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            <title type="main">Montag, der 12. Oktober 1970</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band03_1970-10-12_01">Der Vorstand der Wolfsegg Traunthaler Kohlengesellschaft kam<lb/>
um die Wünsche zum Bergbauförderungsgesetz anzumelden. Nach seiner<lb/>
Meinung ist die finanzielle Situation des Unternehmens zwar gut, aber<lb/>
sie haben Liquidationskosten für 4 Bergbaubetriebe, die sie geschlos<lb break="no"/>sen haben, insgesamt hatten sie sieben, derzeit sind noch drei aktiv<lb/>
tätig. Ihr Vorschlag geht nun dahin, dass man ihnen nicht nur eine<lb/>
grundsätzliche Anerkennung von Bergbauförderungsgeldern zuspricht,<lb/>
sondern ihnen doch einen grösseren Betrag von etlichen Millionen<lb/>
zuerkennt. Derzeit haben sie nur 1 Mio S bekommen. Bei dieser Gele<lb break="no"/>genheit teilte man mir mit, dass sie einen Ersatzbetrieb in Apfelwang<lb/>
einrichten wollen, der speziell hergestellte Platten aus Holz erzeugen<lb/>
könnte, die ganz neue Eigenschaften haben. So sollen sie in Bade<lb break="no"/>zimmern und Nasstechnik verwendet werden könnten, ohne dass sie sich,<lb/>
wie das bei den Spanplatten derzeit der Fall ist, bei Feuchtigkeit abhe<lb break="no"/>ben. Zur grössten Verwunderung teilten sie mir mit, dass man im ERP<lb break="no"/>-Büro gesagt hätte, dass derzeit eine Unterstützung der Kohle auf diesem<lb/>
Sektor nicht notwendig sei, da jedwede Menge abgesetzt werden kann.<lb/>
Ich hatte mich sofort mit <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> in Verbindung gesetzt und darauf<lb/>
hingewiesen, dass ich eine solche Stellungnahme für vollkommen falsch<lb break="no"/>halte, auch bei gutgehenden Kohlenbetrieben muss man zeitgerecht<lb/>
schauen, dass andere Arbeitsplätze geschfaffen werden. Die Umstellung<lb/>
der Bergbaubetriebe auf andere Produktionen ist mit aller Gewalt und<lb/>
allen Mitteln vorwärtszutreiben.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band03_1970-10-12_02">Der Fachverband der Bekleidungsindustrie hatte im Messepalast seine<lb/>
Wiener Mode-Ausstellung bereits Sonntag eröffnet und die offizielle<lb/>
Eröffnung fand immer am Montag statt. Ich musste diese Eröffnung<lb/>
vornehmen und konnte bei dieser Gelegenheit erstens feststellen,<lb/>
dass heuer die Umsätze bereits am Sonntag um 15 % nach Mitteilung<lb/>
des Komm.Rat <rs type="person" ref="#per__116977">Elias</rs>, dem Leiter dieser Messe, zugenommen hatte. Ich<lb/>
erntete grossen Beifall, als ich ihnen mitteilte, dass <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs><lb/>
in Amerika sich endlich mit unserer Idee durchgesetzt hat,dass Öster<lb break="no"/>reich nicht diskriminiert werden kann bei der Einfuhr von Textilien.<lb/>
und Schuhen nach Amerika. Da ich bei der Modeschau am Abend nicht<lb/>
anwesend sein konnte, entschuldigte ich mich ganz offiziell und<lb/>
kündigte an, dass meine Frau, die ja wesentlich mehr von der Mode<lb/>
versteht, an dieser Modeschau teilnehmen wird. Der Durchgang wurde<lb/>
<pb n="03-0633" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band03/03_1970-10-12_0633.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>von mir sehr hastig gemacht, da ich bereits um 11 Uhr eine andere<lb/>
Verpflichtung hatte. Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__97718">Marek</rs> kam deshalb zu mir und sagte,<lb/>
ich müsste unbedingt bei einzelnen Firmen insbesondere bei den<lb/>
Nicht-Wiener-Firmen stehen bleiben und mit ihnen einige Worte wechseln,<lb/>
er war wirklich sehr aufmerksam zu mir, denn ich halte es auch für<lb/>
unmöglich, dass ich in einem derartigen Schnellzugstempo durch eine<lb/>
Messe durchrase. Das nächste Mal muss ich in der Zeiteinteilung un<lb break="no"/>bedingt mehr Platz dafür reservieren. Um 11 Uhr aber musste ich be<lb break="no"/>reits im Palais Liechtenstein die Staatspreise für schöne Formen über<lb break="no"/>geben. Dort war wieder die Jury erst knapp vorher mit der Auswahl fertig<lb/>
geworden und es war mehr als fraglich, ob überhaupt die entsprechenden<lb/>
Formen zeitgerecht der Jury vorgelegt werden konnten. <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> hatte für<lb/>
beide Ausstellungen eine entsprechende Rededisposition, d.h. eine<lb/>
wortwörtliche Rede mir vorgelegt. Ich konnte sie im Auto durchlesen<lb/>
teilweise habe ich natürlich wieder frei gesprochen und ich glaube,<lb/>
diese Kombination ist auch nicht richtig. Nachdem ich mit dem Min.Rat<lb/>
<rs type="person">Wohlgemuth</rs> und seiner Sekretärin ins Haus zurückgefahren bin, wurde mir<lb/>
indirekt mitgeteilt, nachdem ich fragte, wo sie eigentlich zu Hause<lb/>
sind, dass ich ihre Abteilung noch gar nicht besichtigt hatte. Ich ging<lb/>
deshalb durch die Zimmer, ich glaube, dass ich jetzt wirklich die<lb/>
letzten Stellen des Hauses auch besuchen muss, denn ansonsten wird man<lb/>
mir vorwerfen, dass ich nur vereinzelt und nach unerklärlichen<lb/>
Gesichtspunkten einzelne Abteilungen besichtige und andere nicht.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band03_1970-10-12_03">Eine Besprechung mit <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> über die morgige Regierungs<lb break="no"/>sitzung kam nicht zustande, da <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> wieder in den Ländern weilt und<lb/>
noch nicht im Büro gewesen ist. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> selbst versicherte mir, wir<lb/>
müssten uns einmal zusammensetzen, um eine Aussprache zu haben, aber<lb/>
derzeit könnte er durch die ungeheure Arbeitsüberlastung keinen<lb/>
Termin freimachen. Dies stört mich an und für sich nicht, denn letzten<lb/>
Endes brauche ich ja nur den Hinweis, dass ich ja sowieso versucht hätte<lb/>
vor jeder Ministerratssitzung mit ihm Kontakt aufzunehmen.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band03_1970-10-12_04">Dr. <rs type="person">Feichtenberger</rs> vom Wirtschaftsverlag wollte über den Fremdenverkehr<lb/>
die Arbeitszeitverkürzung resp. das Personalproblem eine Interview. Bei<lb/>
dieser Gelegenheit konnten sowohl <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> als auch ich ihm sagen, dass<lb/>
wir die letzte Berichterstattung als sehr unfair empfunden hatten. Er<lb/>
hat ausser dem Interview sofort sein Kommentar zu jeder einzelnen Frage<lb/>
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was meine Auffassung gewesen und die der Zeitung. Ich hoffe, wir haben<lb/>
ihn davon überzeugt, dass eine seriöse Zeitung am Ende oder am Anfang<lb/>
ein Kommentar entsprechend dazu schreibt, aber doch das Interview oder<lb/>
die Stellungnahme oder die Nachricht des Betreffenden eindeutig als solche<lb/>
kennzeichnet und womöglich wortwörtlich wiedergibt.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band03_1970-10-12_05">Eine neue Kollegin vom Rundfunk war todunglücklich, dass sie jetzt ein<lb/>
Interview mit mir machen musste, denn wie sie sagte, sei ich der erste<lb/>
Prominente, den sie zu interviewen hätte. Ich versuchte ihr, auf Grund<lb/>
meiner Erfahrung zu sagen, dass auch Minister nur Menschen sind. Als<lb/>
Vergleich erzählte ich ihr, dass ich in meiner Jugend bereits im Ge- <lb/>
fängnis gesessen bin und dort entsprechende hohe Minister oder Ministerial<lb break="no"/>beamte kennengelernt habe, und wenn man sie nackt oder im Nachthemd vor s<lb/>
sich sieht, aller ihrer Würden entkleidet, dann sind sie auch nur<lb/>
Menschen so wie sie und ich.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band03_1970-10-12_06">Die Brennstoffversorgung für den Winter in aller Öffentlichkeit zu<lb/>
diskutieren und Informationen an die beteiligten Stellen weiterzugeben,<lb/>
hatte ich neuerdings veranlasst, dass die Oberste Bergbehörde eine<lb/>
Enquete, wie wir sie vor einige Monaten geführt hatten, einberuft.<lb/>
Zu meiner grössten Verwunderung waren diesmal bedeutend weniger anwesend,<lb/>
ich schliesse daraus, dass die Versorgungslage sich doch verbessert hat<lb/>
und man nicht mehr so interessiert ist, mit dem Minister über die Brenn<lb break="no"/>stoffsituation zu disktutieren. Andererseits glaube ich auch, dass sich<lb/>
jetzt in der OB nicht bei dem Sektionsleiter sondern bei MR <rs type="person" ref="#per__112191">Mayer</rs> und SR<lb/>
<rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs>, die bei dieser Sitzung ganz kurz berichteten, mein Arbeitsstil<lb/>
sich schön langsam durchsetzt.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band03_1970-10-12_07">Die Ministerratsvorbesgrechung musste <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> abwickeln, da <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> zu<lb/>
einer Kieferoperation in München weilt. Ich hatte von dieser Sache<lb/>
nichts gewusst, sicher ist es auch gar nicht notwendig, jeden Einzelnen<lb/>
darüber zu informieren, war aber überrascht, dass auch viele andere<lb/>
davon keine Ahnung hatten. Die Vorbereitung des Nationalrates stiessen<lb/>
lt. Mitteilung von <rs type="person" ref="#per__97818">Pittermann</rs> auf grössere Schwierigkeiten. Die ÖVP und<lb/>
die FPÖ beharrt darauf, dass die Abgeordneten, die wiedergewählt wurden,<lb/>
neu angelobt werden und auch der erste und dritte Präsident neu gewählt<lb/>
werden müssen. Die FPÖ wird zwar angeblich für den dritten Präsidenten</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band03_1970-10-12_08"><rs type="person" ref="#per__137480">Zeilinger</rs> nominieren, aber die ÖVP hat bereits zugesichert, dass sie<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97845">Probst</rs> wieder wählen wird. Der erste Präsident <rs type="person" ref="#per__98043">Waldbrunner</rs> steht ausser <lb break="no"/>jeder Diskussion.</p>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band03_1970-10-12_09">Bei der Tagesordnung des Ministerrates wollte <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> den Punkt<lb/>
über die Verlängerung und Neuordnung des § 3 a des Preisregelungs<lb break="no"/>gesetzes ändern. Seiner Meinung nach müsste eine bessere Formulierung<lb/>
gefunden werden, welche auch die Arbeiterkammer angeregt hatte. Ich<lb/>
stellte mich ganz entschieden gegen ein solches Vorgehen, denn dies<lb/>
müsste dazu führen, dass wir die ganze Diskussion über die Zweckmässig<lb break="no"/>keit des § 3 a aufrollen und in Wirklichkeit gar nichts anderes wollen als<lb/>
dass statt alle vier Interessensvertretungen gemeinsam bereits eine Inter<lb break="no"/>essenvertretung einen diesbezüglichen Antrag an das Innenministerium<lb/>
stellen könnte. Meine Auffassung fand die Zustimmung aller damit beteilig<lb break="no"/>ten Genossen. Die Frage des Lastverteilergesetzes wurde ebenfalls<lb/>
diskutiert, da <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> einen Antrag gestellt hat auf Vorschlag der<lb break="no"/>Energieleute, dieses Gesetz um 5 Jahre zu verlängern. Dagegen sprach<lb/>
sich der Verfassungsdienst aus. Nach Auffassung <rs type="person">Löbensteins</rs> müsste<lb/>
ein solcher Gesetzentwurf erst in die Begutachtung gehen, denn die<lb/>
ursprüngliche Absicht war, den Gesetzentwurf nur auf ein Jahr zu ver<lb break="no"/>ländern. Ich selbst schloss mich der Meinung <rs type="person">Löbensteins</rs> aus anderen<lb/>
Gründen an. ich glaube, dass eine Verlängerung aller Gesetze um ein<lb/>
Jahr zweckmässig erscheint, Um die notwendigen Beratungen fortzuführen<lb/>
und insbesondere die Kompetenzfrage zu klären. <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> wünschte dann<lb/>
für <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> die Ressortschwerpunkte in den nächsten Monaten. Diese will<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> in der ersten Lesung des Finanzgesetzes als Regierungschef ver<lb break="no"/>künden. Darüber hinaus sollten noch die entsprechenden Schwerpunkte<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> mitgeteilt werden. <rs type="person" ref="#per__97727">Marsch</rs> will dann diese Gliederung auch den<lb/>
einzelnen Ländergenossen übermitteln. <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> wehrte sich gegen dieses<lb/>
Übermass an Anfragen und meinte, es müsste im BKA oder zwischen <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
<rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> und der Partei besser koordiniert, werden, dass dieses Material<lb/>
automatisch den einzelnen Ländern zugemittelt wird. Immer wieder neuer<lb break="no"/>liche Aufstellungen erschweren die Arbeit jedes einzelnen Ministers und<lb/>
führen letzten Endes zu keinem anderen Erfolg, als dass man das bereits<lb/>
Mitgeteilte eben einer anderen Stelle neuerlich übermittelt.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band03_1970-10-12_10">Ich musste die Ministerratsvorbesprechung früheztig verlassen, da das<lb/>
Verbraucherparlament in der Arbeiterkammer mich zu einem Vortrag ein<lb break="no"/>geladen hatte. Ich konnte auf der Hinfahrt mit Staatsekretär <rs type="person" ref="#per__98105">Wondrack</rs><lb/>
über das Problem des Lebensmittelgesetzes reden. Ich erklärte ihr<lb/>
insbesondere, dass eine Kompetenzabgrenzung klar und deutlich sein<lb/>
müsste. Da die Kennzeichnung von Waren im Handelsministerium auf Grund</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band03_1970-10-12_11">des Unlauteren Wettbewerbsgesetzes ressortiert, könne ich auf eine Ab<lb break="no"/>tretung dieser Kompetenz nicht verzichten. Ich erhoffe, dass <rs type="person" ref="#per__98105">Trude</rs> dies<lb/>
auch einsieht und ersuchte sie, mit <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> diesbezüglich Detailverhand<lb break="no"/><pb n="03-0636" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band03/03_1970-10-12_0636.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>lungen noch zu führen, was sie mir versprach. Ihre Argumentation ist<lb/>
nur, dass sie in der ÖVP-Alleinregierung <rs type="person" ref="#per__117613">Rehor</rs> immer sehr hart ange<lb break="no"/>griffen hat, dass sie ihre Kompetenz nicht ausweitet, ja sogar 1966<lb/>
einen Teil ihrer Kompetenz an <rs type="person" ref="#per__97749">Mitterer</rs> abgetreten hat und deshalb nur<lb/>
sehr schwer von diesem Standpunkt zurückweichen könnte. Mein Hinweis,<lb/>
dass <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> eventuell die Idee hat, dass man nicht nur ein Lebensmittel<lb break="no"/>gesetz, sondern überhaupt ein Gesundheitsschutzgesetz schaffen sollte,<lb/>
hat sie deshalb noch nicht positiv aufgenommen, weil sie glaubt, dass<lb/>
dafür keine Kompetenz beim Sozialministerium vorhanden ist. Im Ver<lb break="no"/>braucherparlament hielt ich nicht nur einen Vortrag, sondern verlangte<lb/>
auch anschliessend daran, sofort eine Diskussion. Bei dieser konnte ich<lb/>
feststellen, dass wir wirklich noch sehr viel Erziehungsarbeit zu leisten<lb/>
haben, andererseits aber ist es zweifelsohne so, dass die ÖVP erst jetzt<lb/>
den Konsumenten zu entdecken beginnt, während wir bereits festgefügte<lb/>
Organisationsformen und eine jahrelange, ja jetzt schon jahrzehntelange<lb/>
Tradition der Konsumentenpolitik besitzen.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band03_1970-10-12_12">Die Partei in St.Pölten hatte eine Informationsversammlung einberufen<lb/>
und ich hatte dort auch Gelegenheit, mit den Genossinnen und Genossen<lb/>
zu diskutieren. Auch dort hat man scheinbar nur vorgesehen, dass man<lb/>
das Referat des Ministers anhört und dann befriedigt oder unbefriedigt<lb/>
nach Hause geht. Erst ich drängte darauf, dass unbedingt eine Diskussion<lb/>
stattfinden müsste, damit wir Gelegenheit haben, von den Vertrauensper<lb break="no"/>sonen kritisiert zu werden und andererseits aber auch zu Fragen Stellung<lb/>
nehmen können, die vielleicht im Referat nicht behandelt wurden.</p>
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            <head>Tagesprogramm, 12.10.1970</head>
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               <persName><surname>Häuser</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
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               <occupation>Vors. Fachverb. Bekleidungsind.</occupation>
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               <persName><surname>Mussil</surname><forename>Arthur</forename></persName>
               <occupation>Gen.Sekr. HK, ÖVP-NR-Abg., später AR-Präs. Verbund</occupation>
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               <persName type="label">Wondrack, Gertrude</persName>
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               <occupation>Sts. Sozialministerium bis 1971</occupation>
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               <persName type="label">Marsch, Fritz</persName>
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               <occupation>SPÖ-Zentralsekr.</occupation>
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               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
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