnte. Für die Ballveranstaltungen konnte kein Einvernehmen<lb/>
erzielt werden, die Auffassung von Amtsrat <rs type="person" ref="#per__134315">Prasser</rs> müssten alle diese<lb/>
Aufwendungen aus dem Amtspauschale bezahlt werden, obwohl viele Mini<lb break="no"/>ster erklären, dass dies keinesfalls möglich ist, da es ihre Aufwendung<lb/>
des Amtspauschale übertrifft. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> wollte den Opernball für das<lb/>
nächste Jahr gegebenenfalls aussetzen, wogegen ich mich ganz ent<lb break="no"/>schieden ausgesprochen habe, obwohl ich garantiert niemals am Opern<lb break="no"/>ball teilnehmen werde. Vom Standpunkt des Fremdenverkehrs ist dies<lb/>
eine Fremdenverkehrsattraktion ersten Ranges. Denn die Kosten des<lb/>
Opernballes wesentlich höher sind als jetzt angenommen wurden, denn<lb/>
es entfallen eigentlich drei Opernvorstellungen und damit die Einnahmen<lb/>
von diesen, dann muss halt der Preis entsprechend erhöht werden. So<lb/>
wie ich mich auch gegen die Aufhebung des Frackzwanges ausgesprochen<lb/>
habe, so stehe ich auf dem Standpunkt, dass dieser exquisite Ball<lb/>
nicht genug teuer sein kann. Ich bin überzeugt davon, dass die grossen<lb/>
Firmen und die Leute, die Adabeis, die auch dabei sein müssen, leider<lb/>
auch sehr viele oben in den Galerien nur zuschauen können, jederzeit<lb/>
bereit sind, noch wesentlich höhere Eintrittspreise zu bezahlen. Ein<lb/>
Auslaufen des Opernballes kommt meiner Meinung nach überhaupt nicht<lb/>
in Frage. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> sekundierte mir sofort und teilte <choice><choice><sic>mir</sic><corr>mit?</corr></choice></choice>, dass die<lb/>
einzelnen Geschäfte genau feststellen können in der Stadt wieviel<lb/>
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stattfindet. Ausserdem sind die grossen Hotels in dieser Woche<lb/>
wesentlich besser belegt als in der sonstigen flauen Frühjahrs<lb break="no"/>zeit. Welcher Tamtam über diese Veranstaltung gemacht wird,<lb/>
ist schon daraus ersichtlich, dass <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> mitteilt, es gibt für<lb/>
den Opernball eine eigene Protokollsitzung, an der 30 Beamte teil<lb break="no"/>nehmen. Ich kann mir vollkommen vorstellen, dass es <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz Poldl</rs><lb/>
genauso in der Seele zuwider ist wie mir, in ein solches Proto<lb break="no"/>koll-Affentheater mitzumachen. Dennoch glaube ich, ist es vom<lb/>
Standpunkt des Fremdenverkehrs unbedingt notwendig, an dieser<lb/>
Einrichtung festzuhalten, ob damit allerdings 30 Beamte beschäf<lb break="no"/>tigen muss, ist eine zweite Frage. Da ich ziemlich hohes Fieber<lb/>
habe und mit hundselendig fühlte, fuhr ich unmittelbar nach der<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 11.1.1971</head>
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               <persName type="label">Langthaler, A</persName>
               <persName><surname>Langthaler</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>pensionierter Gf. Gießereifachverband [begleitet 1971 Emil
                  Weinberger]</occupation>
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               <persName type="label">Fiedler, Kurt</persName>
               <persName><surname>Fiedler</surname><forename>Kurt</forename></persName>
               <occupation>ÖVP-NR-Abg., Vizepräs. Wr. HK</occupation>
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               <persName type="label">Androsch, Hannes</persName>
               <persName><surname>Androsch</surname><forename>Hannes</forename></persName>
               <occupation>Finanzminister</occupation>
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               <persName type="label">Franc, Milos</persName>
               <persName><surname>Franc</surname><forename>Milos</forename></persName>
               <occupation>MR HM, Vorstand ÖIAG</occupation>
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               <persName type="label">Pittermann, Bruno</persName>
               <persName><surname>Pittermann</surname><forename>Bruno</forename></persName>
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               <persName type="label">Eckert, Fritz</persName>
               <persName><surname>Eckert</surname><forename>Fritz</forename></persName>
               <occupation>Wirtschaftsbund, ÖVP-BR [sollte sicher sein, deshalb Schreibung im Text
                  angepasst]</occupation>
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               <persName type="label">Grünwald, Oskar</persName>
               <persName><surname>Grünwald</surname><forename>Oskar</forename></persName>
               <occupation>Büro Staribacher; ÖIAG</occupation>
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               <persName type="label">Sterk, Georg</persName>
               <persName><surname>Sterk</surname><forename>Georg</forename></persName>
               <occupation>MR HM</occupation>
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               <persName type="label">Koppe, Fritz</persName>
               <persName><surname>Koppe</surname><forename>Fritz</forename></persName>
               <occupation>Sekr. JS, ab 1973 GF VKI</occupation>
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               <persName type="label">Sekanina, Karl</persName>
               <persName><surname>Sekanina</surname><forename>Karl</forename></persName>
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               <persName type="label">Benya, Anton</persName>
               <persName><surname>Benya</surname><forename>Anton</forename></persName>
               <occupation>ÖGB-Präs., NR-Präs.</occupation>
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               <persName type="label">Gatscha, Otto</persName>
               <persName><surname>Gatscha</surname><forename>Otto</forename></persName>
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               <persName type="label">Weinberger, Emil</persName>
               <persName><surname>Weinberger</surname><forename>Emil</forename></persName>
               <occupation>Finanzreferent HK, GF Eisenwerk Sulzau-Werfen, Obmann
                  Gießereifachverband</occupation>
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               <persName type="label">Kreisky, Bruno</persName>
               <persName><surname>Kreisky</surname><forename>Bruno</forename></persName>
               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
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               <persName type="label">Kölliker, Karl</persName>
               <persName><surname>Kölliker</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation>stv. AR-Präs. ÖIAG, ehem. Vorstand Verbund; evtl. ident mit Kölliker,
                  A</occupation>
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               <persName type="label">Zaininger, Franz</persName>
               <persName><surname>Zaininger</surname><forename>Franz</forename></persName>
               <occupation>Dir. WTK, Wolfsegg-Traunthaler Kohlenwerks AG</occupation>
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               <persName type="label">Heindl, Kurt</persName>
               <persName><surname>Heindl</surname><forename>Kurt</forename></persName>
               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
                  SPÖ-Landstraße</occupation>
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               <persName type="label">Mitterer, Otto</persName>
               <persName><surname>Mitterer</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>Handelsminister, ÖVP, Präs. HK Wien</occupation>
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               <persName type="label">Prasser, A</persName>
               <persName><surname>Prasser</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>Amtsrat [Thema sind Aufwendungen für Ballveranstaltungen
                  1971]</occupation>
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               <persName type="label">Löw, Alfred</persName>
               <persName><surname>Löw</surname><forename>Alfred</forename></persName>
               <occupation>Fa. Gaskoks; evtl. "Loew", evtl. Falschidentifikation</occupation>
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               <persName type="label">Schmitzer, Karl</persName>
               <persName><surname>Schmitzer</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation>ÖAAB, ÖVP-NR-Abg.</occupation>
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               <persName type="label">Jagoda, Karl</persName>
               <persName><surname>Jagoda</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation>Leiter Sekt. III HM</occupation>
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               <persName type="label">Matthes, Ernst</persName>
               <persName><surname>Matthes</surname><forename>Ernst</forename></persName>
               <occupation>VÖEST</occupation>
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               <persName type="label">Slavik, Felix</persName>
               <persName><surname>Slavik</surname><forename>Felix</forename></persName>
               <occupation>Wr. Bgm. bis 1973</occupation>
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               <persName type="label">Gratz, Leopold</persName>
               <persName><surname>Gratz</surname><forename>Leopold</forename></persName>
               <occupation>Unterrichtsminister, Bgm. Wien</occupation>
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               <persName type="label">Kriegler, A</persName>
               <persName><surname>Kriegler</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>Gf. Gießereifachverband [ca. ab 1971, begleitet 1971 Emil
                  Weinberger]</occupation>
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               <persName type="label">Minkowitsch, Roland</persName>
               <persName><surname>Minkowitsch</surname><forename>Roland</forename></persName>
               <occupation>Präs. Bauernbund</occupation>
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               <persName type="label">Lehner, Hans</persName>
               <persName><surname>Lehner</surname><forename>Hans</forename></persName>
               <occupation>Präs. LWK</occupation>
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               <persName type="label">Krainer, Josef sen.</persName>
               <persName><surname>Krainer</surname><forename>Josef sen.</forename></persName>
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               <persName type="label">Walzer, Franz</persName>
               <persName><surname>Walzer</surname><forename>Franz</forename></persName>
               <occupation>HK, Obmann Bundessektion Gewerbe, Wirtschaftsbund, ÖVP-BR</occupation>
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