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            <title type="main">Dienstag, der 21. Juli 1970</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band02_1970-07-21_01">Prof. <rs type="person">Dürer</rs>, Ein Genosse, der in der Filmbranche tätig ist,<lb/>
kam und versuchte mich für ein US-Projekt zu gewinnen. Seiner<lb/>
Meinung nach hätte er zwei amerikanischen Firmen John Gard Ltd.<lb/>
und die Firma Artists, die bereit wären, Österreichfilme von<lb/>
Gesamtkosten in Höhe von 800.000 $ zu machen. Er müsste eine Service<lb break="no"/>leistung, d.h seine Ateliers in Salzburg zur Verfügung zu stellen,<lb/>
pro Film 100.000 $ beibringen. Dafür benötigt er eine Bundeshaftung<lb/>
von 1 Mio S. Mein Hinweis, dass wenn in Wien ein Film gemacht, so<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97963">Slavik</rs> dafür 50 % bereit ist, zuzuschiessen, veranlasste ihn der<lb/>
Landesregierung und Salzburg und insbesondere mit dem Bürgermeister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__140181">Bäck</rs> von Salzburg zu verhandeln und ebenfalls zu erfahren, was die<lb/>
bereit wären, mitzutragen. Ich versprach ihm, mit <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> dieses<lb/>
Projekt zu besprechen, was ich nach der Ministerratssitzung auch<lb/>
tat. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> war diesem Filmprojekt nicht sehr gut gesinnt, da<lb/>
er bereits auch die seinerzeitige Absicht von <rs type="person" ref="#per__97963">Slavik</rs>, der mit Oskar<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98070">Werner</rs> einen Spielfilm im Burgenland drehen will, ebenfalls negativ<lb/>
gegenübergestanden ist. <rs type="person" ref="#per__98070">Oskar Werner</rs> wollte in dem Film seine Regie<lb/>
und seine Darstellung einbringen und bezifferte dies mit 50 %, die<lb/>
anderen 50 % sollte die Gemeinde Wien und gegebenenfalls der Bund<lb/>
als Risiko einbringen. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> hatte Bedenken, einer Privatperson<lb/>
eine Bundeshaftung zu geben, sodass ich ihm vorschlug, gegebebenefalls<lb/>
die Länderbank, die wie <rs type="person">Dürer</rs> mir mitteilt, seine Bankverbindung<lb/>
ist, mit einer solchen Bundeshaftung auszugestalten.</p>
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Minister <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> über die Lannacher Probleme zu sprechen. Die<lb/>
Raffineriegesellschaft hatte mir einen Brief geschrieben und die<lb/>
Beilage ihres Rechtsanwaltes beigeheftet, aus der ersichtlich ist,<lb/>
dass die Lannacher Reffineriegesellschaft bezüglich ihrer Kosten<lb break="no"/>steigerungen, da die Raffinerie bis jetzt nicht gebaut werden konnte,<lb/>
grösste Bedenken bereits hat, ob die Wirtschaftlichkeit noch gegeben<lb/>
ist. Andererseits behauptet der Anwalt, dass wir, da wir die Gutach<lb break="no"/>ten, die wir erst jetzt während des Verfahrens von Seiten der Anrainer<lb/>
beigebracht wurden, berücksichtigten, eine Hinauszögerung des Ver<lb break="no"/>fahrens, ohne eigentlich eine gesetzliche Grundlage durchführen. Bei<lb/>
einer Besprechung im Haus wurde diese Meinung als flasch erkannt, doch<lb/>
ergibt sich jetzt bereits – wie <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> meint – eine Zweifrontenstellung<lb/>
in der wir auf alle Fälle zerrieben werden.</p>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band02_1970-07-21_03">Die Rückverweisung,die ich am liebsten hätte, ist nach Meinung von<lb/>
Min.Rat <rs type="person" ref="#per__133778">Fenz</rs>, der derzeit Sekt.Chef <rs type="person">Habel</rs> vertritt, und des Min.<lb/>
Rat <rs type="person">Beran</rs>, der als Vertreter des Min.Rat <rs type="person" ref="#per__131814">Schedl</rs> den Akt derzeit<lb/>
bearbeiet, aber sein Abteilungsleiter ist, nicht möglich, da<lb/>
bereits im Berufungsverfahren die Fehler, die in der ersten<lb/>
Instanz gemacht wurden,,richtiggestellt wurden, das Parteien<lb break="no"/>gehör, die Akteneinsicht usw., und deshalb kein Rückverweisungs<lb break="no"/>grund mehr gegeben ist. Aus einer neuerlichen Lokalverhandlung<lb/>
würde sich nach Auffassung der Juristen des Hauses kein neuer<lb/>
Gesichtspunkt ergeben, sodass eine Rückverweisung nicht in Frage<lb/>
kommt. Andererseits müssten die Gegengutachten, die die drei Me<lb break="no"/>teorologen, insbesondere das von Univ.Prof. <rs type="person">Burghardt</rs> von der<lb/>
Meteorologischen Anstalt in Graz, ausgearbeitet hatten, jetzt<lb/>
der Meteorologischen Anstalt in Wien, den Erstgutachtern, über<lb break="no"/>mittelt werden. <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> hatte zugesichert, dass sie eien Auf<lb break="no"/>trag geben würde, dass sowohl Meteorologe <rs type="person">Priml</rs> als auch <rs type="person">Schwein<lb break="no"/>hauser</rs> unverzüglichst die Arbeit durchführen werden. Einer wird<lb/>
sogar vom Urlaub zurückberufen.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band02_1970-07-21_04">Spät abends rief mich noch von der Kleinen Zeitung der Redakteur<lb/>
<rs type="person">Simmel</rs> an und teilte mir mit, dass er gerne wissen wollte,<lb/>
wie die Angelegenheit Lannach weitergeht. Er selbst zeigte sich<lb/>
wider Erwarten nicht nur sehr gut informiert, sondern auch sehr<lb/>
aufgeschlossen den Problemen gegenüber. Ich versuchte ihm den<lb/>
Standpunkt des Ministeriums klar zu machen, obwohl er immer wie<lb break="no"/>der durch geschickte Fragen versuchte, herauszubekommen, auf wel<lb break="no"/>cher Seite ich stünde und wie meine Entscheidung lauten würde.<lb/>
Mit Hinweis, dass ich das Verfahren erst bezüglich der Gutachter<lb/>
abgeschlossen haben müsste und erst dann ein endgültiges Urteil<lb/>
d.h einen Bescheid erlassen könnte, den ich natürlich zu verant<lb break="no"/>worten hatte, konnte ich mich über eine endgültige Stellungnahme<lb/>
hinwegturnen. Insbesondere sein Hinweis, dass seinerzeit die Raffi<lb break="no"/>nerie es abgelehnt hatte, reine Diskussionen mit der Öffentlichkeit<lb/>
in Graz durchzuführen und ob ich diese Diskussion unterstützen<lb/>
würde,konnte ich positiv beantworten, indem ich sagte, dass in<lb/>
Graz das Verfahren abgeschlossen ist, hielte ich es für ohne<lb/>
weiteres möglich, dass eine solche Diskussion in Graz stattfindet.<lb/>
Auf seine Frage, ob ich so etwas auch in Wien machen würde, konnte<lb/>
ich darauf hinweisen, dass ich dies nicht für zweckmässig halte,<lb/>
<pb n="02-0394" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band02/02_1970-07-21_0394.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>da das Verfahren noch nicht abgeschlossen ist und wenn ich Vor<lb break="no"/>sitzender einer solchen Diskussionsgruppe wäre, doch letzten Endes<lb/>
dann irgendwie Stellung nehmen müsste oder zumindest von einer Partei<lb/>
behauptet würde, dass ich Stellung genommen hatte und damit die<lb/>
Objektivität bei meinem Bescheiderlass nachher angezweifelt werden<lb/>
könnte. Er selbst hat in dieser Frage mir rechtgegeben und ich hoffe,<lb/>
dass die Kleine Zeitung in Graz erstens feststellen wird, dass er<lb/>
mir erklärt hat, dass wirklich jetzt alles gemacht wird, um zu einem<lb/>
objektiven Urteil zu kommen, zweitens dass die Öffentlichkeit und<lb/>
alle daran Beteiligten ausreichend und genau informiert würden und<lb/>
dass er drittens mir sagte, er glaube, dass ich gerade einen solchen<lb/>
Entscheid jetzt treffen müsste, da in dieser Zeit, wo ich jetzt<lb/>
den Akt behandelt hatte, doch deutlich zu ersehen ist, dass wirklich<lb/>
das Verfahren eingehend eingehalten wird, wie die Gesetze es befehlen,<lb/>
und andererseits aber versucht wird, zügig zu einem Ende zu kommen.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band02_1970-07-21_05">NR <rs type="person" ref="#per__97656">Kostroun</rs> rief mich an und teilte mir strengst vertraulich mit,<lb/>
dass Tchibo beim Freien Wirtschaftsverband Mitglied ist, er dies<lb/>
allerdings weder seinem Exponenten der Kaffeesieder, nämlich dem<lb/>
Komm.Rat <rs type="person">Wild</rs>, mitgeteilt hat, der bereits einige Male entgegen<lb/>
den Tchibo-Interessen bei mir interveniert hat und ersuchte mich,<lb/>
dass die Tchibo-Angelegenheit doch so schnell wie möglich erledigt<lb/>
werden soll. Nachdem ein Magistratisches Bezirksamt bereits nachdem<lb/>
die Geldstrafen nichts gefruchtet haben, eine Primärstrafe, d.<lb/>
h. eine Arreststrafe verhängt hat, hat der Tchibo-Vertreter Dkfm.<lb/>
<rs type="person">TOTH</rs> und sein Rechtsanwalt Dr. <rs type="person" ref="#per__131760">Barfuss</rs> bei Dr. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> vorgesprechen.<lb/>
Die zuständige Bearbeiterin, Frau Min,Rat Dr. <rs type="person">Graf</rs>, war erschienen<lb/>
und hatte mir vorher bereits mitgeteilt, dass sie eigentlich von den<lb/>
Berufungen bereits drei positiv für Tchibo vorbereitet gehabt hat<lb/>
und Sekt.Chef. <rs type="person">Habel</rs> seit Monaten ihr gesagt hätte, sie sollte diese<lb/>
nicht erledigen. Warum, ist mir vollkommen unklar, wahrscheinlich er<lb break="no"/>wartet er einen Sturm von Seiten der Kaffeehaus-Besitzer und hat<lb/>
deshalb die Angelegenheit bis in den Sommer hinaus verzögert. Auf<lb/>
eigene Initiative hat deshalb Frau Min.Rat <rs type="person">Graf</rs> noch einmal einen<lb/>
Lokalaugenschein vorgenommen und bestätigt, dass sie diesen jetzt,<lb/>
der sehr positiv für Tchibo ausgefallen ist, der Schank- und Gast<lb break="no"/>wirteinnung zur Stellungnahme kurzfristig schicken wird. Ich habe ihr<lb/>
erklärt, sie sollte auf alle Fälle die Akte erledigen und nicht war<lb break="no"/>ten, bis die Verwaltungsgerichtshofsentscheidung vorliegen, die sich<lb/>
<pb n="02-0395" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band02/02_1970-07-21_0395.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ja ausschliesslich mit den Strafen, die Tchibo bereits in erster<lb/>
Instanz bekommen hat, beschäftigen wird. Ich halte die Sommerzeit<lb/>
für sehr günstig, solche heisse Eisen zu erledigen, die nämlich un<lb break="no"/>bedingt erledigt werden müssen. Der Vertrete von Tchibo, Dkfm. <rs type="person">Toth</rs><lb/>
hatte bei der Aussprache, nachdem ich ihm mitgeteilt hatte, dass<lb/>
sich die Haftbedingungen, seitdem ich das letzte Mal eingesperrt<lb/>
war, wesentlich verbessert haben, mir mitgeteilt, dass auch er<lb/>
1940 – 1943 bei der Gestapo in Haft gewesen ist. Dies wird zwar<lb/>
auf meine Entscheidung keinen Einfluss haben, zeigt aber, dass er<lb/>
allein auf Grund des Opferfürsorgegesetzes ja eine bevorzugte Be<lb break="no"/>handlung durch die Behörden zumindestens was die formelle Erledigung<lb/>
betrifft, erwarten kann. Er hat auf diese Tatsache allerdings gar nicht<lb/>
hingewiesen.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band02_1970-07-21_06">Der Wunsch des Komm.Rat <rs type="person">Wild</rs> vom Freien Wirtschaftsverband, der wie er<lb/>
mir mitteilte, 30 % der Kaffeesieder jetzt als seine Wähler hat,<lb/>
war eben , die Verfahren so lange hinauszuschleppen, bis der Ver<lb break="no"/>waltungsgerichtshof entschieden hat, weil anzunehmen war, dass der<lb/>
aus rein formellen Gründen die Strafverfügungen bestätigen wird,<lb/>
was nebenbei bemerkt auch der Rechtsanwalt von Tchibo erwartet.<lb/>
Ich hatte den Komm.Rat <rs type="person">Wild</rs> bei einigen Vorsprachen schon darauf<lb/>
hingewiesen, dass es mir zweckmässig erschiene, sich mit der Gruppe<lb/>
zu arrangieren und eine friedliche Beilegung der Streitigkeiten zwi<lb break="no"/>schen der Innung und zwischen Tchibo und Eduscho-Leute herbeizufüh<lb break="no"/>ren. Genau dieselbe Aufforderung richtete ich jetzt an die beiden<lb/>
Vertreter und sie versprachen mir, tatsächlich einen Waffenstillstand<lb/>
zu versuchen und wenn es nicht gelingen sollte, habe ich mich bereit<lb break="no"/>erklärt, gegebenefalls mich einzuschalten.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band02_1970-07-21_07">Dr. <rs type="person" ref="#per__126405">Klose</rs>, der von mir eingeladen wurde, glaubte es hätte bereits<lb/>
eine erste Sitzung des Grundsatzkomitees stattfinden sollen, sodass<lb/>
ich die Gelegenheit benützen konnte, mich mit ihm längere Zeit<lb/>
zu unterhalten. Er ist nicht nur von der neuen Arbeitsmethode im<lb/>
Ministerium sehr begeistert, er begrüsst, sie, sondern ist auch<lb/>
der Meinungn, dass es wirklich notwendig ist, Grundsatzüberlegungen<lb/>
in dem Ministerium anzustellen. Meine Vorstellung bezüglich<lb/>
der Kompetenzaufteilung, nämlich dass ich versuchen werde, alle<lb/>
Wirtschaftskompetenzen an das Ministerium zu ziehen, findet seine<lb/>
<pb n="02-0396" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band02/02_1970-07-21_0396.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Zustimmung, ebenso hat er eigentlich innerlich gar nichts da<lb break="no"/>gegen einzuwenden, dass ich die Verkehrskompetenzen abgebe, weil<lb/>
auch er gesamtwirtschaftlich einsieht, dass nur in einem geschlos<lb break="no"/>senen Verkehrsministerium ein wirkliches Verkehrskonzept durchge<lb break="no"/>führt werden kann. Meine Argumentation, die ich überall sage,<lb/>
dass <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs>, wenn er wirklich nur der Eisenbahnminister wäre,<lb/>
scheitern sollte und müsste, findet auch die Meinungszustimmung<lb/>
von Seiten <rs type="person">Kloses</rs>. Ich bin allerdings überzeugt, dass <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs><lb/>
einen solchen Fehler nicht begehen wird, es sei denn die Gewerk<lb break="no"/>schaft der Eisenbahner würde ihn unter einen so starken Druck<lb/>
setzen. Ich glaube aber nicht, dass <rs type="person" ref="#per__97842">Prechtl</rs>, der Obmann dieser<lb/>
Organisation, ja selbst nicht einmal NR <rs type="person">Ulbrich</rs>, der Zentralsekre<lb break="no"/>tär dieser Organisation, ein solches Verlangen an <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> stellen<lb/>
würden. Die Abgrenzung mit dem Aussenministerium betreffend die<lb/>
Integration, wobei meiner Meinung und <rs type="person" ref="#per__126405">Klose</rs> findet das auch<lb/>
für richtig, eben die politischen Gesichtspunkte in den Vorder<lb break="no"/>grund zu stellen sind und deshalb vom Aussenministerium mit dem<lb/>
Ausland zu verhandeln sind, während natürlich die innerösterreichi<lb break="no"/>schen Vorbereitungen, aber letzten Endes dann auch die konkrete<lb/>
Durchführung im Detail beim Aussenhandelsministerium, in dem Fall<lb/>
beim Wirtschaftsministerium liegen müsste, findet ebenfalls die<lb/>
Wohlmeinung von <rs type="person" ref="#per__126405">Klose</rs>. Bezüglich einer Verstärkung der Ostpolitik<lb/>
(Hahdels-politik) durch weitere Liberalisierung, Globalkontigente<lb/>
und welche Instrumente es sonst noch gibt, hat <rs type="person" ref="#per__126405">Klose</rs> auch wohlwol<lb break="no"/>lend zur Kenntnis genommen und er ist nicht nur bereit, hier in<lb/>
diesem Punkte mit uns zusammenzuarbeiten, sondern ich glaube,<lb/>
das habe ich ihm allerdings nicht gesagt, dass seine Hauptaufgabe<lb/>
sein wird, <rs type="person">Gleihsner</rs> zu beeinflussen, dass auch die Bundeskammer<lb/>
die Aussenhandelsstellen auf diese neue Taktik umdenken müssen<lb/>
und deshalb entsprechend neu informiert von Seiten der zuständigen<lb/>
Stellen in der Bundeskammer, das ist eben Dr. <rs type="person">Gleihsner</rs>. Bezüglich<lb/>
der Investorentätigkeit bestätigte er, dass die bisherige Arbeit<lb/>
gegen die ich ja öffentlich noch nichts eingewendet hatte, wirk<lb break="no"/>lich sehr allgemein gehalten war um nicht zu sagen dilatorisch<lb/>
da der Prospekt die Investitionsmöglichkeiten in Österreich<lb/>
zwar vielleicht als ein Werbeprospekt in einer Fremdenverkehrs<lb break="no"/>broschüre noch einen Sinn hat, aber sicher nicht – auch seiner<lb/>
Meinung nach – irgendwie die Top-Manager, die sich in Österreich<lb/>
ansiedeln wollen, befriedigen könnte. Er teilte daher nicht nur<lb/>
meine Meinung, dass hier entsprechende Unterlagen vorbereitet<lb/>
<pb n="02-0397" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band02/02_1970-07-21_0397.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>werden müssten, sondern bestätigte auch, dass es zweckmässig<lb/>
ist, das Institut für Wirtschaftsforschung aber auch inter<lb break="no"/>nationale Stellen mit ganz konkreten Detailaufagben erst zu<lb/>
beschäftigen, und das müsste eben die Grundsatzabteilung noch<lb/>
festhalten, was hier im einzelnen noch zu machen sei.<lb/>
Die Industriestudie des Wirtschaftsbeirates ist ja doch sehr all<lb break="no"/>gemein gehalten, weil politische Schwierigkeiten und Interessen<lb break="no"/>gegensätze in der Paritätischen Kommission eine Konkretisierung<lb/>
nicht erlaubten. Wir müssen dagegen und er ist bereit, daran mit<lb break="no"/>zuarbeiten, die notwendigen individuellen konkreten Vorschläge<lb/>
jetzt erstatten und sie dann gegenseitig abstimmen und in einem<lb/>
Elaborat oder einem Bericht zusammenfassen. Die Zusammenführung<lb/>
der verschiedensten Förderungsmassnahmen, die in einer Kredit<lb break="no"/>konzentration enden soll, ist er ebenfalls bereit zu unterstützen.,<lb/>
dies umso mehr als ja bekanntlicherweise <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> versucht hat, mit<lb/>
seinem Finanzreferenten Dr. <rs type="person">Eckert</rs> sich selbst ein Bild zu ver<lb break="no"/>schaffen und deshalb alle beteiligten Stellen und Ministerialräte<lb/>
im eigenen Haus gefragt hat, aber auch bei der Bürges konkretes<lb/>
Material bekommen wollte und überall entweder andere Auskünfte,<lb/>
andere Ziffern oder sogar falsche Auskünfte bekommen hat. Dies<lb/>
hat in der Bundeskammer sehr ernüchternd gewirkt und wird zweifels<lb break="no"/>ohne dazu beitragen, meine Taktik und meine Pläne hier im Ministe<lb break="no"/>rium zu unterstützen.<lb/>
Betreffend der Wirtschaftsgesetze, Preisregelungs, Preistreiberei<lb break="no"/>Kartellgesetz und Rohstofflenkungsgesetz sowie Lastverteilergesetz,<lb/>
teilt <rs type="person" ref="#per__126405">Klose</rs> meine Auffassung, dass es zweckmässig ist, wenn sich<lb/>
herausstellt, dass für eine Organisation z.B. der § 3 a) des Preis<lb break="no"/>regelungsgesetzes, eine unabdingbare derzeitige Formulierung schon<lb/>
existiert, d.h. eine Verschärfnung nicht möglich ist, dass man neue<lb/>
Wege gehen muss und er ist bereit, hier tatkräftigst mitzuarbeiten<lb/>
um eine neue Lösung zu finden. Meiner Meinung nach müsste in irgend<lb break="no"/>einer Weise der Unterausschuss der Paritätischen Kommission für<lb/>
Preise gestärkt werden und er wird im Urlaub diesbezügliche Über<lb break="no"/>legungen anstellen. Er hat mir – wie er mir mitteilte – ein Buch<lb/>
jetzt über die Sozialpartnerschaft in Vorbereitung, das im Herbst<lb/>
erscheinen wird. Seiner Meinung nach wird im Herbst die Sozial<lb break="no"/>partnerschaft sehr stark durch die Lohnbewegungen und durch die<lb/>
Budgetdebatte strapeziert werden und wir müssten deshalb alles daran<lb/>
setzen, um eine Beruhigung herbeizuführen. Wegen der Mitarbeit<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band02_1970-07-21_08">Die ständigen Vertreter der Paritätischen Kommission, das sind<lb/>
die Bundeskammer – Dr. <rs type="person" ref="#per__126405">Klose</rs> – die Landwirtschaftskammer, mit<lb/>
deren Vertreter ich erst reden muss, wen sie entsenden sollen,<lb/>
die Arbeiterkammer – Dr. <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> - und der Gewerkschaftsbund – Dr. <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs><lb/>
ständig beizuziehen sind, während <rs type="person" ref="#per__97661">Kottulinsky</rs> von der Industriellen<lb break="no"/>vereinigung aber auch z.B. vom Wirtschaftsforschungsinstitut Dr. <rs type="person" ref="#per__97937">Seidel</rs><lb/>
fallweise beizuziehen wären, obwohl er gar nicht-s dagegen einzu<lb break="no"/>wenden hat, wenn auch sie natürlich dann bei jeder Sitzung anwesend<lb/>
sind. Er glaubt, dass mit dieser Lösung die Widerstände in der Bundes<lb break="no"/>kammer überwunden werden könnten. Ich halte diesen Vorschlag für<lb/>
seht konstruktiv und werde ihn weiter verfolgen, allerdings kommt<lb/>
sowieso erst die Herbstperiode dafür in Frage und ich werde die ersten<lb/>
Sitzungen vielleicht ohne diese Ergänzungen durchführen um ja nicht<lb/>
auf den Widerstand von Seiten der Bundeskammer zu stossen. Mein Vor<lb break="no"/>schlag, ob er nicht gegegenenfalls im Hause drüben vorfühlen könnte,<lb/>
ob eine solche Lösung akzeptabel ist, hält er nicht für zielführend,<lb/>
weil nach seiner Meinung die Herren drüben gerade jetzt nach der<lb/>
Industriestudie auf <rs type="person" ref="#per__97661">Kottulinsky</rs> sehr schlecht zu sprechen sind, was<lb/>
ich allerdings ja bereits an eigenen Erfahrungen und mit eigenen<lb/>
Bemerkungen, die ich aufgefangen hatte, feststellen konnte.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band02_1970-07-21_09">Es wird auch zu überlegen sein, ob wir nicht dann auch von der National<lb break="no"/>bank einen Vertreter beiziehen, dies ist allerdings erst in weiterer<lb/>
Folge zweckmässig, denn wir haben ja jetzt einmal beschlossen, dass<lb/>
wir indas Investoren-Komitte einen Vertreter der Nationalbank in das<lb/>
interministerielle Investoren-Komitee einen Vertreter der Nationalbank<lb/>
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               <occupation>Verkehrsminister, LH-Stv. Ktn.</occupation>
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               <persName><surname>Slavik</surname><forename>Felix</forename></persName>
               <occupation>Wr. Bgm. bis 1973</occupation>
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               <persName type="label">Prechtl, Fritz</persName>
               <persName><surname>Prechtl</surname><forename>Fritz</forename></persName>
               <occupation>Vizepräs. AK Wien, SPÖ-BR, SPÖ-NR-Abg.</occupation>
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               <persName type="label">Kostroun, Ludwig</persName>
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               <persName type="label">Firnberg, Hertha</persName>
               <persName><surname>Firnberg</surname><forename>Hertha</forename></persName>
               <occupation>Wissenschaftsministerin</occupation>
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               <persName type="label">Androsch, Hannes</persName>
               <persName><surname>Androsch</surname><forename>Hannes</forename></persName>
               <occupation>Finanzminister</occupation>
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               <persName><surname>Koppe</surname><forename>Fritz</forename></persName>
               <occupation>Sekr. JS, ab 1973 GF VKI</occupation>
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               <persName><surname>Seidel</surname><forename>Hans</forename></persName>
               <occupation>Ökonom, ab 1981 Sts.</occupation>
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               <persName type="label">Mussil, Arthur</persName>
               <persName><surname>Mussil</surname><forename>Arthur</forename></persName>
               <occupation>Gen.Sekr. HK, ÖVP-NR-Abg., später AR-Präs. Verbund</occupation>
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               <occupation>Beamter HM</occupation>
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               <persName><surname>Barfuß</surname><forename>Walter</forename></persName>
               <occupation>Gutachter</occupation>
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               <persName type="label">Schedl, Anton</persName>
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               <persName type="label">Kottulinsky, Kunata</persName>
               <persName><surname>Kottulinsky</surname><forename>Kunata</forename></persName>
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               <occupation>Leiter Wirtsch.pol. Abt. HK</occupation>
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               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
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