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            <title type="main">Mittwoch, der  4. November 1970</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band03_1970-11-04_01">Der Zentralausschuss der Bediensteten wünschte eine Aussprache und<lb/>
hatte einige kleine Forderungen. Das Bundeskanzleramt anerkannt<lb/>
das Patentamt nicht als Zentrale Dienststelle, sondern als nachge<lb break="no"/>ordnete Dienststelle und verwendet deshalb die Beförderungsricht<lb break="no"/>linien für nachgeordnete Dienststellen auf diese zentrale Tätigkeit<lb/>
des Patentamtes an. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> wird versuchen, dies im Bundeskanzleramt<lb/>
zu klären. Für die C- und B-Beamten gibt es keine Zulagen und des<lb break="no"/>halb werden sie oft schlechter gestellt als Schreibkräfte, die sofort<lb/>
8 60.- Zulagen bekommen. Im Ministerium gibt es nur für die C-Beamten<lb/>
zwei 5. Dienstklassenposten und zwar den Kanzleidirektor <rs type="person" ref="#per__114163">Schubert</rs>,<lb/>
der gleichzeitig Vertreter im Zentralausschuss ist und den Leiter der<lb/>
Amtskasse. Im Finanzministerium sollen es 40 C-Beamte sein, die in<lb/>
die 5. Dienstklasse kamen und ausserdem bis zur Dienstalterszulage vor<lb break="no"/>rücken können. Dieses Problem wird die Personalvertretung in einem<lb/>
Schreiben an das Präsidium festhalten. Ein wesentlich wichtigeres<lb/>
Problem war der Wunsch, statt um 8 Uhr zu beginnen auch im Winter<lb/>
dem Einzelnen die Möglichkeit zu geben, um 7.30 Uhr bereits den Dienst<lb/>
anzutreten, d.h. eine gleitende Arbeitszeit einzuführen. Ich sprach<lb/>
mich im Prinzip für eine gleitende Arbeitszeit aus, nur sagte ich,<lb/>
eine halbe Stunde sei nicht zielführend, es müsste eine wesentlich<lb/>
höhere Differenz sein, dass der Dienstbetrieb nicht leidet. Einzelne<lb/>
Sektionsleitungen und Abteilungsleitungen haben sich gegen eine solche<lb/>
Idee ganz entschieden ausgesprochen. Ich verlangte deshalb von der<lb/>
Personalvertretung, dass sie mir einen Vorschlag macht, wie dann eine<lb/>
entsprechende Sicherstellung des Dienstbetriebes, insbesondere auch<lb/>
eine Kontrolle der Anwesenheit möglich ist. <rs type="person" ref="#per__112946">Schleifer</rs> machte als Obmann<lb/>
des Zentralausschusses den Vorschlag, es sollten – so wie dies bei ihm<lb/>
schon einmal gewesen ist – An- und Abwesenheitsbücher geführt werden.<lb/>
Dann hätte die Sektionsleitung die Möglichkeit, jederzeit in den<lb/>
Abteilungen festzustellen, wo sich der betreffende Beamte befindet, resp.<lb/>
wie seine Arbeitszeiteinteilung an diesem Tag ist. Der Zentralausschuss<lb/>
wird mir noch diesbezügliche Vorschläge unterbreiten, ich selbst werde<lb/>
deshalb mich noch absolut passiv verhalten. Der wichtigste Punkt der<lb/>
Aussprache aber war, dass sie auf ihre Vorschläge betreffend Be<lb break="no"/>setzung von leitenden Posten zu sprechenkam. Sie hatten mir ja vorge<lb break="no"/>schlagen, den Min.Rat <rs type="person" ref="#per__111722">Kinscher</rs> oder <rs type="person" ref="#per__97524">Hauffe</rs> ohne eine Reihung für diese<lb/>
beiden vorzunehmen, die Sektionsleitung der SEktion II zu übertragen.<lb/>
Sie bekärfitgten neuerdings, dass dies ihrer Meinung nach unbedingt<lb/>
<pb n="03-0740" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band03/03_1970-11-04_0740.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>jemand aus dem eigenen Hause sein müsste und wiesen darauf hin, dass<lb/>
es im Bundeskanzleramt, als <rs type="person">Jirisch</rs> berufen wurde, eine grosse Un<lb break="no"/>ruhe gegeben hat, die bis heute noch nicht entsprechend sich gelegt<lb/>
hat. In der Berghauptmannschaft hatten sie einmal nur aus dem Land-<lb/>
und Forstwirtschaftsministerium jemanden übernommen, weil sich im<lb/>
Handelsministerium niemand gefunden hat, diesen Posten anzutreten.<lb/>
Ich erklärte sofort, dass ich die Tradition meines Vorgängers fort<lb break="no"/>setzen werde, ohne zu sagen, dass wir vermuten, dass <rs type="person" ref="#per__97749">Mitterer</rs> ver<lb break="no"/>sucht hat, an Stelle des Sektionschef <rs type="person">Habel</rs>, mit dem er zerstritten<lb/>
war, den Sen.Rat <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> einzuberufen. Ich habe deshalb, wie ich der<lb/>
Personalvertretung mitteilte, dem Personalbüro oder die Präsidiums<lb break="no"/>büro abteilung D, welche den Personalakt zu führen hat, ersucht,<lb/>
sie möge sich umschauen ob sonst wo ein entsprechender Beamter zu<lb/>
finden wäre, der die notwendigen Voraussetzungen bringt in diese<lb/>
sehr schwierige Stellung. Die Personalvertretung sagte mir dann zu,<lb/>
dass sie selbstverständlich ihre Meinung, dass nur aus dem Haus<lb/>
jemand genommen werden soll, nur zutrifft, wenn es sich um gleich<lb break="no"/>wertige Bewerber handelt. Schleifer kam auch dann noch auf den<lb/>
speziellen Fall in seiner Abteilung, Sekt.Rat <rs type="person" ref="#per__136677">Sandig</rs>, zu sprechen.<lb/>
Seiner Meinung nach hat <rs type="person">Sandik</rs>, der mit Konsumentenfragen geschäfts<lb break="no"/>ordnungsmässig seinerzeit beschäftigt war, nicht genau gewusst,<lb/>
um was es sich handelt und er fühlt sich jetzt und seine Abteilung<lb/>
übergangen. Ich konnte ihm glaube ich klipp und klar überzeugen<lb/>
zumindestens waren die anderen Personalvertreter durch Kopfnicken und<lb/>
Äusserungen der Meinung, dass ich vollkommen recht hatte, dass ich<lb/>
alles unternommen, um <rs type="person">Sandik</rs> in diese neue Position einzuführen.<lb/>
Ich habe selbst – wie ich Schleifer erklärte – mit <rs type="person">Sandik</rs> einige Male<lb/>
gesprochen und ihm entsprechende Wünsche und Vorschläge unterbreitet,<lb/>
wie man dieses Problem in Angriff nehmen sollte. <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> hatte sich<lb/>
stundenlang – wie <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> bestätigte, mit <rs type="person">Sandik</rs> unterhalten und ihm<lb/>
gesagt, wie er das Problem angehen sollte. <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> hatte mir seinerzeit<lb/>
schon mitgeteilt, dass die einzige Tätigkeit von <rs type="person">Sandik</rs> darin bestand,<lb/>
seine Frankreichreise zu organisieren. Nachdem sich also im Haus<lb/>
niemand gefunden hat, der dieses Problem zufriedenstellend lösen<lb/>
kann, mussten wir auf einen Aussenstehenden, Herrn <rs type="person" ref="#per__115020">Welser</rs>, zurück<lb break="no"/>greifen. Da mit <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> mitgeteilt hat, dass <rs type="person" ref="#per__115020">Welser</rs> nicht der SPÖ<lb/>
angehört, war es jetzt für mich ein gutes Argument, <rs type="person" ref="#per__112946">Schleifer</rs> zu<lb/>
sagen, wenn er glaubt, dass es sich um eine parteipolitische Ent<lb break="no"/>scheidung gehandelt hat, so irrt er, denn <rs type="person" ref="#per__115020">Welser</rs> gehört nicht</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band03_1970-11-04_02">der SPÖ an. <rs type="person" ref="#per__112946">Schleifer</rs> antwortete sofort, er erwarte eigentlich,<lb/>
<pb n="03-0741" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band03/03_1970-11-04_0741.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>dass ein sozialistischer Minister auch sozialistische Beamte ein<lb break="no"/>stelllt oder aufnimmt. Ich konnte aben an Hand dieses Falles beweisen,<lb/>
dass es uns nicht darum ging, Sozialisten einzustellen, sondern darum,<lb/>
zweckmässige Leute zu finden, die initiativ arbeiten. Ich bestätigte<lb/>
und versicherte neuerdings dem Personalausschuss, dass ich mich aus<lb break="no"/>schliesslich nach der Aktivität der einzelnen Leute richten würde und<lb/>
ich weiss, dass es vielleicht manchmal Vorgesetzte geben kann, die eine<lb/>
Aktivität gar nicht wünschen, dennoch werde ich alle Leute, die aktiv<lb/>
sein wollen, in dieser Arbeit unterstützen und für Fehler, die durch<lb/>
die Aktivität entstehen, werde ich mich hundertprozentig davorstellen<lb/>
und sie letzten Endes auch verantworten. Da bei dieser Aussprache auch<lb/>
ein Vertreter des kraftfahrtechnischen Dienstes dabei war, und ich<lb/>
diese Dienststelle einmal besuchen wollte, so sagte ich, dass ich ihn<lb/>
gleich mitnehmen würde und überraschend seine Dienststelle einmal be<lb break="no"/>sichtigen, zu können.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band03_1970-11-04_03">Die kraftfahrtechnische Dienststelle in der Severingasse ist meiner<lb/>
Meinung nach erstens sehr ungünstig gelegen, er hat fast keine Zu-<lb/>
und Abfahrtsmöglichkeiten und wenn Wagen ausser Verkehr gezogen werden,<lb/>
bleiben sie unmittelbar in der Severingasse oder Umgebung dann oft<lb/>
Monate stehen. Zweitens wird die Registrierung der KFZ von einem ganzen<lb/>
Heer von Mädchen dort geführt und ich bin nicht sicher, dass dies wirk<lb break="no"/>lich eine moderne Methode ist. Die technische Überprüfung erfolgt, soviel<lb/>
ich feststellen konnte, ich bin ja kein Fachmann, sehr schnell und viel<lb break="no"/>leicht auch sogar zielführend, sicher haben aber die Kraftfahrverbände bes<lb break="no"/>ere und noch modernere technische Ausrüstungen. Der Personalvertreter<lb/>
hatte mir bereits mitgeteilt, dass der leitende Hofrat oft Vorschläge<lb/>
hat, sie aber niemals durchsetzen kann und deshalb eigentlich schon<lb/>
ziemlich resigniert. Ich schlug dem Personalvertreter auch dem Hofrat<lb/>
vor, er sollte Anregungen unmittelbar dem Ministerbüro mitteilen und<lb/>
ich würde dann, ohne dass es bekannt wird, dass er den Dienstweg nicht<lb/>
eingehalten hat, mit der zuständigen Abteilung im Ministerium reden.<lb/>
Bei dieser Besichtigung war ein Vorfall für mich sehr bedeutend.<lb/>
Ein Autofahrer hatte erklärt, der ÖAMTC hätte ihm mitgeteilt, er war dort<lb/>
gewesen und hat das auch jetzt neuerdings telefonisch bestätigt erhalten,<lb/>
dass er nicht mehr die 100 Schilling Prüfungstaxe bezahlen müsse,<lb/>
da die Verordnung schon aufgehoben sei. Ich konnte den Mann, der sich<lb/>
letzten Endes auch bereiterklärte, die 100 Schilling zu bezahlen, ohne<lb/>
dass er mich kannte, davon überzeugen, dass dies erst mit 1. Dezember<lb/>
der Fall sein würde. Ich begab mich aber deshalb unmittelbar nachher<lb/>
<pb n="03-0742" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band03/03_1970-11-04_0742.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>zum ÖAMTC, um die Behauptung zu überprüfen. Da man mich im Gassen<lb break="no"/>lokal ja nicht kannte, fragte ich, ob dort solche Auskünfte erteilt<lb/>
werden und man verwies mich in die Rechtsabteilung in den 2. Stock.<lb/>
Dort erkannte man mich natürlich auch nicht und ich konnte mit der<lb/>
Auskunftsstelle als Harun al raschid ein sehr interessantes Gespräch<lb/>
führen. Die Dame gab mir eindeutige Auskunft, dass erst mit 1.12.70<lb/>
die Kraftfahrzeuge kostenlos überprüft werden müssen und auf meine Frage,<lb/>
ob vielleicht jemand telefonisch eine solche Auskunft gegeben haben kann,<lb/>
erwiderte sie sofort, dass dies unmöglich ist, weil alle Auskünfte<lb/>
zuerst - auch die telefonischen – bei ihr landen. Ich betrachtete es<lb/>
jetzt natürlich als einen fairen Akt, den Generalsekretär <rs type="person" ref="#per__98032">Veith</rs> von<lb/>
meiner Anwesenheit und meinem Testversuch zu verständigen, Dieser<lb/>
war über das positive Ergebnis der Auskunft sehr zufrieden. Ich machte<lb/>
ihn, genauso wie den ARBÖ darauf aufmerksam, dass sich die Kraftfahr<lb break="no"/>verbände doch den Kopf darüber zerbrechen sollten, was nach dem 1.12.<lb/>
geschehen sollte. Die Verordnung ist zwar aufgehoben, ich könnte aber<lb/>
eine Verordnung neuerdings bis 31. März befristet erlassen, wenn die<lb/>
Kraftfahrverbände dies von mir verlangen. Diese Verordnung ist zwar wieder<lb/>
gesetzwidrig und wird, wenn sie angefochten wird, garantiert vom Ver<lb break="no"/>fassungsgerichtshof aufgehoben. Der Verfassungsgerichtshof wird dann<lb/>
wahrscheinlich sogar dem Ministerium eine Rüge erteilen, dass sich<lb/>
auf Grund von ungesetzlichen Bestimmungen eine neuerliche Verordnung<lb/>
erlassen haben. Wenn die Kraftfahrverbände aber mich in dieser Frage<lb/>
unterstützten, würde ich eventuelle einen solchen Weg in Erwägung<lb/>
ziehen. Auf Grund der neuen Gesetzesstellen, die ich aber erst im<lb/>
Nationalrat durchbringen müsste, könnte ich ja in späterer Folge eine<lb/>
solche Verordnung wieder erlassen. Wenn ich die Kraftfahrverbände dann<lb/>
ermächtige, dass sie als Prüfen in Frage kommen, dann müssten sie doch<lb/>
Interesse.daran haben, dass die staatlichen Stellen einen entsprechenden<lb/>
Beitrag einheben, damit sie ihre Service-Leistung und Kontrolltätigkeit<lb/>
gratis ihren Vereinsmitgliedern geben. Auf alle Fälle ist dies ein sehr<lb/>
heisses Eisen und ich kann doch sicher von <rs type="person" ref="#per__134301">Steinhart</rs> keinen sinnvollen<lb/>
Vorschlag in dieser Frage erwarten.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band03_1970-11-04_04">Die Paritätischen Kommssion beschäftigte sich mit verhältnismässig un<lb break="no"/>interessanten Punkten. Beim Einleitungsreferat des Bundeskanzlers hatte<lb/>
sich nur Altenburger gemeldet und über die Preisentwicklung sehr geklagt<lb/>
und gleichzeitig auch gesagt, die Bundesregierung hätte nichts getan.<lb/>
Deshalb erwiderte ich ihm, umso mehr als ich aus Bemerkungen der Handels<lb break="no"/>kammervertreter und auch der Landwirtschaftskammervertreter einen abgrund<lb break="no"/><pb n="03-0743" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band03/03_1970-11-04_0743.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>tiefen Hass gegen <rs type="person" ref="#per__122974">Altenburger</rs> feststellen konnte. Da ich jetzt<lb/>
auf ihrer Seite sitze, habe ich sie nur ununterbrochen zu beruhigen<lb/>
damit sie nicht explodieren oder ganz aggressiv auf Altenburgers Referat<lb/>
antworten. Anschliessend hatte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> und <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> zu sich gebeten<lb/>
und in weiterer Folge bat er auch <rs type="person" ref="#per__97356">Charly Blecha</rs> und mich zu dieser<lb/>
Aussprache. Ich kam gerade zurecht, als <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs>, der Präsident der<lb/>
Landwirtschaftskammern, auseinandersetzte, dass die Landwirtschaft ins<lb break="no"/>besondere die Treibstoffverbilligung als ungenügend empfinde. Derzeit hat<lb/>
das Ministerium <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> 240,8 Mill. S vorgesehen gegenüber derzeit 218 Mio<lb/>
es würden deshalb für das Jahr 1971 um 22 Mill. S mehr für die Treibstoff<lb/>
verbilligung zur Verfügung stehen. Da die Landwirtschaft aber 320 t Diesel<lb/>
öl verbraucht, würde dies bei 70 Groschen Erhöhung 250 Mill. S ausmachen<lb/>
die Landwirtschaft wünscht eine wesentliche Erhöhung dieser Subvention.<lb/>
Wenn man allerdings betrachtet, dass die 320.000 t bei 2.50 S ca.<lb/>
800 Mill. derzeit dem Bauern kosten, so ist das bereits eine wesent<lb break="no"/>lich hohe Subvention, die hier gegeben wird. Androsch sollte sie<lb/>
ja sogar abbauen. Ich widersprach deshalb sofort dieser Idee. Ich machte<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> dann auf eine wesentlich andere Frage aufmerksam. Die Zucker<lb break="no"/>industrie möchte gerne, dass der Zuckerpreis jetzt erhöht wird. Die<lb/>
Hälfte dieser Zuckerpreiserhöhung bekommen ja die Rübenbauern. Ich ver<lb break="no"/>wies ihn darauf, dass die Bundesregierung wahrscheinlich nicht bereit<lb/>
sein wird, eine Zuckerpreiserhöhung zu akzeptieren. Die 80.000 t Zucker<lb break="no"/>überschuss aber müssten versuchte werden, wegzubringen. Ich schlug ihm<lb/>
deshalb vor, er sollte über die Zuckerindustrie und mit den Interessens<lb break="no"/>vertretungen Verhandlungen führen über ein Arrangement über verbilligte<lb/>
Zuckerabgabe an die Bauern oder an die Süsswarenindustrie zu erwirken,<lb/>
damit nicht, wie dies jetzt der Fall ist, im Vormerkverkehr Weltmarkt<lb break="no"/>zucker eingeführt wird von der Süsswarenindustrie und nachher wieder<lb/>
exportiert wird. Ich bin neugieirig, ob auf diesem Sektor diesbezügliche<lb/>
Vorschläge kommen.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band03_1970-11-04_05">In der Sektion V und VII im Dritten Bezirk hatten wir eine Aussprache.<lb/>
Das Präsidium des Bezirkes war vollständig erschienen, um den Genossen<lb/>
Unterstützung zuzusagen. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> hatte sich bereiterklärt in dieser Sek<lb break="no"/>tion, wo er auch wohnte, mitzuarbeiten. Die Sektionsmitglieder waren<lb/>
sehr froh, eine Unterstützung zu erhalten. Ich hoffe, dass es <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs><lb/>
gelingen wird, diese Sektion wieder auf die Füsse zu stellen.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band03_1970-11-04_06">Die Besprechungen über die Treibstoffverbilligung und den Verbrauch müssen<lb/>
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ich müsste deshalb erst feststellen, ob diese Berechnung stimmt.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band03_1970-11-04_07">ANMERKUNG bitte für <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs>: Diese Berechnung mit Landwirtschaftsministerium<lb/>
abstimmen und dann mit Finanzministerium davon Mitteilung machen,</p>
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            <head>Tagesprogramm, 4.11.1970</head>
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               <persName type="label">Welser, Günther</persName>
               <persName><surname>Welser</surname><forename>Günther</forename></persName>
               <occupation>Büro Staribacher, HM; Pro-Zwentendorf-Kampagne</occupation>
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               <persName type="label">Blecha, Karl</persName>
               <persName><surname>Blecha</surname><forename>Karl</forename></persName>
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               <persName type="label">Heindl, Kurt</persName>
               <persName><surname>Heindl</surname><forename>Kurt</forename></persName>
               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
                  SPÖ-Landstraße</occupation>
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               <persName type="label">Schubert, Walter</persName>
               <persName><surname>Schubert</surname><forename>Walter</forename></persName>
               <occupation>Beamter Bautenministerium</occupation>
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               <persName type="label">Mitterer, Otto</persName>
               <persName><surname>Mitterer</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>Handelsminister, ÖVP, Präs. HK Wien</occupation>
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               <persName type="label">Weihs, Oskar</persName>
               <persName><surname>Weihs</surname><forename>Oskar</forename></persName>
               <occupation>Landwirtschaftsminister bis 1976</occupation>
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               <persName type="label">Altenburger, Erwin</persName>
               <persName><surname>Altenburger</surname><forename>Erwin</forename></persName>
               <occupation>ÖGB-Vizepräs., FCG</occupation>
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               <persName type="label">Veith, Rolf</persName>
               <persName><surname>Veith</surname><forename>Rolf</forename></persName>
               <occupation>ÖAMTC</occupation>
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               <persName type="label">Jagoda, Karl</persName>
               <persName><surname>Jagoda</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation>Leiter Sekt. III HM</occupation>
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