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            <title type="main">Donnerstag, der  6. August 1970</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band02_1970-08-06_01">Die Mineralölfirmen beabsichtigten, die Preise für Heizöl zu<lb/>
erhöhen, ohne die Paritätische Kommission zu befassen. Ich musste<lb/>
ihnen deshalb in einem Schreiben mitteilen, dass ich in diesem Falle<lb/>
unverzüglich die Preisregelung wieder einführen würde. Diese Briefe<lb/>
musste, da sie noch eine Besprechung hatten, dringend zugestellt<lb/>
werden. Die Kanzleileitung machte Schwierigkeiten, weil sie dies<lb/>
anscheinend als nicht so dringend empfand und deshalb die Kollegin<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98072">Wiesinger</rs> mit dem Kanzleileiter einen Krach bekommen hat. Ich bin<lb/>
allerdings überzeugt, dass sie sich sicher durchsetzen wird. Ich<lb/>
glaube, mit der Methode die Unternehmer auf die Vereinbarungen mit<lb/>
der Bundeskammer bezüglich der Paritätischen Kommission zu verweisen,<lb/>
müsste es gelingen, eine gewisse Stärkung dieser Institution zu<lb/>
erreichen. Ich bin neugierig, ob <rs type="person" ref="#per__126405">Klose</rs> seine Zusagen wahrmachen wird,<lb/>
dass er sich bemühen wird, wenn schon vom Standpunkt der Handelskammer<lb/>
eine Verschärfung des § 3 a) nicht zugestimmt werden kann, er darauf<lb/>
drängen wird, dass andere Wege gefunden werden in der Grundsatzabteilung<lb/>
die zu einem befriedigenderen Ergebnis führen. Sicher ist, dass die<lb/>
Hauptschwierigkeit derzeit darin besteht, dass teilweise Firmen über<lb break="no"/>haupt nicht kommen oder die Firmen einen sehr starken Druck ausüben,<lb/>
dass man ihren Preisanforderungen Rechnung trägt. So musste ich<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> im Laufe des Tages davon überzeugen, dass die Besprechung der<lb/>
Präsidenten, die den Bierpreis jetzt erhöht haben, zielführend ist,<lb/>
weil nur so die Paritätische Kommission weiterarbeiten konnte. <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs><lb/>
hatte mir vorgeschlagen gestern abends beim Russenempfang, wir sollten<lb/>
den Flaschenbierpreis überhaupt nicht erhöhen sondern nur bei dem<lb/>
Fassbierpreis ein 14-monatige Preisfreigabe vorschlagen. Dieser Vor<lb break="no"/>schlag war für mich klar, dass ihn die Unternehmerseite niemals akzep<lb break="no"/>tieren würde. Deshalb musste eine Besprechung der Präsidenten unter<lb/>
Anwesenheit <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllners</rs> vorgenommen werden, wo <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> und letzten Endes<lb/>
auch <rs type="person" ref="#per__97570">Hrdlitschka</rs> einer Erhöhung des Bierpreises zustimmten und sich<lb/>
nur dafür einsetzten, dass dies nicht mit 15. August sondern eben<lb/>
erst mit 1. Oktober in Kraft treten sollte. <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> ärgerte sich<lb/>
darüber sehr und wollte mir weissmachen, dass dies ein Verrat an den<lb/>
Interessen der Arbeiterschaft und den Konsumenten sei. Er glaubt<lb/>
allen Ernstes mit seiner sturen Politik – bis hierher und nicht weiter -<lb/>
könnte man in der Wirtschaftspolitik und in der Zusammenarbeit mit<lb/>
<pb n="02-0458" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band02/02_1970-08-06_0458.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>der Gegenseite zu einer befriedigenden Lösung kommen. Ich erklärte<lb/>
ihm – ich glaube zum hundertsten Mal – dass es zweckmässiger eben<lb/>
ist, wenn der Unterausschuss bereits entsprechende Beschlüsse fasst,<lb/>
denn in der Oberinstanz kann es nur in Wirklichkeit zu einer besseren<lb/>
Lösung für die Unternehmerseite kommen. Er erklärte, dies würde er<lb/>
nie tun, er hat dieses Politik von mir, die ich ja jahrzehntelang<lb/>
praktizierte ebenfalls nie geteilt, seiner Meinung nach könnte er<lb/>
nur so viel zustimmen, als sein Gewissen es ihm zulässt. Meine</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band02_1970-08-06_02">Frage, wo da der Vorteil für die Konsumenten liegt, wenn wie er behauptet<lb/>
es möglich gewesen wäre, z.B. den Flaschenbierpreis von S 2.39 Abgabe<lb break="no"/>preis von den Brauereien auf S 2.50 im Unterausschuss vielleicht festzu<lb break="no"/>setzen und dann in der Präsidentebesprechung S 2.57 herausgekommen ist<lb/>
– wo da der Vorteile für die Konsumenten liegt, sagte er, sicherlich<lb/>
keiner, aber er hätte dies eben nicht beschlossen und das müssen eben<lb/>
die Präsidenten verantworten. Für <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> stellt sich das Problem aller<lb break="no"/>dings wesentlich anders dar. Es muss unter allen Umständen die ÖVP<lb break="no"/>-Fraktion in der PK, das ist <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>, <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> und <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> von der Landwirt<lb break="no"/>schaftskammer und <rs type="person" ref="#per__97368">Brandstätter</rs>, bei der Stange halten, denn ein Ab<lb break="no"/>springen würde nicht nur seinem Ansehen schaden, sondern letzten Endes<lb/>
auch sicherlich die Möglichkeiten einer Radikalisierung auf beiden<lb/>
Seiten Tür und Tor öffnen. Da die Brauereien erklärte hätten, sie<lb/>
würden auf alle Fälle den Bierpreis, wenn er so lange hinausgezögert<lb/>
wird, erhöhen, musste eben <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> nachgehen und hat versucht, einen<lb/>
späteren Termin nach Ende der Hitzezeit zu erreichen. Sicherlich ist<lb/>
der Zeitpunkt vor den Wahlen – vor dem 4. Oktober – nicht sehr glücük<lb break="no"/>lich, die Kollegin <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs>, die bei deser Dieskussion auch anwesend<lb/>
war, hat allerdings sofort eine gute propagandistische Schlagzeile<lb/>
gefunden, die Arbeitnehmerseite, d.h. die Sozialisten arbeiten<lb/>
mit offenen Karten, sie haben also auch vor den Wahlen der Erhöhung<lb/>
zugestimmt, wenn es unbedingt nötig it und nicht wie die ÖVP-Regierung<lb/>
alles auf die Zeit nach den Wahlen verschoben. Ich muss sagen, sie<lb/>
hat einiges vom <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe Fritzl</rs> gelernt und das ist sehr erfreulich.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band02_1970-08-06_03">Der Bundespräsident hat mich angerufen aus seinem Urlaub und mir<lb/>
mitgeteilt, dass er bereit wäre, bei der Messe-Eröffnung in Wien<lb/>
einige Passagen in seine Rede zu übernehmen, die gegebenenfalls ich<lb/>
nicht sagen wollte. Ich erklärte ihm, dass ich ja frei sprechen würde<lb/>
und deshalb eigentlich sein Angebot dankend ablehne, wenn über die<lb/>
wirtschaftliche Entwicklung wie er mir selbst sagte, hat der Handels<lb break="no"/>minister immer darüber gesprochen, gäbe es eigentlich keine Punkte,<lb/>
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teilte er mir mit, dass er dasselbe Angebot auch an<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97570">Hrdlitschka</rs> von der Arbeitnehmerseite gerichtet hat und<lb/>
ich konnte deshalb sofort sagen, dass ich dafür sehr dank<lb break="no"/>bar wäre, denn über Arbeitnehmerseite könnte ich natür<lb break="no"/>lich überhaupt nichts sagen. Wenn ich aber zur Auffassung komme,<lb/>
dass die eiene oder andere Frage doch unbevdingt er sagen sollte,<lb/>
so würde ich ihm dies noch mitteilen. Bei dieser Ge<lb break="no"/>legenheit berichtete ich ihm über die Verhandlungen mit Sowjet<lb break="no"/>russland und er war darüber sehr erfreut und fragte, ob durch<lb/>
die APA er mitteilen könne. dass ich ihm vom Verlauf der Ver<lb break="no"/>handlungen berichtet hatte. Ich stimmte dem selbstverständlich<lb/>
sofort zu, aus diesen Äusserungen entnehme ich, dass er grössten<lb/>
Wert darauf legt, doch mehr informiert zu werden, und ich werde<lb/>
mir erlauben, wirklich in den nächsten Monaten, wenn sich gelegent<lb/>
liche Anlässe ergeben, bei ihm vorzusprechen und ihn stärker<lb/>
in die Politik einzubauen. Er ersuchte mich zum Schluss auch<lb/>
noch, an Minister <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs>, den er kennengelernt hatte,<lb/>
einen herzlichen Gruss auszurichten und ich hatte dies dann<lb/>
auch tatsächlich bei meiner Fahrt auf den Flughafen getan und<lb/>
bemerkt, dass <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs> darüber sehr erfreut war und ebenfalls<lb/>
herzliche Grüsse dem Bundespräsidenten übermittelte, die ich<lb/>
telefonisch versuchte sofort bei meiner Rückkehr mitzuteilen.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band02_1970-08-06_04">In der Fremdenverkehrwerbung hatte ich eine Aussprache mit dem<lb/>
Geschäftsführer Min.Rat <rs type="person" ref="#per__97684">Langer-Hansel</rs> und einem jugen Team<lb/>
von vier Leuten. <rs type="person" ref="#per__97684">Langer-Hansel</rs> zeiht diese Leute heran um<lb/>
wie er rrichtig sagt, eine neue Arbeitsgruppe zu installieren.<lb/>
In dieser Beziehung, glaube ich, war er sehr grosszügig und wahr<lb break="no"/>scheinlich auch sehr erfolgreich, denn ich glaube auch dass<lb/>
diese jungen Leute nicht nur mit Elan, sondern auch mit neuen<lb/>
Ideen an die Probleme herangehen. Allerdings und dafür habe ich<lb/>
Verständnis, versucht <rs type="person" ref="#per__97684">Langer-Hansel</rs> in der Organisationsform<lb/>
die er jetzt ausfbauen will, die alten und ausgedienten, aber<lb/>
irgendwie sozial Bedürftigen Fälle irgendwie im Organisations<lb break="no"/>apparate zu erhalten. Dagegen wäre soweit<lb/>
soziale Bedürftigkeit vorliegtm nichts einzuwenden, ich werde<lb/>
mich aber dann ganz entschieden gegen die Methode wenden, in<lb/>
der Organisationsform, das hierarchische nach Seniorität, d.h.<lb/>
nach Alter und nach Anwesenheit in der Fremdenverkehrswerbung<lb/>
aufgebaute System fortzusetzen. Ich erkenne die Herren in</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band02_1970-08-06_05">der Fremdenverkehrswerbung nicht . Ich hatte nur glaube ich<lb/>
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z.B. Werbung tippte ich auf das Problem Presse und sagte,Prof.<lb/>
<rs type="person">Stradal</rs>, den ich ja vom Kurier her mit seinen Artikeln kenne,<lb/>
sehr schätze, war aber überzeugt, dass er wahrscheinlich nur einen<lb/>
Teil seiner Arbeitskraft im Interesse des Fremdenverkehrswerbung<lb/>
einsetzt. Ich fragte deshalb, wer macht eigentlich die Arbeit der<lb/>
Presse und wurde von den jüngeren Leuten auf einen gewissen Dr. <rs type="person">Boehr</rs><lb/>
hingewiesen. <rs type="person">Poehr</rs> dürfte tatsächlich der Arbeitsmann in der Presse<lb break="no"/>abteilung sein, im Organisationsschema allerdings rangiert er ganz<lb/>
ganz unten und wenn wir nicht 70 Angestellten hätten, sondern doppelt<lb/>
so viel, würde er wahrscheinlich noch tiefer unten aufscheinen. An<lb/>
Hand dieses Beispiels erklärte ich, dass es eben nicht so sein<lb/>
dürfte, sondern dass es dringend notwendig sei, eine neue Organisa<lb break="no"/>tionsform mir vorzulegen. wo die Veranwortung delegiert wird und<lb/>
die Verantwortlichen nur – klar und deutlich – nur die sein sein<lb/>
könnten, die auch die Arbeit leisten. Die Länder und insbesondere<lb/>
die Landesverkehrsreferenten hatten bis jetzt immer nur gegen die<lb/>
Fremdenverkehrswerbung Stellung genommen, weil der zentrale Apparat<lb/>
nach ihrer Meinung überbesetzt ist. Es sind ja tatsächlich 70 Leute in<lb/>
der Zentrale und nur 96 in den Aussenstellen in der Schweiz und in<lb/>
anderen Ländern ist dies umgekehrt, d.h. es sind in der Zentrale<lb/>
überhaupt nur einige Personen und dafür umso mehr Leute in den<lb/>
Landesstellen. Wir können zwar, erklärte ich den jüngeren Leuten,<lb/>
die Landesstellen nicht derzeit wesen6lich ausbreiten, wir müssen<lb/>
aber, um die Angriffe der Länder und der Landesverkehrsreferenten<lb/>
zu entgegnen, die Stellen in der Zentrale wesentlich reduzieren.<lb/>
Ich selbst sagte, ungefähr auf die Hälfte. Die jüngeren Leute ant<lb break="no"/>worteten mir und das hat mir sehr imponiert, Dr. <rs type="person" ref="#per__136376">Schuster</rs> meinte<lb/>
es wäre aber unmöglich, dass sie diese Aufgabe übernehmen könnten,<lb/>
das zeigt mir, dass er Mut hat und eben ganz einfach mir zu erkennen<lb/>
gibt, was er imstande ist und was er nicht imstande ist. Ich war<lb/>
aber über diese Bemerkung deshalb sehr erfreut, weil ich ihm sofort<lb/>
sagen konnte, ich erwarte ja nicht, dass sie jetzt als die Totengräber<lb/>
der Verkehrswerbung aufscheinen müssten, sondern dass das Reduzieren<lb/>
der Beschäftigten, die nichts zu tun haben oder deren Tätigkeit nicht<lb/>
notwendig ist, vom Geschäftsführer und von mir durchzuführen und zu<lb/>
verantworten sind. Sie müssten nur eben jetzt erklären,<lb/>
dass von mir und vom Geschäftsführer verlangt wird, eine entsprechende<lb/>
Reduktionnder Zentrale und dass deshalb von den Kollegen selbst ent<lb break="no"/><pb n="02-0461" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band02/02_1970-08-06_0461.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>sprechende Vorschläge gemacht werden müssen, welche Organisations<lb break="no"/>form in Zukunft die richtige ist, die eben auch dann auch lange<lb/>
Sicht gesehen, eine Reduzierung des Beschäftigtenstandes mit sich<lb/>
bringt.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band02_1970-08-06_06">Eine Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> hatte kein beonsderes konkretes Er<lb break="no"/>gebnis ausser, dassich ihm den Brief vom Deutschen Aussenhandels<lb break="no"/>minister zeigte, der verlangt, dass in Zukunft die österr. Regierung<lb/>
mit der DDR eine diesbezügliche Vereinbarung für das Jahr 1971 und<lb/>
die folgenden schliessen sollte. Da <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> jetzt nach Ost-Berlin<lb/>
fährt, um dort eine Aussenhandelsstelle zu errichten, habe ich ihm<lb/>
den Brief gezeigt und gleichezititg darauf aufmerksam gemacht, dass<lb/>
ich von ihm erwarte, dass er mit den deutschen Stellen dahingehend<lb/>
verhandelt, dass – wenn die österr. Bundesregierung einen solche<lb/>
Vertrag nicht abschliesst und dies sei eher unwahrscheinlich – doch<lb/>
dann auf Handelskammer-basis eine weitere Vereinbarung notwendig wäre,<lb/>
um die Kammerabkommen dann auch für das Jahr 1971 und die folgenden Jahre<lb/>
fortzusetzen. Ich beabsichtige abzuwarten, was die Besprechungen <rs type="person" ref="#per__97893">Sallin<lb break="no"/>gers</rs> mit den Ostdeutschen ergebn, bevor ich den Brief gemeinsam mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> dahingehend beantworten werde, dass wir nicht bereit sind,<lb/>
eine diesbezügliche staatliche Vereinbarung zu schliessen.</p>
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möchte unbedingt den Generaldirektor von der SAKOG, und ihn empfangen.<lb/>
Ich kam dieser Aufforderung natürlich unverzüglich nach und Direktor<lb/>
<rs type="person" ref="#per__123366">Heller</rs> erzählte mir, wie dringend sie eine Erhöhung der Bergbauför<lb break="no"/>derungshilfe benötigen. Sie hatten jetzt 1 Mio S zugewiesen bekommen,<lb/>
rechneten mit 8 Mio, da sie für 25 Mio S Investitio en tätigen wollen.<lb/>
Ich konnte nur in Anwesenheit von Min.Rat <rs type="person" ref="#per__97467">Gasser</rs> darauf hinweisen,<lb/>
dass die OB alles genau prüft, dass aber die finanziellen Mittel<lb/>
derzeit eine Erhöhung nicht möglich machen. Er fragte, ob er damit<lb/>
rechnen könnte, zu einem späteren Zeitpunkt mehr Mittel zu bekommen.<lb/>
Diese Möglichkeit wäre nach meiner Meinung nach nur gegeben, wenn<lb/>
eine wesentliche Aufstockung des Bergbauförderungsbetrag von 40 auf<lb/>
65 Mio S erfolgen würde. Die derzeitigen Mitteln müssen ausschliesslich<lb/>
der GKB vorbehalten bleiben und als er bezweifelte, dass es diesen<lb/>
Bergwerken so schlecht ginge, konnte ich nur darauf hinweisen, dass<lb/>
sie ja bekanntlicherweise 12,5 Mio S bereits der Bergarbeiterversicherung<lb/>
schulden. Und dass, wenn ich die 16,6 Mio S plus 8 Mio der GKB nicht<lb/>
schon überwiesen hätte, sie nicht einmal imstande gewesen wäre, die<lb/>
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meinte, man sollte eben die Mittel perzentuell gleichmässiger ver<lb break="no"/>teilen und dann unabhängig von der finaziellen Situation den Berg<lb break="no"/>werken auch tatsächlich ausschütten. Dieser Argumentation konnte<lb/>
ich mich nicht anschliessen, sondern sagte, im Gegenteil, ich könnte<lb/>
mir sehr gut vorstellen, wenn er der Obmann der Gewerkschaft nicht<lb/>
im Schärdinger Kreis wäre sondern in Leoben, dann würde er wahrschein<lb break="no"/>lich eine solche Argumentation nicht vorbringen, sondern selbstverständ<lb break="no"/>lich verlangen, dass diese Mittel vorerst dem notleidenden Bergbau<lb/>
zur Verfügung gestellt werden müssen.</p>
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               <persName type="label">Brandstätter, Ernst</persName>
               <persName><surname>Brandstätter</surname><forename>Ernst</forename></persName>
               <occupation>GS Präs.konf. LWK AR Verbund</occupation>
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               <persName type="label">Hellwagner, Franz</persName>
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               <persName type="label">Langer-Hansel, Harald</persName>
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               <persName type="label">Wiesinger, Anna</persName>
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               <occupation>Büro des Bundesministers (Sekretärin)</occupation>
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               <persName type="label">Zöllner, Otto</persName>
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               <persName type="label">Mussil, Arthur</persName>
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               <occupation>Gen.Sekr. HK, ÖVP-NR-Abg., später AR-Präs. Verbund</occupation>
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               <persName type="label">Patolitschew, Nikolaj S.</persName>
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               <occupation>sowj. Außenhandelsminister</occupation>
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