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            <title type="main">Dienstag, der  1. Dezember 1970</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band03_1970-12-01_01">Im Ministerrat waren zwei sozialpolitische Gesetze, das Arbeits<lb break="no"/>zeitgesetz und das Urlaubsgesetz, das von <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> als absolut unakzep<lb break="no"/>tabel aufgefasst wird, vorgelegen. Das Arbeitszeitgesetz sollte – wie<lb/>
der Bundesrat vorgeschlagen hat und das deshalb die Bundesregierung<lb/>
einbringen muss – eine bereits vom Nationalrat abgelehnte Novelle<lb/>
den 25 %-igen Überstundenzuschlag in einen gesetzlichen 50 %-igen <lb/>
Überstundenzuschlag ändern. Im Urlaubsgesetz sollten die Urlaubs<lb break="no"/>bestimmungen der Angestellten auch auf die Urlaubsbestimmungen der<lb/>
Arbeiter angewendet werden. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> hat mir bei der Vorbesprechung<lb/>
auf mein Exemplar mit roter Tinte draufgeschrieben EINSPRUCH ! Be<lb break="no"/>kanntlich hat er ja einmal erklärt, es würde die Bundeskammer, wenn<lb/>
ich einen diesbezüglichen Einspruch machen würde, 8 Tage beflaggen.<lb/>
In beiden Fällen konnte ich ihm aber nachweisen, dass dies Reaktionen<lb/>
sind, die insbesondere auch die ÖVP verstehen müsste. Der 50 %-ige<lb/>
Überstundenzuschlag – <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> sagte, dies sei nur ein Rachegesetz<lb break="no"/>entwurf – sollte der ÖVP zeigen, dass sie sich nicht ungestraft<lb/>
bei der Überstundensteuerregelung mit der FPÖ verbündet hat. Bekant<lb break="no"/>lich hat damals der Handelskammerpräsident von Burgenland, <rs type="person" ref="#per__97486">Graf</rs>,<lb/>
den Antrag von <rs type="person" ref="#per__97807">Peter</rs>, ohne dass er eigentlich mit der ÖVP besprochen<lb/>
wurde, unterfertigt und damit diese seinerzeitige Überstundenregelung<lb/>
herbeigeführt. Bei der Urlaubsregelung konnte ich sofort gegen <rs type="person" ref="#per__97769">Mussils</rs><lb/>
Ablehnung, dass er doch selbst mit dem Abgeordneten <rs type="person" ref="#per__97641"><sic>Kohlmeier</sic></rs> vom<lb/>
ÖAAB einen diesbezüglichen Initiativantrag eingebracht hat.Er fragte<lb/>
mich, ob ich aber auch wüsste, dass dieser Initiativantrag ganz<lb/>
andere Bestimmungen beinhaltet hatte. Ich kannte den Initiativantrag<lb/>
nicht im Detail, konnte aber sofort darauf hinweisen, dass es auch<lb/>
sich um Angleichung der Urlaubsbestimmungen der Arbeiter an die<lb/>
Angestellten hält. Allerdings soll dies erst im Jahre 1975 in Kraft<lb/>
treten. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> meinte eben, dieser Zeitpunkt sei deshalb gewählt<lb/>
worden, weil dann die Arbeitszeitverkürzung mit 40 Stunden abgeschlossen<lb/>
sei. Ich glaube sogar, dass <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> diesem Initiativantrag deshalb zu<lb break="no"/>gestimmt hat, um optisch auch für die ÖVP auch eine bessere Start<lb break="no"/>situation zu schaffen. Vom Haus bekam ich noch von Dr. <rs ref="#per__98113" type="person">Zuser</rs>, den<lb/>
Referenten bei Frau MR <rs type="person" ref="#per__97381">Carmine</rs>, derzeit allerdings im Krankenstand,<lb/>
einen Vermerk, dass mit dieser gesetzlichen Regelung eine weitere<lb/>
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der Sektion II, d.h. des Min.Sekr. <rs type="person">Zuser</rs> in die Stellungnahme der<lb/>
Abteilung Präs. C nicht aufgenommen wurde, hat mir die Abteilung II<lb/>
diese Information auf direktem Wege zugemittelt. Es wäre ein Leichtes,<lb/>
auf diese Information hin zu antworten, dass <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> als Generalsekre<lb break="no"/>tär der Bundeskammer einer ähnlichen Regelung ja sogar in einem<lb/>
Initiativantrag zum Ausdruck gebracht hat, dass diese Entwicklung<lb/>
kommen sollte. Trotzdem würde ich ein solches Vorgehen für voll<lb break="no"/>kommen falsch halten. Objektiverweise muss man zwischen dem General<lb break="no"/></p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band03_1970-12-01_02">sekretär der Bundeskammer und dem Politiker <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> unterscheiden.<lb/>
Ich glaube sogar, dass er diesem Initiativantrag nicht nur aus<lb/>
optischen Gründen zugestimmt hat, sondern vielleicht auch weil er<lb/>
damit noch ärgeres beim ÖAAB-Antrag verhindern wollte. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> be<lb break="no"/>findet sich eigentlich – so wie ich – derzeit in einer sehr unange<lb break="no"/>nehmen Situation. Ich als Gewerkschafter kann und will gar nicht<lb/>
irgendwelche sozialpolitischen Initiativen hemmen, er als General<lb break="no"/>sekretär der Bundeskammer kann und will wahrscheinlich alle diese<lb/>
Gesetze gar nicht, auch Initiativanträge nicht, und kann aber als<lb/>
Politiker nicht zurück und muss hier mit dem ÖAAB- gewisse Initiativen</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band03_1970-12-01_03">entwickeln. Wenn ich Zeit hätte, würde ich uns beide bedauern.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band03_1970-12-01_04">Die Bundesregierung beschloss im Hinblick auf die jetzt vom Land<lb break="no"/>wirtschaftsminister eingebrachten Marktordnungsgesetze-Novellen über<lb/>
die ganzen Wirtschaftsgesetze mit der ÖVP und dann mit der FPÖ<lb/>
Besprechungen aufzunehmen. Diese explorativen Gespräche sollen dazu<lb/>
führen, ob und inwieweit eine Zustimmung zu erreichen ist. Alle<lb/>
diese Bestimmungen müssten mit 2/3-Mehrheit gefasst werden. Ich bin<lb/>
überzeugt, dass sich letzten Endes aus dieser Diskussion im Parlament<lb/>
nur ergeben wird, die Gesetze unverändert auf einen gewissen Zeitraum<lb/>
zu verlängern. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> selbst meinte, es könnte eine kurzfristige Ver<lb break="no"/>längerung nur in Frage kommen, d.h. wie in den Regierungsvorlagen<lb/>
vorgesehen 1 Jahr. Seine Begründung finde ich sogar für sehr plausibel<lb/>
er meint, unbefristet wäre eine solche Gesetzesänderung deshalb nicht<lb/>
zu verlängern, da es sich um Verfassungsbestimmungen handelt und damit<lb/>
eigentlich eine Verfassungsänderung durchgeführt wird.</p>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band03_1970-12-01_05">Bei der Sektionsleiterbesprechung teilte <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> mit, dass<lb/>
die Japaner unbedingt eine Verminderung der Negativ-Liste<lb/>
wünschten. Derzeit haben wir noch 80 Positionen, die gegen<lb break="no"/>über Japan nicht liberalisiert sind und wenn die Japaner sich<lb/>
bereiterklären, den Vertrag mit 1.1.1971 zu verlängern, so<lb/>
wünschen sie, dass mindestens 20 Positionen aus der Negativ-<lb/>
Liste gestrichen werden, damit das europäische Niveau erreicht<lb/>
wird. Auf eine Wertigkeit der Positionen legen sie keinen Wert.<lb/>
D.h. es liegt in unserem Ermessen, welche Positionen wir aus<lb/>
dieser Liste streichen. Die Handelskammer hat einen diesbezüg<lb break="no"/>lichen Vorschlag bereits erhalten und wir erwarten von Dr. <rs type="person" ref="#per__134817">Gleihsner</rs><lb/>
die Stellungnahme. Hätte die Handelskammer zeitgerecht sich mit<lb/>
diesem Problem beschäftigt, d,h ihre Vorschläge erstattet, dann<lb/>
hätten wir im Rahmen der preisdämpfenden Massnahmen dies</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band03_1970-12-01_06">gleichzeitig mit den Zollsenkungen und Ausgleichssteuersenkungen<lb/>
mitteilen können. Ich glaube, wir müssen in Zukunft noch auf<lb/>
eine richtigere Zeiteinteilung, d.h. auf das richtige Timing grösse<lb break="no"/>ren Wert legen. Sicherlich werden die Massnahmen alle mit 1.1.1971<lb/>
in Kraft treten, ich glaube, wenn wir sie gleichzeitig alle<lb/>
verlautbart hätten, dann hätte das einen besseren optischen Er<lb break="no"/>folg erzielt.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band03_1970-12-01_07">Bei einem Mittagessen der ÖGB für die OECD-Delegierten, die die<lb/>
Einkommenspolitik studieren wollen, hatte ich Gelegenheit mit<lb/>
März von der AK zu sprechen. Er teilte mir mit, dass die Arbeits<lb break="no"/>gruppe mittelfristige Prognose aufgelassen werden soll. <rs type="person" ref="#per__98060">Weissel</rs><lb/>
hat – wie er sich ausdrückt – nicht die genügend hochqualifizierten<lb/>
Arbeitskräfte unserer Seite bekommen und deshalb dominiert die<lb/>
Handelskammer bei dieser Arbeitsgruppe. Es wird auch Angeblich<lb/>
überhaupt kein wesentlicher Fortschritt erzielt und deshalb ist<lb/>
die Idee, die Arbeitsgruppe aufzulösen. Der Optik halber soll<lb/>
es aber in der Form geschehen, dass die Arbeits<lb break="no"/>gruppe mit dem Fordinstitut verschmolzen wird. Es sollten Arbeiten<lb/>
dem Fordinstitut übertragen werden und gleichzeitig dort<lb break="no"/>hin alle Unterlagen und bisherigen Ergebnisse geliefert werden.<lb/>
Das Ganze wird dann Institutionalisierung der Arbeitsgruppe ge<lb break="no"/>nannt. Damit hat sich wieder bewiesen, dass auch intelligente<lb/>
Menschen einer streng und hierarchisch gegliederten Führung be<lb break="no"/>dürfen. Der Glaube, dass intelligente Menschen, wenn sie ein<lb/>
<pb n="03-0870" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band03/03_1970-12-01_0870.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Ziel vor Augen haben, dann zielstrebig das auch erreichen wollen,<lb/>
hat sich als Irrglaube erwiesen.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band03_1970-12-01_08">Min.Rat <rs type="person">Peschke</rs> hatte den Stahlausschuss, eine Arbeitsgruppe des<lb/>
Walzstahlbüros, ins Parlament gebracht. Die Herren erklärten<lb/>
mir, dass sie an einer kontunierlichen Auslastung ihrer Betriebe<lb/>
Interesse hätten. Ihrer Meinung nach sollte die Bundesregierung alles<lb/>
daran setzen, dass die Bauwirtschaft kontinuierlich ihren Baustahl<lb/>
abnimmt. Im heurigen Jahr hatten sie im ersten Halbjahr eine ungeheuer<lb/>
schlechte Geschäftslage und im zweiten Halbjahr sollten sie dann die<lb/>
Produktion des ersten und des zweiten Halbjahres produzieren und<lb/>
liefern. Dies konnten sie natürlich nicht und haben deshalb grössere<lb/>
Importe tätigen müssen. Diese Importe sind zeitweise höher gelesen<lb/>
als ihre inländischen Preise. Sie glaubten deshalb, es wäre zielführend,<lb/>
wenn die Umsatzausgleichsteuer in diesem Fall ermässigt, resp. erlassen<lb/>
wird. Da die Stahlerzeuger eigentlich unter sich waren, denn die Alpine,<lb/>
die z.B. auch Importe tätigte, ist normalerweise eine der grössten Pro<lb break="no"/>duzenten für diesen Baustahl, war diese Forderung glaube ich nicht<lb/>
sehr ernst gemeint. Überhaupt konnte ich ihnen nur zusichern, dass<lb/>
ihre Forderung auf Erhöhung und Kontrolle der Qualität unsere Unter<lb break="no"/>stützung finden wird. Die Bauwirtschaft, erklärte ich, sei nächstes<lb/>
Jahr in den ersten neun Monaten bestens ausgelastet und sie könnten<lb/>
deshalb ihre Produktion auf dieses Niveau aufbauen. Sie selbst beab<lb break="no"/>sichtigen ja um 17 % mehr zu erzeugen und wahrscheinlich 250.000 t<lb/>
Baustahl zu liefern. Ich erklärte ihnen aber sofort, dass es eine<lb/>
Garantie von Seiten des Ministeriums, dass sie mit garantierten Absatz<lb break="no"/>mengen zu rechnen hätten, nicht geben könnte. <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> hat recht gehabt,<lb/>
dass es sich bei dieser Vorsprache des Stahlausschusses um nichts<lb/>
anderes gehandelt hat, als um eine Gschaftelhuberei.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band03_1970-12-01_09">Der Betriebsrat der ÖFVW, wo ich automatisch Obmann bin, kam mit<lb/>
dem Personalreferenten, um die Entwicklung und die derzeit ungute<lb/>
Stimmung in dieser Institution mit mir zu besprechen. Sie stimmten<lb/>
mir zu, als ich die schlechten Organisationsverhältnisse in dieser<lb/>
Institution erwähnte. Ich hatte bekanntlich bei meiner ersten Aus<lb break="no"/>sprache mit der Geschäftsführung und seinen engsten Mitarbeitern<lb/>
z.B. gleich an einen schwachen Punkt im Pressereferat feststellen<lb/>
und nachweisen können, dass zwei Leute im Rang dem wirklichen Arbeiter<lb/>
vorgelagert sind. Ich hatte damals, es war ein reinen Zufall, dass<lb/>
<pb n="03-0871" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band03/03_1970-12-01_0871.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ich auf diesen schwachen Punkt gestossen bin, erklärt, man müsste<lb/>
eben einen Organisationsplan erstellen, wo diese überschüssigen<lb/>
Dienstposten und Dienststellen verschwinden sollten. Die Reorganisation<lb/>
sollte aber ohne soziale Härte durchgeführt werden..Ich<lb/>
brauchte deshalb dem Betriebsrat keine andere Erklärung abgeben als<lb/>
ich sie auch damals dem Geschäftsführer und seinen Mitarbeitern ge<lb break="no"/>geben hatte. Ich weiss nicht , ob die Kollegin und die Kollegen sehr<lb/>
begeistert waren von meinen Ausführungen auf alle Fälle aber erklärten<lb/>
sie, dass sie über die offene Aussprache sehr erfreut sind. Sie hofften<lb/>
auch, dass ich in weiterer Zukunft Gelegenheit geben werde, mit mir<lb/>
über die Personalprobleme zu sprechen. Dies sicherte ich ihnen zu,<lb/>
verwies aber darauf, dass in Hinkunft das Direktorium für die Geschäfts<lb break="no"/>führung und die Belegschaft die richtige Stelle sei, um diese Probleme<lb/>
dort zu besprechen.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band03_1970-12-01_10">Im Nationalrat kamen dann auch die vom Handelsausschuss einstimmig<lb/>
verabschiedeten Berichte im Plenum zur Behandlung. Ich hatte nicht<lb/>
einmal die Unterlagen mit, da sich wahrscheinlich durch die ununterbrochene<lb/>
Verschiebung der Termine mein Büro gar nicht mehr auskennt,<lb/>
was eigentlich jetzt zur Debatte kommt. In Hinkunft werde ich doch in<lb/>
dieser Frage einen genaueren Plan mit meinem Büro machen müssen.<lb/>
Da es sich aber um Probleme handelt, die ich gegebenenfalls auch<lb/>
aus dem Stegreif behandeln hätte können, hatte ich kein ungutes<lb/>
Gefühl als ich auf der Regierungsbank sass. Es meldeten sich auch<lb/>
keinerlei Diskussionsredner, nur beim letzten Punkt über den Bericht<lb/>
des Mühlenfonds, benützt der Rauchfangkehrervertreter, und Klubordner<lb/>
der ÖVP im Nationalrat, die Gelegenheit, in einem Debattenbeitrag zu<lb/>
fragen, ob die sozialistische Minderheitsregierung bereit sei, ähnlich<lb/>
wie beim Mühlenfonds den anderen Wirtschaftszweigen auch zu helfen.<lb/>
Ich meldete mich sofort und erklärte, dass selbstverständlich auch<lb/>
die sozialistische Regierung bereit sei, andere Vorschläge zu prüfen,<lb/>
er wollte ja nur eine Prüfung haben, und verwies aber gleichzeitig<lb/>
darauf, dass dieser Gesetzentwurf im vorparlamentarischen Raum von den<lb/>
Interessenvertretungen vor 10 Jahren in allen Details ausgehandelt<lb/>
wurde. Es waren daran nicht wie <rs type="person" ref="#per__138743">Mayr</rs> erklärte, nur die Handelskammer<lb break="no"/>vertreter, der hat sie namentlich genannt, Komm.Rat <rs type="person" ref="#per__149301">Schaffer</rs> und Dr.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97967">Sob</rs>, der Innungssekretär, beteiligt, sondern noch viele andere.</p>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band03_1970-12-01_11">Der nächste Punkte behandelte eine Entschädigungsproblem für<lb/>
die deutschen Flüchtlinge aus dem Osten, sogenanntes Kreuznacher<lb/>
Übereinkommen, der Finanzminister war aber nicht im Saal und deshalb<lb/>
blieb ich für ihn auf der Regierungsbank sitzen. <rs type="person" ref="#per__97706">Machunze</rs> als erster<lb/>
Redner, war darüber gar nicht glücklich, weil er sagte, er hätte<lb/>
einige Fragen an den Finanzminister zu richten, die ich aber kaum<lb/>
beantworten könnte, die ÖVP machte dabei einige sehr gute Zwischen<lb break="no"/>rufe und sagte: Staribacher, kann alles beantworten. Ich hätte mich<lb/>
natürlich herausgewunden, indem ich erklärte dass dieses<lb/>
Problem von der Bundesregierung neuerdings einer Prüfung unterzogen<lb/>
wird oder sonstige irgendwelche Ausflüchte gebraucht. Finanzminister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> ist dann allerdings gerade zu diesem Zeitpunkt zeitgerecht<lb/>
noch erschienen.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band03_1970-12-01_12">Nach den Abstimmungen konnte ich noch zur Bezirkskonferenz im dritten<lb/>
Bezirk fahren. Bei dieser Bezirkskonferenz musste ich – bevor<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114117">Mayerhofer</rs> das Budget der Gemeinde Wien erörterte, unseren Genos<lb break="no"/>sinnen und Genossen Rede und Antwort stehen über die Zeitungsmarkt<lb break="no"/>problematik. Dies war zwar in der Tagesordnung nicht vorgesehen,<lb/>
aber ich glaube, dass ich unseren Vertrauensmännern eine diesbezüg<lb break="no"/>liche Erklärung schuldig sei. In der Diskussion kam auch noch<lb/>
das Problem <rs type="person" ref="#per__97900">Sandner</rs> sehr gehässig zur Sprache. In meinem<lb/>
Schlusswort wurde ich sogar durch Beifall unterbrochen als ich<lb/>
den Grundsatz erklärte, die Sozialisten mischen sich nicht in das<lb/>
Privatleben, das ist eine persönliche Angelegenheit.</p>
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            <head>Tagesordnung 32. Ministerratssitzung, 1.12.1970</head>
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            <head>Information Sekt. II zu TOP 15, 30.11.1970</head>
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            <head>Vortrag an die Bundesregierung betr. Arbeitszeitgesetz, 26.11.1970: Antrag</head>
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            <head>Gesetzesantrag des Bundesrates betr. Arbeitszeitgesetz, 19.11.1970</head>
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            <head>Vortrag Sozialministerium an den Ministerrat betr. Urlaubsvorschriften, 26.11.1970</head>
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            <head>Gesetzentwurf betr. Urlaubsvorschriften: Erläuterungen</head>
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            <head>Gesetzentwurf betr. Urlaubsvorschriften: Gegenüberstellung GF</head>
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            <head>Nachtrag TO 32. Ministerratssitzung betr. ORF</head>
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               <persName type="label">Weissel, Erwin</persName>
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               <occupation>Wr. Betriebsansiedlungsgesellschaft, Schwager Staribachers</occupation>
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               <persName type="label">Mairhuber, Josef</persName>
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               <persName type="label">Carmine, Edmee</persName>
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