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            <title type="main">Freitag, der 17. Juli 1970</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band02_1970-07-17_01"><rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs>, der jahrelang im Handelsministerium tätig war, dann aber in<lb/>
eine Privatfirma gegangen ist, kommt nun wieder über das Aussenamt,<lb/>
dort wird er nämlich angestellt, in unsere Grundsatzabteilung zurück.<lb/>
Min.Rat <rs type="person">Maisel</rs> und er hatten deshalb eine Besprechung mit mir über seine<lb/>
zukünftige Tätigkeit. Ich war mit jewedem Vorschlag einverstanden, da ich<lb/>
überzeugt war, dass <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> als junger dynamischer Mensch sowieso sich<lb/>
sehr bald wird in alle Fragen,die grundsätzlicher Natur sind, einarbeiten<lb/>
wird. Bei der Gelegenheit informierte ich gleiche beide, <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> und <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs><lb/>
waren anwesend, über die Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__112946">Schleifer</rs>, <rs type="person">Maisel</rs> ist der Mei<lb break="no"/>nung, dass <rs type="person" ref="#per__112946">Schleifer</rs> auch bei seinen eigenen Leuten nicht allzu ernst ge<lb break="no"/>nommen wird, ich glaube aber, dass wir doch vorsichtiger vorgehen sollen,<lb/>
allein der Ausdruck "Gorilla-Abteilung" zeigt, wie sehr die Grundsatz<lb break="no"/>abteilung und <rs type="person">Maisel</rs> hier in der Öffentlichkeit des Ministeriums diskri<lb break="no"/>miniert werden soll.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band02_1970-07-17_02">Nach wochenlangen Verhandlungen ist es mir endlich geglückt, dem rumä<lb break="no"/>nischen Botschafter mitteilen zu können, dass die finanzielle Abtwick<lb break="no"/>lung für die 20 Mio zinsenfreien Kredit an Rumänien gesichert ist.<lb/>
Da der rum Botschafter nach Bukarest zurückfährt, war es wirklich der<lb/>
letzte Zeitpunkt. Ich hatte mir vorgenommen, wenn in Zukunft im Minister<lb break="no"/>rat solche Probleme wieder anstehen, auf alle Fälle zuerst auf die<lb/>
finanzuelle Sicherung zu drängen und nicht so es das letzte Mal gesche<lb break="no"/>hen ist, meine Argumente vom Tisch wischen zu lassen, in der konkreten<lb/>
Durchführung ergeben sich dann – wie sich herausgestellt hat – ungeheure<lb/>
Schwierigkeiten. Bei dieser Gelegenheit teilte der rum. Botschafter<lb/>
mit, dass er erwartet, dass mit <rs type="person">Ceausescu</rs> auch der Aussenhandelminister<lb/>
im Herbst nach Wien kommen würde, dass er zweitens eine Gemischten Kom<lb break="no"/>mission wünscht und drittens die Kooperation mit den Firmen fortgesetzt<lb/>
werden soll. Viertens er-wartet er eine weitere Liberalisierung, die 1970<lb/>
bereits eingeleitet wurde, auch für die nächsten Jahre. In allen vier<lb/>
Punkten konnte ich meine Zustimmung geben, wobei ich allerdings darauf<lb/>
hinweis, dass die Kooperation auf österreichischer Seite nur auf frei<lb break="no"/>williger Basis mit den Firman erreicht werden könnte. Eine Unterstützung,<lb/>
sei es zollmässiger oder sonstiger Art, könnte nicht so leicht durchge<lb break="no"/>führt werden wie dies auf rum. Seite sicher möglich ist, da es sich<lb/>
ja dort um verstaatlichte Firmen handelt, die ausschliesslich denWei<lb break="no"/>sungen der rum. Bildstellen zu folgen haben. Es ist anzunehmen, dass<lb/>
<pb n="02-0378" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band02/02_1970-07-17_0378.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>diese Probleme, und als solche erklärte ich mich einverstanden, mit dem<lb/>
Aussenhandelsminister im Herbst diskutiert werden.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band02_1970-07-17_03">Die Präsidenten der Produktenbörse hatten sich beim Bundesminister <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs><lb/>
zu einem Kurzbesuch angemeldet und da sie auch zu mir kommen wollten,<lb/>
erklärte ich, dass ich zu <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> hinüberkomme und gleich gemeinsam diesen<lb/>
Anstandsbeusuch erledigen möchte. Bei dieserGelegenheit konnte ich<lb/>
feststellen, dass die Herren, die mir fast alle bekannt waren, in Wirk<lb break="no"/>lichkeit fragen kamen, ob die Getreideernte tatsächlich von ihnen über<lb break="no"/>nommen werden kann, da angeblich die Banken drängen und bei ihnen Be<lb break="no"/>denken angemeldet hatten. <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> erklärte, dass es sich bei diesem AUf<lb break="no"/>kaufaktionen zwar um privatwirtschaftliche Verträge handelt, die der<lb/>
Staat mit den einzelnen Händler, Genossenschaften und Mühlen schliesst,<lb/>
dass diese aber selbstverständlich geheim gehalten werden. Er verwies<lb/>
insbesondere darauf, dass am Vortag <rs type="person" ref="#per__97743">Minkowitsch</rs> erklärt hätte, dass die<lb/>
Getreideenrteübernahme gefährdet ist, währenddem am nächsten Tag im Bauern<lb break="no"/>bündler von <rs type="person" ref="#per__140616">Leopold</rs> <add>[evtl. Falschidentifikation, Anm.]</add> ein Artikel erschienen ist, der gross herausgebracht mit<lb break="no"/>teilte, die Getreideernteübernahme ist gesichert. Da die Banken schein<lb break="no"/>bar hier wirklich entsprechend Stimmung gegen diese ganzen Verfügungen<lb/>
des Ministeriums oder die Bedenken, die sie gegen solche Verfügungen<lb/>
haben, machten , erklärte ich den Herren der Produktenbörse, dass ich<lb/>
das Gefühl hätte, wenn die Banken nicht so illiquid derzeit wären, sie<lb/>
wahrscheinlich solche Bemerkungen nicht gemacht hatten, denn die MOG<lb/>
sind nicht das erste Mal nur kurzfirstig verlängert worden und noch nie.<lb/>
mals hatten die Banken, die die Geldgeber der Erntefinanzierung sind,<lb/>
Bedenken gehabt, wie sie sie jetzt zum Ausdruck gebracht hatten. Die<lb/>
Herren des Produkten-handels und der Produktenbörse waren über diese Er<lb break="no"/>klärungen von <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> und mir hoch erfreut.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band02_1970-07-17_04">Anschliessend hatte ich mir <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> eine lä-ngere Aussprache über Erhöhung<lb/>
des Krisengroschens bei der Milch. Meiner Meinung nach müsste es genügen,<lb/>
wenn der Krisengroschen von 7 auf 17 Groschen und nicht wie unter <rs type="person" ref="#per__97917">Schlein<lb break="no"/>zer</rs> bis auf 19 Groschen erhöht wird. Ich kann diese Rechnung nicht prüfen,<lb/>
hatte mit ihm aber folgende Milchmädchenrechnung angestellt: Aus dem<lb/>
ersten Halbjahr 1970 sei noch ein Restbetrag von 60 Mio S verfügbar.<lb/>
Im zweiten Halbjahr würden ca. 120 Mio S eingehen, insgesamt stünden<lb/>
nach seiner Rechnung 180 Mio S dem Krisenfonds zur Verfügung. Nach einer<lb/>
Aufstellung des Milchwirtschaftsfonds würden wir allerdings für das<lb/>
<pb n="02-0379" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band02/02_1970-07-17_0379.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>zweite Halbjahr 218 Mio S an Stützungsmitteln benötigen, um den<lb/>
Überschuss wegzubringen. Bei einer Anlieferung im zweiten Halbjahr<lb/>
1970 von(eineinzehntel)1,1 Mio t müssten 232.000 t exportiert werden,<lb/>
das sind 21 %. Gehe ich allerdings von den 1,1 Mio T Milchanlieferung<lb/>
im zweiten Halbjahr aus, so erhöht sich meine Einnahme aus dem Krisen<lb break="no"/>groschen, da ich für die 1. Qualität, welche 30 % der Anlieferung aus<lb break="no"/>macht, 10 Groschen erlöse, ergibt das 77 Mio S, für die 2. und 3. Qua<lb break="no"/>lität, 30 % der Anlieferung, erlöse ich 17 Groschen, ergibt 55 Mio S.<lb/>
Im zweiten Halbjahr stünden deshalb 132 Mio S zur Verfügung. Allerdings<lb/>
ist damit zu rechnen, dass sich durch die Erhöhung des Krisenfonds die<lb/>
Milchschwemme eindämmt und wahrscheinlich auch nicht 1,1 Mio T angelie<lb break="no"/>fert werden. Als Kompensation dafür allerdings muss ich auch nicht mit<lb/>
so grossen Stützungsmengen im Export rechnen. Sollte sich wider Er<lb break="no"/>warten, die Rechnung nicht ausgehen, dann wäre auch mit 17 Groschen<lb/>
noch das Auslangen denn zu finden, da ich ja etliche Abrechnungen für<lb/>
den Export in das Jahr 1971 hinüberziehen kann. Ich müsste dann nur<lb/>
um die Rechnung glatt zu kriegen, den Krisengroschen halt längere<lb/>
Zeit auf 17 Groschen lassen, als ich dies bei 19 Groschen tun müsste.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band02_1970-07-17_05">Sowohl mit Botschafter <rs type="person" ref="#per__98097">Wodak</rs> als auch mit Gen.Dir.<rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> und Dir.<rs type="person" ref="#per__97429">Feich<lb break="no"/>tinger</rs> in der ÖMV Schwechat hatte ich über den zu erwartenden Besuch<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschews</rs> gesprochen. <rs type="person" ref="#per__98097">Wodak</rs> steht auf dem Standpunkt, man müsste<lb/>
unbedingt die Gaspreisfrage zur Sprache bringen. Die ÖMV dagegen nimmt<lb/>
genau den gegeteiligen Standpunkt ein. Sicher ist, dass die ÖMV bei<lb/>
den seinerzeitigen Verhandlungen in Russland es sehr schwer gehabt hat,<lb/>
den Gaspreis mit 14,1 $ festzusetzen, da die Austria-Ferngas bereits<lb/>
17 $ den Russen angeboten gehabt haben. Andererseits ist sicher, dass<lb/>
die Russen jetzt den Italienern sowie den Westdeutschen den Gaspreis<lb/>
mit 12,6 $ für Lieferungen ab 1973 zur Verfügung stellen. Die Verhand<lb break="no"/>lungen, die seinerzeit mit Russland von der ÖMV geführt wurden, hatten<lb/>
sorgesehen, dass in der ersten Periode von 7 Jahren dieser Preis gel<lb break="no"/>ten sollte, Der Vertrag selbst ist ja für 23 Jahre ausgelegt. Wenn<lb/>
nun meint die ÖMV wie zu stark auf eine Preisreduktion drängen, werden<lb/>
die Russen diese Haltung aus zwei Gründen nicht verstehen. Erstens<lb/>
weil wir einen Vertrag ja fix abgeschlossen haben mit ihnen und zwei<lb break="no"/>tens, weil ja gerade in der jetzigen Phase die ganzen Energiepreise,<lb/>
Keks, Heizöl usw., anziehen. Vergleich mit 16,1 $ ist nur im Jahre 1973<lb/>
möglich und man müsste deshalb nach Meinung <rs type="person" ref="#per__97337">Bauers</rs> und <rs type="person">Feichtigers</rs> erst<lb/>
knapp vor Lieferbeginn mit den Italienern eine entsürechende neue Ver<lb break="no"/>handlungsrunde mit Russland wegen einer Preisreduktion starten.</p>
            <pb n="02-0380" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band02/02_1970-07-17_0380.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band02_1970-07-17_06">Viel wichtiger erscheint der ÖMV, dass wir alles daran setzen,<lb/>
um gegebenenfalls noch zusätzliche Mengen von russischem Rohöl<lb/>
zu bekommen. Ein diesbezügliches Gespräch das <rs type="person" ref="#per__97429">Feichtiger</rs> vor mit<lb/>
mit Moskau führte, hatte kein Ergebnis, da der russische Vertreter<lb/>
erklärt hat, wir haben kein zusätzliches Öl und können daher auch<lb/>
keines liefern. Trotzdem will <rs type="person" ref="#per__97429">Feichtiger</rs> auf alle Fälle nach Moskau<lb/>
fahren, um mit höheren Stellen gegebenenfalls zusätzliche Mengen zu<lb/>
erhandeln. Derzeit bemüht sich die ÖMV um das Rohöl, welches bei uns<lb/>
auf Heizöl destilliert wird, entsprechende zu strecken, Mittelprodukte,<lb/>
das sind sogenannte Aufmischkomponenten im persischen Golf zu<lb/>
kaufen. Diese 250.000 t, die als Gasöl für einen Laien ist das nichts<lb/>
anderes als Dieselöl, hereinkommen, sollten dann mit Heizöl gemischt<lb/>
werden und dazu beitragen, die 155.000 t Heizöllücke zu überbrücken.<lb/>
Für diese Aufmischkomponente bräuchte aber <rs type="person" ref="#per__97429">Feichtiger</rs> unbedingt einen<lb/>
Zollerlass, da er ansonsten zu noch höheren Preissteigerungen kommen<lb/>
würde, als wir dies sowieso zu erwarten haben. Betreffend die Raffi<lb break="no"/>nerie von Lannach , wo wir uns über die Schwefelfrage eingehendst<lb/>
informierte, hatte <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs>, aber schön langsam auch ich den Eindruck,<lb/>
dass die ÖMV sehr sehr froh wäre, wenn es zu diesem Raffineriebau<lb/>
überhaupt nicht käme. Nach Aussage Gen.Dir, <rs type="person" ref="#per__97337">Bauers</rs> meint er, man<lb/>
müsste das in Frieden sterben lassen. Sicher ist eines, dass die<lb/>
Schwechater Raffinerie, die derzeit auf eine Kapazität mit 5,5 Mio T<lb/>
ausgelegt ist und wahrscheinlich am 16. Oktober tatsächlich mit dieser<lb/>
dritten Destillationsstufe in Betrieb gehen kann, jetzt schon einen<lb/>
Plan für einen Ausbau von 12 Mio t in Vorbereitung hat. Sicher ist<lb/>
weiters, dass Lannach der ungünstigste Ort für die Errichtung einer<lb/>
Raffinerie ist. Drittens ist weiters sicher, dass die derzeitigen<lb/>
präliminierten Verarbeitungskosten in der Raffinerie Lannach nach<lb/>
Aussgae von Bauer sich auf 8 $ stellen würden. Dies würde um mindestens<lb/>
2 $ über den zu erwartenden Preis von Schwechat im Jahre 1973 sein.<lb/>
Wenn hier nicht für Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> der Wunsch Vater dieser Überlegungen<lb/>
ist, dann müssten wir noch vorsicher vorgehen als wir dies sowieso<lb/>
vorhaben, denn wenn wir dann die Raffinerie nicht genehmigen, dann<lb/>
hätten die internationalen Gesellschaften eine gute Absprungsbasis um<lb/>
uns die Schuld zu geben, dass wir die Industrialisierung von der<lb/>
Steiermark verhindert haben. Obwohl sie gar nicht mehr die Absicht<lb/>
hätten, eine entsprechende Raffinerie, die so teuer arbeitet, tat<lb break="no"/>sächlich aufzubauen. Anderseits wieder, wenn wir die Raffinerie<lb/>
aufbauen und einen Alarmplan und entsprechende Vorschläge unterbreiten,<lb/>
wonach sie nur entsprechend schwefelarmes Öl verheizen dürfen oder<lb/>
<pb n="02-0381" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band02/02_1970-07-17_0381.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>entsprechend grosse Lagermengen von schwefelarmem Rohöl zu halten<lb/>
damit sie gegebenenfalls, wenn die ESSO zwei zu stark der Nieder<lb break="no"/>schlag wird, sofort dieses schwefelhaltige Öl einsetzen, dann<lb/>
wird die Kostenlage so ungünstig, dass niemand, wenn dieser Alarm<lb break="no"/>plan eintreten sollte, dann tatsächlich verlangen wird, dass er<lb/>
eben durchgeführt wird. Andererseits verlangen wir derzeit<lb/>
von der Lannacher Raffinerie, dass sie entsprechende Public-Relation<lb/>
Arbeit leisten sollte, um die Öffentlichkeit auf dieses Industrie<lb break="no"/>projekt aufmerksam zu machen und darauf hinzuweisen, dass bezüg<lb break="no"/>lich der Verschmutzung und Verpestung der Lust alles erdenkliche<lb/>
vorgekehrt wird, damit keinerlei gesundheitliche Schäden von der<lb/>
Bevölkerung zu befürchten sind. Ich glaube, wir sollten darauf<lb/>
drängen, dass die zuletzt angeführten Gutachten der meteorologische<lb/>
Zentralanstalt so schnell wie möglich vorgelegt werden.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band02_1970-07-17_07">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs>: Bitte, entsprechende Schritte veranlassen.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band02_1970-07-17_08">Auf Grund unserer gestrigen Besprechung mit <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs><lb/>
ist es gelungen, einen gewissen Teilerfolg zu erzielen, <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs><lb/>
hat mitgeteilt, dass die Bundeskammer sich endlich durchgerungen<lb/>
hat, in die Grundsatzabteilung Dr. <rs type="person" ref="#per__126405">Klose</rs> zu entsenden. Bezüglich<lb/>
der Eier-Kennzeichnungsverordnung kann er keine Zustimmung geben,<lb/>
ich teilte ihm mit, dass ich deshalb die Verordnung abfertigen<lb/>
werde. Wir müssen jetzt allerdings einen Akt anlegen, aus dem<lb/>
ersichtlich ist, dass wir nach ca. 3-wöchigen Verhandlungen mit<lb/>
der Bundeskammer, Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, zu keinem positiven Ergeb<lb break="no"/>nis gekommen sind und die Bundeskammer deshalb zur Kenntnis<lb/>
nimmt, dass von mir der Akt unterschrieben wird und keine wie<lb/>
immer gearteten Abänderungwünsche dazu stellt, sondern eben die<lb/>
ganze Qualitätsverordnung als solche ablehnt.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band02_1970-07-17_09">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs>: Bitte, dies sofort über die zuständige<lb/>
Abteilung durchführen zu lassen.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band02_1970-07-17_10"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> teilte mit auch mit, dass er mit allen Beteiligten und<lb/>
in Frage kommenden Stellen über die Bürgesfinanzsituation ge<lb break="no"/>sprochen hätte. Sekt.Chef <rs type="person">Habel</rs> sei sehr pessimistisch, Min.<lb/>
Rat <rs type="person">Wohlgemuth</rs> sei ganz anderer Meinung wieder und Min.Rat <rs type="person" ref="#per__97524">Hauffe</rs><lb/>
gebe ihm ebenfalls nur unzulänglich falsche Auskunft und die<lb/>
<pb n="02-0382" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band02/02_1970-07-17_0382.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Ziffern stimmten ebenfalls nicht. Er hätte deshalb von seiner<lb/>
Finanzabteilung Dr. <rs type="person" ref="#per__139990">Ecker</rs> beauftragt und der hätte auch mit<lb/>
allen möglichen Stellen gesprochen und keinerlei befriedigende<lb/>
Auskunft erhalten. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> ist, das konnte ich entnehmen, über<lb/>
diese Entwicklung mindestens genauso unzufrieden als ich es<lb/>
in den vergangenen Wochen gewesen bin.</p>
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